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Veröffentlicht am 05.06.2020

Etwas anders, als der Klappentext erwarten lässt

Lips Don't Lie
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Der siebzehnjährige Tristan ist Mitglied der FiftySeven, einer der gefährlichsten Gangs in Millers. Der Gangalltag bestimmt und kontrolliert sein Leben, Tristan ist seit dem Tod seines Vaters gezwungen, ...

Der siebzehnjährige Tristan ist Mitglied der FiftySeven, einer der gefährlichsten Gangs in Millers. Der Gangalltag bestimmt und kontrolliert sein Leben, Tristan ist seit dem Tod seines Vaters gezwungen, Dub, dem Anführer der FiftySeven, blind zu gehorchen. Ob er will oder nicht.
Als die taffe Riley eines Tages in das Revier der Gang zieht, beginnt Tristan, wieder an eine bessere Zukunft zu glauben - trotz der Gefahren, die sich ihm dabei in den Weg stellen. Und diese Zukunft beinhaltet ein Leben mit Riley. Denn von der ersten Sekunde an spürt er etwas, was nie zuvor da war...

Das Cover des Buches ist ein recht typisches für das Genre Young Adult, nichtsdestotrotz mag ich persönlich es sehr gerne. Vor allem die im Licht leicht changierenden Effekte konnten mich begeistern.

Mit dem Schreibstil der Autorin verhielt es sich recht ähnlich. Überzeugen konnte er mich vor allem mit der lockeren und leichten Sprache, die den Leser nur so durch die Seiten fliegen lässt. Ich würde behaupten, dass diese optimal für die junge Zielgruppe gewählt ist.

Die Geschichte an sich hat mich hingegen ein wenig zwiegespalten zurückgelassen.
Der Klappentext klang für mich sehr vielversprechend und nach einer mindestens so abwechslungsreichen wie auch spannenden Geschichte.
Letztendlich finde ich, dass das Buch ein wenig anders ist, als es der Klappentext ursprünglich erwarten lässt. Leider stand meiner Meinung nach die Liebesgeschichte zu sehr im Fokus des Buches. Natürlich ist dies ein großes Bestandteil des Genres und üblicherweise habe ich auch nichts dagegen, hier zog sich die Beziehung zwischen Riley und Tristan allerdings wie Kaugummi. Viele Passagen kratzten meiner Meinung nach zu sehr an der Oberfläche, einigen mangelte es deutlich an Tiefgang. Auch das Thema "Gangaktivitäten" erschien mir oftmals ein wenig blass. Nach dem packenden Klappentext habe ich in dieser Hinsicht mehr erwartet, was jedoch nicht heißen soll, dass das Buch schlecht war - allerdings eben "nur" eine solide Liebesgeschichte für Zwischendurch.

Das konnten die Charaktere für mich leider nur zum Teil wieder gutmachen.
Riley beispielsweise mochte ich unheimlich gerne. Ihre unabhängige, selbstbewusste, starke und manchmal auch ziemlich sture Art haben mich sehr beeindruckt und sie hat mir das ein oder andere Mal ein gehöriges Schmunzeln entlocken können.
Tristan war mir als Charakter ebenfalls sympathisch und ich fand ihn wirklich authentisch, keine Frage, allerdings erschien er mir manchmal ein wenig zu blass.

Alles in einem bin ich der Meinung, dass "Lips Don't Lie" ein nettes Buch zum Abschalten ist, meinen Erwartungen konnte es jedoch nicht ganz standhalten.
4/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2020

Interessante Erzählweise und weitreichende Hintergründe

Märchen für Dich
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„Man schenkte dir zehn Sekunden, die sich anfühlen sollen wie zehn Jahre. Deine Zeit läuft ab."

Gemeinsam mit ihrem Märchenprinzen Liutwin reist die junge Adeline durch verschiedenste Märchen, um diese ...

„Man schenkte dir zehn Sekunden, die sich anfühlen sollen wie zehn Jahre. Deine Zeit läuft ab."

Gemeinsam mit ihrem Märchenprinzen Liutwin reist die junge Adeline durch verschiedenste Märchen, um diese retten zu können. Aber nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint und schon bald muss Adeline erkennen, dass es nicht für jeden ein Happy End geben kann...

