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Veröffentlicht am 09.03.2020

Ein sehr interessanter Roman mit einer heftigen Auflösung, die ich aber teilweise erraten konnte

Weil niemand sie sah
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2005 verschwindet die 15-jährige Ellie spurlos. Die Ehe ihrer Eltern zerbricht daran. Ihr Vater scheint damit abgeschlossen zu haben, ihre Mutter kann das nicht. Jetzt, 10 Jahre später, gibt es endlich ...

2005 verschwindet die 15-jährige Ellie spurlos. Die Ehe ihrer Eltern zerbricht daran. Ihr Vater scheint damit abgeschlossen zu haben, ihre Mutter kann das nicht. Jetzt, 10 Jahre später, gibt es endlich eine Spur. Doch niemand ahnt, welches Bild sich ergibt, als alle Puzzle-Teile letztlich zusammengefügt werden.


Der Stil des Buches ist wirklich der Hammer. Man folgt immer wieder Ellie, die darüber sinniert, ob das Unheil, also ihr Verschwinden, irgendwie hätte verhindert werden können, wenn dieses oder jenes nicht passiert oder passiert wäre. Was wohl das Ereignis gewesen sein mag, durch das ihr Verschwinden ausgelöst worden ist. Man erlebt mit ihrer Mutter, wie Ellie verschwindet und was danach geschah. Man ist dabei, wie Hoffnung und Angst Hand in Hand gehen, als es heißt, es gäbe vielleicht eine Spur. Lebt Ellie oder ist sie tot? Als dann feststeht, dass sie tot ist, ist man dabei, wie Laurel ganz langsam anfängt wieder zu leben, sich auf einen neuen Mann einlässt. Doch der Gedanke an Ellie bleibt stets präsent.
Man folgt auch noch anderen Charakteren, aber ich kann nicht verraten welchen, sonst würde ich spoilern.

Vom ersten Moment an ist man „drin“ in diesem Buch. Der ungewöhnliche Schreibstil und Aufbau sorgen dafür, dass man unglaublich nah an den Charakteren ist. Man rätselt direkt mit und fragt sich, was passiert ist und was der Auslöser gewesen sein mag. Ob alles wirklich so ist, wie es scheint. Dadurch, dass man diese vielen Sichtweisen hat, kann man die Gedanken, Entscheidungen und Motive jeweils sehr gut nachvollziehen bzw. erfährt man, was sie dazu gebracht hat, sich entsprechend zu verhalten und zu entscheiden.

Stück für Stück setzt sich das Puzzle zusammen, obwohl ich teilweise erraten konnte, was passiert war, aber nicht alles. Zwischendrin gab es für mich den ein oder anderen kleinen Durchhänger, aber immer nur recht kurz. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie realistisch die ganze Story ist, aber sie liest sich gut und darauf kommt es an.

Die Auflösung des Falls ist heftig, schockierend und tragisch. Arme Ellie, wirklich, arme Ellie, sie tut mir so schrecklich leid! Es ist erschreckend, wie schnell man im Plan eines anderen Menschen unter die Räder geraten und sterben kann. Wie viele Zufälle und unglückliche Umstände zusammengetroffen sind, mit dem Ergebnis, dass niemand gesehen hat, wie Ellie verschwand. Es kommt so vieles zusammen und das Endergebnis ist tragisch. Ich habe Ellie direkt gemocht und fand es so schade, dass sie nicht überlebt hat. Ich hatte es mir für sie so sehr gewünscht.
Die Bilanz des Romans am Ende ist echt interessant. Aber der Epilog ist nochmal ein Tritt in den Magen.


