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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2020

Blutig, spannend und ein wenig wie Urlaub

Mörderisches Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 5)
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Lavandou – das klingt nach Ferien am Meer. Bestimmt ist auch das ein Grund, warum der detusche Leon Ritter diesen Ort zu seiner Wahlheimat gemacht hat. Der Rechtsmediziner ist mit der Polizistin Isabelle ...

Lavandou – das klingt nach Ferien am Meer. Bestimmt ist auch das ein Grund, warum der detusche Leon Ritter diesen Ort zu seiner Wahlheimat gemacht hat. Der Rechtsmediziner ist mit der Polizistin Isabelle zusammen und eigentlich ist es ein beschaulicher Herbstanfang.
Doch dann wird ein Fuß gefunden. Abgetrennt vermutlich, als die Person noch am Leben war. So grausam wie es beginnt, geht es weiter.
Leon Ritter ist ein sympathischer Protagonist, ein guter Rechtsmediziner aber vielleicht manchmal ein schwieriger Lebensgefährte.

Der Fall um die Frauen, denen Füße abgeschnitten werden ist insgesamt viel blutiger als die Aufmachung als Regiokrimi vermuten lässt. Es gibt Verdächtige, dadurch wird die Spannung hoch gehalten und der angenehme Schreibstil lässt sich gut lesen.

Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Typischerweise wird dem Täter viel Raum gelassen um dem Ermittler seine Taten und Motive ausführlich zu erklären. Dies ist hier nicht der Fall und so bleibt einiges unklar. Das halte ich für sehr viel realistischer und ich muss nicht bis ins Detail wissen warum er diesen oder jenen Schnitt setzte. Die Grundidee wird klar und ist auch gut ausgearbeitet.

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Veröffentlicht am 19.03.2020

Herrlich schräg und traurig-schön

Miss Gladys und ihr Astronaut
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Thomas Major ist nicht gerade ein Gewinnertyp, eher ein durchschnittlicher Griesgram. Aber durch Zufall und Dreistigkeit bekommt er eine Chance, die zurecht als einmalig bezeichnet werden kann: Er darf ...

Thomas Major ist nicht gerade ein Gewinnertyp, eher ein durchschnittlicher Griesgram. Aber durch Zufall und Dreistigkeit bekommt er eine Chance, die zurecht als einmalig bezeichnet werden kann: Er darf als erster Mensch zu Mars fliegen. Man muss den Rest der Menschheit wohl ziemlich negativ sehen, wenn man so eine Mission als angenehm empfindet. Und genau so denkt Thomas Major. Sein Name wird in den Medien natürlich sofort zu Major Tom umgedreht – und Thomas wird nicht müde zu betonen, dass das Lied Space Oddity (und eben nicht Major Tom) heißt.

Irgendwo auf der Erde lebt derweil Gladys mit ihren beiden Enkeln Ellie und James in einer kleinen Wohnung. Der Vater der beiden sitzt wegen Diebstahl im Gefängnis, die Mutter ist tot. Also müsste Gladys sich um die beiden kümmern, wegen ihrer beginnenden Demenz ist das aber nicht möglich. Also kümmerst sich die 15jährige Ellie um ihre Oma und es kommen immer neue Probleme dazu.

Auf ungewöhnliche Weise kreuzen sich die Geschichten, Thomas möchte seine Exfrau auf der Erde anrufen. Die Nummer ist mittlerweile an Gladys vergeben, die nicht glauben kann, mit wem sie da telefoniert.

Das Buch ist sehr schön geschrieben und an vielen Stellen tiefsinnig und rührend. Allerdings auch voller Humor und absurden (und völlig unrealistischen!) Situationen. Wer ein halbwegs seriöses Buch über Raumfahrt erwartet sollte die Finger davon lassen. Wer gern heitere Familiengeschichten mit Happy End liest, sollte Gladys Ormerot unbedingt kennen lernen!

Das Hörbuch wird gelesen von Simon Jäger, der eine Garantie für gute Unterhaltung ist. Seine Stimme passt auch zu dieser leichten und komischen Geschichte, gerade weil Major Tom als völlig schräger Nerd daherkommt, der froh ist, die Menschheit hinter sich zu lassen.

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Veröffentlicht am 16.03.2020

Eine Jugendclique verliert ihre Unschuld

Die Mühle
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Lana ist eine junge Stundentin und lebt in Berlin. Sie hat nur wenige Freunde und denkt mit gemischten Gefühlen an ihre Schulzeit zurück. Auch dort gehörte sie nie zu den coolen Kids, im Gegenteil zu Johnny, ...

Lana ist eine junge Stundentin und lebt in Berlin. Sie hat nur wenige Freunde und denkt mit gemischten Gefühlen an ihre Schulzeit zurück. Auch dort gehörte sie nie zu den coolen Kids, im Gegenteil zu Johnny, den sie schon immer attraktiv und geheimnisvoll fand. Er war einige Jahrgänge über ihr und Teil einer berüchtigten Clique.
Aber Johnny erkennt sie nicht einmal – natürlich nicht. Ein Zufall sorgt dafür, dass sich ihre Wege kreuzen: Johnny fällt eine Treppe herunter und landet vor Lanas Füßen. Sie packt aus Versehen seinen Schlüssel ein und hat einen Grund ihn im Krankenhaus zu besuchen. Dort erzählt er ihr, dass die Clique von damals sich noch einmal trifft. Da er nicht fahren kann, schlägt er vor sie könne seinen Platz einnehmen. Eine kuriose Idee, verrückt und überraschend, aber Lana willigt ein.
Angekommen in Karlsbad checkt sie für Johnny im Grand Hotel ein und ist überwältigt vom Luxus der Reichen und Schönen. Denn das strahlen auch die anderen aus, die Lana nicht unbedingt mit offenen Armen begrüßen. Es stellt sich heraus, dass nicht einmal klar ist, wer das Treffen organisiert und bezahlt hat. Die jungen Erwachsenen sind trotzdem sicher, dass es einer von ihnen war und wollen den Luxus genießen. Am nächsten Tag sind sie zu einem Picknick in den Bergen eingeladen und zunächst scheint alles wundervoll zu beginnen. Bis es den ersten Zwischenfall gibt….

