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Veröffentlicht am 01.03.2020

Die stumme Magierin und der gefangene König

Bird and Sword
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Inhalt
Als kleines Mädchen musste Lark mit ansehen, wie ihre Mutter vom König ermordet wurde, weil sie der Magie mächtig war. Um ihre Tochter zu schützen, nahm sie ihr die Fähigkeit zu sprechen. Und so ...

Inhalt
Als kleines Mädchen musste Lark mit ansehen, wie ihre Mutter vom König ermordet wurde, weil sie der Magie mächtig war. Um ihre Tochter zu schützen, nahm sie ihr die Fähigkeit zu sprechen. Und so wuchs Lark stumm auf, unter einem Vater, der sie fürchtet, und Menschen, die sie nicht beachten - bis eines Tages der junge König Tiras an ihrem Hof auftaucht und sie als Druckmittel mitnimmt. Denn die Volgar, brutale Vogelmenschen, sind in Jeru eingefallen und Lark's Vater verweigert bisher alle Kooperation. Am Hofe von Jeru City erlebt Lark eine neue Art von Gefangenschaft. Doch sie muss feststellen, dass auch der junge König Tiras nicht frei ist, und dass sie vielleicht mehr verbindet, als sie dachte...

Meine Meinung
"Ein Mädchen ohne Stimme. Ein König in Ketten. Ein Fluch, der sie vereint." - mit diesen Worten lockt der Klappentext. In Kombination mit dem wirklich hübschen Cover, und den bisher sehr positiven Bewertungen wollte nun auch ich wissen, was denn nun an Amy Harmons Büchern so besonders ist - und als Fantasy-Fan habe ich natürlich zu diesem Werk gegriffen. Tatsächlich ist der Schreibstil der Autorin etwas ganz besonderes. Sehr poetisch und wortgewandt, fesselnd und einfach wunderschön. Ich habe die Geschichte wirklich gerne gelesen - gerade auch wegen dem unglaublich schönen Schreibstil.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Lark geschrieben. Ich-Perspektive sagt mir immer sehr zu, und so hatte ich hier keine Mühe, in die Story reinzukommen. Der Leser wird häppchenweise mit Infos gefüttert und ich hatte nur ganz selten das Gefühl, dass ich etwas mehr Input brauche, um die Geschichte zu verstehen. Tatsächlich hätte ich mir an ein, zwei Stellen etwas mehr davon gewünscht, während ich andere Szenen etwas zu ausführlich fand.

Natürlich finden die stumme Lark und der junge König Tiras früher oder später zusammen. Dies unter mal mehr, mal weniger Widerwille von Lark. Sie ist fasziniert von Tiras, gleichzeitig hat sie wohl Angst um ihre Freiheit und ihren Freigeist. Gerade zu Beginn habe ich das zarte Interesse zwischen Lark und Tiras als wahnsinnig gut umgesetzt empfunden. Die Entwicklung ihrer Beziehung nimmt dann aber phasenweise etwas suspekte Züge an - von fast schon Abhängigkeit von Lark bis zu beinahe Gleichgültigkeit seitens Tiras. Dieses Auf und Ab fand ich tatsächlich etwas seltsam.

Bird & Sword ist manchmal spannend und rasant, dann wieder eher ruhig und dem Leben am Hofe gewidmet. Geheimnisse machen einen Grossteil der Geschichte aus, und diese müssen sich manchmal erst entwickeln, bevor sie aufgedeckt werden. Zwischendurch war mir das Geplänkel etwas zu fade und gerade der Mittelteil hat sich für mich doch recht gezogen. Während ich den Anfang regelrecht verschlungen habe, habe ich in der Mitte das Buch für eine Weile weggelegt. Gegen Ende wird es dann aber wieder spannend und fesselnd, emotional und auch ein wenig brutal.

Obschon Bird & Sword der Auftakt einer Dilogie ist, finde ich, dass es ganz gut als alleinstehende Geschichte gelesen werden kann. Band 2 widmet sich dann Kjell - den ich zwar den tollsten Charakter der Story fand, dessen Geschichte ich aber vorderhand wohl nicht lesen werde. Zu viele Bücher warten noch auf mich. Aber das Ende hier ist in sich abgeschlossen und funktioniert für mich sehr gut. Tatsächlich war der Epilog mit das schönste an der Geschichte. Richtig traumhaft.