Fazit: Mir hat das Buch gut gefallen. Es ließ sich gut lesen und war durch die Perspektivwechsel etwas ganz anderes. Ich meine wie oft folgt man schon einem toten Mädchen, das darüber sinniert, welche Entscheidungen wohl zu ihrem Verschwinden und letztlich zu ihrem Tod geführt haben? Man folgt auch ihrer Mutter und erlebt dadurch, das Verschwinden auch aus einer anderen Perspektive und die Folgen, die dies auf das Leben der Familienmitglieder hatte.
Ich konnte einiges ziemlich früh erraten, aber insgesamt gefiel mir die Story wirklich gut. Vielleicht nicht zu 100% realistisch, aber heftig. Man erfährt auch durch die anderen Charaktere, denen man folgt, wieso sie welche Entscheidungen getroffen haben und wie deren Leben mit Ellie verwoben ist. Zwischendurch hat das Buch aber auch mal Durchhänger, da muss man sich dann durchbeißen. Denn es gibt sie, um das Ende bzw. die Auflösung schockierender zu machen. Klappt nicht so gut, wenn man einen bestimmten Teil, wie ich, erraten hat, aber ansonsten kann ich mir schon vorstellen, dass das den Schockeffekt verstärkt.

Von mir bekommt das Buch wegen der Durchhänger, bei denen ich mir wirklich Mühe geben musste dran zu bleiben, 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 05.03.2020

In meinen Augen deutlich besser, als Band 1, aber auch hier fehlt oft der Tiefgang

Risk - Truly und Creed
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Achtung: Band 2 einer Reihe!


Niemals hätte Truly erwartet, dass sie sich nach all dem, was sie erleben musste, ausgerechnet auf Creed Gentry einlassen würde. Doch genau dazu kommt es und seit dem geht ...

Achtung: Band 2 einer Reihe!


Niemals hätte Truly erwartet, dass sie sich nach all dem, was sie erleben musste, ausgerechnet auf Creed Gentry einlassen würde. Doch genau dazu kommt es und seit dem geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf.
Creed geht es genauso und das verwirrt ihn total. Er bleibt nie bei einer Frau und schon gar nicht kommt er zu ihr zurück! Doch Truly beherrscht seine Gedanken, pausenlos. Genau das kann er gerade aber überhaupt nicht brauchen. Er muss bald zu einem Kampf antreten. Vor einiger Zeit hat er sich in eine unmögliche Situation gebracht und das muss er jetzt büßen. Entweder er gewinnt den Kampf, oder stirbt dabei. Und er weiß nicht, ob es danach vorbei sein wird, oder ob der, der ihn dazu zwingt, ihn vielleicht niemals gehen lassen wird.


Ich muss ehrlich sagen, dass mir Truly und Creed viel sympathischer waren als Saylor und Cord. Die beiden sind auch in diesem Band wieder präsent, wie auch nicht, immerhin sind die Gentry Jungs Drillinge und wohnen zusammen. Aber auch die ganze Story gefällt mir besser als in Band 1.

Truly und Creed haben beide mit Verletzungen aus ihrer Kindheit zu kämpfen. Creed flüchtet sich gern in Alkohol, Truly kompensiert das anders. Obwohl beiden nur nach einem One-Night-Stand war, fühlen sie sich einander irgendwie verbunden. Sie reden miteinander über ihr jeweiliges Leben und geben sich halt, ohne das wirklich so wahrzunehmen.

Obwohl Creed in Band 1 eine absolut idiotische Entscheidung getroffen hat, die ihn jetzt in tödliche Schwierigkeiten bringt, empfinde ich ihn als deutlich erwachsener als Cord in Band 1. Es gibt keine kindischen Streitereien zwischen ihm und Truly, nur Begehren und Nähe. Gut, manchmal denkt er Schwachsinn und man würde ihn gern treten, aber es artet nie so aus, wie in Band 1.
Truly kommt mir auch erwachsener und reifer vor als Saylor. Sie ist eine starke Frau und obwohl sie auch mal dunkle Tage hat, weiß sie um ihren Wert. Sie zieht zwar Idioten magisch an, lässt sich von ihnen aber nicht fertig machen, sondern nimmt ihr Leben immer selbst in die Hand.

