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Veröffentlicht am 12.03.2020

Faszinierender Einblick in eine fremde Welt

Die fabelhafte Welt der fiesen Tiere
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Das Spezialgebiet des Biologen Frank Nischk ist tatsächlich sehr speziell: Insekten, vorzugsweise deren Konzerte. Mit seinem Buch "Die fabelhafte Welt der fiesen Tiere" nimmt er den Leser mit auf einen ...

Das Spezialgebiet des Biologen Frank Nischk ist tatsächlich sehr speziell: Insekten, vorzugsweise deren Konzerte. Mit seinem Buch "Die fabelhafte Welt der fiesen Tiere" nimmt er den Leser mit auf einen Teil seiner Forschungsreisen.

Dieses Buch ist wahnsinnig lehrreich. Frank Nischk berichtet hier von seinen Anfängen in einem Kölner Labor, in dem er für eine Chemiefabrik den Lockstoff von Schaben erforschen soll, weiter geht die Reise in die Regenwälder, wo er Bekanntschaft mit Treiberameisen, Spinnengrillen und eine sehr schmerzhafte Erfahrung mit einer Gewehrkugelameise machen muß. Das letzte Kapitel ist dem Artenschutz gewidmet, in dem er aufzeigt, welche Folgen das Insektensterben für andere Tiere hat und was dagegen getan werden kann. Hauptsächlich geht es hier um Insekten, aber auch Quallen bekommen hier ihre Bühne. Man lernt sehr viel über diese ganzen, leider oft sehr wenig beachteten Tierchen. Wenn man dieses Buch liest, wird man sehr schnell feststellen, daß dies sehr ungerecht ist. Denn Schaben & Co sind faszinierende Tiere, die ein ausgeprägtes Sozialleben haben und sich rührend um ihren Nachwuchs kümmern. Frank Nischk beschreibt seine Forschungsergebnisse auf sehr eingängige Weise. Manchmal erinnert es schon an einen Krimi, so z. B. der Beutezug der Gallwespe. Der Leser bekommt Wissen auf unterhaltsame und verständliche Art vermittelt. Ebenso bietet das Buch Raum für das Leben der Urwaldvölker, ihre Riten und Lebensweisen, sowie für die Pioniere der Biologie. Eine gute Ergänzung zum Text sind die Aufnahmen der Grillengesänge und Urwaldakustik, die der Autor auf seinen Reisen aufgenommen hat und die im Internet auf der im Buch angegebenen Seite angehört werden können. Was mir noch etwas gefehlt hat sind ein paar Farbfotos der Tiere. Dies hätte das Buch abgerundet. Aber dies ist nur eine Kleinigkeit und führt bei der hohen Qualität des Textes auf keinen Fall zu Punktabzug! Übrigens ist das Buch sehr liebevoll gestaltet - über viele Seiten krabbeln Insekten durch den Text, was sehr auflockernd wirkt!

Dieses Buch fasziniert und begeistert - somit ein klarer Lesetip von mir!

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Veröffentlicht am 11.03.2020

Eine richtig spannende Handlung

Tod im Leuchtturm
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Julia Lange kehrt nach 29 Jahren zurück auf ihre Heimatinsel Neuwerk. Sie will den Leuchtturm über Winter hüten. Doch die Dämonen ihrer Vergangenheit holen sie ein. Als sie tot in ihrer Badewanne aufgefunden ...

Julia Lange kehrt nach 29 Jahren zurück auf ihre Heimatinsel Neuwerk. Sie will den Leuchtturm über Winter hüten. Doch die Dämonen ihrer Vergangenheit holen sie ein. Als sie tot in ihrer Badewanne aufgefunden wird, kann ihre Freundin Margo sich nicht mit einem angeblichen Selbstmord abfinden. Sie sucht Hilfe bei der Hamburger Kommissarin Friederike von Menkendorf. Diese hat es beruflich gerade nicht leicht. Mit ihrem neuen Vorgesetzten kommt sie nicht zurecht, einer ihrer Kollegen versucht sie bei ihm schlecht zu machen. Friederike muß viele Hürden überwinden, um den wahren Todesumstand aufzuklären....

