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Veröffentlicht am 06.03.2020

Das Leben mit dem Sorgentier

Das Sorgentier - Wie ist das bei dir?
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Im Leben unserer Kinder prasseln viele Eindrücke auf die Kleinen ein. Manche Kinder nehmen mehr wahr, andere weniger. Wenn diese Eindrücke schwer zu filtern sind und sich belastend auf den Alltag auswirken, ...

Im Leben unserer Kinder prasseln viele Eindrücke auf die Kleinen ein. Manche Kinder nehmen mehr wahr, andere weniger. Wenn diese Eindrücke schwer zu filtern sind und sich belastend auf den Alltag auswirken, kann das viele Sorgen beim Kind und auch den Eltern hervorrufen. Wie fühlt sich ein hochsensibler Mensch? Wie geht man mit diesen besonderen Menschen am Besten um? Das erklärt das kleine "Sorgentier" im gleichnamigen Buch.

Inhalt:
„In diesem interaktiven Begleitbuch wird die besonders feinfühlige Seele der Sorgentiere beschrieben. Dinge, die Sorgentiere einzigartig machen und Dinge, die Sorgentiere brauchen, um glücklich und gesund zu bleiben.
Wie ist das bei dir? Kennst du auch ein Sorgentier?“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Das Cover ist recht schlicht gehalten doch man lernt dort vor einem weißen Hintergrund gleich das süße blaue Sorgentier kennen. Es hat rote Ohren, eine rote Nase und einen roten Schwanz. Ein paar Punkte in rot, gelb und grün zieren außerdem seinen Körper.

Die Erzählung wird in knappen Sätzen geschildert und man betrachtet immer wieder das Sorgentier, wie es in den verschiedenen Situationen aussieht. Seine Mimik spielt eine zentrale Rolle.
So erfahren wir Leser, dass ein Sorgentier ganz besonders gut hören und sehen kann. Dass es viele Gefühle im Bauch wahrnimmt und Dinge, die es erlebt am eigenen Leib spüren kann. Wut und Trauer kriechen in das Bäuchlein und so hat das Sorgentier immer viele Dinge zu verarbeiten. Dabei kann das Sorgentier aber auch fröhlich und ein kleiner Sonnenschein sein. Nicht immer wird es von negativen Gefühlen oder Angst getrieben. Um all diese Eindrücke zu verarbeiten braucht das Sorgentier besonders viel Ruhe und muss immer wieder mal alleine sein. Deswegen sieht man es nicht immer.

Im Anhang finden Interessierte außerdem einige hilfreiche Tipps für den Alltag. Hochsensible Kinder brauchen beispielsweise Rückzugsorte, um der Überreizung entgehen zu können. Außerdem gibt es auch unter den Hochsensiblen unterschiedliche Reaktionen auf die einfließenden Reize, mache Kinder werden ruhig und sind sehr introvertiert, während andere regelrecht explodieren. Wichtig für alle ist, dass man die äußeren Reize und auch den Stress versucht zu minimieren, dabei aber gleichzeitig darauf achtet, dass das Kind nicht zum Einzelgänger wird. Oftmals brauchen sie klare Grenzen aber auch Verständnis und ein offenes Ohr sind überaus wichtig.

"Das Sorgentier" vermittelt auch schon den kleinsten Kindern, was es bedeutet, Stress und Lärm ausgesetzt zu sein. Es bietet durch die immer wiederkehrenden Fragen auch eine gute Möglichkeit mit einem Kind auszuloten, was ihn besonders anstrengt. Wer überlegt, ein hochsensibles Kind zu Hause zu haben, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt, da es auf einfache Weise viele Sinneseindrücke des eigenen Kindes sichtbar und verständlich machen kann.
Und wer sich in das süße kleine Sorgentier verguckt hat, der kann es beim Verlag auch als Kuscheltier erwerben. So lässt sich in anstrengenden Zeiten auch gut mit dem kleinen Kerl kuscheln.

