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Veröffentlicht am 22.04.2020

Eine wunderschöne Hommage an das Leben selbst

Gott hat auch mal 'nen schlechten Tag
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Inhalt:

Jacob Chrissen verliert bei einem Helikopterabsturz seine Frau und seinen Sohn, überlebt selbst aber nahezu unverletzt. Was andere als Wunder sehen, ist für ihn jedoch eine Strafe.

Wenn im Leben ...

Inhalt:

Jacob Chrissen verliert bei einem Helikopterabsturz seine Frau und seinen Sohn, überlebt selbst aber nahezu unverletzt. Was andere als Wunder sehen, ist für ihn jedoch eine Strafe.

Wenn im Leben der achtjährigen Lupi kein Wunder geschieht, wird sie demnächst ihrer Mutter Becky weggenommen und in eine Pflegefamilie gebracht. Jetzt kann ihr also nur einer helfen: Gott persönlich und wer könnte das sein, wenn nicht gar Jacob. Immerhin ist er vom Himmel gefallen.

Doch manchmal braucht es kein Wunder, sondern nur eine unerwartete Begegnung, die das Leben für immer verändert … .

Meine Meinung:

Am Anfang des Buches lernt man Jacob und seine Familie kennen und erlebt hautnah mit, wie sie in den Helikopter einsteigen. Sofort wird klar, dass der Moderator keinen wirklichen Draht zu seinem Sohn hat und auch seine Ehe nicht zum Besten steht. So wirklich sympathisch war er mir zu Beginn nicht. Sein persönlicher bzw. beruflicher Erfolg scheint ihm wichtiger zu sein, als das Wohl seiner Familie, damit macht er sich beim Leser nicht gerade beliebt. Trotzdem fällt er nach dem Unfall in ein tiefes Loch und erkennt keinen Sinn mehr in seinem Leben, weswegen er es beenden möchte. Sehr einfühlsam, aber auch authentisch schildert Lucy Astner die Verzweiflung ihres Protagonisten und brachte mir so den Moderator näher. Auch, wenn er Fehler in seinem Leben gemacht hat, hatte ich sehr großes Mitleid mit Jacob.

Lupi bildet dagegen einen sehr schönen Kontrast zu Jacob. Während die Kapitel aus seiner Sicht eher düster, zu Beginn fast schon hoffnungslos sind, sprüht ihre Sichtweise fast schon vor Optimismus. Obwohl ihre Situation nahezu aussichtslos ist und ihr Leben alles andere als leicht, sieht sie doch immer auch das Gute im Leben. Als sie jedoch keinen Ausweg mehr sieht, hofft sie in Jacob ein Wunder zu finden. Dafür muss sie aber erst einmal dafür sorgen, dass er sich selbst besser fühlt und sein Leben wieder in den Griff bekommt. Das macht sie mit ihrer ganz eigenen Art und lockt damit Jacob aus seinem Schneckenhaus. Lupi gefiel mir wirklich richtig gut. Sie ist ein außergewöhnliches Mädchen und trotzt allen Widrigkeiten. Trotzdem hatte ich auch mit ihr Mitgefühl, denn sie darf nicht wirklich Kind sein und ihr Leben ist alles andere als leicht.

Als Lupi schließlich auf Jacob trifft, schleicht sie sich mit ihrer außergewöhnlichen Art in dessen Leben und wirbelt es gehörig durcheinander. Das brachte für mich auch einiges an Humor in die Geschichte und ließ mich oftmals schmunzeln. So hebt sich die bedrückende Stimmung, die durch Jacobs Gemütszustand entsteht, nach und nach immer mehr auf. Lupi wird für ihn langsam immer mehr als nur ein menschlicher Störfaktor. Sie bringt ihn dazu, seine Vergangenheit zu überdenken, sie zu verarbeiten und damit wieder einen Schritt in die Zukunft zu machen. Ich fand es unglaublich berührend, wie die Autorin in diesem Buch mit ihren Protagonisten umgeht. Sie zeigt ihre Fehler auf, ohne sie abzuwerten, findet aber auch einen Weg, wie sie wieder mit sich ins Reine kommen können. Das erzeugte in meinen Augen eine sehr schöne, lebensbejahende Atmosphäre und vermittelt ganz klar eine Botschaft: Jeder macht mal Fehler, es kommt nur darauf an, wie man am Ende damit umgeht.

