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Veröffentlicht am 13.04.2020

Der Titel ist Programm

Blutige Welten
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Mit Anthologien, sprich der Sammlung literarischer Texte ist es immer so eine Sache. Um mich der Worten Forrest Gump's zu bedienen, man weiß nie, was man bekommt. Natürlich ist ein Grundthema vorgegeben, ...

Mit Anthologien, sprich der Sammlung literarischer Texte ist es immer so eine Sache. Um mich der Worten Forrest Gump's zu bedienen, man weiß nie, was man bekommt. Natürlich ist ein Grundthema vorgegeben, nachdem man entscheiden kann und manchmal kennt man ja auch schon einen der enthaltenen Autoren. In diesem Fall war die Genremischung ganz nach meinem Geschmack und beim Lesen entdeckte ich dann sogar einen mir bekannten Autor.

Das Buch enthält 13 Kurzgeschichten zum Themenmix SIFi, Horror, Fantasy, wobei die Geschichten in sich, oft eine wilde Mischung aus mehreren Genres sind. Da jeder Autor einen eigenen Stil hat, ist es immer wieder überraschend in die Story einzutauchen und zu sehen, wohin sie einen bringt.

Die Reise durch das Buch führt den Leser in fremde Welten, auf weit entfernte Planeten, in die unendlichen Weiten des Weltraums, weit in die Zukunft der Menscheit. Man macht Bekanntschaft mit exotischen Wesen, Märchenfiguren, Cyborgs, Zombis, oder computeranimierten Fantasiegeschöpfen. Einige sind völlig neu, Andere kennt man wahrscheinlich aus berühmten Filmen und Büchern. Die Autoren haben sich auf skuril unterhaltsame Weise bedient, bei Allem was die Genres zu bieten haben.

Der Mix, der entstanden ist steckt voller augenzwinkernder Anspielungen, voller schrulliger Figuren, voller tief, tiefschwarzem Humor, voller Insiderwissen und, wie der Titel es vorhersagt, voller Blut. Es macht Spaß in die wirren, oft etwas beängstigenden Gedankenwelten der Autorinnen und Autoren einzutauchen, zu denen es vor ihren Beiträgen eine kurze Vorstellung gibt.

Natürlich muss ich anmerken, dass mir nicht jede Geschichte gleichermaßen gefallen hat, das liegt einfach in der Natur der Sache, aber ich hatte mega Spaß beim Lesen und bin neugierig auf die Arbeiten der Beteiligten geworden. Alles richtig gemacht würde ich sagen.

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Veröffentlicht am 13.04.2020

Klassiker

Krieg der Welten
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Im Jahr 1898 geschrieben ist dieses Buch unbestritten ein Klassiker der Sience Fiction, Vorbild für das wohl berühmteste Hörspiel der Geschichte und Inspiration für nachfolgende Generationen.

Die Marsmenschen ...

Im Jahr 1898 geschrieben ist dieses Buch unbestritten ein Klassiker der Sience Fiction, Vorbild für das wohl berühmteste Hörspiel der Geschichte und Inspiration für nachfolgende Generationen.

Die Marsmenschen sind hier keine kleinen grünen Männchen, sondern werden fast tintenfischartig beschrieben und sie sind gekommen, um die Erde zu erobern, auf brutalste Weise. Sehr interessant wird beschrieben, welchen Wissentsstand man über den Mars zu haben glaubte.

Wells beschreibt mit einem, für die damalige Zeit sehr futuristisch, anmutendem Weitblick die technischen Errungenschaften der Invasoren. Dem Alter des Romans geschuldet ist allerdings der eher nüchterne, teils fast langatmige Schreibstil. Einiges an Wortgefügen mutet dem Leser eher antiquiert an und macht das Lesen manchmal etwas schwergängig. Mit den bekannten Hollywood Filmen kann man das Geschriebene auf keine Weise vergleichen. Jüngere Leser könnten damit wohl auch eher Probleme haben.

Für Klassik Fans und Liebhaber der SiFi Literatur ist das Buch aber definitiv ein Muss.

Wells nimmt die Landung der Marsmenschen zum Anlass eine Warnung auszusprechen. Der Mensch sollte sich in seiner Arroganz nicht allzu sicher sein. Brutal und unvermittelt kann der Untergang bevorstehen. Gleichzeitig aber wird in fast biblischer Weise der Kampf David gegen Goliath thematisiert. Die Menschheit überlebt bei Wells nur durch puren Zufall, warum er dieses Senario wählte bleibt Spekulation, kann aber auch als Homage an die Allmacht der Natur verstanden werden. Eins bleibt nach der Lektüre, der bange Blick zum Himmel und die Frage, sind wir tatsächlich allein im Universum.

