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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2025

packender Thriller

Love, Mom
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Als Mackenzie Caspers Mutter bei einem Unfall zu Tode kommt, trauern viele ihrer treuen Fans um die bekannte Autorin von besonders perfiden Thrillern. Die Literaturwelt scheint in Schockstarre. Das Begräbnis ...

Als Mackenzie Caspers Mutter bei einem Unfall zu Tode kommt, trauern viele ihrer treuen Fans um die bekannte Autorin von besonders perfiden Thrillern. Die Literaturwelt scheint in Schockstarre. Das Begräbnis wird zum Medienereignis, der Verlag nutzt den Tod von E. V. Renge für Publicity und noch mehr Umsatz. Mackenzie fühlt weniger Trauer, da sie ihrer immer beschäftigten Mutter nicht nahe stand, nur eine Leere.

Als sie in ihrem Auto einen mysteriösen Brief von "Fan Nr. 1" findet ist Mackenzie schockiert. Im Umschlag befinden sich handgeschriebene Seiten, anscheinend aus dem Tagebuch ihrer Mutter. Und diese Botschaft ist direkt an ihre Tochter Mackenzie gerichtet. Zusammen mit ihrem platonischen besten Freund recherchiert sie in der Vergangenheit ihrer Mutter und deckt ein unglaubliches Geheimnis auf.

Wow, meine Erwartungen waren nicht so groß, aber die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der flapsige Schreibstil passt perfekt zur Figur Mackenzies, die im Gothic-Look unterwegs ist. Aus der Ich-Perspektive ist man an ihren Gefühlen ziemlich nah dran, begleitet sie und ihren Freund bei der Recherche. Ich fand die Wendungen krass, Wendungen mit denen ich nicht gerechnet hätte. Selbst bis zum Schluss gibt es noch Überraschungen.

Fazit: Fesselnder Thriller um ein großes Geheimnis. 4,5 Sterne, aufgerundet auf 5.

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Veröffentlicht am 02.01.2023

der dritte Fall für Kate und Tristan

Seelendunkel
4

Auf den dritten Teil der Reihe von Robert Bryndza hatte ich mich schon gefreut. "Seelendunkel" lässt sich auch gut ohne Vorkenntnisse lesen, da die Fälle in sich abgeschlossen sind.

Kate Marshall und ...

Auf den dritten Teil der Reihe von Robert Bryndza hatte ich mich schon gefreut. "Seelendunkel" lässt sich auch gut ohne Vorkenntnisse lesen, da die Fälle in sich abgeschlossen sind.

Kate Marshall und Tristan Harper haben inzwischen ihre eigene Detektei gegründet, doch die Auftragslage ist schleppend. So arbeitet Tristan weiterhin an der Uni als Forschungsassistent und Kate leitet nebenbei den Campingplatz, den sie von ihrer Freundin Myra geerbt hat. Kate ist froh, als sie einen neuen Auftrag bekommt. Sie soll einen alten Fall aufrollen: Bev, die Mutter der Journalistin Joanna Duncan bittet sie, nach ihrer Tochter zu forschen, die vor zwölf Jahren spurlos verschwunden ist. Auch wenn Bev davon ausgeht, dass Joanna nicht mehr lebt will sie Gewissheit, um abschließen zu können. Kate und Tristan starten mit ihren Ermittlungen und finden heraus, dass im Laufe der Zeit mehrere junge Männer verschwunden sind, dabei scheint sich eine Verbindung zu Joanna zu ergeben. War die Journalistin einem Verbrechen auf der Spur?

Ich habe mich gefreut, die schon bekannten Charaktere wieder zu treffen, Kate und Tristan sind ein sympathisches Team und ergänzen sich bestens. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und atmosphärisch, man verfolgt die Handlung aus verschiedenen Perspektiven. Der Plot ist komplex angelegt und absolut spannend, die Ermittlungen von Kate und Tristan wirken authentisch. Ich habe mit den beiden mitgefiebert, die Auflösung ist schlüssig und hat mich doch überrascht, war also nicht vorhersehbar.

Fazit: Fesselnder Thriller mit sympathischen Protagonisten, auf die Fortsetzung bin ich schon gespannt.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 25.05.2020

die Pest ist zurück

Patient Null - Wer wird überleben?
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Vor dem Hintergrund der aktuellen Covid-19-Pandemie ist das Thema der Story hochaktuell. Die Pest ist zurück. Der schwarze Tod, wie er im Mittelalter genannt wurde, fordert wieder Opfer. Wir reisen nach ...