Kurz vorab: "Märchen für Dich" ist der zweite Teil einer Dilogie, kann allerdings auch problemlos ohne Kenntnisse des ersten Bandes gelesen werden. Das liegt an der besonderen, achronologischen Erzählweise. Anstatt also der Reihenfolge nach mehr über das Kennenlernen sowie die Entwicklung der Beziehung zwischen Liu und Adeline zu erfahren, wird der Leser in das Ende der Geschichte hineingeworfen und liest im Prinzip rückwärts.
Zugegeben, anfangs hat mich dieses Schema ein wenig verwirrt und ich wusste nicht ganz, wo oben und unten ist. Nach und nach hatte ich aber den Dreh raus und konnte mich somit ganz auf die Geschichte selbst konzentrieren.

Die Idee hinter dieser konnte mich ebenfalls überzeugen. Sie erinnert an eine Märchenadaption, ist aber doch ganz anders. Hier stehen nicht nur die reinen Handlungen in den Märchen im Vordergrund, sondern vor allem auch deren Hintergründe, welche äußerst weitreichend und teils auch erschreckend dargestellt werden. Dadurch erscheint die Handlung sehr komplex und genauso facettenreich.
Eingebettet werden die einzelnen Märchen in Adelines und Lius Welt, ihre Beziehung zueinander sowie deren Vergangenheit. Dadurch erhält die Geschichte einen interessanten Rahmen und der Leser Bezug zu zwei sehr spannenden und tiefgründigen Charakteren.

Sowohl Adeline, als auch Liu sind einzigartig für sich.
Liu macht im Laufe des Buches eine enorme Entwicklung durch. Zwischenzeitlich mag er ein wenig launisch erscheinen, aber wie auch bei den Märchen an sich bekommt der Leser nach und nach einen ausführlichen Einblick in dessen Beweggründe.
Und auch Adeline entwickelt sich. Sie lernt, erwachsen zu werden und muss sich Stück für Stück von ihrer kindlichen Naivität trennen. Wie bereits erwähnt, geschieht dies allerdings achronologisch und wird dadurch nur umso interessanter.
Weniger interessant fand ich persönlich jedoch die Liebesbeziehung zwischen den beiden. Mir wurde an einigen Stellen der Fokus zu sehr auf diese Charaktere gesetzt, sodass sich Passagen teil unnötig in die Länge zogen und fast schon ein wenig substanzlos auf mich schienen.

Das hat der wunderbare Schreibstil der Autorin aber größtenteils wieder herausgerissen. Er ist einzigartig, unheimlich detailliert, bis auf das letzte Wort durchdacht und nicht nur häufige Metaphern machen das Lesen zu einem stilistischen Genuss.

Ein nettes Extra waren für mich das überaus ansprechende Cover (mit dem total schönen Buchrücken wohlgemerkt) und auch die tollen Zeichnungen zu Beginn jedes einzelnen Märchens.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich "Märchen für Dich" größtenteils überzeugen konnte, auch wenn es die ein oder andere Schwäche hatte. Leser, die sehr gerne mehr über die Hintergründe einer Geschichte erfahren möchten und auch sonst Märchen nicht abgeneigt sind, werden hierbei sicherlich Gefallen finden.
4/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2020

Gerade zum Ende hin sehr überraschend und ein wenig anders, als ursprünglich gedacht

Nightrunner
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Seit ihrer Kindheit leidet Evelyn unter einer Krankheit, die größere Anstrengungen für sie unmöglich macht. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt ist nichts mehr so, wie es einmal war: Ein Glaubenskrieg ...

Seit ihrer Kindheit leidet Evelyn unter einer Krankheit, die größere Anstrengungen für sie unmöglich macht. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt ist nichts mehr so, wie es einmal war: Ein Glaubenskrieg hat alles in Schutt und Asche gelegt und Evelyn ist gezwungen, ihr Leben tagtäglich als "Nightrunner" aufs Spiel zu setzen.
Der junge Leonow muss ähnlich harte Schicksalsschläge wie Evelyn erfahren. Von allen verlassen begibt er sich auf eine lange Suche, die ihn stärker mit Evelyn verbindet, als er zunächst ahnen mag...

Das Cover des Buches konnte mich auf den ersten Blick überzeugen. Es ist zwar recht schlicht gehalten, passt meiner Meinung nach aber hervorragend zum Buch und macht definitiv neugierig auf mehr.

