Profilbild von BookRomance

BookRomance

Lesejury Profi
offline

BookRomance ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit BookRomance über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2020

Grandioser Reihen Auftakt für Sci-Fi und Superhelden Fans

Steelheart
0

I have seen Steelheart bleed. And I will see him bleed again.

Mit diesen epischen Worten entführt uns Brandon Sanderson in eine düstere Zukunftsversion. Es ist zehn Jahre her seit Calamity am Himmel ...

I have seen Steelheart bleed. And I will see him bleed again.

Mit diesen epischen Worten entführt uns Brandon Sanderson in eine düstere Zukunftsversion. Es ist zehn Jahre her seit Calamity am Himmel erschien und gewöhnlichen Männern und Frauen besondere Fähigkeiten gab. Die Öffentlichkeit gab Ihnen den Namen Epics. Doch die vermeintlichen Superhelden stellten sich gegen die Menschheit, denn mit ihren Kräften kam der Wunsch zu herrschen und sie dulden keinen Widerstand. Keiner wagt es sich den Epics in den Weg zu stellen. Außer den Reckoners. Eine geheimnisvolle Gruppe gewöhnlicher Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben die Epics und ihre Kräfte zu erforschen, ihre Schwächen herauszufinden und sie zu vernichten. David will sich Ihnen anschließen, denn er ist besessen davon einen ganz bestimmten Epic zur Strecke zu bringen. Steelheart, Herrscher über das alte Chicago. Steelheart gilt als unbesiegbar, doch David hat ihn einst bluten sehen. Und er wird alles in seiner Macht stehende tun, um Steelheart zu vernichten.

"Steelheart" hatte mein Herz bereits erobert, bevor ich das Buch überhaupt aufschlug. Eine Dystopie mit Superhelden von Brandon Sanderson, was kann da schon schief gehen? Nachdem mich der Autor mit "Elantris" und "Warbreaker" bereits ins seinen Bann zog, konnte ich mir den ersten Teil der "Reckoners" Reihe natürlich nicht entgehen lassen. Und ich wurde nicht enttäuscht! Ich habe selten einen derart gelungenen Einstieg in die Geschichte gelesen. Der Leser wird sofort ins Geschehen geworfen, der Autor spielt mit den Gefühlen des Lesers und führt ihn dabei gekonnt in die Irre. Doch auch nach dem Prolog geht es spannend weiter und man wird konstant unterhalten, ohne das jemals Langeweile aufkommt. Es macht unheimlich viel Spaß das Buch zu lesen und Brandon Sanderson gelingt es zwischendurch immer wieder plot twists einzubauen, die einen überraschen. Ich empfehle das Buch bedenkenlos jedem, der sich für Dystopien oder Superhelden interessiert! Für Brandon Sanderson stellen die "Reckoners" einen Ausflug in das Young Adult Genre dar, welches er perfekt meistert. Den meisten dürfte der Autor durch seine grandiosen Fantasyromane bekannt sein, aber hier beweist er, dass ihm auch andere Genre liegen. Ich fand es faszinierend wie unterschiedlich die verschiedene Welten, die er erschafft doch sind und selbst sein Schreibstil passt sich komplett dem neuen Genre an. Ich bin definitiv fasziniert und werde in Zukunft unbedingt noch mehr von ihm lesen müssen.

Einer der wichtigsten Aspekte in jedem Fantasy und Sci-Fi Roman ist das Worldbuilding und was soll ich sagen, ich wünschte mir wäre die Idee zu dieser Reihe gekommen! Brandon Sanderson nimmt uns mit auf eine abenteuerliche Reise nach Newcago, besser bekannt als das ehemalige Chicago. Die Stadt wurde komplett in Stahl verwandelt und selbst die Flüsse und Bäume sind aus Stahl. Herrscher über das stählerne Imperium ist Steelheart, ein grausamer Epic. An seiner Seite stehen Nightwielder, Firefight und Conflux, alle besitzen Fähigkeiten, die Steelheart für seine Herrschaft zu nutzen weiß. Ich war von der Grundidee direkt begeistert und besonders die einzelnen Epics sind unheimlich faszinierend. David hat sein Leben lang Epics erforscht und durch ihn lernt man viel über die einzelnen Fähigkeiten kennen. Doch eine Frage kann selbst David nicht beantworten. Warum stellen sich alle Epics gegen die Menschen? Und werden eines Tages gute Epics auftauchen und die Menschheit retten, so wie es sein Vater geglaubt hat? Brandon Sanderson nimmt sich in "Steelheart" Zeit den Leser in die Welt der Epics einzuführen und überschlägt einen dabei nie mit zu vielen Informationen. Immer wieder fließt neues Wissen ein und so erfahren wir, dass auch der Rest der Welt von Epics beherrscht wird. Ich bin sehr gespannt in wie fern das Worldbuilding in den weiteren Romanen ausgebaut wird und hoffe auf viele neue Informationen.