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Veröffentlicht am 04.03.2020

Über die Gefühle hochsensibler Kinder

Tausendfühler Lars
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Was geht in einem Kind vor, welches hochsensibel ist? Wie nimmt es seine Welt wahr? Welche Beeinträchtigungen begegnen ihm im Alltag? Wie gehen die Mitmenschen mit solch einem besonderen Wesen um? All ...

Was geht in einem Kind vor, welches hochsensibel ist? Wie nimmt es seine Welt wahr? Welche Beeinträchtigungen begegnen ihm im Alltag? Wie gehen die Mitmenschen mit solch einem besonderen Wesen um? All das erfahren wir in dem Buch "Tausendfühler Lars".

Die Autorin und der Illustrator:
Hannah-Marie Heine lernte Heilpädagogin mit dem Schwerpunkt Spieltherapie und Entwicklungsförderung. Inzwischen arbeitet sie in einer Frühförderstelle, wo sie Kinder und deren Eltern auf ihrem Weg begleitet.
Heribert Schulmeyer ist ein Kölner Illustrator für Kinderbücher. Er arbeitet für verschiedene Verlage, u. a. für Oetinger und Ravensburger.

Inhalt:
„Wohin geht der Mond, wenn man ihn nicht mehr sieht? Wieso macht Klara so ein ernstes Gesicht? Lars ist ein Tausenfühler – er nimmt ganz vieles wahr und macht sich viele kluge Gedanken. Manchmal sieht, hört, riecht und spürt er so viel auf einmal, dass er sich ganz unwohl fühlt. Wenn es zum Beispiel im Kindergarten mal wieder besonders laut ist oder die Fingerfarben an den Händen kleben. Wieso ist das so bei ihm?
Zum Glück gibt es Opa, der Lars versteht. Und Opas Gartenschuppen. Wenn man den doch nur mit in den Kindergarten nehmen könnte! Doch da hat Lars eine Idee…“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Auf dem Cover sieht man einen Jungen, der ein Kuscheltier in der Hand hält. Der Junge guckt etwas verträumt, vielleicht sogar traurig. Es wirkt so, als fühle er sich nicht ganz wohl, als wolle er sich etwas kleiner machen, denn seine Haltung ist etwas geknickt.

Der Text ist weder kurz, noch sehr lang gehalten. Alles wird präzise und liebevoll beschrieben. Begleitet wird der Text von vielen farbigen Illustrationen. Sie bietet den Kindern viel Anschauungsmaterial. Die Bilder sind trotz der etwas schweren Thematik allesamt fröhlich und gefühlvoll.

Lars steht im Mittelpunkt der Handlung. Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt und im Laufe der Handlung merkt man schnell, wie viele Gedanken sich Lars den ganzen Tag hinweg macht. Er ist sehr friedfertig, doch manchmal wird im alles zu viel. Dann braucht er eine Auszeit und einen Rückzugsort. Diesen findet er bei seinem Opa und in dessen Schuppen. Hier kann er die vielen Geräusche der Außenwelt ganz einfach ausschließen und die Ruhe genießen. Im Kindergarten ist das nicht so leicht und dort verbringt Lars eine lange Zeit am Tag. Doch irgendwann findet sich auch dafür eine Lösung.

"Tausenfühler Lars" erklärt auf ganz einfache Art und Weise, wie es in einem Kind aussieht, wenn es hochsensibel ist. Es ist so wichtig, die Gefühle unserer Kinder ernst zu nehmen. Auch wenn sie uns übertrieben erscheinen, so fühlen unsere Kinder, wie sie fühlen. Es lohnt sich immer, etwas näher hinzuschauen und die Besonderheiten unserer Kinder anzunehmen und in unseren Alltag einzubinden.

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Veröffentlicht am 04.03.2020

Ein herzzerreißender Roman über eine Liebe, die nicht sein darf.

Drei Schritte zu dir
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Ich habe mir vor kurzem vorgenommen, ab sofort immer erst eine Rezension zu schreiben, bevor ich ein neues Buch beginne zu lesen. So vermeide ich, dass sich wieder alles staut, weil ich mehr lese als schreibe. ...

