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Veröffentlicht am 18.05.2021

Gute Charakterstudie von „Kolonialmenschen“

Dein ist das Reich
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Die Autorin hat sich anhand ihrer eigenen Familiengeschichte ein spannendes Thema für ihren Roman gesucht. Ihre Familie, Eltern, Großeltern sind aus einer Missionarsfamilie. Ihre Geschichte erzählt sie. ...

Die Autorin hat sich anhand ihrer eigenen Familiengeschichte ein spannendes Thema für ihren Roman gesucht. Ihre Familie, Eltern, Großeltern sind aus einer Missionarsfamilie. Ihre Geschichte erzählt sie. Als Ich-Erzähler, der die Familiengeschichte anhand von Erzählungen, Fotos. Es die Geschichte einer kleinen Missionsgesellschaft in Bayern. Sie haben Missionare in Neuguinea, welches teilweise und kurzzeitig deutsche Kolonie war.
Zu Beginn sollte man wissen, dass der Roman keine schnulzige Liebesgeschichte ist und auch keine Abrechnung gegen den Kolonialismus. Es ist eine Familiengeschichte, die vor allem zeigt, welche sehr unterschiedlichen Charaktere in dieser abgeschlossenen Welt gelebt haben. Die Autorin mahnt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, die Untaten des Kolonialismus an, sie erzählt eher nüchtern, aber auch kritisch in Form der Ich-Erzählerin, die in einer ganz anderen Zeit lebt als die Großeltern.
Für mich hat sie ein sehr realistisches Bild der Kolonialmenschen gezeigt, auch wie sie die Indonesier sehen: als Kinder, die Führung brauchen. Das ist rassistisch, aber so war und ist leider zum Teil das Denken bis heute. Die Missionstätigkeit beruht auf diesem Denken, ansonsten wäre Mission unnötig.
Sehr hilfreich war der Ahnenstammbaum am Anfang des Buches, denn ich kam durch die Handlungs- und Zeitsprünge sehr durcheinander, aber das zurückblättern zum Stammbaum hat mir dann geholfen. Interessant fand ich, dass sie keine alten Fotos abgebildet hat, sondern diese sehr detailliert beschrieben hat. Das war anfangs etwas anstrengend, aber als ich mich mehr darauf eingelassen hatte, konnte ich mir in meiner eigenen Vorstellung die Menschen sehr gut vor mir sehen und auch ihre Häuser etc.
Mir hat der Roman sehr gefallen, gerade weil er nicht kitschig ist und auch nicht mit erhobenem Zeigefinger den Rassismus anprangert. Dennoch zeigt der Roman, rassistische Vorstellung von Menschen, die glauben Gutes tun. Und das hat sich bis heute wenig verändert, wenn man mal genauer schaut bei den sogenannten „Entwicklungshilfeprojekten“. Die Autorin hat differenziert geschrieben und sehr gut die Charaktere der Großelterngeneration eingefangen. Ich hätte gerne noch mehr gelesen, über die Zeit auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Vielleicht gibt es ja noch einen Teil, denn das Leben der Missionarsfamilien würde noch mehr Stoff hergeben.

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Veröffentlicht am 02.03.2020

Tolles Preis-Leistungsset

Wir basteln Weihnachtssterne
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An der Weihnachtszeit mag ich unter anderem sehr, dass es auch eine intensive Bastelzeit ist, jedenfalls bei meiner Tochter und mir. Deshalb fand ich dieses Set perfekt für uns. Neben einem handlichen ...

An der Weihnachtszeit mag ich unter anderem sehr, dass es auch eine intensive Bastelzeit ist, jedenfalls bei meiner Tochter und mir. Deshalb fand ich dieses Set perfekt für uns. Neben einem handlichen Anleitungsbüchlein, gibt es gleich die passenden Bastelmaterialien dazu.
Das Anleitungsbuch ist übersichtlich, es gibt Anleitungen zu 8 verschiedenen Sternen. Diese sind extrem unterschiedlich was den Anspruch angeht. Von einfachen Faltschnittsterne, die man meist schon im Kindergarten bastelt, zu komplizierten Falttechniken, wo es einiges an Geschick und Geduld braucht. Es findet also jeder seinen passenden Stern nach Geschick. Mit meiner 7jährigen Tochter bin ich erst einmal bei den einfacheren geblieben. Uns beiden gefiel das Papier, klassisch silbern und gold. Die Streifen für die Fröbelsterne dazu noch in rot und grün. Es gibt genug Auswahl für einige Sterne.
Die Anleitungen an sich sind gut verständlich und mit vielen Fotos gestaltet. Gerade ich, die mit geschriebenen Beschreibungen oft nicht viel anfangen kann, fand die Fotos sehr hilfreich. Insgesamt ein Buch, was ich sicher jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit herausholen werde und mich hoffentlich in den Falttechniken steigern werde.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Düster und Spannend

The Crane and the Nightjar
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Bei diesem Roman hat mich der Titel neugierig gemacht. Unter Crane und Nightjar habe ich mir zwei Fantasy Figuren vorgestellt und war dann im ersten Moment etwas enttäuscht, dass es die Namen der Protagonisten ...