Dabei setzt Lucy Astner sehr auf Emotionen. Ich konnte die Verzweiflung von Jacob selbst spüren, hab mit Lucy um ein bisschen Normalität gekämpft, wollte ihrer Mutter ins Gewissen reden oder zwischen Jacob und seiner Schwester vermitteln. Man hat als Leser fast das Gefühl selbst in der Geschichte zu stecken und alles hautnah mitzuerleben, so lebendig schildert sie die jeweiligen Situationen und so authentisch die Gefühle dazu. Ich wurde richtig mitgerissen und habe ebenfalls auf ein Wunder gehofft. Doch auch, wenn man meinen könnte, die Begegnung von Lupi und Jacob wäre so ein Wunder, sind es am Ende doch die Protagonisten selbst, die ihr Leben verändern. Glück ist eben das, was man selbst daraus macht.

Fazit:

Dieses Buch hat mich unglaublich berührt. Lucy Astner zeichnet mit viel Gefühl und Wertschätzung das Leben ihrer beiden ungewöhnlichen Protagonisten nach und schafft trotz der Fehler oder schwierigen Situation eine schöne und lebensbejahende Atmosphäre. Am Ende verändert vielleicht nicht ein Wunder das Leben, sondern die Begegnungen mit anderen und das eigene Handeln. Eine Geschichte, die man unbedingt lesen sollte. Unglaublich schön!

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Was für ein grandioses Leseabenteuer

Der Atem des Lichts
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nhalt:

Kea und Zadjan setzen alles daran, rechtzeitig zu den Friedensverhandlungen zu kommen, denn von ihnen hängt die Zukunft der Guénnelande ab. Die junge Shedi soll den König der Bengieren mit Hilfe ...

nhalt:

Kea und Zadjan setzen alles daran, rechtzeitig zu den Friedensverhandlungen zu kommen, denn von ihnen hängt die Zukunft der Guénnelande ab. Die junge Shedi soll den König der Bengieren mit Hilfe des Gedankenformens dazu bringen, den Friedensvertrag zu unterschreiben. Doch das Volk der Shedi will Krieg mit Atroun und sich für all die Jahre der Unterdrückung rächen.

Das stürzt Kea in einen Gewissenskonflikt: Soll sie sich zu Nakush bekennen, sich den Rebellen anschließen und ihre Bestimmung unter ihrem Volk einnehmen oder darf sie ihren eigenen Weg gehen und den wachsenden Gefühlen zu Prinz Zadjan Raum geben? Egal, wie ihre Entscheidung ausfällt, einen von beiden wird sie auf jeden Fall verlieren. Muss Kea ihr persönliches Glück opfern, um ihrem Volk endlich den langersehnten Frieden zu bringen?

Meine Meinung:

Der erste Teil dieser Dilogie hat mich wirklich beeindruckt, deshalb wartete ich schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung, die ich natürlich sofort lesen musste.

Sehr schön finde ich, dass es zu Beginn des Buches ein „Was bisher geschah“ gab. So kann man die Ereignisse aus dem ersten Band noch einmal auffrischen. Wobei ich gestehen muss, dass ich das in diesem Fall gar nicht so dringend gebraucht hätte, denn das Buch hatte mich so beeindruckt, dass ich die wichtigsten Geschehnisse noch präsent hatte.

Der zweite Teil schließt auch nahtlos an den ersten an und man findet sich gemeinsam mit Kea und Zadjan in einem Zelt wieder. Sofort spürt man wieder die gegenseitig Anziehung zwischen den beiden und ich war schon wieder richtig am seufzen. Die beiden sind einfach so ein unglaublich schönes Paar und für mich war klar, dass sie ein Happy End brauchen. Doch so einfach macht es uns Mara Lang natürlich nicht, denn Kea steckt mit ihren Gefühlen ziemlich im Zwiespalt. Das zeigt sich auch deutlich in ihren Handlungen, aber ihre Zweifel gehen nur soweit, dass sie sich einfach selbst nicht eingestehen will, was sie für Zadjan empfindet, so dass es den Leser nicht anfängt zu nerven. Im Gegenteil, ich fand es wirklich authentisch, dass sie nicht sofort ihr Volk verleugnet, nur weil sie sich in einen Atrouner verliebt. Das hat Mara Lang in meinen Augen sehr gut gelöst.