Setting
Das Königreich Jeru ist in verschiedene Provinzen unterteilt. Hauptspielort ist zu Beginn die Provinz Corvyn, wo Lark aufwächst, dann aber mehrheitlich Jeru City, Hauptstadt des Königreichs und Sitz der Königsfamilie. Das Setting hat mir sehr gut gefallen, es ist zwar schlicht gehalten, hat aber alles, was das Fantasy-Herz begehrt: fremde Länder, Könige, magisch Begabte und noch viel mehr zum entdecken. Und vorne im Buch gibt es dazu noch eine hübsch illustrierte Karte, damit man beim Lesen nicht den Überblick verliert.

Magie ist in Jeru verboten - die Lords wollen die Magischen aus Angst vor deren Macht unterdrücken. Es gibt vier Sorten von Magischen, Weissager, Heiler, Wandler und Spinner, die allesamt versteckt und unterdrückt ihr Dasein fristen. Das System der Magie fand ich ausserordentlich faszinierend. So können Weissager mit Worten Magie wirken, während Spinner mit den Händen arbeiten und Heiler eine Art Summen verwenden. Das ganze Worldbuilding fand ich sehr ausgeklügelt und durchdacht, kurz: rundum gelungen.

Charaktere
Lark von Corvyn, Tochter des Lords über den bergigen Landstrich Corvyn, hat mit dem Tod ihrer Mutter auch ihre Stimme verloren. Sie fristet ein Leben im Schatten, denn als Stumme wird sie von kaum jemandem wahrgenommen. Gleichzeitig schätzt sie dieses unsichtbare Leben. Sie ist eine doch recht starke und eigenwillige junge Frau, die sich schnell anpassen kann und eigentlich einfach nur frei und sich selbst sein möchte. Ich mochte sie ganz gerne, gerade auch weil sie ein gutes Herz hat, Tiere liebt, aber auch sehr aufmüpfig und aufbrausend sein kann.

König Tiras hat ein dunkles Geheimnis, das er vor seinem Volk verheimlichen muss. Aber sein Ziel ist der Schutz von Jeru und seinem Volk. Er will - anders als sein Vater - ein gütiger und gerechter Herrscher sein. Schon recht schnell habe ich mein Herz ein wenig an den König verloren. Wobei mir dann die Entwicklung, die er durchmacht, nicht mehr so sehr zugesagt hat. Erst ein gütiger König, dann plötzlich nimmt er sich viel mehr heraus, als ihm eigentlich zusteht.

Ganz besonders haben mir in der Geschichte aber zwei Nebencharaktere gefallen: Zum einen Kjell, Bastard-Bruder des Königs, der seinen Bruder über alles liebt und beschützt. Gleichzeitig ist er ein sehr kämpferischer und fast schon verbitterter junger Mann. Zum anderen Boojohni, seines Zeichens Troll und persönlicher Aufpasser von Lark. Ein unglaublich guter und gütiger Kerl.

Auch sonst haben mir die Charaktere wirklich gut gefallen. Sie kommen toll zur Geltung - egal ob die fast schon boshaften Lords, die den König stürzen wollen, die mürrischen Angestellten, die sich um Lark kümmern sollen, die Menschen aus der Bevölkerung, die man kennen lernt, oder aber der brutale Anführer der Volgar - alle sind sie gründlich ausgearbeitet, glaubhaft und haben (manchmal zwar schlechten, aber dennoch) Charakter.

Fazit
Eine faszinierende Fantasy-Geschichte um eine stumme junge Frau und einen König, der selber fast ein Leben in Ketten führt. Das tolle Worldbuilding, die spannende Geschichte und wunderbar ausgearbeiteten Charaktere und vor allem ein traumhafter, unglaublich poetischer Schreibstil machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem.

4.5 Sterne

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Veröffentlicht am 30.01.2020

Die gelbe Stadt

Sky Doll. Band 1
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Inhalt
Noa ist eine aufziehbare Puppe, vollkommen rechtlos, und nur zum Vergnügen der Bewohner des Planeten Papathea erschaffen. Sie arbeitet in der Astrowaschanlage Heaven und gehört Gott, doch der hat ...