Ich habe mir vor kurzem vorgenommen, ab sofort immer erst eine Rezension zu schreiben, bevor ich ein neues Buch beginne zu lesen. So vermeide ich, dass sich wieder alles staut, weil ich mehr lese als schreibe. Bei dem Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte, fällt mir das gerade etwas schwer.
Mir hat "Drei Schritte zu dir" unheimlich gut gefallen, jedoch ist der Inhalt nichts für zarte Nerven und ich bin immer noch sehr ergriffen von der Geschichte um Stella und Will, die beide an Mukoviszidose erkrankt sind, sich ineinander verlieben, aber aufgrund ihrer Erkrankung immer einen Sicherheitsabstand von zwei Metern einhalten müssen.

Die Autoren:
Zu den vielen folgenden Namen sei wohl zu erwähnen, dass Rachael Lippincott das Buch nach dem Drehbuch von Mikki Daughtry und Tobias Iaconis geschrieben hat, die drei also zusammen an der Geschichte gearbeitet haben.
Rachel Lippincott wuchs in Pennsylvania auf und studierte English Writing in Pittsburg, wo sie noch immer lebt und neben ihrer Autorentätigkeit einen Foodtruck betreibt.
Mikki Daughty kommt aus Atlanta und lebt in Los Angeles, wo er nach deinem Studium der Theaterwissenschaften nun als Drehbuchautor arbeitet.
Tobias Iaconis wurde in Deutschland geboren. Sein Vater ist Amerikaner, seine Mutter Deutsche. Er studierte in Amerika Englische Literatur. Inzwischen lebt und arbeitet er als Drehbuchautor in Los Angeles.

Inhalt:
„Kann man jemanden lieben, den man nicht berühren darf?
Stella hat ihr Leben voll im Griff – bis auf den Umstand, dass sie an Mukoviszidose leidet und deshalb viel Zeit im Krankenhaus verbringt. Dort trifft sie auf Will. Mit seiner rebellischen Art und seinem frechen Charme scheint er rein gar nichts unter Kontrolle zu haben, kann sich aber dennoch irgendwie in ihr Herz stehlen. Die Krankheit verlangt, dass die beiden auf Abstand bleiben, doch mit jedem Tag wird die fehlende Nähe unerträglicher …
Das Buch zum wohl anrührend-schönsten Kinofilm des Jahres“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Bei diesem Buch stach mir das Cover sofort ins Auge, als ich es in der Buchhandlung inmitten der anderen Young Adult Romanen habe liegen sehen. Zunächst dachte ich an einen umgekehrten Baum, der sich aufspaltet, doch kennt man die Story des Buches, weiß man, dass es sich um eine Lunge handelt. Eine Lunge, die voller Energie und Gesundheit strotzt und ein wahres Blütenmeer erstrahlen lässt.
Ganz besonders toll finde ich jetzt, nach dem ich das Buch gelesen habe, dass eben dieses Bild eine ganz besondere Rolle in der Geschichte spielt. Schon zu oft habe ich mich gefragt, wieso so detailreich beschriebene Bilder in einer Handlung, nicht im Cover umgesetzt werden. Hier ist das endlich der Fall und es sieht einfach wunderschön aus.
Gleichzeitig sieht man Stella und Will, wie sie auf Abstand bleiben müssen, ihre Hände sich aber entgegen recken und die Nähe suchen, die ihnen verwehrt bleiben muss. Auch die Sterne im Hintergrund spielen eine besondere Rolle im Buch.
Hier spiegelt das Cover so viele Elemente der Geschichte wieder… es ist einfach absolut gelungen.