Der Hauptcharakter in "Steelheart" ist David Charleston, 18 Jahre alt und besessen von den Epics. Er will den Tod seines Vaters rächen und Steelheart zur Strecke bringen. Er ist sehr fokussiert, einfallsreich, aber auch isoliert. Und so ist es spannend zu sehen wie er im Umfeld der Reckoners aufblüht und anfängt sich zu verändern. David ist es auch, der die Geschichte mit seinem ganz eigenen Humor auflockert. Seine Metaphern sind so furchtbar, dass sie einen immer wieder zum lachen bringen, was sich durch das ganze Buch zieht. All zu ernst nimmt sich Brandon Sanderson dabei nicht und gerade das macht die Geschichte so unterhaltsam. Die Story ist actionreich, unterhaltsam und trotzdem wunderbar humorvoll, wodurch sie ein weites Publikum anspricht und gerade bei Teenagern bestimmt gut ankommt. Langeweilig wird es im Auftakt der "Reckoners" Reihe nie und am liebsten möchte man das Buch gar nicht aus der Hand legen. Mir haben besonders die Szenen mit den Epics sehr gut gefallen und ich hoffe darauf in den nächsten Bändern mehr Epics kennenzulernen und neue Fähigkeiten zu erforschen.

Oftmals lebt eine Geschichte vom Hauptcharakter und die anderen Charaktere kommen dabei zu kurz oder bleiben farblos. Das ist in "Steelheart" zum Glück nicht der Fall. Dem Leser begegnen einige Charaktere und dabei bleiben besonders die Mitglieder der Reckoners im Gedächtnis. Jonathan Phaedrus ist der Leiter des Teams und stets an seiner Seite ist Tia, die in den Einsätzen außen vor bleibt und für Informationsbeschaffung zuständig ist. Jonathan ist ein interessanter und vielseitiger Charakter über den man mehr erfahren möchte. Er ist der rätselhafte Professor, bei dem aber weiß, dass da noch einiges unter der Oberfläche lauert. Meine Lieblinge waren allerdings Abraham und Cody. Beide haben faszinierende Hintergrundgeschichten und man schließt sie einfach ins Herz. Doch "Steelheart" überzeugt nicht nur mit seinen gelungenen Charakteren, in erster Linie bleibt es einem so im Gedächtnis, weil die Dynamik innerhalb des Teams perfekt dargestellt wird. Gemeinsam mit David wird auch der Leser ein Teil des Teams, man lernt die einzelnen Mitglieder kennen und wächst zusammen. Es gibt humorvolle, berührende und actionreiche Momente und ich hoffe die Fortsetzung wird genau da weitermachen.

Einen Charakter dürfen wir natürlich nicht vergessen. Und das ist Megan. Sie ist der love interest, der natürlich nicht fehlen darf und ich hatte ihr gegenüber gemischte Gefühle. Zwar ist sie ein interessanter Charakter, aber gleichzeitig auch sehr klischeehaft und so gestaltet, dass sie zum Traum aller Männer wird. Das war mir etwas zu langweilig. Trotzdem ist ihre Geschichte durchaus interessant und hält dabei auch einige große Überraschungen bereit, die wohl nicht jeder kommen sieht. Letztendlich konnte ich mir aber tatsächlich nicht ganz einig werden, was sie angeht. Allerdings wird die Liebesgeschichte zwischen ihr und David nie in den Vordergrund gestellt, was mir sehr gut gefallen hat. David schwärmt unübersehbar für sie und hält damit auch nicht zurück, aber Megan erwidert diese Annäherungsversuche nicht und es ist schön zu sehen wie ein Autor mal nicht den typischen Weg geht.