Inhalt
Noa ist eine aufziehbare Puppe, vollkommen rechtlos, und nur zum Vergnügen der Bewohner des Planeten Papathea erschaffen. Sie arbeitet in der Astrowaschanlage Heaven und gehört Gott, doch der hat die Schnauze voll von ihr. Um ihrer Bestrafung zu entgehen, versteckt sie sich im Raumschiff eines Kunden - ausgerechnet einem, der in päpstlicher Mission unterwegs ist. Für Noa beginnt eine abenteuerliche Reise, in der sie mehr über sich erfährt, aber auch dem Geheimnis um die verschwundene Schwester der Päpstin näher kommt.

Meine Meinung
Seit ich Sky Doll irgendwo in den Untiefen des Internets entdeckt habe, wollte ich mehr über die Geschichte erfahren. Denn die Zeichnungen sprechen mich sehr an, und der Inhalt - Religion und Fantasy, die Macht der Medien und des Polizeiapparates - erst recht.

Die gelbe Stadt ist der Auftakt des Abenteuers der Roboterpuppe Noa. Leider mit seinen 48 Seiten ein sehr kurzes Vergnügen, aber das haben Comics wohl einfach so an sich. Ich als begeisterte Leserin von 400 Seiten plus-Romanen und komplexen Geschichten hatte hier das Gefühl 1. etwas zu kurz zu kommen und 2. nicht so recht mitzukommen. Die Problematik stellt sich bei mir aber bei Comics wohl einfach. Ich brauche da einfach mehr Input.

Die Zeichnungen in Sky Doll haben es mir aber so richtig angetan! Intergalaktisch bunt, voller Dinge zum entdecken, Pop-Art und Cyberpunk, und einfach knallig kommt die Geschichte daher. Da die sogenannten Sky Dolls, die Aufziehpuppen/-roboter, für ganz bestimmte Vergnügen geschaffen wurden, sind die Zeichnungen auch recht... kurvig. Besonders angetan bin ich aber von den kleinen Wesen, die überall neugierig ihre Schnauzen reinstecken. Knuffig!

Auch die zum Nachdenken anregende Materie ist gut gewählt: Roboter mit Frauenkörpern zum Vergnügen, eine machtgierige "Päpstin" (die alles andere als keusch ist), die Medien, die einfach alles und jeden kontrollieren. Alles hübsch verpackt im Sci Fi-Stil. Gefällt mir!

Fazit
Wunderbar knallig-bunte Zeichnungen, interessante Materie und eine an sich humorvolle Story um einen Roboter, der einfach mehr sein will und mehr entdecken möchte. Toll umgesetzt, leider aber etwas kurz.

4.5 Sterne

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Veröffentlicht am 11.01.2020

A Dragon's Home / Susan & Elay

A Dragon's Home (The Dragon Chronicles 4)
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Inhalt
Raven und Elion sind fest entschlossen, die Akademie wieder aufzubauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch nicht nur für Raven und ihre Freunde soll die Akademie ein Zufluchtsort werden ...

Inhalt
Raven und Elion sind fest entschlossen, die Akademie wieder aufzubauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch nicht nur für Raven und ihre Freunde soll die Akademie ein Zufluchtsort werden - auch für Susan, Ravens durch und durch menschliche Freundin. Denn seit dem Angriff auf sie leidet sie unter "Halluzinationen", nur dass diese in Wahrheit Realität sind. Nur langsam kämpft sich Susan zurück ins Leben, in diese ihr neue Welt. Und erhält unerwartet Unterstützung und Schutz vom Bärenwandler Elay.

Meine Meinung
Nun ist es passiert, der vierte und letzte Teil der Reihe ist angebrochen und ich bin ziemlich traurig, dass ich diese Welt und die Charaktere nun verlassen muss. Denn obschon The Dragon Chronicles nicht perfekt ist, hat es mich so gefesselt und gepackt, wie schon lange keine andere Reihe mehr.