Doch obwohl die Gefühle immer eine wichtige Rolle im Buch spielen, kommt auch die Handlung nicht zu kurz. Zu Beginn gönnt uns die Autorin zwar noch etwas Ruhe, aber nicht lange, dann stürzt man in einen Strudel aus Spannung, Emotionen und Überraschungen. Zwar hat Mara Lang im ersten Teil schon ein paar Hinweise gestreut und ich konnte das ein oder andere Ereignis schon erahnen, aber das heißt nicht, dass mich die Autorin nicht trotzdem noch überraschen konnte, denn nicht alles ist so, wie es zu Beginn scheint und die Geschichte geht noch tiefer als man denkt.

Dabei haben mich vor allem die Charaktere sehr begeistert, denn in diesem zweiten Teil lernt man sie noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Manche überraschten mich dabei positiv, andere dagegen entwickelten sich zum Negativen. Und doch gab es auch einige, die man nicht so einfach in eine Schublade stecken konnte, denn im Grunde sind die Charaktere auch nur das Ergebnis ihrer Vergangenheit und wurden oft zu dem gemacht, was sie sind. Deshalb ist es gerade auch für Kea und Zadjan so schwer, sich davon zu lösen und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Das hat Mara Lang sehr gut ausgearbeitet, so dass man eine richtige Entwicklung bei den Figuren erkennen konnte, was ich in Büchern besonders gerne mag.

Und auch dieses Mal hat mich die Welt total verzaubert. Zwar taucht man im ersten Teil tiefer darin ein, weil uns die Autorin hier ihr Setting näherbringt und im zweiten Buch das Hauptaugenmerk einfach mehr auf der Geschichte liegt, aber ich habe mich bereits in „Das Juwel der Finsternis“ unwiederbringlich in dieses Setting verliebt. Es ist einfach so bildgewaltig und hat so viel Widererkennungswert, dass man gar nicht anders kann, als völlig darin zu versinken. Deshalb hat es mich auch etwas traurig gestimmt, dass wir diese Welt jetzt schon wieder verlassen müssen. Gerne hätte ich Zadjan und Kea noch weiter begleitet und hoffe, dass wir vielleicht doch noch einmal in diese zauberhafte, einzigartige Welt zurückkehren dürfen.

Fazit:

Nachdem mich Teil 1 absolut begeistert hat, freute ich mich unglaublich auf die Fortsetzung und muss gestehen, dass es mich wieder zu 100 % abgeholt hat. Mara Lang setzt in diesem zweiten Band ganz klar auf die Entwicklung der Figuren, die absolut authentisch, aber manchmal doch auch überraschend war. Die Liebesgeschichte hat mich richtig zum Seufzen und Mitfiebern eingeladen und die Handlung bereitete mir oftmals sogar Gänsehaut. Dabei konnte ich mich wieder im zauberhaften Setting verlieren und habe das Buch regelrecht durchgesuchtet. Und obwohl die Geschichte das perfekte Ende findet, hoffe ich doch auf ein Wiedersehen, weil ich mich einfach noch nicht von dieser einzigartigen Welt verabschieden möchte.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 27.03.2020

Ein würdiger Abschluss für eine tolle Reihe

Gefühl und Gefahr (Kampf um Demora 3)
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Inhalt:

Sage wünscht sich nichts mehr, als endlich ihren Alex zu heiraten. Doch bevor sich dieser Traum erfüllen kann, bekommt sie eine wichtige Aufgabe: Als Botschafterin soll sie an den Friedensverhandlungen ...

Inhalt:

Sage wünscht sich nichts mehr, als endlich ihren Alex zu heiraten. Doch bevor sich dieser Traum erfüllen kann, bekommt sie eine wichtige Aufgabe: Als Botschafterin soll sie an den Friedensverhandlungen zwischen Demora und Kimisara teilnehmen.

Als diese jedoch ins Stocken geraten, bittet die kimisarische Königin Zoraya Sage um ein geheimes Treffen. Die Botschafterin sieht die Möglichkeit, der jahrelangen Fehde endlich ein Ende zu setzen und willigt ein. Doch dann gerät die Gruppe in einen Hinterhalt und Sage und Alex müssen sich fragen, von welcher Seite der Verräter kommt.

Erneut ist es an dem jungen Paar, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden und alles aufs Spiel zu setzen um endlich Frieden für Demora und eine Zukunft für sich zu bekommen … .