Was mir lange Zeit ein bisschen gefehlt hat war der Tiefgang auf der Gefühlsebene. Ja, sie fühlen sich sexuell extrem zueinander hingezogen und haben viel Sex – der aber fast nie beschrieben wird und dadurch nicht alles überlagert – aber mit ihren Gefühlen halten sie sich zurück. Man weiß aus Band 1 einiges, was Creed und den anderen passiert ist und auch er erzählt von einem Erlebnis, aber eben nur von dem einen. Man kann sich denken, was Truly passiert ist, aber sie hält Creed lange auf Abstand, was die Ereignisse ihrer Vergangenheit anbelangt. Das finde ich schade, es hätte dem Buch mehr Tiefgang verliehen. Und als es dann doch thematisiert wird, wird es sehr schnell abgehandelt und wieder erstmal nicht auf emotionaler Ebene verarbeitet. Es wird einem hingeknallt und dann sofort zum nächsten Thema übergegangen. Kein bisschen darüber, wie sich Truly gefühlt hat oder was sie denkt.

Was mich davon abgesehen am meisten gestört hat, war ab und an die Wortwahl. Ich fand zum Beispiel den Begriff „Ische“ einfach nur dämlich und unpassend – benutzt den heute überhaupt noch jemand? Und „Schwessi“ fand ich nur albern.

Es werden auch die Weichen für Band 3 gestellt und man kann sich schon denken, wer da zusammenkommen soll.


Fazit: Ich fand das Buch deutlich besser als Band 1. Die Protagonisten waren viel erwachsener. Allerdings hat mir auch hier der Tiefgang lange gefehlt. Ab und an blitzt er auf, ist aber genauso schnell auch wieder verschwunden. Das ist echt schade. Wäre das etwas mehr ausgebaut worden, hätte das dem Buch echt gut getan.
Zwischendrin wird das Buch spannend, aber mich hat das nicht ganz so berührt, wie in Band 1, das empfand ich als emotionaler.

Insgesamt gefiel mir Band 2 der Reihe deutlich besser als Band 1. Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.03.2020

Emotional nicht ganz ohne, aber bis auf einen Kritikpunkt eine schöne Liebesgeschichte

Mein Herz in deinen Händen
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Achtung: Band 1 einer Reihe!



Achtung: Triggerwarnung: Suizid!



Presley findet ihren Mann erhängt im Badezimmer. Er hat sich das Leben genommen und sie und die gemeinsamen Kinder einfach mit einem ...

Achtung: Band 1 einer Reihe!



Achtung: Triggerwarnung: Suizid!



Presley findet ihren Mann erhängt im Badezimmer. Er hat sich das Leben genommen und sie und die gemeinsamen Kinder einfach mit einem gigantischen Schuldenberg sitzen lassen. Presley ist am Boden zerstört und als sie das wahre Ausmaß seines Betrugs erkennt, bleibt ihr nichts anderes übrig als mit ihren Jungs an den Ort zurückzukehren, den sie nie wiedersehen wollte, ihren Heimatort.

Doch nicht lange nachdem sie dort ist, läuft sie gezwungener maßen – nachdem es ein Jugendfreund so eingerichtet hat – ihrer Jugendliebe über den Weg. Mit Zach ist Presley damals durchgebrannt. Ihm ist sie überall hin gefolgt, bis er sie verlassen hat. Diesen Schmerz hat sie bis heute nicht verwunden und es hilft kein bisschen, dass die alte Anziehungskraft noch da ist und beinahe jeder im Ort versucht die beiden wieder zu verkuppeln. Zudem ist Zach auch noch mit Presleys Erzfeindin, einem richtigen Miststück zusammen.





Presley tat mir so schrecklich leid. Ich kann mich gut in die Situation am Anfang einfühlen. Ich werde nie vergessen, als ich so einen panischen Anruf von meiner damals besten Freundin bekam. Ich möchte hier nicht öffentlich ins Detail gehen, aber die Situation hinterher war ähnlich, nur dass es nicht um einen Ehemann ging.

Ich kann also gut nachempfinden, wie es Presley gerade geht und ihren armen Jungs.
Als man erfährt, dass Zach sie damals verlassen hat und wie schlecht es ihr danach ging, kann man verstehen, warum sie Todds Selbstmord jetzt doppelt so hart trifft. Ihre Wortwahl sagt alles, sie interpretiert es so, dass sie es nicht wert war, bei ihr zu bleiben, weder bei Zach noch bei Todd, doch da ist es noch schlimmer, weil sie und ihre Söhne ihrem Mann scheinbar – so ihre Meinung – nicht genug bedeutet haben, um für sie weiterzuleben.