Vor dem Hintergrund der aktuellen Covid-19-Pandemie ist das Thema der Story hochaktuell. Die Pest ist zurück. Der schwarze Tod, wie er im Mittelalter genannt wurde, fordert wieder Opfer. Wir reisen nach Genua, wo Dr. Alana Vaughn, Spezialistin für Infektionskrankheiten, für die NATO recherchiert. Eine Frau zeigt Symptome der Pest, wenig später ist sie tot. Zusammen mit Byron Menke von der WHO und ihrem ehemaligen Freund Nico recherchieren sie und versuchen Patient Null zu finden. Die Infektion scheint sich rasant zu verbreiten und fordert viele Todesopfer. Zwei Formen der Pest gilt es zu unterscheiden. Während die Erkrankten mit den Bubonen eine geringe Überlebenschance haben, scheint die Lungenpest absolut tödlich zu sein. Doch dann gibt es erste Opfer mit einer resistenten Form der Pest, sie sprechen auf keine Antibiotika an. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Parallel wird die Geschichte eines Arztes aus dem Mittelalter mittels Tagebucheinträgen erzählt: Rafael Pasqua war Bader in Genua und erlebte die Pest hautnah mit.

Dadurch dass die Geschichte in zwei Zeitebenen spielt, entsteht ein ganz eigener Drive. Mit Spannung habe ich die Handlung in der Vergangenheit verfolgt, als die Menschen der Pest nichts entgegenzusetzen hatten, Aberglaube herrschte und eine Minderheit für die Pest verantwortlich gemacht wurde. Rafael Pasqua ist ein mutiger Mann, der nicht nur zu helfen versucht, sondern weiter denkt als zu seiner Zeit üblich. Er beobachtet genau, um ein mögliches Heilmittel zu finden.
Die Charaktere sind gut beschrieben, ich konnte sowohl mit Pasqua als auch mit Alana und Byron mitfiebern und habe gehofft, dass sie den Pestausbruch rechtzeitg stoppen können.

In der Gegenwart ist die Handlung genauso spannend, wie bei der aktuellen Covid-19-Pandemie wird auch hier versucht die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, die Kontakte der Erkrankten zu finden und ihre Wege nachzuvollziehen. Doch als es in Rom und Neapel zu Erkrankungen kommt, die nicht in Verbindung zu Genua stehen, keimt der Verdacht auf, dass die Krankheit gezielt freigesetzt wurde. Bioterrorismus? Das gilt es herauszufinden.

Der Schreibstil des Autors lässt sich flüssig lesen, er beschreibt die medizinischen Details klar verständlich, so dass sie auch ein Laie versteht. Spannend wird es, als Alana und Byron ein uraltes Tagebuch bekommen, das in einem Kloster aufbewahrt wurde. Das Tagebuch von Rafael Pasqua. Spielt das Kloster in Genua, das abgerissen wurde, um Platz für einen Neubau zu schaffen, wirklich eine Rolle im neuen Pestausbruch?

Fazit: Realistischer Thriller mit viel Spannung, vor allem vor der aktuellen Pandemiesituation

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Veröffentlicht am 28.02.2020

Lügen, nichts als Lügen

Des Glückes dunkle Seele
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Klappentext: "Ihre Liebe soll ihn vor seiner düsteren Vergangenheit retten. Doch für ihre Hingabe zahlt sie einen hohen Preis! Neun Jahre in Haft. Unschuldig.

Als die Cutterin Christine Winterall den ...

Klappentext: "Ihre Liebe soll ihn vor seiner düsteren Vergangenheit retten. Doch für ihre Hingabe zahlt sie einen hohen Preis! Neun Jahre in Haft. Unschuldig.

Als die Cutterin Christine Winterall den Münchner Juwelier Alexander Helin kennenlernt, glaubt sie, endlich den Lebensgefährten gefunden zu haben, nach dem sie sich immer gesehnt hat. Seine scheinbare Sanftheit und seine Verletzlichkeit ziehen sie so stark an, dass sie alle Warnzeichen übersieht. Zu spät bemerkt sie die Abgründe, die in seiner dunklen Seele lauern. Zerfressen von Schuldgefühlen, begegnet er allen, die ihn lieben, kaltherzig und grausam. Sogar Christines Familie gerät in seinen Kosmos aus Finsternis und Tod.
Kann sie nach neun Jahren im Gefängnis endlich für Gerechtigkeit sorgen?"

"Des Glückes dunkle Seele" ist ein Psychothriller, der sich vom Mainstream abhebt. Was zuerst auffällt, ist der für einen Thriller anspruchsvolle Schreibstil, der Atmosphäre schafft. Durch die Erzählweise in Ich-Perspektive war ich ganz nach an Christine, ihren Gedanken, ihren Gefühlen dran.

