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Veröffentlicht am 17.06.2020

Kein Must-Read, aber lesenswert

Sturmtochter, Band 1 - Für immer verboten
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Nacht für Nacht jagt Ava zusammen mit ihrem Schulkameraden Lance Elementar-Wesen. Ava weiß nicht, was genau sie sind oder woher sie kommen - was sie aber weiß, ist, dass sie sehr gefährlich für die Menschen ...

Nacht für Nacht jagt Ava zusammen mit ihrem Schulkameraden Lance Elementar-Wesen. Ava weiß nicht, was genau sie sind oder woher sie kommen - was sie aber weiß, ist, dass sie sehr gefährlich für die Menschen sind, denn sie haben die Macht, die Elemente zu beherrschen. Eines Tages jedoch bemerkt Ava an sich selbst die Kraft, das Wasser zu kontrollieren - jedoch ohne eine Ahnung zu haben, wie sie diese Macht beherrschen sollte - und sie beginnt ihre eigene Geschichte und Herkunft zu hinterfragen. 

Die Geschichte beginnt actionreich. Wir befinden uns direkt bei Ava und Lance auf der Jagd nach einem Elementar. Danach verliert das Buch jedoch zunächst immer mehr an Tempo. Relativ früh wird Ava mit einer ihr unbekannten Kraft konfrontiert: Sie kann das Wasser lenken und muss schnell feststellen, dass sie in ihrem Umfeld nicht die einzige mit so einer Kraft ist. Das typische Urban-Fantasy-Ding (also, die Erkenntnis der Protagonistin: "Irgendwas stimmt nicht mit mir. Ich habe eine andere Herkunft als ich dachte.") kommt hier sehr früh und ist wirklich nahezu klischeehaft. Danach nimmt das Buch sich sehr viel Zeit, auszuführen wie Ava mit all dem klar kommt. Richtig ereignisreich wird das Buch dann erst zum Ende wieder. Aber da es sich um eine Trilogie handelt, ist das natürlich vollkommen legitim. 

Und eine Liebesgeschichte gibt es natürlich auch: Zunächst ist da Lance, bei dem die Autorin es nur leider versäumt hatte dem Leser mitzuteilen, dass Ava scheinbar schon eine Weile in ihn verknallt ist, denn zwischen den beiden sprühen relativ früh, fast aus heiterem Himmel, schon heftig die Funken. Neben Lance, taucht mit Reid noch eine weitere männliche Figur auf, die durchaus interessiert an Ava zu sein scheint. Doch was genau das für ein Interesse ist, werden wir Leser wohl erst in den Folgebänden erfahren. Insgesamt betrachte ich die Liebesgeschichte jedoch mit sehr gemischten Gefühlen. Sie begann zu plötzlich zu intensiv, um wirklich Gefühle bei mir zu wecken, nimmt aber im Weiteren noch einen schöneren Verlauf. Das Tempo wird auch hier wieder etwas zurückgeschraubt.

Insgesamt bewegten sich die Charaktere alle in einem sympatischen Bereich, man sollte sich jedoch bewusst sein, dass hier bisher wenig mit Charaktertiefe und Vielschichtigkeit, dafür aber mit vielen Klischees gearbeitet wird. 

Dieser Roman ist für mich leichte Kost unter der Romantasy. Er liest sich flüssig weg und kann gut unterhalten - und zwar so viel, dass ich auch gerne den nächsten Band lesen möchte. Doch ein Must-Read unter der Romantasy/Urban-Fantasy ist er nicht.

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Veröffentlicht am 13.03.2020

Eine schöne Geschichte, jedoch fehlt es an Tempo und Spannung

Die letzte Dichterin
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Minna Fabelreich hat nicht viel an Reichtümern oder überhaupt von Wert außer ihrer Begabung zum Dichten. Und diese möchte sie den Menschen auf ihren Reisen durch Phantopien gern näher bringen. Denn von ...