Meine Meinung:

Die ersten beiden Teile dieser Reihe haben mir unglaublich gut gefallen, deswegen freute ich mich schon sehr auf den Trilogieabschluss und stürzte mich sofort ins Leseabenteuer.

Das Buch beginnt sehr ruhig. Man trifft Sage und Clare und erfährt langsam von den Entwicklungen der letzten Monate. Sage plagen immer noch Albträume wegen ihrer schweren Verbrennungen und auch die Trennung von Alex macht ihr sehr zu schaffen. Clare dagegen trauert noch um ihren Verlobten, der bei der letzten Schlacht ums Leben kam. Doch lange haben die Freundinnen nicht Zeit, um sich um ihre persönlichen Probleme zu kümmern, denn bald schon werden sie in die Hauptstadt zitiert, wo Sage erfährt, dass sie an den Friedensverhandlungen teilnehmen soll.

Sehr schön fand ich, dass man in diesem Band auch einen kleinen Einblick in das kimisarische Königreich bekommt und Königin Zoraya kennenlernen kann. Mit ihr scheint es tatsächlich die Hoffnung auf Frieden zu geben, doch anfangs konnte ich die Königin nicht so richtig einschätzen und hinterfragte ständig ihre Motive. Doch ich denke, dass das von Erin Beaty genau so beabsichtigt war, denn schon in den Vorgängerbänden versucht man ja ständig, die Figuren in „gut“ und „böse“ einzusortieren und trotzdem führt einen die Autorin häufig an der Nase herum.

Während der Friedensverhandlungen spielt sich vieles im Hintergrund ab, im Vordergrund scheint dieses Mal eher die Liebesgeschichte zu stehen, denn dort gibt es ordentlich Drama und die Liebe von Sage und Alex wird erneut auf die Probe gestellt.

Als die Gruppe jedoch in den Hinterhalt gerät, kommt so richtig Spannung auf. Gemeinsam mit Sage versucht man den Verräter ausfindig zu machen, achtet auf jede Kleinigkeit und setzt langsam die Puzzleteile zusammen. Während ich in den ersten beiden Bänden jedoch am Ende teilweise ziemlich überrascht war, hatte ich in diesem Buch schon zu Beginn einen Verdacht, der sich am Schluss dann bestätigt hat. Ganz so überraschend war es dieses Mal also nicht für mich. Trotzdem hatte ich großen Spaß daran, die Protagonisten bei ihrer Spurensuche zu begleiten. Für mich ist Erin Beaty trotz allem eine Meisterin im Verschleiern und der Wendungen. Jeder Plottwist ist gut durchdacht und am Ende laufen immer alle Fäden zusammen.

Überhaupt hat mich der Schluss wirklich zufrieden gestellt. Die Autorin hat jedem ihrer Protagonisten ein persönliches Ende geschrieben und ich fand es für jeden Charakter absolut stimmig. So konnte ich diese Reihe mit einem schönen Gefühl, aber auch mit etwas Wehmut abschließen, denn eigentlich hätte ich gerne noch mehr von Demora gelesen. Erin Beaty werde ich auf jeden Fall im Auge behalten, denn sie ist mit dieser Reihe in meiner Top-Liste der Autorin nach oben gewandert.

Fazit:

Obwohl ich diesen Abschlussband ein kleines bisschen schwächer fand, möchte ich die volle Punktzahl vergeben, weil ich es toll finde, wie die Autorin jeden Plottwist genau durchdenkt und am Ende alle Fäden zusammenlaufen lässt. In diesem Buch konnte ich die Wendung zwar schon erahnen, trotzdem hat es mich wieder völlig begeistert. Sehr schön finde ich auch, wie Erin Beaty jedem ihrer Charaktere ein persönliches Ende schreibt. So konnte ich die Reihe zufrieden abschließen, freue mich aber schon sehr auf mehr Lesestoff dieser großartigen Autorin.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 18.02.2020

Was für ein großartiges Buch

Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke
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Inhalt:

Amaia muss ständig mit ihrer Familie umziehen, damit nicht auffällt, dass sie viel langsam altern, als andere Menschen. Zudem hat sie seltsame Kräfte, die sie nicht einordnen kann. Ihre Eltern ...