Ich kann Presleys Entscheidung sehr gut nachvollziehen, ihren Jungs nicht zu sagen, dass es Suizid war. Sie würden es vielleicht ähnlich interpretieren, wie Presley und das wäre dann noch schlimmer.



Ich finde es toll, wie Zach und Presley gezwungenermaßen lernen miteinander umzugehen. Was ich mich genervt hat war zum Beispiel, dass er ihre Erzfeindin partout nicht so sehen wollte, wie sie nun mal ist. Er verschließt einfach komplett die Augen davor. Ich finde es sowieso fragwürdig, dass er mit ihr zusammen ist.

Davon abgesehen hat mich nur noch die Reaktion auf die Wendung gestört. Die Wendung an sich, also die Enthüllung fand ich gut und passend, dadurch ergibt Presleys Verhalten am Anfang Zach gegenüber mehr Sinn. Blöd fand ich aber, wie er reagiert hat. Gut, er ist geschockt aber die Rückschlüsse, die er zieht, fand ich doof. Ebenso wie Presley durch den Einfluss der anderen alles umdeutet und plötzlich alles nur noch ihre Schuld ist, sowas mag ich einfach nicht. Ja, sie hat sich nicht zu 100% korrekt verhalten, aber ich kann ihr Verhalten damals und heute sehr gut nachvollziehen. Ich kann auch Zachs Standpunkt nachvollziehen. Es ist einfach blöd gelaufen. Aber es hat eben nicht bloß einer Schuld. Sowieso ging mir Zachs Reaktion auf Probleme auf die Nerven. In meinen Augen wählt er immer den einfachen Weg.





Fazit: Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist definitiv ein hartes Thema und emotional belastend. Presley und die Jungs tun einem sehr leid. Es ist einfach eine ganz schreckliche Situation, in der sie sich befindet.

Die Story rund um Zach, ihre Jugendliebe fand ich interessant. Man erfährt, was damals passiert ist, erst aus Presleys und später aus Zachs Sicht und man fragt sich, ob die beiden noch eine Chance haben oder ob einfach zu viel passiert ist zwischen ihnen und in ihrem Leben allgemein.

Die Wendung an sich fand ich sehr gut, sie hat für mich Sinn gemacht. Die Reaktionen darauf waren aber nicht mein Fall. Da habe ich mich ziemlich aufgeregt.

Klar finden sich in diesem Buch auch ein paar Klischees. Aber ich fand sie jetzt nicht allzu störend, nur, dass er ausgerechnet mit ihrer Erzfeindin zusammengekommen war, fand ich blöd. Sowas mag ich einfach nicht.



Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.



Ich freue mich, dass es mit Zachs Brüdern noch weitergeht. Im nächsten Band der Reihe geht es um Wyatt und Angie und im dritten Band um Trent und Grace. Ich bin schon echt gespannt!

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Veröffentlicht am 24.02.2020

Bis zur Wendung wirklich richtig gut, danach fühlte sich das Buch für mich leider zu anders an

Beautiful Pain
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Viktorias großer Traum ist es, Ballerina zu werden. Doch bislang hat es mit einem Engagement nicht geklappt. Sie unterrichtet Tanz und nachts geht sie putzen. Dort trifft sie immer wieder auf den Bezirksstaatsanwalt, ...

Viktorias großer Traum ist es, Ballerina zu werden. Doch bislang hat es mit einem Engagement nicht geklappt. Sie unterrichtet Tanz und nachts geht sie putzen. Dort trifft sie immer wieder auf den Bezirksstaatsanwalt, der zwar heiß ist, aber nie einen Blick an jemanden wie sie verschwenden würde. Doch dann trifft sie ihn in der Tanzschule, als er eines der Kinder abholt und es funkt gewaltig. Aber keine Frau konnte Desmond bis jetzt das geben, was er sich mehr als alles andere wünscht: eine Partnerin, mit der er seine dunklen Bedürfnisse genießen kann, weil auch sie sie genießt. Als er aber einen vergessenen Rucksack suchen geht und Viktoria dabei überrascht, wie sie sich selbst verletzt erkennt er, dass sie sein perfektes Gegenstück ist. Aber kann das gut gehen?


