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Veröffentlicht am 10.04.2020

Witzig und liebevoll gestaltet

Lovekatz
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Für alle Bucket-Listen-Fans, die noch dazu Katzenpersonal sind, ist dies ein tolles Geschenk. Es ist ein „Mitmach-Buch“, das man individuell mit Einträgen und Fotos gestaltet. Dabei helfen witzige und ...

Für alle Bucket-Listen-Fans, die noch dazu Katzenpersonal sind, ist dies ein tolles Geschenk. Es ist ein „Mitmach-Buch“, das man individuell mit Einträgen und Fotos gestaltet. Dabei helfen witzige und herzige Texte und Ankreuz-Felder. Man kann an- und ausmalen, hineinschreiben, einkleben, lesen und lachen.

Das Büchlein ist aufwendig gestaltet und mit viel Liebe fürs Detail versehen. Schon die Ausstanzung auf der Titelseite ist ein kleines Highlight. Beim Kauf ist eine gemalte Katze zu sehen. Auf das Deckblatt klebt man dann ein Foto seiner Schnurrnase und schon ziert das Cover die eigene Katze!

Im ganzen Buch sind schöne Katzen-Zitate prominenter Menschen eingestreut. Der Großteil des Büchleins ist für Erinnerungen gedacht. Vom Einzug der Katze in den Haushalt an kann man festhalten, was man alles so mit seinem Fellmonster erlebt hat, und das auf sehr humorige Art und Weise. Das Gestalten macht Spaß und durch die schönen Vorgaben muss man nicht allzu künstlerisch veranlagt sein, um das zu können. So hat man noch mehr Spaß daran. Es ist eine kleine Auszeit vom Tag, immer mal wieder darin zu blättern und eine Seite zu gestalten.

Ab Kapitel V (Seite 91) startet dann die Bucket-List. Ich finde die Idee einfach bezaubernd! Auch hier ist man in der Gestaltung frei. Wer erzogen wurde, nicht in Bücher zu schreiben, wird sich anfangs vielleicht etwas schwer tun. Dann einfach daran denken, dass dies ein Notizbuch und Fotoalbum ist und kein Lesebuch, wie man es sonst hat. Hier ist es erlaubt, hineinzuschreiben und zu malen!

Ein tolles Büchlein, für sich selbst oder als Geschenk. Und ein Highlight in meiner Katzenbuch-Sammlung! Ich gebe die vollen fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 06.04.2020

Rockstar, der große kleine Bruder

Der Delfin in der Hängematte
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Mit Autismus leben ist nicht so einfach – weder für die Betroffenen, noch für Außenstehende. Zudem gibt es unzählige Formen und Varianten davon. Die Diagnose ist vielleicht schnell getroffen, die Behandlung ...

Mit Autismus leben ist nicht so einfach – weder für die Betroffenen, noch für Außenstehende. Zudem gibt es unzählige Formen und Varianten davon. Die Diagnose ist vielleicht schnell getroffen, die Behandlung jedoch muss individuell erfolgen.

Was nun, wenn ein völlig gesundes Mädchen ein Brüderchen bekommt, bei dem schnell feststeht, dass er besondere Aufmerksamkeit benötigt? Für Eltern und Kind ist das besonders schwer. Aber Valentina ist ein großartiges Mädchen und ganz sicher die beste große Schwester, die ein Kind mit Autismus-Diagnose haben kann.

In ihrem Buch erklärt die Elfjährige allen, die es lesen, wie toll ihr Bruder ist. Ja, das Leben mit ihm ist oft anstrengend, man muss ständig auf viele aufpassen – aber Valentina sieht die schönen Seiten. Sie sieht, wie einzigartig ihr Bruder ist und sie sieht, dass er keine Belastung, sondern ein Gewinn ist.