In der Geschichte gibt es eine überschaubare Anzahl an Protagonisten, diese sind perfekt skizziert und facettenreich angelegt. Im Fokus steht Christine, die neun Jahre unschuldig im Gefängnis saß. Was genau geschehen ist, erfährt man jedoch erst zum Schluss, so dass man als Leser die gesamte Zeit über spekulieren kann. Christine ist Cutterin, Single, fühlt sich alleine zunehmende nicht mehr wohl. Als sie Alexander kennenlernt, der einen Juwelierladen führt, verliebt sie sich, hat Schmetterlinge im Bauch, doch Alexander scheint zwei Seiten zu haben... Die Geschichte ist geschickt angelegt, dadurch dass lange nicht klar ist, was überhaupt zu Christines Verurteilung geführt hat, baut sich eine Grundspannung auf. Neben der Handlung in der Gegenwart spielt der Hauptstrang, der am meisten Raum einnimmt, in der Vergangenheit. Nach und nach erfährt man was sich abgespielt hat, erfährt Details aus Alexanders Vergangenheit. Schockierende Details. Dabei baut die Autorin immer wieder Wendungen ein, so dass die Handlung nicht vorhersehbar ist. Von Anfang an ahnt man, dass diese Beziehung unter keinem guten Stern steht, es bleibt aber erst mal nur ein Gefühl.

Mir fiel es schwer, das Buch aus den Händen zu legen, vor allem gegen Ende ist die Spannung kaum auszuhalten.

Fazit: Ein Thriller abseits vom Mainstream, fast schon ein Psychogramm. 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

packende Story mit beklemmender Atmosphäre

Subliminal. Das Experiment
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Klappentext: "Was, wenn mediale Fiktion alles Leben durchdringt? Was, wenn ihre Schattenseiten unter dem Radar die Oberhand gewinnen? Bei ihren Recherchen zur außergewöhnlichen Häufung extremer Gewalt ...

Klappentext: "Was, wenn mediale Fiktion alles Leben durchdringt? Was, wenn ihre Schattenseiten unter dem Radar die Oberhand gewinnen? Bei ihren Recherchen zur außergewöhnlichen Häufung extremer Gewalt stößt die Journalistin Natascha da Silva auf brisantes Material. Den langersehnten Karriereschub vor Augen, ermittelt sie zunächst auf eigene Faust. Dabei verfängt sie sich immer mehr im Netz einer Gruppierung, deren wissenschaftliche Experimente die althergebrachte Ordnung völlig auf den Kopf stellen. Während die Gruppierung selbst vor einer Zerreißprobe steht, muss Natascha tief in den Spiegel ihrer Seele blicken – von erbarmungslosen Feinden bedrängt, gerät sie selbst in den Sog des geheimen Experiments. Ein Kampf beginnt – nicht nur gegen sichtbare und unsichtbare Gegner, sondern auf Leben und auf Tod. Die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel."


Aus der Feder des Autors habe ich schon "Der Bornholm-Code" gelesen, auf seinen neuen Thriller war ich aufgrund der Thematik sehr gespannt. Wir treffen auf die schon bekannten Protagonisten, dazu stoßen aber auch einige neue. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Journalistin Natascha da Silva, sie hat eine kleine Tochter, ist alleinerziehend. Sie bemerkt wie sich die Gesellschaft verändert, wie die Gewaltbereitschaft anzusteigen scheint und nimmt dies zum Aufhänger ihrer aktuellen Reportage, mit der sie ihren Job retten will. Bei ihren Recherchen stößt sie auf brisante Informationen die nahelegen, dass diese ungute Entwicklung nicht zufällig, sondern gesteuert ist. Sie sieht sich einem Gegner gegenüber, der vor nichts zurückzuschrecken scheint.


Thorsten Oliver Rehm hat mich mit dieser Story von der ersten Seite an gepackt, er schafft eine beklemmende Atmosphäre indem er Nataschas Sicht auf die Brutalität und Verrohung der Menschen schonungslos darstellt. Nur zu sehr fühlt man sich an reale Headlines aus den Medien erinnert, das Szenario wirkt absolut realistisch. Ich konnte mich sehr gut in Natascha hinein versetzen, ihre Gedanken, Gefühle nachvollziehen. Sie war mir sympathisch, wirkt authentisch und entwickelt sich als Persönlichkeit weiter.


Die seht gut gezeichneten Charaktere zeichnen die Geschichte aus, dazu der packende Schreibstil und eine brisante Story. Spannungstechnisch hätte ich mir noch eine Schippe mehr gewünscht, alles in allem hat mich der Thriller aber sehr gut unterhalten und zum nachdenken angeregt. 4,5 von 5 Sternen.

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