Der Anfang der Geschichte hat mich sofort überzeugt. Lana ist so normal, so sympathisch und so liebenswert. Ich mochte sie sofort und doch spürt man, dass diese Geschichte kein gutes Ende hat. Wer hinter den Einladungen steckt und was noch alles passiert war absolut nicht vorhersehbar. Die Autorin hat durchweg eine spannungsgeladene Atmosphäre geschaffen und mich mit der Handlung gefesselt.
Nur am Ende wurde mich alles etwas zu extrem. Während es anfangs ruhig und bedächtig voranging, kam später alles so dramatisch und dicht, dass ich etwas überfordert war. Dazu kam, dass die Sprecherin Laura Maire, die ihre Sache hervorragend machte, sehr schrill geworden ist. Absolut passend zwar, aber nicht immer einfach zu hören.

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Veröffentlicht am 03.08.2019

Gut durchdachte Krimihandlung

Das Weinen der Kinder
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Das Buch beginnt mit dem Mord an Yvonne von Laatz, die in Süddeutschland am Aufbau einer Galerie beteiligt ist. Man erfährt sofort, dass der Täter meint, sich geirrt zu haben. Diese Frau hatte er nicht ...

Das Buch beginnt mit dem Mord an Yvonne von Laatz, die in Süddeutschland am Aufbau einer Galerie beteiligt ist. Man erfährt sofort, dass der Täter meint, sich geirrt zu haben. Diese Frau hatte er nicht als Yvonne in Erinnerung.

Der Geldgeber bittet nun Anke Neuhaus sich um die neue Galerie in München zu kümmern. Eigentlich sollte sein Assistent Zachy schon längst die ersten Ausstellungen planen, aber es sieht so aus, als ob er seine Arbeit nicht ernst genommen hat. Gegen den Widerstand ihrer Kinder zieht Anke nach München und hat schnell einen Plan, die Galerie doch noch erfolgreich zu eröffnen. Ein alter Freund und seine Bilderserie „Das Weinen der Kinder“ sollen dabei helfen. Doch plötzlich werden die Bilder geraubt!

Ganz behutsam tauchen neue Figuren auf, so tritt Kommissar Wiegland nicht durch seine Arbeit bei der Polizei, sondern als Teilnehmer in Ankes Therapiegruppe auf.
Am Ende gibt es viele Überraschungen, jede Person spielt eine Rolle und hat seine persönlichen Gründe. Die Figuren sind sehr facettenreich, der Autor bemüht sich nicht nur an der Oberfläche zu bleiben. Jeder hat kleine Geheimnisse und Probleme, niemand ist perfekt.
Für mich hatte die Hauptfigur Anke allerdings zu viele Macken, hier hätte man eine stärkere (oder verantwortungsvollere?) Frau erschaffen sollen.

Der Aufbau des Krimis ist wirklich gut und der Spannungsbogen bis zum Ende vorhanden. Obwohl der Mord am Anfang steht, nimmt die Geschichte erst danach Fahrt auf und hat mich dann bis zur letzten Seite gefesselt.

Dieses Buch ist das Debüt des Autors und ich hoffe sehr, noch mehr von Kommissar Wiegland zu lesen.

Veröffentlicht am 10.07.2019

Ermittlungen aus dem Mahagoniesarg

Manche mögen's tot
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Die beiden ungleichen Zwillingsschwestern Konny und Kriemhild lösen in diesem Buch bereits ihren dritten Fall. Obwohl es zahlreiche Anspielungen auf die Vorgängerbände gibt, ist die Geschichte eigenständig ...

Die beiden ungleichen Zwillingsschwestern Konny und Kriemhild lösen in diesem Buch bereits ihren dritten Fall. Obwohl es zahlreiche Anspielungen auf die Vorgängerbände gibt, ist die Geschichte eigenständig und das Buch kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Es beginnt damit, dass Kriemhild frühmorgens im Wald Pilze sucht und dabei einen Mord beobachtet. Der Täter schießt auch auf sie, aber er ist nicht besonders treffsicher. Weil sie den Mörder – und der Mörder vermutlich auch sie – erkannt hat, beschließt sie sich tot zu stellen. Nach und nach findet sie sogar Freude daran, ihre eigene Beerdigung vorzubereiten.
Konny versucht in dieser Zeit die Pension so gut wie möglich ohne ihre Schwester zu führen, was ihr eher mäßig erfolgreich gelingt. Aber mit viel Herz und Humor meistern die beiden jede Krise.

Tatjana Kruse ist quasi eine Garantie für guten Humor und wirklich lustige Szenen, mitten aus dem Leben. Auch im dritten Band lässt sie nicht nach und hat einen guten Blick für Situationskomik. Der Fall selbst ist weniger spannend und es ist sehr schnell klar, wer und was dahintersteckt. Schade, denn hier hatten die anderen Bücher mehr zu bieten. Trotzdem unbedingt lesenswert!