Inhalt:

Amaia muss ständig mit ihrer Familie umziehen, damit nicht auffällt, dass sie viel langsam altern, als andere Menschen. Zudem hat sie seltsame Kräfte, die sie nicht einordnen kann. Ihre Eltern schweigen sich aus, aber für die Sechzehnjährige ist sicher: Ein normaler Mensch ist sie nicht.

Da taucht plötzlich Noár bei ihnen auf. Hat er die Antworten auf all die Fragen? Als sich die Ereignisse überschlagen, ist er es, der sie und ihre Geschwister in Sicherheit bringt.

Dafür müssen sie jedoch nach Cassardim reisen, ins Reich der Toten, die wahre Herkunft von Amaia und ihren Schwestern und Brüdern. Aber Sicherheit ist trügerisch, denn die Identität der Sechzehnjährigen birgt weitaus mehr Gefahren, als sie sich je hätte vorstellen können … .

Meine Meinung:

Von Julia Dippel hatte ich schon Izara gelesen und war richtig begeistert, deswegen wollte ich natürlich auch Cassardim unbedingt lesen.

Das Buch beginnt mit einer sehr emotionalen Szene. Amaia besucht ihre Freundin, die an Leukämie erkrankt ist. Während dieses Besuches erfährt man, wie Amaias Leben aussieht, was sie so besonders macht und wieso sie nicht einfach so ins Krankenhaus fahren kann. Dieses kurze Kapitel zeigte mir sofort, was für ein außergewöhnlicher Mensch die Sechzehnjährige ist und das nicht nur, weil sie besondere Fähigkeiten hat, sondern weil sie eine sehr liebenswerte junge Frau ist, die ihr Herz auf dem rechten Fleck hat.

Schnell kommt auch Spannung in die Geschichte, denn ihre Eltern bringen einen Gefangenen mit in ihr Haus und machen ein riesiges Geheimnis daraus, was es damit auf sich hat. Überhaupt hat man am Anfang sehr viele Fragen und bekommt, genau wie Amaia kaum Antworten. Ich fand es ja toll, dass man keinen Wissensvorsprung als Leser hat, sondern sich gemeinsam mit der Protagonistin auf die Suche nach Antworten machen muss. Das machte mich zwar zum einen auch total verrückt, hat aber für zusätzlich Spannung gesorgt. Zwar weiß man durch den Klappentext, dass Amaia und ihre Geschwister in Cassardim landen, was es damit aber wirklich auf sich hat, kann man sich nicht mal ansatzweise denken.

Ich liebte das Reich der Toten. Julia Dippel beschreibt sehr bildgewaltig ihre fantastische Welt. Ich tauchte tief ein und hätte mich völlig darin verlieren können. Was die Autorin hier geschaffen hat ist wirklich außergewöhnlich. Cassardim ist so komplex, so durchdacht und doch auch so einzigartig und wundervoll. Gemeinsam mit den Geschwistern entdeckte ich all die Wunder dieser Welt und war sofort fasziniert davon. Dabei störte es mich kein bisschen, dass es die Antworten auf all meine Fragen nur häppchenweise gab und mit jeder Antwort eine neue Frage aufkam, denn in Cassardim gibt es einfach so viel zu sehen, dass ich jede Seite des Buches einfach nur genoss.

Doch schnell nimmt auch die Geschichte weiter an Fahrt auf. Geheimnisse werden aufgedeckt und Amaia sieht sich neuen Gefahren gegenüber. Sie lernt manche Menschen von einer neuen Seite kennen, trifft auf ganz neue Leute und weiß plötzlich nicht mehr, wem sie trauen kann und wer ein falsches Spiel mit ihr spielt. Julia Dippel zeigt hier, dass sie es wirklich versteht, ihre Leser zu überraschen. Gerade, als man meint, man wisse, worum es geht, wirft sie alles noch einmal über den Haufen und lässt eine Bombe platzen. Mich hat sie öfter als nur einmal an der Nase herumgeführt und ich war schon ganz kribbelig, weil ich selbst bald nicht mehr wusste, was tatsächlich hinter Cassardim steckt.

Irgendwie kommt man so kaum zum Durchatmen, da man von einer gefährlichen Situation in die nächste stolpert und gemeinsam mit Amaia ums Überleben kämpft. Dadurch bin ich geradezu durch das Buch gerauscht, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Autorin das Ganze auflösen würde.