Raven und ihre Verbündeten wollen nach Taranis' Tod endlich abschliessen und die Akademie wieder aufbauen. Doch als Raven erfährt, dass ihre Menschenfreundin Susan in einer Nervenheilanstallt weggesperrt und unter Medikation gestellt wird, beschliesst sie, auch ihr Zuflucht in der Akademie zu bieten - und ihr die Wahrheit über sich und ihre Welt zu erzählen. Susan ist seit dem Angriff auf sie verstört und ängstlich, lebt nur noch zurückgezogen und leidet unter Angst- und Panikattacken. Dass sie nun unter Drachen, Gestaltwandlern und Dschinn leben soll, will sie nicht so recht glauben. Bis sie durch den Bärenwandler Elay immer tiefer in die Welt gezogen wird...

Der Abschlussband widmet sich nun also Susan, die wir aus dem Auftakt kennen, und Bärenwandler und Clanführer Elay. Zwei verschiedene Welten krachen gewaltig aufeinander, denn Susan kann sich kaum erholen, und für Elay waren Tränen bisher immer ein Zeichen von Schwäche. Die beiden wachsen aneinander und tun sich gegenseitig so gut, dass einem das Herz aufgeht.

Nach Taranis' Tod wollen Raven, Elion und Co. endlich abschliessen und Frieden finden. Doch noch ist die Gefahr nicht gebannt, denn Janet, Skys leibliche Mutter, ist immer noch irgendwo da draussen und sinnt auf Rache. Natürlich kommt es zum grossen Showdown und Leute, es war so spannend!

Dass sich dieser Band noch mit psychischen Krankheiten, Traumata und dergleichen beschäftigt, hat mir ausserordentlich gefallen. Wichtige Themas, die angesprochen werden müssen, und die hier wunderbar in die Welt und die Geschichte eingeflochten wurden. Susan habe ich tief in mein Herz geschlossen. Allgemein war dieser Teil der Reihe intensiver und tiefgründiger als die bisherigen, wenn auch nicht so rasant.

Fazit
A Dragon's Home ist für mich ein gelungener und würdiger Abschluss einer tollen Urban Fantasy-Reihe. Wunderbare Charaktere, viele Emotionen, spannende Kämpfe und ein Hauch Erotik - also alles, was man sich für entspannte Lesestunden wünschen kann. Nur ein wenig zu schnell vorbei. Aber Abschied ist halt schwer...

4.5 Sterne

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Veröffentlicht am 29.12.2019

Urban Fantasy meets Crime

Schatten der Ewigkeit - Zwillingsblut
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Inhalt
Die Alias - Götter, Geister, Fabelwesen - wandeln seit jeher unter den Menschen. Eine davon ist die Gestaltwandlerin Kit, die bei der DoAC arbeitet, einer Einheit, die ein Reibungsloses Zusammenleben ...

Inhalt
Die Alias - Götter, Geister, Fabelwesen - wandeln seit jeher unter den Menschen. Eine davon ist die Gestaltwandlerin Kit, die bei der DoAC arbeitet, einer Einheit, die ein Reibungsloses Zusammenleben zwischen den Völkern und Rassen garantiert und abtrünnige, böse Alias aufspürt. Nach einer Katastrophe in London, bei der ihr Partner getötet wurde, verschlägt es Kit nach Edinburgh, wo sie unter Aufsicht ihrer Tante wieder eingegliedert werden soll. Dass ihr neuer Partner Keagan ausgerechnet ein Mensch ist, macht ihr Leben nicht einfacher - und dass Nakir Helios, Todesdämon und ranghoher Alias hinter ihr her ist, ebenfalls nicht... Und warum häufen sich die Todesfälle immer da, wo sich Kit gerade befindet?

Meine Meinung
Seit Traumknüpfer bin ich Fan von Carolins Fantasy. Kein Wunder also, war ihr neuestes Werk eine meiner heissersehntesten Neuerscheinungen in diesem Jahr! Der Schreibstil hat mich auch hier wieder überzeugen können und obschon ich nicht immer dranbleiben konnte, habe ich die Seiten nur so eingeatmet.

Die Gestaltwandlerin Kit will sich nach dem Tod ihres Partners eigentlich nur noch zurückziehen, doch ihre Patentante holt sie nach Edinburgh, wo sie der dortigen DoAC-Einheit (Departement of Alias Crime) dienen soll. Gemeinsam mit Keagan, ihrem neuen Partner, einem wortkargen Menschen, soll sie die Alias-Todesfälle in Schottland aufklären, die sich in letzter Zeit immer mehr häufen. Doch nicht genug; ausgerechnet ein Todesdaimon hat sich an Kits Ferse geheftet, denn Nakir ist der festen Überzeugung, dass Kit mehr über das Geschehene weiss, als sie zugibt...

