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Veröffentlicht am 25.03.2020

Alles in einem ein solides Buch, was leider ein wenig am Thema vorbeigeschrammt ist

Die Traumdiebe
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Nach einer Klimakatastrophe in Kanada verlieren die Menschen nach und nach ihre Träume - mit Ausnahme der indigenen Ureinwohner, zu denen auch der 16-jährige Frenchie zählt. In der Hoffnung, ihre Träume ...

Nach einer Klimakatastrophe in Kanada verlieren die Menschen nach und nach ihre Träume - mit Ausnahme der indigenen Ureinwohner, zu denen auch der 16-jährige Frenchie zählt. In der Hoffnung, ihre Träume so zurückzubekommen, jagen die Menschen die Träumenden. Und so kommt es, dass auch Frenchie eines Tages seine Familie an sogenannte "Schulen" verliert. Nach tagelangem Umherstreifen in der Wildnis trifft er auf eine neue Familie. Wird der Junge es schaffen, diese vor den Traumdieben zu beschützen?

Das Cover des Buches ist ein Traum. Ich glaube allerdings, es kommt erst richtig zur Geltung, wenn man es erst einmal in den Händen hält. Die einzelnen Elemente schaffen eine leicht melancholische Atmosphäre, die zugleich aber auch angenehm ruhig wirkt. Die eingestanzte Feder ist dabei ein tolles Highlight, sie fühlt sich sehr angenehm an. Auch unter dem Schutzumschlag gefällt mir das Buch sehr gut. Schön, wie die Feder und die ruhige Farbgebung wieder aufgegriffen wurde.

Der Schreibstil der Autorin hat mir ebenso gut gefallen. Er ist angenehm zu lesen und sehr flüssig. Zudem schafft er eine tolle Atmosphäre.

Bezüglich der Geschichte hinter dem Buch bin ich ein wenig zwiegespalten.
Die Idee dahinter hat mich direkt begeistern können. Sie schien mir sehr originell und einzigartig, hatte von Anfang an viel Potenzial. Eine Dystopie, die sich so mit dem Thema "Träume" auseinandersetzt, habe ich bisher nicht gelesen. Zudem greift sie aktuelle Thematiken wie den Klimawandel oder Rassismus auf, was ich wirklich bemerkenswert und schön finde.
Die Umsetzung der Idee war leider nicht meins. Leider haben mir an vielen Stellen richtige Zusammenhänge und ein roter Faden gefehlt. Ich habe eine Geschichte erwartet, an der Träume und deren Diebe im Fokus stehen. Heraus kam allerdings eher eine Art "Überleben in der Wildnis"-Geschichte, die letztendlich eine Menge Fragen aufgeworfen und nicht beantwortet hat. Das heißt jedoch nicht, dass die Geschichte schlecht war. Aber definitiv anders, als erwartet. Schade, dass das starke Potenzial nicht ausgenutzt wurde. Das Buch hätte ansonsten auf jeden Fall die volle Punktzahl verdient.

Denn die Charaktere waren sehr stimmig und konnten mich allesamt überzeugen. Ich mochte ihre extreme Diversität unheimlich gerne und denke, dass jeder Leser sich mit einem von ihnen identifizieren kann - seien es der etwas naive Frenchie, die uralte Minerva oder der Anführer Miig.

Alles in einem ist "Die Traumdiebe" ein solides Buch, von dem ich nach dem tollen Cover allerdings deutlich mehr erwartet habe. Es ist sicherlich keine schlechte Dystopie, aber eben auch keine herausragend gute.
4/5 Sterne

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2020

Sprachlich wunderschön gestaltet, inhaltlich bleibt Luft nach oben

Die Silbermeer-Saga (Band 1) - Der König der Krähen
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Edda und ihr Bruder Tobin leben gemeinsam mit ihrem Ziehvater in dem kleinen Fischerdorf Colm. Jedes Jahr verschwindet eines der Kinder Colms während den Kaltwochen - und niemand weiß, wohin. Bis eines ...

Edda und ihr Bruder Tobin leben gemeinsam mit ihrem Ziehvater in dem kleinen Fischerdorf Colm. Jedes Jahr verschwindet eines der Kinder Colms während den Kaltwochen - und niemand weiß, wohin. Bis eines Tages Tobin verschwindet. Denn anders als die anderen Dorfbewohner weiß Edda, dass sie ihn in Colm nicht finden wird. Sie begibt sich auf eine lange Reise quer durch das Inselreich. Wird sie Tobin finden? Und schafft sie es, all den Gefahren zu trotzen?