Minna Fabelreich hat nicht viel an Reichtümern oder überhaupt von Wert außer ihrer Begabung zum Dichten. Und diese möchte sie den Menschen auf ihren Reisen durch Phantopien gern näher bringen. Denn von den Dichtern soll es auf der Welt nicht mehr viele geben - die Magie Phantopiens stirbt aus. Als sie schließlich eine Einladung zu einem Dichterwettstreit in der magischen und sagenumwobenen Stadt Fernab bekommt, zögert sie nicht, sofort dorthin aufzubrechen - in Begleitung von Finn Minengräber, dem Schatzsucher. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach Fernab - und auf die Suche nach ihrer eigenen ganz persönlichen Magie.

Ein großes Lob gilt erst einmal diesem wunderschönen Cover. Es spiegelt die Handlung des Buches gelungen wider. Auf den ersten Seiten des Buches gibt es außerdem eine gezeichnete Karte von Phantopien. Bücher, die mit solch einer Karte beginnen, versprechen meistens viel – vor allem an Fantasie. Wiederum verwundert war ich über die ebenfalls vorne abgedruckte Playlist zum Buch. Das ist mir in reiner Fantasy noch nie begegnet. Gerade ein Lied von Lukas Graham würde ich mir persönlich nicht zu einer märchenhaften Geschichte wie dieser anhören. Ist vielleicht aber auch Geschmackssache.

Kommen wir nun zur eigentlichen Frage dieser Rezension: Wie war das Buch? Zunächst loben kann man den Schreibstil der Autorin – dieser war sehr märchenhaft und vor allem gefühlvoll. Katharina Seck ist es gelungen mit Geduld und Feingefühl die Geschichte einer sich langsam aufbauenden Freundschaft zu erzählen. Aber noch mehr als das: Sie erzählt von verlorener Liebe, von Trauer und Wut und Schmerz; repräsentiert durch verschiedene Charaktere des Buchs.

Die Geschichte nimmt abwechselnd die Sichtweise folgender Personen ein, erzählt dabei aber in der dritten Person: Minna, Finn, die Königin und der Gabensucher Valerian. Protagonisten sind meiner Einschätzung nach allerdings Minna und Finn. Als Leser ist man hier in der Regel allwissend durch die vielen verschiedenen Perspektiven. Das hat mich das ein oder andere mal doch sehr gestört, weil es der Geschichte zum Teil an Tempo und Spannung genommen hat. Oft wusste man schon, womit unsere Protagonisten als nächstes konfrontiert werden, die Frage war dann mehr das „Wie“. Demnach waren auch Anfang und Ende des Buches am stärksten, die Mitte zog sich nach meinem Geschmack sehr stark. Hier war die Handlung absolut vorhersehbar. Glücklicherweise änderte sich das zum Ende hin wieder, welches Spannung in die Geschichte brachte.

An sich ist „Die letzte Dichterin“ ein rundes Fantasybuch, mit der einen oder anderen Länge, aber auch der einen oder anderen Spannung. Die Sache dabei ist nur leider: Es ist eben auch nicht mehr als eine runde Sache. Aus Phantopien hätte man meiner Meinung nach noch viel mehr rausholen können. Die Magie, die hier das große Thema war, kam bei mir nicht an. Von der Bandbreite an Gefühlen und vom Schreibstil her super! Aber von der Handlung hatte ich mir sehr viel mehr versprochen. Noch ein kleiner Hinweis für die Romantiker unter uns: Zumindest unter unseren Protagonisten spielt die Liebe kein Thema. Dem ein oder anderen ist das ja durchaus wichtig für die Wahl seiner/ihrer nächsten Lektüre. In meine Bewertung fließt das aber natürlich nicht ein.

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Veröffentlicht am 16.06.2019

Über Bücherliebe und Paris - nur die Romantik blieb auf Sparflamme

Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine
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Sarah besitzt einen kleinen Buchladen in Ashford, einem kleinen ruhigen Örtchen in den USA. Zwischen ihren Büchern fühlt sie sich pudelwohl - vor allem mit Ridge an ihrer Seite, der aufgrund seiner Arbeit ...