Urban Fantasy ist einfach mein Ding. Wenn sich Gestaltwandler, mürrische (aber heisse) Menschenmänner und gefährliche Todesdämonen in die Geschichte mischen, bin ich Feuer und Flamme. Und wenn die Protagonistin noch Kick-Ass und nicht auf den Mund gefallen ist, hat man mich sowieso. All das und viel mehr hat die Autorin in Schatten der Ewigkeit vereint und mir ein paar wahnsinnig tolle Lesestunden beschert.

Die Mischung aus Legenden und Mythologie, Magie, Wesen und diesem Krimifaktor hat mir unglaublich gut gefallen. Denn Carolin Wahl bietet hier nicht nur Fantasy, sondern auch noch Crime. So arbeitet die Protagonistin für eine Einheit, die aussergewöhnliche Mordfälle untersucht und abtrünnige Alias aufspürt. Mit sich bringt sie somit auch Forensiker, Leichen und ein spannendes Rätsel um Täter und Motiv. Die Mischung hat es mir direkt angetan und ich hätte noch gerne sehr viel mehr davon gelesen!

Mit viel Action und Spannung kämpft sich die Protagonistin durch die Geschichte - aber ehrlich gesagt kam mir das Ende dann etwas chaotisch vor. Ich habe den Überblick verloren, wer wie wo was und hier hätte ich mir - wie für die Geschichte allgemein - einfach ein paar mehr Seiten gewünscht.

Setting
Schatten der Ewigkeit spielt in unserer Zeit und in unserer Welt, genauer in Edinburgh, Schottland. Die Stadt hat es mir seit einem Urlaub diesen Herbst wahnsinnig angetan und so habe ich mich sehr gefreut, wieder dorthin zu reisen - und sei es nur mittels einer Geschichte. Edinburgh eignet sich auch wahnsinnig gut als Schauplatz dieser Geschichte - manchmal düster, manchmal regnerisch, aber immer faszinierend.

In unsere Welt hat die Autorin nun die Alias gebracht - Gestaltwandler und Vampire, Hexen und Dämonen, Götter und Kobolde, und noch so viel mehr. Das Worldbuilding als solches hat mir unglaublich gut gefallen. Ich stehe einfach auf Urban Fantasy und hier wurde sie wunderbar umgesetzt. Es gibt eine tolle Vielfalt an Wesen zu entdecken, die alle ihre eigenen Fähigkeiten und Eigenarten mitbringen. Dazu kommen noch Magie, Gegenstände und dergleichen, was abwechslungsreichen Lesespass garantiert. Und damit es nicht langweilig wird: Die Nox. Düstere, dunkle Schattenwesen, die den Menschen die Seele stehlen. Spannung pur!

Ein klein wenig schade fand ich es entsprechend, dass die Geschichte "nur" etwas über 380 Seiten lang ist. Denn eine solche Welt verdient es, vertieft und ausführlich umschrieben zu werden. Die Autorin hat auf jeden Fall ihr bestes gegeben, aber manchmal kam ich nicht ganz mit und hätte mir einfach ein bisschen mehr gewünscht. Ich hoffe entsprechend, dass ein zweiter Band (bald) folgt. Und dass wir da vor allem auch noch etwas mehr über Raki, die Niemalswelt erfahren.

Charaktere
Kit Sune, Special Agent bei der Alias-Einheit, liebt ihren Job über alles. Aber nach einem Überfall der Nox auf sie und ihren Partner, der dabei verstorben ist, ist sie einfach nicht mehr dieselbe. Sie trauert, sie zweifelt, und sie möchte sich nur von allem zurückziehen. Ich habe sie auf Anhieb in mein Herz geschlossen.

Ihr neuer Partner Keagan ist ein Mensch mit einer ganz besonderen Vergangenheit. Keagan ist verschlossen, stark, ein Fels in der Brandung - und mein heimlicher Liebling der Geschichte. Tatsächlich haben mir die Kabbeleien zwischen Kit und Keagan ganz besonders gefallen.