Das Cover war es, was mich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. Es ist einfach wunderschön gestaltet. Die einzelnen verschnörkelten Ornamente sind ein richtiger Eyecatcher und passen hervorragend zum Schreibstil.

Dieser hat mir mindestens ebenso gut gefallen. Ich denke, dass bloße Worte dafür nicht ausreichen. Hartwell schreibt einfach unglaublich echt. Ihre Worte klingen nach und gehen unter die Haut. Jede einzelne Seite war wie ein Gedicht und allein das war ein Grund für mich, das Buch zu lesen. Ich denke, dass man an der Silbermeersaga hervorragend erkennen kann, was ein guter Schreibstil alles bewirken kann.

Denn die Geschichte an sich konnte mich nicht ganz überzeugen. Ja, das Worldbuilding war wirklich grandios, aber anstatt mit jedem gelesenem Kapitel tiefer in die Geschichte einzutauchen und sich mehr und mehr Wissen darüber anzueignen, entstanden immer mehr Fragen in meinem Kopf. Ich hatte das Gefühl, einfach nicht voranzukommen und fühle mich nach dem Lesen des Buches nahezu genauso unwissend wie zuvor.
Das heißt keinesfalls, dass keine Spannung auftritt. Durch unerwartete Wendungen und die ganzen Gefahren die Edda begegnen möchte man definitiv weiterlesen. Aber das Rätsel rund um Tobins Verschwinden wurde einfach nicht gelöst.

Schade eigentlich, denn die Charaktere wiederum konnten mich überzeugen. Jeder einzelne Charakter hatte etwas ganz Besonderes an sich und eine Menge Tiefgang.
Seien es Edda selbst, ein unbekannter Fremde oder aber eine alte Kräuterhexe - jede Figur hatte eine gewisse Magie in sich und es machte Spaß, sie zu verfolgen. Aber auch hier hatte ich abermals das Problem mit dem Vorankommen. Denn die Geheimnisse der Figuren wurden bis zum Schluss nicht aufgedeckt und ich habe das Gefühl, sie nicht richtig zu kennen.

Ich hoffe allerdings, dass dieses "Problem" in der Fortsetzung behoben wird. Bitte versteht das nicht falsch. Ich finde es gut, wenn der Leser ein Stück weit die Möglichkeit erhält, mitzurätseln. Aber nicht um den Preis, dass die gesamte Geschichte fast wie eine Art verlängerter Prolog wirkt.
Nichtsdestotrotz werde ich mir den zweiten Band definitiv anschaffen. Alleine Hartgelds Schreibstil wegen. Denn dieser ist einfach einzigartig und wunderschön. Für mich persönlich hat er das Ruder noch einmal herumgerissen. Deswegen vergebe ich
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 06.03.2020

Eine nette Lektüre mit einer Menge Hin und Her

King's Legacy - Nur mit dir
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Logan Hill und Chloe King sind seit Ewigkeiten beste Freunde. Sie verstehen sich wie Pech und Schwefel und können sich ein Leben ohne den jeweils anderen nicht mehr vorstellen. Gestartet hat alles mit ...

Logan Hill und Chloe King sind seit Ewigkeiten beste Freunde. Sie verstehen sich wie Pech und Schwefel und können sich ein Leben ohne den jeweils anderen nicht mehr vorstellen. Gestartet hat alles mit einem One Night Stand, mittlerweile ist aber nicht mehr daran zu denken.
Doch nachdem Fay in Logans Leben tritt und die geplante Hochzeit mit Aubrey zu scheitern droht, scheinen sich die beiden immer weiter von einander zu entfernen. Hinzu kommt Chloes Affäre Kaden, an dem Logan einfach nichts Gutes finden kann. Schafft es ihre Freundschaft zwischen all diesen Problemen zu bestehen? Oder war sie von Anfang an zum Scheitern verurteilt?

Das Cover sieht durch die dunklen Farben sowie den metallischen Glanz des Titels sehr edel aus. Es ist nichts unbedingt Außergewöhnliches, gefällt mir aber dennoch recht gut.

Der Schreibstil Baxters hat mir hingegen deutlich besser gefallen. Er war wunderbar flüssig, leicht verständlich und sehr emotional. Der Leser fliegt förmlich durch die Seiten und hat Spaß an jedem einzelnen Kapitel.