Ich war von Anfang an „drin“ in diesem Buch. Viktoria zappelt sich so ab, um zu überleben, trainiert, unterrichtet, geht zu jedem Casting und arbeitet noch in einem zweiten Job. Sie hat kaum Zeit zu schlafen oder zu essen, trotzdem kriegt sie andauernd bei Castings zu hören sie sei zu dick. Zu dick für den Job aber nicht, um eindeutig zweideutige Angebote zu erhalten, sie könne sich für ihre Karriere nach oben schlafen. Sie tut mir so schrecklich leid. Alles was sie will ist tanzen, aber man lässt sie einfach nicht.

Desmond hat furchtbares erlebt in seiner Jugend und ich hasse seine Eltern dafür. Er hat diese Bedürfnisse und sie doch nie ausgelebt. Er will kein Monster sein, er will niemanden missbrauchen. Als er erkennt, dass Viktoria den Schmerz braucht ist ihm klar, dass sie sein Gegenstück ist. Aber er weiß auch, dass, sollte jemals etwas über seine Neigungen an die Öffentlichkeit kommen, seine Karriere vorbei ist.

Viktoria hat dagegen Angst nicht gut genug zu sein. Wie sollte sie auch nicht, sie putzt sein Büro! Zudem hat sie ja nichts anderes die ganze Zeit über gehört. Sie ist nicht gut genug für die Jobs, für die sie sich bewirbt.

Ja, in diesem Buch geht es um eine Beziehung, in der Sex eine sehr große Rolle spielt und der ist BDSM angehaucht. Es geht etwas wilder zu. ABER es geht nicht um Macht oder Zwang. Desmond zwingt Viktoria nichts auf. Sie hat die Wahl, was sie will oder auch nicht. Sie wird nicht erniedrigt. Es geht um zwei Menschen, deren Bedürfnisse sich ergänzen.
Was ich aber dabei richtig gut finde ist, es ist keine reine Sex-Beziehung. Schon sehr früh wird klar, dass sie einander mehr geben können als guten Sex. Sie reden miteinander, heilen einander. Das Buch ist hier sehr einfühlsam, lässt einen hinter die Schutzmauern beider Protagonisten blicken und erkennen, was dahintersteckt.

Allerdings war die Wendung und das was danach kam nicht so meins. Ich hätte mir gewünscht, dass das anders abläuft. Ich kann verstehen, warum dieser Weg gewählt wurde, aber ich hätte es mir anders gewünscht. Für mich war der Bruch zur restlichen Geschichte zu hart, die Richtungsänderung zu stark.
Das Ende fand ich dann wieder besser, aber irgendwie hatte ich eine andere Beziehung zu den Protagonisten durch die Wendung. Für mich hat sich das Buch ab da einfach anders angefühlt.


Fazit: Bis zur Wendung gefiel mir das Buch extrem gut. Die Wendung hat bei mir dafür gesorgt, dass sich das Buch ab da ganz anders angefühlt hat. Das war für mich wie eine kalte Dusche und die Kälte ging nicht mehr weg. Zuvor fand ich das Buch heiß und emotional und einfach ganz toll. Die Wendung und das unmittelbar danach passte für mich nicht. Ich hätte mir ein anderes Verhalten der Protagonisten gewünscht.
Für mich hat sich das Buch hier zu stark verändert.

Von mir bekommt das Buch ganz knappe 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.02.2020

Sehr spannend, aber das Ende ist nicht zu 100% meins

LITTLE LIES – Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht
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Leah hat vollkommen neu angefangen. Nachdem sie ihren Job als Journalistin aufgeben musste, ist sie nun Lehrerin mitten im Nirgendwo. Ihre Mitbewohnerin Emmy kennt sie noch aus College-Zeiten. Doch dann ...