Als Antiheld sozusagen fungiert Nakir Helios. Ein Todesdaimon, den alle fürchten. Doch auch Nakir bringt seine Geschichte mit. Und er muss leiden und zweifeln und trauern. Wie alle Charaktere der Geschichte war auch er vielschichtig, authentisch und gut ausgearbeitet.

Fazit
Urban Fantasy gemischt mit spannendem Krimifaktor, genau so mag ich das! Eine toughe Gestaltwandlerin, ein wortkarger Mensch und ein gefährlicher Todesdaimon haben mir in einem faszinierenden, magischen Edinburgh ein paar tolle Lesestunden geschenkt. Ich will mehr davon!

4.5 Sterne

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Veröffentlicht am 22.12.2019

Lina & Phil - Was sich liebt, das neckt sich

Winter of Love: Lina & Phil
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Inhalt
Die Protagonistin Lina steckt gefühlt in ihrem Leben fest. Während all ihre Freundinnen aus dem Heimatort St. Aurel, weggezogen sind und ihren Träumen hinterherrennen, muss sie im Traditionshotel ...

Inhalt
Die Protagonistin Lina steckt gefühlt in ihrem Leben fest. Während all ihre Freundinnen aus dem Heimatort St. Aurel, weggezogen sind und ihren Träumen hinterherrennen, muss sie im Traditionshotel ihrer Eltern arbeiten, das sie eines Tages übernehmen soll. Nur an den Nachmittagen kann sie ihrer wahren Leidenschaft, dem Snowboarden nachgehen und gibt Unterricht in der Skischule ihrer Schwester. Bis Phil wieder in St. Aurel auftaucht und alles durcheinanderbringt. Denn Lina ist sich sicher: ihr Leben wäre ganz anders verlaufen, hätte sie damals anstelle von Phil den Contest gewonnen. Und: Phil ist schuld daran. Die alte Rivalität entfacht aufs Neue, doch warum verhält sich Phil so komisch und weshalb schlägt ihr Herz plötzlich schneller, wenn sie ihn sieht?

Meine Meinung
Als ich von dem Winter-Special Winter of Love von Impress gehört habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Ich lese zwar weniger aus dem Genre und erst recht nicht Weihnachtsbücher, aber irgendwie haben mich die Bücher sofort angesprochen. Den Start macht Ina Taus mit Lina & Phil. Ich habe bisher noch nichts von der Autorin gelesen und war entsprechend gespannt. Ihr Schreibstil gefällt mir gut, er lässt sich leicht und flüssig lesen, und ich finde ihren Humor grossartig. Genauso trocken wie mein eigener

Mir hat die Geschichte um Lina und Phil sehr gefallen. Ich bin zwar mit Lina selbst nicht wirklich warm geworden - sie ist mir einfach zu impulsiv und nachtragend, dafür, dass sie eigentlich ein sehr bedachter Mensch ist - dennoch habe ich mit ihr mitgefiebert. Phil mochte ich von Anfang an ganz gerne, denn im Gegensatz zu Lina habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass er "erwachsen" geworden ist. Wie er indes mit Lina und ihren Neckereien umgegangen ist, fand ich sehr süss.

Die Gefühle von Lina - im Leben festzustecken und irgendwie hinten anzustehen - kann ich erschreckenderweise sehr gut nachvollziehen. Wer hat nicht manchmal das Gefühl, auf der Stelle zu treten? So hat es mir Spass gemacht mitzuverfolgen, wie sie daran wächst. Das Ende - was ihre Zukunft betrifft - kam mir dann aber doch irgendwie zu schnell. Das sich entwickelnde Prickeln zwischen Phil und Lina hat indes genau gepasst - und Leute, das war ein ordentliches Prickeln!

Auf jeden Fall bin ich jetzt gespannt auf die anderen Geschichten - weshalb war Julia so lange nicht erreichbar? Warum bricht Anna immer noch in Tränen aus, wenn man Vince erwähnt? Wer wird Ellis Herz erobern? Und wer zum Geier ist Tarantino? Und ganz ehrlich: Warum haben Hannah und Joschi keine eigene Geschichte bekommen?

Fazit
Eine locker-leichte Winter-Weihnachtsgeschichte, kurzweilig und mit viel Humor und Romantik. Genau das, was man an einem Adventstag lesen möchte.

4.5 Sterne

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