Was einmal sein wird, das weiß auch Valentina nicht. Aber sie weiß, dass Leonardo noch immer dazulernt. Sie glaubt fest daran, dass er irgendwann sprechen wird. Bis dahin lernt und beherrscht sie seine Art der Kommunikation. Es ist ergreifend und wunderschön, wie sie von ihrem Bruder erzählt und dem Leser mehr als deutlich zeigt, dass sie durch ihn gewinnt. Und das, obwohl Leonardo keine „leichte Form“ hat und wohl nie ganz ohne Hilfe leben können wird!

Beim Lesen habe ich Valentina immer mehr bewundert. Und ich habe erkannt, dass ich schrecklich ungeduldig bin und wohl mehr der Fluggast vor Leonardos Sitzplatz bin, als ich es sein möchte. Sie hat mir gezeigt, dass die meisten Menschen – und da schließe ich mich mit ein – viel zu sehr auf sich selbst fixiert sind, auf das eigene Wohlbefinden, und kaum Geduld haben, herauszufinden, warum andere darauf keine Rücksicht nehmen können.

Valentina ist so viel erwachsener, als ein Kind sein sollte. Dennoch ist zwischen den Zeilen zu lesen, dass es für sie kein großes Opfer ist. Sie hat sich ihre kindliche Sprache und das kindliche Denken bewahrt, ist kein bisschen altklug. Nein, sie erzählt einfach nur auf ihre wunderbare Art.

Das Büchlein ist wunderbar. Es erdet. Es bereichert. Es stellt die Prioritäten wieder klar und dafür gebe ich Valentina die vollen Sterne!

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Diesmal ein Band, der mich überzeugt!

Tiefschwarze Melodie
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Bastian Mühlenberg rekrutiert im Jahre 1497 neue Anwärter für die Stadtwache in Zons. Das Auswahlverfahren ist vorgeschrieben, die Prüfungen laufen. Seine Auswahl ist jedoch nicht allen genehm. Doch Bastian ...

Bastian Mühlenberg rekrutiert im Jahre 1497 neue Anwärter für die Stadtwache in Zons. Das Auswahlverfahren ist vorgeschrieben, die Prüfungen laufen. Seine Auswahl ist jedoch nicht allen genehm. Doch Bastian weiß genau, was er macht. Dann wird eine Leiche gefunden – eine junge Novizin, gekreuzigt in der Kirche, eine Rose ohne Blütenblätter liegt bei ihr. Neben der Ausbildung der neuen Soldaten, muss Bastian auch den Mörder finden – doch zuvor taucht eine weitere Frauenleiche auf, die ebenfalls mit einem Blumensymbol geschmückt ist.

In unserer Gegenwart muss Oliver Bergmann den Mörder einer Frau finden, der ein Stück einer mittelalterlichen Komposition in die Hand gelegt worden war. Als er herausfindet, dass dies eindeutig exakt ein Zehntel der gesamten Melodie ist, ahnt er, dass er es mit einem Serienmörder zu tun hat, der einen Plan verfolgt …

Wie ich schon öfter bemerkt habe, finde ich es erstaunlich, dass manche Bücher der Autorin – auch innerhalb der Zons-Reihe – total stark, andere absolut schwach sind. Ich freue mich sehr, dass dieser Band zu den Starken gehört! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, in den beiden Zeiten den Ermittlungen zu folgen! So sollte es eigentlich immer sein, nicht so schwankend, wie ich das bisher erlebt habe.

Vielleicht sind andere da fitter, aber ich habe erst sehr spät geahnt, wer der Täter ist – in beiden Zeiten. Doch selbst, wenn ich es schon ganz früh geahnt hätte, hätte mir die Ermittlungsarbeit von Bastian Mühlenberg im Zons von 1497 und Oliver Bergmann im Zons der Gegenwart sehr gefallen. Beide Stränge sind logisch aufgebaut und es wird nichts aus der lauen Luft gegriffen. Die Wendungen sind gut konstruiert und stimmig. Beide „Ermittler“ haben Herz und Verstand, gehen nicht immer den direkten Weg und respektieren ihre Mitmenschen – wenn diese sich entsprechend verhalten oder wenigstens bemühen.