Komplett Spoiler frei möchte ich noch kurz auf das Ende eingehen, welches mich wirklich umgehauen hat. Natürlich läuft letztendlich alles auf den großen Kampf gegen die Epics hinaus. Aber sowohl die Storyline rund um Steelheart, als auch die um Firefight und letztendlich selbst die der Reckoners hält einige Wendungen bereit, die ich so nicht vorhergesehen habe. Und genau das fand ich so großartig. Viel zu häufig weiß man schon am Anfang einer Geschichte worauf der Autor hinaus will und es ist einfach alles zu offensichtlich. Brandon Sanderson hingegen versteht sein Handwerk und sollten die nächsten beiden Bände nur ansatzweise so gut werden wie der erste, dann gehört die "Reckoners" Reihe jetzt schon zu meinen absoluten Favoriten!

Fazit
Superhelden, Action, Humor …"Steelheart" hat alles und noch mehr! Der Auftakt der "Reckoners" Reihe hat mein Herz im Sturm erobert und ich kann es nicht erwarten in diese düstere Zukunftsversion zurückzukehren. Die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen und besonders David, der Hauptprotagonist, verleiht der Geschichte einen ganz eigenen Charme. Die Handlung selbst ist mitreißend und hält überraschende Wendungen parat, die das Leseerlebnis noch spannender machen. Brandon Sanderson beweist wieder einmal sein Können und es ist unglaublich zu sehen wie leicht es ihm fällt in so vielen verschiedenen Genres so eine großartige Arbeit abzulegen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2022

Fernweh pur.

Danke, Afrika! Was ich zwischen Dschibuti und Marokko fürs Leben lernte.
0

„Danke, Afrika“ kann mit einem lockeren Schreibstil überzeugen und es kommt beim lesen keinerlei Langeweile auf. Lena Wendt nimmt uns mit in das atemberaubende Afrika mit seinen vielen Facetten. Es ist ...

„Danke, Afrika“ kann mit einem lockeren Schreibstil überzeugen und es kommt beim lesen keinerlei Langeweile auf. Lena Wendt nimmt uns mit in das atemberaubende Afrika mit seinen vielen Facetten. Es ist ein wilder und wunderschöner Kontinent mit einer reichen Kultur, aber auch voller tragischer Schicksale. Ich finde Afrika unglaublich faszinierend und war selber schon dort und habe um so mehr Respekt vor der Autorin, die nach Afrika ausgewandert ist. Trotz all der Schönheit, die dieser Kontinent zu bieten hat, könnte ich mir nicht vorstellen selber dahin auszuwandern. Zu schwer ist das Leben dort und die meisten Afrika sind vom Schicksal gebeutelt. Ich fand es spannend Lena auf ihren Reisen zu begleiten und es gelingt ihr wunderbar dem Leser verschiedene Länder vorzustellen und gleichzeitig die menschlichen Schicksale in ihre Geschichte einzubringen.
Spannend fand ich auch zum ersten Mal in einem Buch den aktuellen Bezug zur Corona Pandemie zu sehen, denn diese hat Lena Wendt dazu gezwungen in Marokko ihre Reise zu unterbrechen. Doch anstatt nach Deutschland zurück zu kehren hat sie beschlossen Corona in Afrika auszusitzen. Eine Entscheidung, die wohl nur wenige Leute nachvollziehen könnten.
Als jemand, der selber schon in Afrika war muss ich zugeben, dass ich das Buch zwar toll fand, aber mir dieses Feeling für Afrika doch noch etwas gefehlt hat. Ich weiß nicht, ob jemand der noch nie dort war nur durchs lesen dieses Buches wirklich ein Gefühl für die Atmosphäre bekommen würde. Für Reiseliebhaber ist das Buch dennoch ein absolutes Muss! Bei mir ist direkt Fernweh aufgekommen und ich hätte am liebsten sofort meine Koffer gepackt, um zu meinem nächsten Abenteuer aufzubrechen.
Der Schreibstil ist wie bereits zu Anfang erwähnt gelungen und man hat das Buch viel schneller durch als man denkt, einfach weil es so leicht fällt in die Geschichte abzutauchen. Begleitet wird die Geschichte durch Fotos, die über das Buch verteilt zu finden sind. Für mich ein absolutes Muss bei Reisebüchern!