Und auch, wenn man denken könnte, dass das Ende erst einmal abgeschlossen ist und man sich entspannt zurücklehnen kann, ist das in meinen Augen so gar nicht der Fall. Es gibt nämlich noch viele Geheimnisse, die meiner Meinung nach ungelöst sind und mich ganz neugierig auf einen zweiten Band zurücklassen. Ich bin jedenfalls noch immer gefangen in Cassardim und möchte mich gar nicht davon lösen. Ich brauche unbedingt mehr.

Fazit:

Mit Cassardim hat Julia Dippel mich total verzaubert. Die Charaktere haben mich sofort in ihren Bann gezogen, die Handlung war so spannend, dass ich mich nicht lösen konnte und die Welt von Cassardim hat mit einfach nur fasziniert, so dass ich völlig gefangen war und gar nicht mehr daraus auftauchen wollte. Ich brauche unbedingt mehr davon! Ein grandioses Buch!

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 18.02.2020

Ein grandioser Abschluss

Dark Palace – Für wen wirst du kämpfen?
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Inhalt:

Noch immer herrschen Whittam Jardine und Bouda Matravers mit eiserner Hand und unterdrücken die Gewöhnlichen.

Doch in den Reihen der Geschickten werden immer mehr Stimmen laut, die sich gegen ...

Inhalt:

Noch immer herrschen Whittam Jardine und Bouda Matravers mit eiserner Hand und unterdrücken die Gewöhnlichen.

Doch in den Reihen der Geschickten werden immer mehr Stimmen laut, die sich gegen die ungerechte Behandlung der Sklaven auflehnen. Gemeinsam mit ihnen schmiedet Abi Hadley Pläne, um die Jardines zu stürzen und ein neues Zeitalter einzuleiten. Während ihre Verbündeten jedoch friedliche Wege der Rebellion anstreben, muss Abi sich bald fragen, ob man Gewalt nicht nur mit Gewalt lösen kann.

Ihr Bruder Luke kämpft inzwischen an anderer Front. Er hat sich mit Silyen Jardine verbündet, der seine ganz eigenen Ziele zu verfolgen scheint. Welchen Weg will der junge Geschickte gehen und wer wird am Ende den Preis für die Rebellion und für die Zukunft zahlen.

Meine Meinung:

Was habe ich diesem finalen Band entgegen gefiebert?! Der Auftakt der „Dark Palace“-Trilogie hat mich sofort in seinen Bann gezogen, doch konnte ich mir damals nicht annährend ausmalen, was mich noch erwarten würde. Mit dem zweiten Band hat die Autorin mich dann völlig überrascht und begeistert, deswegen war ich sehr gespannt, wie sie ihre Geschichte auflösen würde.

Das Buch wird wieder aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Wir bekommen nicht nur die Erlebnisse von Abi und Luke hautnah mit, sondern tauchen auch in die Gedanken- und Gefühlswelt der Jardine-Brüder und der Antagonistin Bouda ein. Ich finde es großartig, wenn man eine kleine Rundumsicht über die Ereignisse bekommt. Trotz allem gelingt es der Autorin jedoch, diese Perspektiven so einzusetzen, dass sie den Leser nur weiter anheizen, ihn neugierig machen, ohne zu viel zu verraten. Man kann sich also nie ganz sicher sein, auf welcher Seite die einzelnen Personen stehen. Das hat mich oftmals richtig verrückt gemacht, weil ich Angst um verschiedene Charaktere hatte. Dass Vic James mit ihren Protagonisten nicht gerade zimperlich umgeht, hat sie ja bereits in den vorherigen Bänden bewiesen, deswegen blieb mir in einigen Situationen geradezu das Herz stehen und ich fragte mich ständig, welche Opfer es noch geben würde und auf welchen Seiten. Das führt wirklich dazu, dass das Spannungslevel vom Anfang bis zum Ende hin erhalten bleibt. Meine Nerven waren wirklich zum Zerreißen gespannt und ich konnte mich kaum von der Geschichte lösen.

Obwohl die Autorin die Rebellion weiter vorantreibt und sich die Fäden langsam zusammenziehen, setzt sie in diesem Band auch auf die Geschichte hinter der Geschichte. Die Leser erfahren mehr über die Vergangenheit der Könige und über das „Geschick“ an sich, was ich wirklich sehr interessant fand. Auch die Vergangenheit einzelner Personen wird noch einmal hervorgehoben und genauer beleuchtet. So wurden mir deren Motive und Handlungen noch einmal klarer und ich war wieder einmal fasziniert, wie komplex diese Geschichte eigentlich aufgebaut ist.