Die Geschichte, welche sich in nur wenigen Tagen zwischen Will und Stella – die sich im Krankenhaus begegnen – aufrollt, hat mich immer wieder zu Tränen gerührt. Während Stella tapfer ist und sich immer an die Spielregeln hält, dabei noch ein schlimmes Geheimnis in sich birgt, ist Will mit seiner rebellischen Art das komplette Gegenteil von ihr. Er möchte sein Leben leben, es nicht in den Krankenhäusern verschwenden, da für ihn die Überlebenschancen noch viel geringer sind, als für Stella.
So ergänzen sich die beiden schließlich sehr gut. Stella sorgt für etwas mehr Ordnung in Wills Therapie und Will zeigt Stella, dass es ein Leben außerhalb der Erkrankung gibt und dass dies ein wenig Risiko wert ist.

Ob die beiden sich am Ende bekommen, verrate ich hier natürlich nicht. Aber die Gedankengänge von Stella und Will, die immer abwechselnd zu Wort kommen, sind so nachvollziehbar und ehrlich, dass ich vom ersten Satz an mitgelitten und mitgehofft habe. Doch ihr Weg ist steinig und hält viele schwere Momente für beide bereit.

"Drei Schritte zu dir" zählt schon jetzt zu einem meiner Favoriten für dieses Jahr. Das Buch beinhaltet so viel Liebe und Leidenschaft und gleichzeitig so viel Schmerz und Begrenzungen, dass man absolut gerührt und zutiefst bewegt zurückgelassen wird. Ein Buch zum Heulen schön!

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Veröffentlicht am 26.02.2020

Greta und die Großen ist ein wichtiger Beitrag zum Thema Klimawandel.

Greta und die Großen
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Greta Thunberg ist durch ihre Aktivitäten im Bereich der Klimastreiks gerade in aller Munde und ich finde es wahnsinnig mutig von ihr, sich vor die Massen von Menschen zu stellen, um für ihre Ansichten ...

Greta Thunberg ist durch ihre Aktivitäten im Bereich der Klimastreiks gerade in aller Munde und ich finde es wahnsinnig mutig von ihr, sich vor die Massen von Menschen zu stellen, um für ihre Ansichten einzustehen. Nachdem wir schon ein Hörspiel über Gretas Werdegang (Unsere Zukunft ist jetzt!: "Kämpfe wie Greta Thunberg fürs Klima" aus dem Oetinger Verlag, welches ich mit Einschränkungen auch empfehlen kann) gehört haben, war ich begeistert, als ich von dem Kinderbuch "Greta und die Großen" gehört habe, welches sich durch Greta Thunberg inspiriert, mit dieser Thematik befasst, sie aber für die Kleinsten greifbar macht.

Die Autorin und die Illustratorin:
Zoë Tucker studierte Grafikdesign in Bournemouth (England) und arbeitet inzwischen als Bilderbuch-Art-Direktorin und Designerin mit internationalen Bestseller-Autoren wie Axel Scheffler zusammen. "Greta und die Großen" ist ihr zweites veröffentlichtes Bilderbuch.
Zoe Persico ist Illustratorin. Sie liebt die Natur und ihre kleinen Wunder. Mit "Greta und die Großen" möchte sie eine Botschaft gegen den Klimawandel übermitteln. Sie setzt sich für Nachhaltigkeit ein und lebt in Florida.

Inhalt:
„Greta lebt inmitten eines wunderschönen Waldes. Doch die Großen bringen ihr Zuhause in Gefahr: Sie fällen Bäume, um Häuser zu bauen. Aus den Häusern werden Dörfer und aus den Dörfern werden Städte – bis kaum noch etwas vom Wald übrig ist. Greta möchte ihr geliebtes Zuhause retten und den Tieren im Wald unbedingt helfen! Zum Glück hat sie eine Idee …
Die Geschichte der Umweltaktivistin Greta Thunberg für die Jüngsten nacherzählt – denn: “ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Zu Beginn sei gleich gesagt: Das Buch wurde auf Recyclingpapier gedruckt und für jedes verkaufte Exemplar werden 20 Cent an Greenpeace Deutschland gespendet. Hier wird sich also für Nachhaltigkeit eingesetzt und eine Organisation unterstützt, die sich für den Erhalt unserer Erde stark macht.