"Tod im Leuchtturm" von Susanne Ziegert hat alles, was für mich einen guten Regionalkrimi ausmacht. Man wird auf eine Reise nach Neuwerk und Cuxhaven genommen und hat das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Da ich Sahlenburg selbst kenne, war es für mich ein gelungenes Wiedersehen mit diesem schönen Ort. Die Autorin beschreibt den Ort so bildhaft, daß man fast meint selbst in einem Wattwagen zu sitzen und hört das typische Geräusch der Pferdehufe im Watt. Auch die Charaktere sind sehr typisch gewählt. Da gibt es den leicht knorrigen Hafenkioskbesitzer, die Neuwerker Bewohner, die eine Gemeinschaft bilden, jeder weiß etwas - aber keiner will etwas gesagt haben.... Und natürlich Margo und Friederike, die sich beide nicht geschlagen geben und nicht eher aufgeben, bis Julias Geheimnis ans Licht kommt. Beide sind für mich absolute Sympathieträger. Sie ermitteln in einem Fall, der es in sich hat und dessen Wurzeln weit in die Vergangenheit reichen. Spannend ist es hier von Beginn bis Ende und man selbst wird gekonnt auf die falsche Fährte gelenkt, so daß man am Schluß sehr überrascht wird.

Dieser Krimi verschafft neben richtig guter Unterhaltung Ferienlaune - und ist somit auf jeden Fall lesenswert!

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Veröffentlicht am 10.03.2020

Sehr interessant

Die brennenden Kammern
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Minou, ihr katholischer Vater sowie ihre zwei Geschwister leben in Carcassonne. Der Vater betreibt eine Buchhandlung, in der auch Minou arbeitet. Dort erhält sie eines Tages einen Brief mit nur einem Satz: ...

Minou, ihr katholischer Vater sowie ihre zwei Geschwister leben in Carcassonne. Der Vater betreibt eine Buchhandlung, in der auch Minou arbeitet. Dort erhält sie eines Tages einen Brief mit nur einem Satz: "Sie weiß, daß ihr lebt". Dann überstürzen sich die Ereignisse, Minou lernt Piet kennen und reißt mit ihrem Bruder nach Toulouse. Dort befinden sie sich in großer Gefahr...

Kate Mosse hat mit "Die brennenden Kammern" einen soliden historischen Roman geschrieben. Spannung wird hier direkt im Prolog erzeugt und bleibt bis zum Schluß unverändert hoch. Ihre Beschreibungen der Zeit sind bildgewaltig. Hier wird der Krieg zwischen den Christen mit all seinen Facetten sehr deutlich gemacht. Man erlebt die Not der Bevölkerung hautnah und leidet mit. Die Schlachten und Folterungen sind sehr deutlich beschrieben und sind nichts für zartbesaitete Gemüter. Aber so war die Realität und das Buch beschönigt halt nichts. So muß es für mich sein. Man erfährt viel über die Hugenotten und merkt, daß hier akribisch recherchiert wurde. Die Charaktere gefallen. Sie sind sympathisch und glaubhaft, man kann sich ihrem Schicksal nicht entziehen und fiebert mit ihnen. Man hält bei den Gefahren, die sie durchleben müssen, förmlich die Luft an. Kate Mosse ist es auf wunderbare Weise gelungen, reale Geschichte mit Fiktion zu verbinden. Die Grenze ist hier sehr fließend und man muß sehr aufpassen, um die Fiktion nicht für Wahrheit zu halten. Dies alles und natürlich der sehr gute Schreibstil der Autorin, machen dieses Buch zu einem besonderen Erlebnis!

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  • Erzählstil
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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 09.03.2020

Gelungene Fortsetzung

Der Ring des Lombarden
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Köln im Jahre 1423. Die junge Witwe des Lombarden Nicolai Golatti, Aleydis, hat viele Feinde und Konkurrenten, die behaubten, sie wäre unfähig, die Wechselstube ihres Mannes weiterzuführen. Doch damit ...