FAZIT
„Danke, Afrika!“ und danke Lena, dass du uns mit auf die Reise auf diesen wunderschönen und wilden Kontinent genommen hast. Ich fand es spannend Afrika gemeinsam mit der Autorin zu erkunden und es kam direkt Fernweh auf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.08.2021

Spannende und unterhaltsame Science Fiction

Der dunkle Schwarm
0

Bei "Der Dunkle Schwarm" handelt es sich um ein Audible Original und ich hatte im Vorfeld bereits einiges über das Buch auf Social Media mitbekommen. Allerdings höre ich fast nie Hörbücher und war dementsprechend ...

Bei "Der Dunkle Schwarm" handelt es sich um ein Audible Original und ich hatte im Vorfeld bereits einiges über das Buch auf Social Media mitbekommen. Allerdings höre ich fast nie Hörbücher und war dementsprechend froh, als Bastei Lübbe verkündet hat die Geschichte im Print zu veröffentlichen. Ich hatte letztes Jahr bereits "Neon Birds" von der Autorin gelesen und war sehr begeistert von dem Buch gewesen und daher gespannt auf einen weiteren Ausflug ins Science-Fiction Genre. Dieses Mal entführt Marie Grasshoff den Leser allerdings in eine sehr düstere Zukunftsversion, in der die Welt von Industriellen beherrscht wird und die Menschen durch Implantate ihr Bewusstsein in "Hive Minds" verbinden können. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Atlas, die für einen führenden Hive-Entwickler arbeitet und nachts als Oracle im Untergrund ein Doppelleben führt.

"Der Dunkle Schwarm" wird von der Autorin als Cyberpunk kategorisiert, ein Genre mit dem ich bisher nur wenige Berührungspunkte hatte. Ich freunde mich immer mehr mit Science-Fiction an und finde es daher spannend neue Subgenres zu erkunden. "Der Dunkle Schwarm" hatte meine Meinung nach aber auch deutliche Thriller Aspekte, da zunächst ein Mordfall im Mittelpunkt zu stehen scheint und Atlas den Auftrag bekommt mehr darüber hinauszufinden. Die Geschichte wird in einem schnellen Tempo erzählt, wodurch nie Langeweile aufkommt. Auf Audible wird das Buch als Serie betitelt und ich habe mich beim lesen tatsächlich oftmals an eine Fernsehserie erinnert gefühlt. Die Kapitel sind in Folgen aufgeteilt und es gibt viele spannende Wendungen und es passiert durchweg sehr viel. Das hat den Vorteil, dass man regelrecht durch das Buch fliegt, weil man unbedingt mehr erfahren möchte.

Allerdings bringt es auch einige kleine Nachteile mit sich, denn oftmals hatte ich das Gefühl, als würden viele Aspekte angesprochen werden ohne das diese dabei wirklich weiter ausgearbeitet werden. Das ist mir besonders beim Worldbuilding aufgefallen. Das ist grundsätzlich wirklich grandios! Man merkt wie viel Mühe die Autorin investiert hat und wer der Autorin auf Social Media folgt weiß auch wie ausführlich ihr Worldbuilding ist. Liest man das Buch allerdings ohne dieses Vorwissen hat man das Gefühl als würde alles nur angedeutet werden und letztendlich viel offen bleiben. Ich denke das ist auch der Länge der Geschichte zu verschulden. Die meisten Science Fiction Bücher sind relativ lang, nicht zuletzt weil eben so viel Hintergrundwissen eingearbeitet werden muss. "Der Dunkle Schwarm" ist hingegen verhältnismäßig kurz, wodurch zwangsläufig einige Aspekte auf der Strecke bleiben. Aber hoffentlich erfahren wir in der Fortsetzung noch mehr über diese spannende Welt.