Auch kommt die Autorin in diesem Band mit sehr viel weniger Brutalität aus und überlässt dem Leser beziehungsweise dessen Phantasie die Details. Spannung kommt dennoch – oder auch gerade deshalb – genug auf. Ohne Ekel macht das einfach mehr Spaß! Es fließt Blut, es geschehen schlimme Dinge, aber Frau Shepherd breitet hier nicht jede Kleinigkeit überdeutlich aus. So muss das sein!

Nach und nach wächst mir das Team um Oliver Bergmann immer mehr ans Herz. Die Autorin lässt den Leser an seinem Privatleben und dem der Kollegen gerade genug teilhaben, dass die Geschichte nicht zu sehr ausufert, man aber eine Beziehung zu den Figuren aufbauen kann.

Wolfgang Berger liest das Buch wieder sehr eindringlich ein und schafft es, die Dramatik mit seiner Sprachmelodie perfekt anzuheizen. Es schwingt auch immer ein Hauch Melancholie bei ihm mit. Das passt besonders gut zum mittelalterlichen Teil der Story.

Ich habe den Fall – oder besser: die Fälle – sehr gespannt verfolgt und wurde bis zum Ende gut unterhalten, nicht enttäuscht. Die geniale Idee der Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart am Ende des Buches veranlasst mich, diesmal die vollen fünf Sterne zu geben. Ein kleines Detail mit riesiger Wirkung, das so für sich stehen kann, aber auch eine Art Cliffhanger sein kann – je nach dem, was der Autorin noch so einfällt! Ich bin gespannt, wie ich den nächsten Teil finden werde.

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Veröffentlicht am 01.04.2020

Dreimal Cosy Crime vom Feinsten!

Drei Fälle für Adam Dalgliesh
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Diese Box beinhaltet drei Titel – insgesamt ergibt da satte 26 Stunden Hörgenuss! Wie immer liest Frank Stieren wunderbar und löst unweigerlich Bilder im Kopf des Hörers aus. Text und Sprecher bilden eine ...

Diese Box beinhaltet drei Titel – insgesamt ergibt da satte 26 Stunden Hörgenuss! Wie immer liest Frank Stieren wunderbar und löst unweigerlich Bilder im Kopf des Hörers aus. Text und Sprecher bilden eine geniale Einheit.

Jeder der drei Fälle – es sind die ersten drei aus der Feder von P.D. James - ist auf seine Weise unterhaltsam und spannend. Allen dreien ist gemeinsam, dass sowohl eine Prise Humor, als auch eine Spur Bissigkeit darin eingewoben wurden. Typisch P.D. James, total britisch, wunderbar zu hören. Die einzelnen Figuren sind so urig und speziell, dass man nur so staunt. Trotz allem wirken die Figuren nicht albern oder total künstlich – im Gegenteil! Man kann sie sich so gut vorstellen, dass es fast unmöglich scheint, dass es sie nicht tatsächlich gibt.

Adam Dalgliesh ist ein völlig anderer Detective Chief Inspektor, als man die so kennt. Er schreibt selbst Bücher, lässt sich über andere Autoren und Bücher aus, ist ständig auf einer Spur, aber auch oft auf einer falschen. Er ist einfach nicht perfekt und bleibt sich dabei selbst treu. Das gefällt!

Böse ausgedrückt zieht sich jeder Fall. Doch mir gefällt der Stil sehr gut. Dalgliesh sammelt Fakten, stellt Theorien auf, es ergeben sich neue Zusammenhänge, weitere Indizien und Beweise tauchen auf, alles wunderbar gemütlich und gemächlich. Er lässt sich Zeit. Und das wird im Stil eben sehr deutlich. Dalglieshs Gedankengänge werden in Gesprächen mit anderen dem Leser offenbart. Nichts wird einfach so aus der Luft gegriffen. Der Hörer kombiniert automatisch mit – und wird jedes Mal aufs Glatteis geführt, denn die Pointe und die Auflösung der Fälle ist jedes Mal wieder eine Überraschung.