Köln im Jahre 1423. Die junge Witwe des Lombarden Nicolai Golatti, Aleydis, hat viele Feinde und Konkurrenten, die behaubten, sie wäre unfähig, die Wechselstube ihres Mannes weiterzuführen. Doch damit nicht genug: Sie muß sich auch gegen die von ihrem Mann gesponnenen Intrigen und Erpressungen zur Wehr setzen. Als auf Nicolais Mörderin ein Brandanschlag verübt wird, benötigt sie Hilfe - ausgerechnet von Gewaltrichter Vinzenz...

"Der Ring des Lombarden" ist die direkte Fortsetzung von "Das Gold des Lombarden". Beide Bücher hat Petra Schier in sich abgeschlossen geschrieben, jedoch sollte man wirklich mit Band 1 beginnen - zu viel passiert in den Büchern und um Aleydis und ihre Probleme zu verstehen wäre dies wirklich zu empfehlen. Wie gewohnt entführt Petra Schier den Leser auf wunderschöne Weise ins Mittelalter. Das alte Köln wird von ihr sehr lebendig dargestellt und man sieht die Gassen und ihre Bewohner deutlich vor sich. Man erlebt alltägliche Situationen, wodurch man sich sehr gut in die Handlung und vor allem in die Charaktere hinein versetzen kann. Aleydis entwickelt sich mit jeder Seite und ihr Selbstbewusstsein wächst. Diese Entwicklung ist spannend zu verfolgen. Überhaupt Spannung - die ist hier ebenfalls wieder hoch und hält bis zum Ende des Buches. Hier schafft es Petra Schier immer wieder, mich an das Buch zu fesseln. Sehr praktisch sind übrigens die Karte sowie das Personenverzeichnis. Dies bereichert ein Buch immer sehr!

Auch dieses Buch von Petra Schier kann nur eine Bewertung bekommen: Volltreffer!

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Veröffentlicht am 06.03.2020

Packend

Blutige Gnade
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Mara Billinsky hat einen neuen Fall, der sehr mysteriös ist. Sie bekommt es mit einem Einbruch ohne Diebstahl, einer Mordserie ohne Spuren und einem Journalisten, der kurz davor war, etwas sehr heikles ...

Mara Billinsky hat einen neuen Fall, der sehr mysteriös ist. Sie bekommt es mit einem Einbruch ohne Diebstahl, einer Mordserie ohne Spuren und einem Journalisten, der kurz davor war, etwas sehr heikles aufzudecken zu tun. Als ob dies alles nicht schon genug wäre, bekommt sie es noch mit ihrer eigenen Vergangenheit zu tun. Die Zusammenhänge erkennt sie fast zu spät...

"Blutige Gnade" ist der vierte Fall von Mara, der Krähe, aus der Feder von Leo Born. Wieder erschafft er von der ersten Seite an eine ganz besondere Spannung. Dieser Fall ist von Beginn an mysteriös und die Spannung wird durchgängig gehalten. Leo Born vermittelt dem Leser die Geschehnisse sehr glaubhaft, so daß man der Handlung gut folgen kann und die Zusammenhänge versteht. Mit Mara hat er eine außergewöhnliche Charaktere geschaffen. Sie fällt auf - sowohl durch ihre Optik, als auch durch ihr Wesen. Sie ist einzigartig und somit unverwechselbar, dadurch absolut authentisch. Man könnte schon sagen: Sie ist das Markenzeichen des Autors. Leo Born wäre nicht er selbst, hätte er einen durchschaubaren Fall vorgelegt. Im Gegenteil. Man rätselt bis zum Ende hin und her, hat ständig neue Ideen und wird von der Handlung gepackt. Man kann die Bücher dieser Serie übrigens getrennt lesen und jederzeit einsteigen. Die Fälle sind abgeschlossen. Jedoch entwickelt sich Mara immer weiter. Zwar bekommt man alles wissenswerte vermittelt, aber die Entwicklung von ihr ist sehr lesenswert - wie halt die ganze Serie.

Dieses Buch bekommt eine ganz klare Leseempfehlung!

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