Sarah besitzt einen kleinen Buchladen in Ashford, einem kleinen ruhigen Örtchen in den USA. Zwischen ihren Büchern fühlt sie sich pudelwohl - vor allem mit Ridge an ihrer Seite, der aufgrund seiner Arbeit als freier Journalist sehr viel um die Welt reisen muss. Zumindest dachte Sarah, dass sie in dem kleinen Ort glücklich ist, bis ihre französische Freundin Sophie ihr einen Buchhandlungstausch vorschlägt. Und ehe Sarah sich versieht, muss sie eine wesentlich größere Buchhandlung mitten in Paris leiten. Das bringt nicht nur jede Menge Sightseeing, sondern auch jede Menge Arbeit mit sich.

Mit Sarah hat die Autorin einen wundervollen, buchverliebten Charakter geschaffen, mit dem man sich aufgrund der gemeinsamen Leidenschaft sofort identifizieren kann. Auch die verschiedenen Szenarien konnten alle durchweg überzeugen: Sarahs und Sophies Buchläden, die beide ganz unterschiedlich, aber wirklich liebenswert dargestellt sind - und natürlich Paris. Sarahs Alltag in der Buchhandlung zu verfolgen und zum Feierabend mit ihr durch Paris zu schlendern, hat wirklich Freude gemacht.
Nur leider bin ich an dieses Buch mit den falschen (und zu hohen) Erwartungen rangegangen. Zunächst einmal hatte ich mir den Roman als Sommerlektüre vorgestellt, die mich im handumdrehen nach Paris versetzt. Hätte ich vorher mal die ein oder andere Rezension gelesen, hätte ich vielleicht gewusst, dass es eigentlich ein Weihnachtsroman ist, also nicht die ideale Wahl für den Sommer. Nun gut, da kann ich drüber hinwegsehen. Über ein paar andere Sachen jedoch nicht. In Sarahs und Ridges Beziehung läuft es nicht ideal, da die beiden sich aufgrund seines Berufs nur selten sehen können. Wenn sie sich dann mal sehen, wird es mir persönlich jedoch etwas zu kitschig. Fast schlimmer noch wird es aber in der Zeit, in der die beiden sich nicht sehen, denn Sarah muss spätestens zum letzten Romandrittel einfach alles Negative, dass ihr begegnet, auf ihre Beziehung beziehen. Das wurde mit der Zeit etwas anstrengend, auch wenn ihre Gedankengänge nachvollziehbar waren. Aber als romantischen Leser macht einem das leider eher schlechte Laune. Die empfand ich tatsächlich auch im letzten Drittel des Buchs. Und auch das Ende konnte da keine Abhilfe schaffen. Probleme lösten sich von ganz allein oder verflogen gar einfach. Der Schluss kam für mich sehr aprubt im Vergleich dazu wie schleichend sich die Probleme entwickelten. Leider konnte mich das Ende daher nicht überzeugen: Es war unglaubwürdig und stark konstruiert. Dafür hätte die Autorin meiner Meinung nach ruhig einige Seiten mehr aufwenden können. Schade, so kann ich (trotz so schönem Buchumschlag, toller Grundidee und schönen Szenarios) leider nur 3,5 Sterne vergeben. Da die Autorin jedoch einen tollen Schreibstil hat, werde ich sicher noch andere Bücher der Reihe lesen.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Verlorene Seelen auf magischem Raubzug

Until We Shatter
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In Cemmys Welt gibt es neben der normalen Welt noch das Grau - ein Abbild der Realität und die Welt der Schatten. Sie haben magische Kräfte, deren Ausprägung durch Farben definiert wird. Sprösslinge nur ...

In Cemmys Welt gibt es neben der normalen Welt noch das Grau - ein Abbild der Realität und die Welt der Schatten. Sie haben magische Kräfte, deren Ausprägung durch Farben definiert wird. Sprösslinge nur eines magischen Elternteils gelten als Farbnuance - Halbschatten, die nur eine Ausprägung der Farbmagie innehaben und im Grau zersplittern können. So jemand ist Cemmy. Gejagt von den Geistlichen und gehasst von den Schatten, da Halbschatten ihrem Grau angeblich die Energie rauben, lebt sie vorzugsweise im Verborgenen. Bis jemand sie und ihre Freunde aus dem Dunkel zerrt und erpresst, damit sie mit ihren magischen Kräften einen eigentlich unmöglichen Raubzug vollziehen.