Das farbenfrohe Cover dieses Buches konnte mich absolut begeistern. Da steht ein aufgewecktes und mutiges Mädchen vor großen Bäumen und hält ein Plakat nach oben: Streik fürs Klima. Im Hintergrund sieht man das ein oder andere Waldtier und auch einen Jungen, der sich der Bewegung, angeführt durch Greta, anschließt. Auf seinem Schild steht: Stop! Schaut man noch weiter in den Hintergrund, so sieht man auch die Großen, die den Wald berauben. Sie werden als Schattengestalten dargestellt und wirken bedrohlich.

Der Text zu den Bildern im Buch ist kurz und knapp gehalten. Es bedarf nicht vieler Worte um die Problematik zu schildern. Die seitenfüllenden Bilder sprechen für sich und zeigen den Kindern, wie schlimm es um unsere Erde steht und was das für Auswirkungen auf unsere Waldbewohnern hat.

Während man zu Beginn der Geschichte Greta als naturverbundenes Mädchen kennenlernt, die im Einklang mit den Tieren im Wald lebt, kommen im Verlauf der Erzählung immer bedrohlichere Bilder zutage, die Greta zunächst noch von der Ferne aus betrachtet, welche ihr aber immer näher kommen. Der unfreiwillige Rückzug des Waldes und der Tiere, um Platz für die Gebäude und Straßen der Großen zu machen, wird hier sehr deutlich.

Auch ist nicht zu übersehen, dass die Großen Greta zunächst gar nicht wahrnehmen. Doch je mehr sich zu ihr gesellen, umso größer wird ihre Macht. Die Macht, etwas zu bewegen, die Großen aufzurütteln und doch noch unsere Erde zu retten. Zusammen kann man großes erreichen, doch dafür muss es immer einen geben, der zuerst aufsteht und für das Richtige kämpft. So lassen sich auch die unwissenden Großen belehren, damit ein friedliches Miteinander möglich ist.

Im Anhang gibt es noch einen Infotext über Greta Thunberg und ihre Bewegung. Eine Liste, mit Punkten, die man selbst umsetzen kann, um etwas zum Positiven zu verändern, wird auch noch geboten, genau wie Webseiten zum Thema Fridays for Future u. ä.

"Greta und die Großen" ist ein wichtiger Beitrag zum Thema Klimawandel. Ein Thema, welches besonders unsere Jugend beschäftigt, und so kann man gar nicht früh genug anfangen, auch die Kleinsten für das Thema zu sensibilisieren. Dafür ist dieses Buch wunderbar geeignet, denn es zeigt sowohl die Auswirkungen unseren Handelns, als auch die Veränderungen, die wir durch ein besseres Verhalten bewirken können. Es ist noch nicht zu spät, sich einzusetzen und für die Natur und unsere Tierwelt aufzustehen.

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Veröffentlicht am 19.02.2020

Was passiert, wenn zwei Menschen aus völlig verschiedenen Kulturen aufeinandertreffen und sich verlieben?

Wie du mich siehst
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Wenn ein muslimisches Mädchen mit Kopftuch und ein Highschool Liebling ihre Liebe zueinander entdecken, aber die Vorurteile der Mitschüler und Lehrer diese Liebe zueinander unmöglich machen? Mit diesem ...

Wenn ein muslimisches Mädchen mit Kopftuch und ein Highschool Liebling ihre Liebe zueinander entdecken, aber die Vorurteile der Mitschüler und Lehrer diese Liebe zueinander unmöglich machen? Mit diesem Thema setzt sich Tahereh Mafi in "Wie du mich siehst" auseinander. Dabei kann sie auf ihre eigenen Erfahrung aus ihrer Jugend zurückgreifen und sehr bewegend schildern, was im Kopf einer 16-jährigen vor sich geht, die ständig mit Anfeindungen zurechtkommen muss.