Doch auch die Entwicklung der einzelnen Personen hat mich richtig erstaunt. Bereits in Band 2 konnten wir erkennen, dass Abi nicht mehr das kleine, naive Ding ist, das sich in einen Jardine verliebt. Um die zu retten, die sie liebt ist sie inzwischen bereit ihr eigenes Leben zu riskieren. Durch ihre Erfahrungen mit Jenner ist sie misstrauischer geworden, versucht aber trotzdem hinter die Fassade der einzelnen Leute zu blicken und nicht nur mit ihrem Verstand zu entscheiden, wem sie trauen soll und wem nicht. Sie geht ungewöhnliche Verbindungen ein und trifft folgenschwere Entscheidungen, die manchmal vielleicht sogar unmoralisch sind. Doch ich konnte ihre Gedankengänge so gut nachvollziehen. Ich stellte sogar Verbindungen zur deutschen Geschichte her, denn wenn man genau über die Hintergründe von „Dark Palace“ nachdenkt, kann man hier viele Parallelen feststellen: Ein Volk wird unterdrückt, weil es anders ist, weil andere sich für besser und überlegener halten. Sie werden versklavt und müssen Unvorstellbares erdulden. Sadisten treiben ihr Spiel mit unschuldigen Menschen und viele verschließen einfach nur die Augen vor so viel Ungerechtigkeit. Andere jedoch kämpfen, erheben sich, treten für die Schwächeren ein und wünschen sich ebenfalls eine bessere Zukunft. Es steckt also gar nicht so viel Fantasie in dieser Trilogie, sondern leider auch sehr viel Wahrheit. Vielleicht war ich auch deswegen so fasziniert von den Ereignissen und den Handlungen einzelner Personen. Die Parallelen sind erschreckend, aber auch realistisch und gar nicht so weit entfernt, wie man denkt. Trotzdem gelang es Vic James in meinen Augen sehr gut, diesen realen Erlebnissen auch eine gewisse Distanz zu verleihen, indem sie ihre fantastische Komponente, das Geschick eingebaut hat.

Doch „Dark Palace“ wäre nicht „Dark Palace“, wenn es nicht noch einige Überraschungen für den Leser bereithalten würde und damit meine ich nicht Dinge, wie z.B. die wahre Herkunft von Coira, sondern richtig große Bomben, die Vic James plötzlich platzen ließ und die ich im Rausch des Geschehens oft gar nicht wahrgenommen hatte, die aber dann doch irgendwie logisch waren. Mich hat die Autorin jedenfalls oft kalt erwischt und ziemlich überrascht. Doch ich liebe Wendungen, die ich nicht vorhersehen kann. Sie machen ein Buch doch noch spannender und solche Geschichten bleiben einem noch einmal länger im Gedächtnis.

Dazu trägt definitiv auch das Ende bei, das auf den ersten Blick für manch einen vielleicht unbefriedigend ist, das ich aber absolut passend und stimmig fand. Manches hätte ich mir auch anders gewünscht, aber gerade weil es anders ist, als erwartet, gefiel es mir richtig gut.

Fazit:

Was kann ich anderes sagen, als: Ich liebe, liebe, liebe diese Reihe und sie hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Die Geschichte an sich ist gar nicht so weit hergeholt, wie man anfangs denken könnte und die Autorin führt uns hier einen Schrecken vor Augen, der gar nicht so sehr ihrer Fantasie entsprungen, sondern realistischer ist, als man meint. Vielleicht hat mich dieses Buch deshalb so in den Bann gezogen oder es waren die Charaktere, die so tiefgründig, so lebendig und anders sind. Die man kennenlernen muss, um sie zu verstehen, die man aber trotzdem nie wirklich kennt. Oder vielleicht ist es die Spannung, die von Anfang bis Ende erhalten bleibt und an meinen Nerven gezerrt hat. Vielleicht sind es aber auch die überraschenden Wendungen oder das ungewöhnliche Ende, die mich für das Buch eingenommen haben. Diese Reihe ist mein absolutes Highlight 2019 und MUSS einfach von jedem gelesen werden.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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