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Veröffentlicht am 01.04.2020

Lust auf Mehr

Feuertaufe. Lorenz Lovis ermittelt
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Lorenz Lovis ist Beamter der Staatspolizei in Südtirol und macht gerade eine schwere Zeit durch. Sein Onkel, bei dem er nach dem Tod seiner Eltern groß geworden ist ist verstorben und Lovis musste ihm ...

Lorenz Lovis ist Beamter der Staatspolizei in Südtirol und macht gerade eine schwere Zeit durch. Sein Onkel, bei dem er nach dem Tod seiner Eltern groß geworden ist ist verstorben und Lovis musste ihm auf dem Totenbett versprechen sich um dessen Bauernhof zu kümmern. Lovis ist alles andere als ein Bauer, nicht ohne Grund hat er das Dorf direkt nach der Schule verlassen, als es aber zu einer neuen Konfrontation im Dauerstreit mit seinem Vorgesetzten kommt, schmeißt Lovis den Polizeijob hin und kehrt in die Heimat zurück. Die Idylle des Bauernhofes trügt aber. Von der Landwirtschaft keine Ahnung und mit einem Berg von Schulden muss Lovis dringend an Arbeit kommen und warum dann nicht als Privatdetektiv. Blöd nur, wenn der Auftraggeber kurz darauf ermordet wird und Lovis nun selbst unter Verdacht gerät.

Die Autorin Heidi Troi schafft mit ihrer Figur des Lorenz Lovis eine eher untypische Ermittlerfigur, total verpeilt, ohne wirkliche Ahnung und Motivation, aber mit viel Charme, Herz und Humor. Manchmal möchte man ihn schütteln, oder in den Hintern treten, manchmal über den Kopf streicheln und trösten. Generell findet man im Buch einige spezielle Charaktete, die mit sehr viel Liebe angelegt sind.

Der Schreibstil ist sehr leichtgängig und humorvoll. Neben der eigentlichen Geschichte lässt die Autorin wunderschöne Landschaftsbeschreibungen einfließen. Das Buch macht Lust seinen Urlaub dort zu verbringen. Ich würde das Buch eher in Richtung Cosy Krimi einordnen und das ist durchaus positiv gemeint. Wilde Verfolgungsjagden, Geballer, oder Blutvergießen gibt es nicht, trotzdem ist man gern mit Lovis auf Verbrecherjagd und wünscht dem charmanten Chaoskopf noch ganz viele weitere Fälle.

Perfekte Urlaubslektüre!

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Veröffentlicht am 17.03.2020

Kein typischer Krimi

Verkauft
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Alma ist Patientin in einer gynäkologischen Klinik und kommt dabei zufällig kriminellen Machenschaften auf die Spur in die anscheinend auch ein Arzt für Kinderwunschtherapie verwickelt ist. Wie hängt das ...

Alma ist Patientin in einer gynäkologischen Klinik und kommt dabei zufällig kriminellen Machenschaften auf die Spur in die anscheinend auch ein Arzt für Kinderwunschtherapie verwickelt ist. Wie hängt das aber mit dem Asylantenheim zusammen, in dem gerade ein Ehrenmord an einer Schwangeren verübt wurde und wo generell irgendwie jede Frau im gebährfähigen Alter schwanger zu sein scheint? Almas Neugierig ist nach ihrer nächtlichen Beobachtung jedenfalls geweckt und sie beginnt mit Unterstützung ihrer Mutter auf eigene Faust zu ermitteln. Einmal Blut geleckt, nimmt sie selbst auf die eigene Gesundheit keine Rücksicht und bedient sich, um an Informationen zu kommen, der Hilfe ihrers Freundeskreises. Das kommt nicht bei jedem gut an und Probleme mit Familie und Freunden sind vorprogrammiert.

Die Figuren, die die Autorin geschaffen hat sind nicht unbedingt alltäglich. Ihre Charakterzüge und die Interaktion miteinander geben dem Buch viel Witz und manchmal auch etwas Absurdität. Die einzelnen Personen sind sehr liebevoll gezeichnet, haben alle ihre kleinen Macken und Eigenheiten, so sorgen sie für sehr viel Dynamik in der Geschichte. Diese Dynamik habe ich dagegen im beschriebenen Kriminalfall manchmal vermisst. Auch ist bei mir nicht wirklich Spannung aufgekommen. Die Ermittlungen der Hobbykriminalistin waren eher amüsant, sie stolpert oft völlig ohne Plan in die gefährlichhsten Situationen. Der Hintergrund der Geschichte ist aber ein durchaus ernstes Thema. Ich persönlich würde das Buch daher auch eher in die Kategorie Cosy Krimi einordnen und das meine ich nicht negativ.