Die Autorin:
Taheri Mafi (geboren 1988 in den USA) ist iranischer Abstammung und musste seit den Anschägen am 11. September immer wieder mit Anfeindungen zurecht kommen. Die Islamophobie griff rasant um sich und so flüchtete sie sich in die Welt der Musik und des Breakdance. 2011 erschien ihr erster Roman aus de "Shatter-Me"-Reihe, mit welchem sie große Erfolge feierte.

Inhalt:
„Eine Kleinstadt in den USA: Shirins Alltag ist zum Albtraum geworden. Sie hat genug von den unverschämten Blicken, den erniedrigenden Kommentaren und den physischen Attacken, die sie ertragen muss, weil sie Muslima ist. Sie flüchtet sich ins Musikhören und in das Breakdance-Training mit ihrem Bruder und dessen Freunden. Shirin hat beschlossen, niemandem mehr zu trauen. Bis sie an ihrer neuen High School den Jungen Ocean trifft. Er ist der erste Mensch seit langem, der Shirin wirklich kennenlernen möchte. Erschrocken weist Shirin ihn harsch zurück. Ocean ist für sie aus einer Welt, aus der ihr bisher nur Hass und Ablehnung entgegenschlugen. Aber dann kommt alles anders …“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:
Die Handlung von "Wie du mich siehst" ergriff mich von der ersten Seite an. Tahereh Mafi schafft es mit ihrem Schreibstil tief in das Innenleben der Protagonistin Shirin zu blicken und lässt uns somit nicht nur an ihrem schweren Alltag in der Highschool teilhaben, sondern auch an ihrer gesamten Gedankenwelt, die von Furcht und Hass geprägt ist.

Während Shirin versucht so wenig wie möglich aufzufallen, um den rassistischen Anfeindungen ihrer Mitschüler zu entgehen, mit denen sie auf vielen anderen Schulen bereits konfrontiert wurde, muss sie erkennen, dass dies nicht funktioniert. Ein Lehrer, der es gut meint, sorgt für eine demütigende Situation, in welcher sich Shirin auf einmal befindet.

Ocean, einer ihrer Mitschüler will Shirin näher kennenlernen, er ist neugierig und stellt so unbedarft viele Fragen über ihr Leben und ihren Glauben, dass er sich still und heimlich in ihr Herz schleicht. Doch wie können zwei Menschen, die aus so ungleichen Verhältnissen kommen, zusammen sein, vor allem, wenn ihre Umwelt dies einfach nicht verstehen und akzeptieren kann? Die beiden müssen einen steinigen Weg gehen, der vor allem Shirin wachsen lässt, denn auch sie muss erkennen, dass sie nicht vorurteilsfrei ist.

Shirin findet einen emotionalen Ausgleich in ihrer Breakdance Crew, deren Mitglieder Shirin ganz natürlich in ihrer Mitte aufnehmen. Ihr Bruder Navid führt die Crew an und drei weitere Freunde von ihm bieten Shirin im Laufe der Geschichte eine Stütze. Vor allem, weil sie offen mit ihr reden und Shirin klar machen, welche Wirkung sie auf ihre Umwelt hat, und diese hat nichts mit ihrem Kopftuch zu tun. Sie alle sind sehr sympathische und aufrichtige Freunde für Shirin.

Was mich hingegen wirklich bestürzt hat, ist, dass Shirins Eltern überhaupt kein Interesse am Leben ihrer Kinder zeigen. Sie haben selbst sehr schwere Zeiten durchgemacht und denken, dass ein Alltag als Teenager nicht so schlimm sein kann. Shirins Vater zeigt zwar Ansätze von Interesse und bietet sein offenes Ohr an, jedoch ist er meiner Meinung nach nicht hartnäckig genug.

Das Buch lässt mich betäubt zurück. Ich war entsetzt über die Dummheit der rassistischen Taten und zutiefst bewegt von der Offenheit Oceans, die immer wieder auch auf Shirin abfärbte und so wunderschöne Dialoge zutage brachte. Das Ende bleibt in gewissem Sinne offen, aber Shirin nimmt unheimlich viel durch ihre Erfahrungen in ihre Zukunft mit.

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