Atlas, die auch als Oracle bekannt ist, steht im Mittelpunkt der Geschichte und obwohl ich nicht direkt etwas negatives über sie zu sagen habe, kann ich auch nicht viel positives über sie sagen. Ich stand ihr relativ neutral gegenüber, weil ich das Gefühl hatte als wäre sie mir fremd geblieben. Das ist wirklich schade, vor allem wenn man bedenkt, dass sie der Hauptcharakter ist. Für meinen Geschmack waren ihre Fähigkeiten auch etwas zu stark, da sie fast schon einem Gott gleicht. Damit hätte ich sogar noch leben können, wäre da nicht die Tatsache, dass jeder ihre Kräfte am Ende scheinbar einfach akzeptiert und sie in Frieden lässt, was ich eher unglaubwürdig fand.

Julien ist der Beschützer von Atlas und gleichzeitig ein Android. Gleichzeitig war er mein absoluter Lieblingscharakter in dem Buch und ist leider viel zu kurz gekommen. Ich hätte mir gewünscht mehr über seine Hintergrundgeschichte und seine Beweggründe zu erfahren. Seine Story hat mich gleichzeitig sehr an das Spiel "Detroit: Become Human" erinnert und ich hätte es schön gefunden, wenn das Thema Androiden mehr aufgegriffen wird. Stattdessen geht es die meiste Zeit vielmehr um Noah, der Atlas den Auftrag gibt den Mord seiner Schwester zu untersuchen. Noah fand ich ganz nett, aber leider ist er mir ebenfalls zu blass geblieben und ich konnte keine richtige Verbindung zu ihm aufbauen.

"Der Dunkle Schwarm" lebt durch seine Spannung und Action. Die Idee dahinter ist unglaublich gelungen und das Worldbuilding wirklich spannend und faszinierend. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht das Buch zu lesen und der Autorin gelingt es den Leser und Zuhörer zu fesseln und zu unterhalten. Zwar ist die Geschichte nicht perfekt, aber das seh ich hauptsächlich darin begründet, dass das Buch einfach nicht lang genug ist um allen Aspekten gerecht zu werden. Trotz kleiner Schwachstellen hätte ich dem Buch vielleicht sogar noch die volle Punktzahl gegeben, wäre es nicht für das Ende! Ich möchte hier nicht spoilern, aber ich fand das Ende zu überstürzt und eine Entscheidung sehr fragwürdig, die am Schluss leider nicht weiter erklärt wird. Ich bin am Ende mit sehr, sehr vielen Fragen zurückgeblieben was ich wirklich schade fand. Eine Empfehlung bekommt das Buch von mir trotzdem und gerade Leser, die sich mit Science Fiction bisher noch nicht so gut auskennen sollten dem Buch unbedingt eine Chance geben!

Fazit
"Der Dunkle Schwarm" bietet Spannung und Action von der ersten bis zur letzten Seite. Großartige Unterhaltung trifft auf eine faszinierende Science-Fiction Welt. Trotz kleiner Schwachstellen ist das Buch ein richtiger Pageturner und ich freu mich bereits auf die Fortsetzung!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
Veröffentlicht am 21.07.2025

Verloren in Texas

We Burn Daylight
0

We Burn Daylight hat mich mit seiner ruhigen, aber sehr intensiven Art wirklich beeindruckt. Die Geschichte spielt Anfang der 90er in Texas und lehnt sich spürbar an die reale Tragödie von Waco an. Im ...

We Burn Daylight hat mich mit seiner ruhigen, aber sehr intensiven Art wirklich beeindruckt. Die Geschichte spielt Anfang der 90er in Texas und lehnt sich spürbar an die reale Tragödie von Waco an. Im Mittelpunkt stehen zwei Jugendliche, Jaye und Roy, die aus ganz unterschiedlichen Welten kommen und doch sofort eine besondere Verbindung zueinander spüren.