Die Geschichte spielt ja in Wien und die Autorin verwendet viele ortstypische Begriffe, auch lateinische Aussprüche werden von Almas Mutter gern verwendet. Diese Begriffe sind dann mit Fussnoten versehen und werden am Ende der Seite erklärt. Für mich manchmal etwas zu viel, da viele Begriffe auch bei uns bekannt sind, oder aus dem Satz heraus erklärt wurden. Hätte ich jetzt in der Masse nicht unbedingt gebraucht, ist aber gut mitgedacht von der Autorin.

Alma Liebekind ist der perfekte Lesestoff für den Urlaub, oder ein langes Wochenende. Die Geschichte liest sich gut und schnell weg und ist sehr unterhaltsam. Wer auf Witz und skurile Figuren im Krimi steht, wird sich gut unterhalten fühlen.

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Veröffentlicht am 04.03.2020

Beängstigend

Gestohlene Erinnerung
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Helena ist Hirnforscherin und versucht ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter durch ihre Arbeit zu helfen. Ihr Ziel ist es Erinnerungen aufzuzeichnen und so für Betroffene zu konservieren um gegen das Vergessen ...

Helena ist Hirnforscherin und versucht ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter durch ihre Arbeit zu helfen. Ihr Ziel ist es Erinnerungen aufzuzeichnen und so für Betroffene zu konservieren um gegen das Vergessen anzukämpfen. Ihr Ansatz ist zwar vielversprechend, aber führt nicht zu den gewünschten Erfolgen, bis sich der reich Firmenmogul Slade an sie wendet und ihr unbegrenzte Mittel und ein ausgesuchtes Expertenteam zur Verfügung stellt. Helena arbeitet wie eine Besessene und erkennt leider viel zu spät, welche Pläne Slade tatsächlich verfolgt.

Durch den Titel und die ersten Kapitel, habe ich zunächst einen etwas anderen Fortgang der Geschichte erwartet. Es dreht sich um Erinnerungen und um die Möglichkeit, diese Erinnerungen zu aktivieren und in ihnen, oder durch sie in die jeweilige Zeit, in den Moment der Erinnerung zurück zu reisen. Eine sehr spannende, aber auch beängstigende Vorstellung. Wenn Slade und Helena ihre wissenschaftlichen Gespräche zu diesem Thema führen, war ich teilweise etwas überfordert, ich konnte dem Ganzen nicht immer folgen und fand es oft verwirrend. Durch die häufigen Wechsel von Personen und Zeiten erfordert das Buch etwas an Aufmerksamkeit vom Leser, um nicht durcheinander zu kommen. Die einzelnen Kapitel sind mit dem Namen der handelnden Person und dem jeweiligen Datum überschrieben, um eine entsprechende Orientierung zu ermöglichen.

Die Sory ist zwar sehr futuristisch, aber der Grundgedanke nicht neu. Jeder hat sich doch schon einmal gewünscht, an einen bestimmten Punkt seines Lebens zurück zu gehen und noch einmal neu anzufangen. Eine andere Entscheidung und schon wäre alles anders. Mit diesem Gedankenspiel arbeitet der Autor und zeigt welche Gefahren und moralische Probleme darin lauern können, wenn es zum Beispiel darum geht, ein Attentat zu verhindern, oder einen Mörder vor der Tat zu töten. An einem bestimmten Punkt des Buches musste ich an Minority Report denken und kurz darauf zieht der Autor selbst diesen Vergleich. Weitere Parallelen zeigen sich für mich zu Edge of Tomorrow und Das Attentat von Stephen King.

Die Geschichte ist mega spannend erzählt, bietet viel Raum um über Moral und Ethik zu philosophieren. Die Figuren haben gerade so viel Hintergrund, wie für ihre Rolle in der Geschichte nötig, es gibt keine überflüssigen Nebenschauplätze. Der Stil des Autors und das Thema sind fesselnd, gerade ab der Mitte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, es wird ein beängstigendes Szenario erschaffen. Besonders fasziniert war ich von den immer neuen Realitätsebenen, die der Autor entwickelt.

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