Der Schreibstil des Autors hat mir ebenso gut gefallen. Er ist angenehm und flüssig zu lesen und auch die nicht zu kurzen, aber auch nicht zu langen Kapitel tragen zu einem angenehmen Lesefluss bei.
Besonders angetan hat es mir jedoch die Art und Weise, wie der Autor konstant die Spannung aufrecht erhalten zu vermag und es zu keiner Zeit eintönig oder gar langweilig wird. Ich habe selten ein Buch gelesen, welches mich so von vorne bis hinten fesseln konnte, und das ganz ohne irgendwann zu übertrieben zu wirken. "Nightrunner" hat mich persönlich, gepaart mit bildhaften Beschreibungen, auf positive Weise an einen spannenden Actionfilm erinnert, denn keiner gerne aus der Hand legt.

Dadurch ist allerdings auch einiges auf der Strecke geblieben.
Angefangen bei der Geschichte an sich, bei der in meinen Augen recht wichtige Details nicht gründlich genug durchleuchtet werden und auch am Ende noch viele Fragen offen bleiben - und das, obwohl "Nightrunner" ein voraussichtlicher Einzelband ist.
Das soll allerdings nicht heißen, dass die Idee dahinter schlecht ist. Ganz im Gegenteil, auch sie hatte es wirklich in sich. Gepaart mit verschiedensten Aspekten, wie beispielsweise der Glaubensfrage oder der Schere zwischen Arm und Reich, erschafft Lukas Hainer eine, an das heutige Wien angelehnte, dystopische Welt, in der auch das ein oder andere Fantasyelement wiederzufinden ist. Voll mit überraschenden Wendungen und authentischen Handlungen taucht der Leser voll und ganz in jene Welt ein und begleitet die Protagonisten Evelyn, Leonow sowie einige Nebencharaktere auf ihrer spannenden Reise.

Mit diesen ging es mir ähnlich wie mit den fehlenden Details in der Geschichte. Die Charaktere waren ausnahmslos authentisch und - mehr oder weniger - sympathisch, gar keine Frage! Allerdings haben mir oftmals der nötige Tiefgang sowie ihre Alleinstellungsmerkmale gefehlt. Mir waren, trotz der unterschiedlichen Perspektiven, ihre Entwicklung, ihre Gedanken und Gefühle einfach zu objektiv und "kalt" betrachtet.

Nichtsdestotrotz mochte ich Nightrunner alles in einem wirklich gerne, vor allem des grandiosen Spannungsbogens wegen. Zwar haben mir manchmal ein wenig der Tiefgang und ausgeprägtere Details gefehlt, das ist aber durchaus zu verkraften und nicht allzu gravierend.
4/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2020

Eine Liebesgeschichte, die mich ein wenig zwiegespalten zurückgelassen hat

Rendezvous in zehn Jahren
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„Wenn du etwas liebst, lass es frei. Kommt es zu dir zurück, gehört es für immer dir.“

Nachdem Valerie sich von ihrem Ehemann getrennt hat, verbringt sie gemeinsam mit ihrer Schwester einige Tage in Amsterdam. ...

„Wenn du etwas liebst, lass es frei. Kommt es zu dir zurück, gehört es für immer dir.“

Nachdem Valerie sich von ihrem Ehemann getrennt hat, verbringt sie gemeinsam mit ihrer Schwester einige Tage in Amsterdam. In einem Cafe lernt sie den Holländer Ted kennen und versteht sich von Anfang an mit dem ebenfalls geschiedenen Vater. Statt sich mit nichtssagendem Smalltalk zu beschäftigen, tauschen sie sich über ihre Sehnsüchte aus. Es funkt sofort, aber beide wollen nichts überstürzen und verabreden sich auf ein Date in zehn Jahren. Ted merkt schon bald, dass er nicht so lange auf seine Traumfrau warten kann und eine langwierige Suche beginnt...

Das Cover des Buches hat mich völlig begeistern können. Der weiße Hintergrund ist perfekt auf die einzelnen Ornamente abgestimmt, welche ein echter Hingucker sind. Ich habe selten so ein stimmiges und edel wirkendes Cover gesehen und nach einem kurzen Blick auf den Klappentext sofort beschlossen, das Buch zu lesen.