Die Protagonisten Chloe und Logan haben mir wiederum etwas weniger gefallen. Betrachtet man sie einzeln, sind sie keinesfalls unsympathisch. Ich mochte Chloes taffe Art sehr gerne. Und auch Logan war mir sympathisch. Es hat mir sehr imponiert wie er stets für seine Taten eingestanden hat und immer für seine Freunde da war.
Als Doppelpack waren sie, nunja, gewöhnungsbedürftig. Es herrschte dauernd eine Menge Hin und Her. Mal hatte einer unglaubliche Stimmungsschwankungen, mal hatte der andere ordentliche Entscheidungsschwierigkeiten. Dadurch wurde die Geschichte leider sehr unruhig und anstrengend.

Schade eigentlich, denn der Ansatz war nicht schlecht. Zwar war die Geschichte deutlich klischeebehaftet, hätte aber dennoch für hervorragende Unterhaltung sorgen können - wäre da nicht diese ständige Unruhe. Ich mochte die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Charakteren sehr gerne. Und durch unerwartete Wendungen (auch wenn das Ende der Lektüre nicht dazu gezählt hat, es war mir von Anfang an klar, wie es ausgeht) kam ordentlich Spannung auf.

Trotz einiger Kritikpunkte fand ich das Buch alles in einem gut. Besonders der Schreibstil der Autorin konnte mich dabei überzeugen. Ich werde dem Rest der Reihe vermutlich noch eine Chance geben, da ich diesen wirklich toll fand. Aber auch die Charaktere, einzeln betrachtet, mochte ich gerne. Deshalb vergebe ich noch knappe
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 18.02.2020

Eine gelungene Zukunftssatire mit Witz - aber manchmal ist dann Weniger doch Mehr

QualityLand (QualityLand 1)
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"In Qualityland lautet die Antwort auf alle Fragen: OK"

Qualityland - das ist sowohl der Name des neuen Romanes Klings aus dem Jahr 2019, als auch der Name des Landes, in dem jene Zukunftssatire spielt.
Algorithmen ...

"In Qualityland lautet die Antwort auf alle Fragen: OK"

Qualityland - das ist sowohl der Name des neuen Romanes Klings aus dem Jahr 2019, als auch der Name des Landes, in dem jene Zukunftssatire spielt.
Algorithmen bestimmen dessen Bewohner: Sie bekommen Produkte geliefert, ohne sie bestellt zu haben, die das Unternehmen "TheShop" jedoch speziell für diese auswählt, bezahlen alles nur noch per "TouchKiss" und werden in Level eingeteilt, die ihre Nützlichkeit für die Gesellschaft darstellen.
Als Peter Arbeitsloser eines Tages ein Produkt geliefert bekommt, mit dem er nichts anzufangen weiß, beginnt er, das System zu hinterfragen.
Und auch andere Bewohner Qualitylands beginnen daran zu zweifeln, ob ein Androide als Präsidentschaftskandidat überhaupt geeignet ist.

Kling verarbeitet in seinem Roman mehrere verschiedene Handlungsstränge. Zu den Protagonisten gehören unter anderem der Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser, der Politiker Martyn Vorstand sowie der Androide John of Us.

Zu Beginn von "Qualityland" werden diese Charaktere gesondert von einander betrachtet. Die einzelnen Handlungsstränge werden erst Stück für Stück mit einander verwoben, wodurch ein Roter Faden erst deutlich später erkennbar wird. Dies erschwert gerade in den ersten Kapiteln das Verständnis deutlich und hat mich als Leser einige Male in Verwirrung gebracht.

Der Schreibstil wiederum hat das Verständnis ein wenig erleichtert. Er ist sehr flüssig und recht einfach sowie strukturiert. Nicht zu vergessen ist die Prise Humor, die einem immer wieder begegnet. Dieser lockert das doch sehr ernste Thema ein wenig auf und lädt zum Schmunzeln ein.

Dennoch ist weniger manchmal mehr. Mir wirkte ebenjener Humor oft zu erzwungen und ähnlich wie ein Dämpfer.

Zu Gute halten muss man Kling allerdings, dass die Zukunftsszenarios in "Qualityland" nicht völlig aus der Luft gegriffen sind. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man viele Parallelen zur heutigen Zeit. Natürlich sind diese teils sehr überspitzt dargestellt, die Essenz ist aber die gleiche. Und hat man diese erst einmal erkannt, begleitet sie einen auch nach dem Lesen.