„Until we shatter“ ist ein Heist-Roman, der sich im Fantasy- sowie Jugendbuchgenre verortet. Er bedient die Tropes Found Family und Enemies to Lovers. Das hier entwickelte Magiesystem ist hervorstechend und tatsächlich so komplex, dass ich es nur schwerlich rekapitulieren kann. Es basiert auf Farben und Farbnuancen, was für mich neuartig war. Die Autorin hat mit diesem Roman auf jeden Fall ihre Kreativität bewiesen, in der Umsetzung könnte man aber noch nachbessern. So gelingen beispielsweise den Figuren doch manche Dinge etwas zu leicht; hier dürften die Lösungen gern raffinierter ausgearbeitet werden. Und auch die Spannung verliert sich nach einem starken Einstieg des Öfteren. Die Liebesgeschichte wirkt zudem obligatorisch und nur wenig fesselnd. Hier fehlte es an Tiefe, um aufkeimende Gefühle nachvollziehen zu können.

Für ein Jugendbuch bringt „Until we shatter“ aber auch viel Positives mit. Jede Figur trägt ihr eigenes Päckchen und/oder hat Dinge zu verarbeiten, wobei die Gemeinschaft hilft. Auch zwischenmenschliche Konflikte - und es gibt reichlich - sind stets nachvollziehbar.

Insgesamt hätte ich mir mehr Spannung, mehr Tempo, ausgefeiltere Plottwists und mehr Nahbarkeit zur Protagonistin gewünscht.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Höllenabstieg wird zum Selbstfindungstrip

Katabasis
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Alice und ihr akademischer Rivale Peter (beide promovieren in analytischer Magie in Cambridge) reisen in die Unterwelt, um ihren verunglückten Professor Jacob Grimes zurück ins Leben zu holen. Dort müssen ...

Alice und ihr akademischer Rivale Peter (beide promovieren in analytischer Magie in Cambridge) reisen in die Unterwelt, um ihren verunglückten Professor Jacob Grimes zurück ins Leben zu holen. Dort müssen sie sich nicht nur den höllischen Gefahren stellen, sondern sich auch miteinander auseinandersetzen.
Ich wollte dieses Buch wirklich lieben, doch leider konnte es mich einfach nicht mitreißen.
Zunächst zu den Dingen, die mir an dem Buch gefallen haben: Es hat genau die Dark Academia-Vibes, die ich so liebe. Der Schreibstil liest sich flüssig, auch wenn es häufiger mal wissenschaftlich wird. Das Buch ist insgesamt sehr intellektuell geschrieben, nur in den Dialogen holpert es ab und an etwas. Kuang hat ihr ein komplexes Magiesystem geschaffen und auch die Hölle ist nicht weniger komplex. Und obwohl ich diese Geschichte wirklich lieben wollte, hat es bei uns beiden einfach nicht gefunkt.
Die Geschichte plätschert so vor sich hin, es gibt quasi keinen (oder nur einen minimalen) Spannungsbogen.
Mein nächstes Problem mit dem Roman ist die Protagonistin. Alice blieb lange Zeit unnahbar für mich. Und obwohl die Autorin sich bemüht, sie nach und nach menschlicher zu zeigen, mochte ich sie auch zum Ende hin nicht wirklich. Alice ist und bleibt das Gegenteil einer Sympathieträgerin - und damit auch das Gegenteil von Peter, den ich hingegen sehr mochte.
Thematisch geht es vorwiegend um menschliche Abgründe. Dabei werden Themen auch durchaus kritisch angesprochen, darunter Feminismus, Klassismus und Ausnutzung von Machtpositionen. Auch akademische Strukturen werden beleuchtet. Es liest sich wie ein Reisebericht, wenn auch an einen etwas ungewöhnlichen Reiseort. Zumindest das Ende konnte mich zufriedenstellen, betont aber einmal mehr, dass es sich bei dem Ganzen eher um einen Selbstfindungstrip handelt.

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