Jaye lebt mit ihrer Mutter auf der Ranch eines religiösen Führers, der sich selbst als Messias sieht. Sie bleibt kritisch, will eigentlich nur zurück nach Kalifornien, raus aus dieser seltsamen Welt. Roy ist der Sohn des örtlichen Sheriffs und ahnt zunächst gar nicht, in was Jaye hineingezogen wurde. Zwischen den beiden entwickelt sich eine stille, sehr berührende Liebesgeschichte: eine, die ganz ohne Kitsch auskommt und umso glaubwürdiger wirkt.

Was ich besonders mochte: Die Erzählweise ist abwechslungsreich. Neben den Kapiteln aus Jays und Roys Sicht gibt es Einschübe in Form von Podcast-Interviews, die Jahrzehnte später aufgenommen wurden. Diese Rückblicke geben der Geschichte Tiefe und zeigen, wie sehr die Ereignisse noch nachwirken.

Auch wenn das Buch nicht durchgehend hohes Tempo hat, war ich gefesselt. Die Stimmung ist oft bedrückend, manchmal fast hoffnungslos, aber es gibt auch Momente von Zärtlichkeit und Mut. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass die Dynamik innerhalb der Sekte noch etwas genauer gezeigt wird, da bleibt manches etwas vage. Trotzdem hat mich der Roman bewegt.

Es ist ein leises, aber eindrucksvolles Buch über Kontrolle, Glaube, Zweifel und den Versuch, sich selbst treu zu bleiben. Und über zwei junge Menschen, die einander Halt geben, während um sie herum alles aus den Fugen gerät.

Veröffentlicht am 22.06.2025

Ein Thriller am Puls der Zeit

Reset
0

Reset von Peter Grandl ist ein rasantes und bedrückend realistisches Szenario über eine Welt, in der man der Wahrheit nicht mehr trauen kann. Ein Thriller, der unsere Gegenwart in erschreckend greifbare ...

Reset von Peter Grandl ist ein rasantes und bedrückend realistisches Szenario über eine Welt, in der man der Wahrheit nicht mehr trauen kann. Ein Thriller, der unsere Gegenwart in erschreckend greifbare Zukunft verwandelt.

Was wäre, wenn jede Nachricht, jedes Video, jeder Anruf gefälscht sein könnte? Wenn Deep Fakes nicht mehr von echten Aufnahmen zu unterscheiden sind, nicht für Behörden, nicht für Familien, nicht für dich selbst? Grandl greift diese Frage mit voller Wucht auf und entwickelt daraus eine globale Krise, die sich in kürzester Zeit in eine Katastrophe verwandelt.

Im Zentrum steht der irische Ermittler Valentine O’Brien, der im Chaos des digitalen Zusammenbruchs nach seiner verschwundenen Schwester sucht. Parallel dazu werden international Spezialisten zusammengezogen, die versuchen, eine außer Kontrolle geratene KI zu stoppen bevor alles kollabiert. Durch kurze Kapitel und schnelle Perspektivwechsel bleibt die Spannung konstant hoch. Das Tempo ist ein echter Pluspunkt. Grandl versteht es, mit Cliffhangern und sich zuspitzenden Situationen Sog zu erzeugen.

Besonders gelungen finde ich, wie Reset aktuelle technologische Entwicklungen - künstliche Intelligenz, Fake News, Deep Fakes - literarisch zugespitzt, aber nie völlig unrealistisch verarbeitet. Vieles fühlt sich erschreckend denkbar an. Die Idee, dass unsere digitale Kommunikation zur Waffe wird, ist so klug wie beängstigend umgesetzt.

Ein kleiner Kritikpunkt: Die Fülle an Figuren und Schauplätzen kann gerade zu Beginn etwas überfordern. Manche Charaktere bleiben dabei eher flach, was dem Roman in Bezug auf emotionale Tiefe gelegentlich etwas an Wirkung nimmt. Auch die Auflösung der Geschichte wirkte auf mich im Vergleich zur starken Ausgangslage etwas weniger kraftvoll. Das Ende ist solide, aber nicht ganz so packend wie der Rest.

Trotzdem: Reset ist ein hochaktueller Thriller mit gesellschaftlicher Relevanz, hohem Tempo und einer klaren Botschaft: kritisch denken, hinterfragen, nicht alles glauben. Für Fans von technoiden Verschwörungsthrillern mit internationalem Flair definitiv eine Empfehlung.