Leah hat vollkommen neu angefangen. Nachdem sie ihren Job als Journalistin aufgeben musste, ist sie nun Lehrerin mitten im Nirgendwo. Ihre Mitbewohnerin Emmy kennt sie noch aus College-Zeiten. Doch dann bekommt die Idylle langsam Risse. Eine verletzte Frau wird aufgefunden und sie scheint in einer Verbindung zu Leah zu stehen. Ein Mann, der Leah scheinbar gestalkt hat, gilt als Verdächtiger. Doch er ist nicht der einzige, der sich merkwürdig benimmt. Dann wird Leah klar, dass sie ihre Mitbewohnerin seit Tagen nicht mehr gesehen hat. Zuerst hat sie sich nichts dabei gedacht, aber jetzt schon. Sie meldet sie als vermisst und lernt den Detective Kyle kennen. Es funkt, aber Leah will nicht, dass er erfährt, wer sie war. Was steckt hinter all diesen merkwürdigen Vorkommnissen? Und was hat Leah damit zu tun? Ist jemand hinter ihr her oder hinter Emmy?


Ich fand das Buch von Anfang an spannend. Man bekommt von Leah nur ganz langsam einzelne Puzzleteile, das finde ich richtig gut, es wirkt fast, als müsse sie dem Leser erst genug vertrauen, um ihm bestimmte Dinge anzuvertrauen, wie in einer echten Beziehung zwischen echten Menschen.

Je mehr man liest, desto mehr widersprüchliche Dinge erfährt man. Das interessanteste an dem Buch ist, dass man nie eine Ahnung hatte, was überall dahintersteckt. Es gibt mehr als ein Rätsel zu lösen, so viel verrate ich.

Leah ist kein einfacher Charakter. Sie hält einen ziemlich auf Distanz und lässt einen selten an ihren Gefühlen teilhaben. Auch ihre Vergangenheit vertraut sie dem Leser nur in kleinen Häppchen an und die Wahrheit erfährt man auch erst kurz vor Schluss.
Emmy lernt man nur durch Leah kennen, durch ihre Erinnerungen. Das macht es besonders interessant, weil man eben alles nur gefiltert erfährt. Man lernt nicht die „echte“ Emmy kennen, sondern Leahs Version von ihr. Doch Stück für Stück bekommt man durch Leahs Recherchen mehr Antworten und bald ergibt das Bild, das man zusammensetzen keinen Sinn mehr, denn die Emmy, die Leah kennt und die Emmy, über die sie mehr herausfindet, können nicht so einfach in Einklang gebracht werden. Manche Teile passen nicht.
Kyle ist ein durchaus sympathischer Charakter, allerdings wird er später undurchsichtiger und man fängt an, an ihm zu zweifeln.

Ich fand die Idee echt super und auch die Umsetzung hat mir, bis auf ein paar Kritikpunkte sehr gut gefallen. Ich finde es gut, wie alles verknüpft wurde, aber die Auflösung ist doch auch etwas weit hergeholt, bzw. wirkt dadurch die Handlung konstruierter, als vorher. Es ist einfach etwas sehr kompliziert.
Ich fand es schade, dass das Ende halboffen war. Man hatte zwar die Auflösung, aber es blieb trotzdem noch etwas offen, was genau kann ich nicht verraten, aber mich hat das gestört. Ich mag es lieber, wenn am Ende eines Thrillers alles geklärt ist.
Leah wirkt oft recht kalt und distanziert. Einerseits passt das sehr gut, andererseits ist das schade, weil man ihr so nicht immer folgen kann. Manche ihrer Handlungen ergeben für mich nicht wirklich Sinn, bzw. frage ich mich, warum sie so handelt und bekomme keine Antwort darauf.


Fazit: Mir gefiel das Buch sehr gut. Ich fand es stimmig, aber die Auflösung war mir etwas zu kompliziert. Da sollten alle Handlungsstränge miteinander verbunden und zusammengeführt werden, wodurch es etwas unübersichtlich wurde.
Leider war es auch wieder ein halboffenes Ende und die mag ich einfach in den meisten Fällen nicht.
Interessant war vor allem, dass es mehrere Rätsel zu lösen gab. Das Buch war von Anfang an spannend und gerade, weil die Protagonistin die Informationen nur ganz langsam herausgerückt hat, kann man kaum selbst Theorien aufstellen. Kaum hat man eine, schon erfährt man wieder etwas Neues und die Theorie passt nicht mehr. Man zweifelt irgendwann an allem, auch an Leah, der Protagonistin und das macht den Reiz dieses Buches aus.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Von mir bekommt es 4 Sterne.

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