Dieser hat eine süße und herzzerreißende Liebesgeschichte versprochen.
Letztendlich bin ich mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Ja, die Liebesgeschichte wäre definitiv süß gewesen, wenn das Buch von vorne bis hinten nicht aus so vielen schrecklich gestellten Zufällen bestanden hätte. Spätestens beim dritten Zufall hätte ich das Buch am liebsten gegen die Wand geschmissen. Es hat einfach furchtbar konstruiert gewirkt und ist mir irgendwann nur noch auf die Nerven gegangen.
Schade eigentlich, denn der Rest hat gestimmt.

Der Schreibstil der Autorin war zwar nichts Außergewöhnliches, aber angenehm und flüssig zu lesen. Die Emotionen und das gewisse Drama wurde dadurch gut transportiert.

Und auch die Charaktere mochte ich an sich sehr gerne. Ja, vieles bestand aus den typischen Klischees und war dadurch sehr vorhersehbar, aber sie waren recht vielschichtig aufgebaut und allesamt doch recht sympathisch.
Vor allem Teds bester Freund Roman ist mir dabei ans Herz gewachsen. Seine etwas schlaksige und total lustige Art hat mir das ein oder andere Schmunzeln entlockt.

Ganz wettmachen konnte er die anstrengenden Zufälle allerdings auch nicht. Das Buch ist auf keinen Fall grottenschlecht, aber total gut eben auch nicht. Richtig Spannung ist bei mir nicht aufgekommen, aber für lockere Lesestunden zwischendurch hat es noch gereicht. Wer einige gestellte Zufälle ertragen kann, wird mit diesem Buch sicherlich eine nette Lektüre finden.
Ich muss sagen, dass ich bis jetzt mit der Bewertung gehadert habe und nicht sicher war, ob ich nun drei oder vier Sterne vergeben soll. Auf Grund des tollen Covers und der Charaktere sind es letztendlich doch mehr geworden.
4/5 Sterne

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Veröffentlicht am 06.04.2020

Eine nette Geschichte für Zwischendurch

Echte Helden – Der Geisterzug
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Nachdem Simon seine Mutprobe bei den Kojoten, der coolsten Bande im Ort, vermasselt und dann auch noch seine Oma in das Schlamassel reinbringt, will er einfach nur noch abhauen. Er springt auf einen vorbeifahrenden ...

Nachdem Simon seine Mutprobe bei den Kojoten, der coolsten Bande im Ort, vermasselt und dann auch noch seine Oma in das Schlamassel reinbringt, will er einfach nur noch abhauen. Er springt auf einen vorbeifahrenden Zug und hofft, sein Zuhause so schnell wie möglich hinter sich lassen zu können. Doch dann bekommt er mit, dass ein gefährlicher Geisterzug darauf zusteuert. Wird er sich selbst überwinden können und sein Zuhause retten?

Das Cover des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die Illustration gemeinsam mit den kontrastreichen Farben sind ein echter Hingucker und macht auf jeden Fall neugierig auf mehr.

Der Schreibstil der Autorin hat mir ebenso gut gefallen. Durch lockere, kurze und einfach gebaute Sätze kommt der junge Leser schnell in den Lesefluss und fliegt praktisch durch die Seiten.

Und auch die Geschichte, die sich in dem Buch versteckt, hat es mir angetan. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die wichtige Botschaft, die die Autorin in ihrem Buch aufgreift: Weglaufen ist alles andere als eine Lösung. Verpackt wird diese in eine spannende, tiefgründige und zugleich auch recht humorvolle Geschichte. Diese wird übrigens toll durch kleine Illustrationen und Details - passend zum Cover - aufgelockert.
Ein wenig gestört haben die Zeitsprünge. Ich fand sie teils ein wenig unklar. Ich kann mir vorstellen, dass gerade etwas jüngere Leser Probleme damit haben könnten.
Zudem konnte ich mich mit den Kapitelüberschriften nicht besonders anfreunden. Sie haben mir oftmals zu viel vorweggenommen.

Einigermaßen wieder wettgemacht haben das allerdings die tollen Charaktere. Sie sind äußerst vielschichtig aufgebaut und durchaus authentisch. Ich glaube, dass sich der ein oder andere Leser sehr gut mit ihnen identifizieren kann.

Trotz kleinerer Kritikpunkte mochte ich das Buch alles in einem recht gerne. Für eine lockere Lektüre für Zwischendurch ist es sicherlich keine schlechte Wahl.
4/5 Sterne

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