Nette Extras sind zudem beispielsweise eine Art Reiseführer, Werbung oder diverse Artikel, welche zwischen den Kapiteln auftauchen.

Nicht zu vergessen sind die zwei verschiedenen Versionen des Romanes: Eine helle für Optimisten und eine dunklere für Pessimisten.

Zusammenfassend würde ich das Buch jedem empfehlen, der an einem Zukunftsszenario rund um die Digitalisierung interessiert ist und jede Menge mehr oder weniger humorvollen Einschüben nicht abgeneigt ist.
Mich konnte "Qualityland" überzeugen, auch wenn ich an einigen Passagen meine Schwierigkeiten hatte.
4/5 Sternen

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Veröffentlicht am 11.02.2020

Vor allem das Worldbuilding konnte mich überzeugen

12 - Das erste Buch der Mitternacht, Band 1
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"Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume."

Nach einem Autounfall liegt Harpers Freund Phoenix im Koma. Und das ohne ersichtlichen Grund. Denn der Autounfall war nicht schwer genug, um einen ...

"Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume."

Nach einem Autounfall liegt Harpers Freund Phoenix im Koma. Und das ohne ersichtlichen Grund. Denn der Autounfall war nicht schwer genug, um einen Menschen ins Koma zu befördern,
Als plötzlich der ebenso reiche, wie arrogante Cajus auftaucht, behauptet er, den Grund für Phoenix Zustand zu kennen: Er soll in der Traumstadt Noctaris gefangen gehalten werden. Und so begibt sich Harper gemeinsam mit Cajus auf eine gefährliche Reise, um Phoenix zu retten.

Das Cover ist, sowohl mit, als auch ohne Schutzumschlag, wunderschön gestaltet und fällt direkt ins Auge. Die verschiedenen Blautöne passen hervorragend zum Buch und sind wirklich schön anzusehen.

Der erste Band von "12" war mein erstes Buch von Rose Snow und ich war demnach positiv überrascht von dem Schreibstil.
Er lässt sich gut und einfach lesen und ist zudem angenehm detailliert.
Dementsprechend leicht fiel es mir auch, der Geschichte zu folgen und sich besonders die Traumstadt Noctaris gut vorstellen zu können. Den Autorinnen ist es wunderbar gelungen, die Atmosphäre jener Stadt einzufangen und den Lesern in die fremde Welt zu entführen.

Die Idee, welche hinter dem Buch steckte, mochte ich sehr gerne. Sie wirkte auf den ersten Blick innovativ und interessant und versprach tolle Lesestunden.
Die Umsetzung allerdings fiel, meiner Meinung nach, eher mau aus. Obwohl an vielen Stellen ordentlich Spannung aufkam, wurde diese oft durch viel zu einfache und eher pragmatisch wirkende Lösungen kaputt gemacht. Ich habe mich oft darüber geärgert, denn das Potenzial hinter dem Buch war wirklich gegeben. Leider erschien mir die Geschichte durch diese vermeintlichen Lösungen ein wenig langatmig.

Die Protagonisten hingegen konnten mich wieder überzeugen.
Harper war mir mit ihrer taffen Art sofort sympathisch. Sie blieb auch in schwierigen Situationen stark und lies sich nicht allzu schnell unterkriegen.
Ihre Beziehung(-en) allerdings haben mich nicht mehr so positiv gestimmt zurückgelassen. Die Basis war zwar gegeben, mehr allerdings auch nicht. Mir fehlte oft die Tiefe zwischen den beiden Personen und einige Passagen schienen mir fast schon gänzlich emotionslos.
Cajus wirkte zwar ein wenig klischeebehaftet, aber dennoch habe ich ihn und seine zwei Seiten im Laufe des Buches wirklich lieb gewonnen.

Der erste Teil dieser Reihe konnte mich leider nicht zu 100% überzeugen. Die Idee war zwar außerordentlich gut, allerdings haben mir die oben genannten Aspekte deutlich schlechter gefallen. Dennoch steht der zweite Teil auf der Wunschliste, da ich gerne wissen würde, wie es mit Harper, Cajus und Phoenix weitergeht und die Hoffnung hege, dass die Umsetzung dieser wunderbaren Idee dort besser gelingt.
4/5 Sterne

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