Bei diesem Roman hat mich der Titel neugierig gemacht. Unter Crane und Nightjar habe ich mir zwei Fantasy Figuren vorgestellt und war dann im ersten Moment etwas enttäuscht, dass es die Namen der Protagonisten sind.
Es wird eine düstre und grausame Welt beschrieben, in dem der Großteil der Bevölkerung von Armut und Angst beherrscht wird. Selbst kleinste Vergehen werden auf grausamste Weise bestraft. So erwischt es auch Crane und Nightjar, die sich kurz vor ihrer Gefangennahme zum ersten Mal sehen. Die Beschreibungen des Straflagers und der Hinrichtungen sind jedenfalls nichts für schwache Nerven.
Die Geschichte schreitet schnell voran und ist spannend. Nicht nur die Hauptcharaktere werden nachhaltig beschrieben, auch die Nebencharaktere erhalten Raum, damit sie für mich als Leser greifbarer werden. Die Schauplätze ändern sich schnell und ich hatte oft das Gefühl, dass ich gerne länger an einem Schauplatz verweilt hätte, um mehr dazu zu erfahren.
Im Buch gibt es immer wieder überraschende Wendungen und vor allem das Ende bietet einen unvorhersehbaren Plot Twist, der alles in ein neues Licht rückt und viel Spannung für den zweiten Teil verspricht.
Insgesamt fand ich das Buch sehr spannend und die Seiten flogen so nur dahin. Manchmal hätte ich mir mehr Hintergrundinfos gewünscht und auch einen etwas langsameres Worldbuilding. Den zweiten Teil möchte ich aber trotzdem unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Überraschende Wendungen

Eisland
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Dies ist bereits der Krimi Serie um die Ermittler Signe Kristiansen und Martin Juncker in Kopenhagen. Da die persönliche Entwicklung der Protagonisten immer viel Raum in den Romanen einnimmt, empfehle ...

Dies ist bereits der Krimi Serie um die Ermittler Signe Kristiansen und Martin Juncker in Kopenhagen. Da die persönliche Entwicklung der Protagonisten immer viel Raum in den Romanen einnimmt, empfehle ich sehr, auch die vorherigen Bände zu lesen.
Diesmal beginnt der Roman mit einer Niederlage für Juncker, denn ein vermeintlicher Mörder, den Juncker ins Gefängnis gebracht hat, wird nach Jahren freigesprochen. Juncker glaubt weiterhin an die Schuld und nimmt den Fall wieder auf. Dann stirbt der verantwortliche Staatsanwalt und der Fall nimmt eine ganz neue Richtung.
Wie bei den anderen Bänden ist die Charakterzeichnung der Protagonisten sehr gut gelungen. Alle haben ihre großen und kleinen Probleme. Sie wirken menschlich in ihrer Verletzlichkeit. Gut ist das Nabiha diesmal mehr Raum bekommt.
Insgesamt hatte ich bei diesem Teil aber das Gefühl, dass die privaten Verstrickungen diesmal für mich zu viel Raum einnahmen. Der eigentliche Fall wurde deswegen immer öfter in den Hintergrund gedrängt. Ein Punkt, den ich persönlich nicht mag, der aber natürlich bei der Weiterentwicklung der Charaktere hilft.
Wie bei den Vorgängerbänden ist auch bei diesem Band die große Stärke der Realismus. Die Charaktere, die Geschichte, die Beschreibungen der Schauplätze wird realistisch und genau beschrieben. Ich konnte mich wieder wunderbar hineinfühlen und sah auch die düsteren Seiten von Kopenhagen vor mir.
Die Reihe und auch dieser Band bekommen von mir eine Empfehlung für alle Krimileser*innen, die realistischen Geschichten mit authentischen Charakteren lesen möchten.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Unterhaltsam mit ein paar Längen

Das Ganymed-Fragment
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Der Roman ist eine Mischung aus Science-Fiction und Krimi. Die Handlung setzt im Jahr 2225 ein. Das Sonnensystem wurde kolonialisiert, aber ansonsten hat sich die Menschheit nicht weiterentwickelt. Die ...

Der Roman ist eine Mischung aus Science-Fiction und Krimi. Die Handlung setzt im Jahr 2225 ein. Das Sonnensystem wurde kolonialisiert, aber ansonsten hat sich die Menschheit nicht weiterentwickelt. Die Gesellschaft wird immer noch von Gier und Machtgefällen dominiert. Große Industriefirmen kämpfen um die Rohstoffe der Monde im Sonnensystem. Protagonist des Romans ist Alan Bishop, ein desillusionierter Ermittler, der auf dem Mond Ceres arbeitet. Mit einem neuen Auftrag wird sich sein Leben ändern. Er soll den Tod eines Bergingenieurs auf dem Jupitermond Ganymed aufklären. Damit wird eine Lawine losgetreten, die alles verändern kann.
Der Einstieg des Romans ist gelungen, die Beschreibung der Trostlosigkeit auf Ceres und die Industrieanlagen auf Ganymed wirkten sehr realistisch und ich konnte mich gut in die Welt hineinversetzen. Der Beginn der Ermittlung des Todesfalls ist ähnlich wie ein klassischer Krimi mit Täuschungen und immer wieder der Frage wen kann man trauen. Ab Mitte des Buches fiel die Spannung etwas für mich, auch wirkten die Handlungsstränge nicht mehr logisch auf mich. Mir fiel auch zunehmend schwerer die Handlungsmotive der einzelnen Charaktere nachzuvollziehen. Am Ende gibt es dann nochmal einen spannenden Showdown, der aber einige Fragen offenließ. Aber vielleicht erfährt man im Folgeroman mehr, denn der Roman endet mit den Worten „Fortsetzung folgt“, was mir am Anfang nicht klar war. Aber zum Glück gibt es keinen richtigen Cliffhanger.
Der Roman ist ein unterhaltsamer Krimi im Science-Fiction Gewand mit einem sympathischen Protagonisten, über den ich gerne mehr erfahren hätte. Gelungen ist es dem Autor vor allem eine dunkle Atmosphäre zu schaffen mit realitätsnaher Zukunft.

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