Man muss ein bisschen aufpassen, denn es gibt ordentlich viele Figuren und man verpasst schnell den Anschluss, wenn man sich nicht voll auf das Hörbuch einlässt. Ganz im Stile von Agatha Christie fällt auch P.D. James immer wieder ein neuer „Streich“ ein, wie der Hörer überrascht werden kann.

Fazit: Ganz im alten englischen Stil bekommt man hier drei Cosy-Crime-Storys, die alles, aber nicht gewöhnlich sind. Herrlich! Dafür gibt es von mir fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 01.04.2020

Für echte Kerle, aber nicht nur für die!

Winter BBQ
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Ja, wir grillen das ganze Jahr und bei jedem Wetter. Und nein, dieses Buch geht nicht darum, auch bei Schnee ein schnödes Würstl auf den Grill zu werfen. Hier geht es um richtig tolle Speisen, die man ...

Ja, wir grillen das ganze Jahr und bei jedem Wetter. Und nein, dieses Buch geht nicht darum, auch bei Schnee ein schnödes Würstl auf den Grill zu werfen. Hier geht es um richtig tolle Speisen, die man auf dem Grill zaubern kann – von einfach nur lecker über sehr speziell bis absolut erstaunlich!

Ganz klar, nicht jeder kann und will Rentier oder Braunbär (ja, richtig gelesen!) grillen und schon gar nicht essen. Aber in Finnisch-Lappland ist das gar nicht so ausgefallen und schockierend. Und da dort der Winter noch ein richtiger Winter ist, stellt Jord Althuizen in diesem Buch eben Grill-Spezialitäten aus dem Norden vor. Er führt aber auch zusätzlich Rezepte auf, die uns mehr entsprechen und schlägt immer auch Alternativen vor.

Natürlich wird zunächst auf die Basics eingegangen, die für das Winter BBQ hilfreich sind. Da für den Winter Wild typisch ist, gibt es auch dazu spezielle Infos. Passende Getränke, von Wein über Bier bis „Winterwärmer“ werden ebenfalls aufgeführt. Bevor es richtig losgeht, bekommt man Rezepte für BBQ-Saucen, Gemüse, Chutneys und Kompotte. Sehr gelungen finde ich die „Aufwärmer“. Allerdings sind diese Snacks so lecker und auch nicht gerade klein, dass ich danach nicht unbedingt noch weiteressen kann! Weitere Kapitel sind Kuusamo-Küche, Kochen mit Gusseisen, Go Wild, Das ultimative Festmahl, Feurige Winter-Veggies, Big Winter BBQ und natürlich BBQ-Desserts.

Man glaubt es kaum, aber hier finden sich Ideen, die dermaßen ansprechend sind, dass man das nächste Weihnachtsfest im Tiefschnee und am Grill verbringen möchte! Jedes einzelne Rezept lässt staunen und man möchte ALLES sofort nachgrillen. Gut, gern tausche ich den Braunbären gegen ein heimisches Stück Fleisch aus, dennoch – alles sieht so entsetzlich lecker aus! Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet und gut erklärt. Es wird kaum verwundern, dass die Zutaten zum Teil nicht ganz so leicht aufzutreiben sind. Da man ein solches Event – denn das ist es definitiv – aber im Voraus und sehr gut plant, ist das kein Drama. Die Erklärungen sind gut verständlich. Dass die meisten Gerichte recht arbeitsintensiv sind, darf auch nicht wirklich schocken. Sie sind es wert!

Immer sind die Rezepte mit tollen Fotos versehen, was ich sehr begrüße. Doch auch massig Fotos der finnischen Landschaft, vom Spaß des Teams und dem Abenteuer Winter BBQ finden sich. Da kann man sich verlieren! Die Texte zu diversen Themen, wie z.B. „Furchtlose Finnen“ lesen sich amüsant, aber auch sehr informativ. Dieses Buch ist eindeutig so viel mehr, als ein schnödes Grill-Buch!

Hier kommt automatisch Feierstimmung auf. Kein Buch für „jedes Wochenende“, aber eins für die ganz besondere Festlichkeit. Toll gemacht und mitreißend geschrieben – da kann man ruhigen Gewissens die vollen fünf Sterne geben!

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