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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2020

Nimmt vor allem am Ende nochmal an Fahrt auf und verspricht viel Action für das Finale

Grimoria 2
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Die Geschichte knüpft nahtlos an die Ereignisse aus dem ersten Teil an. Nach ihrem Kuss müssen Sophia und Prinz Erik aus dem Palast fliehen. Denn obwohl der Zauber um Eriks Geist sich gelüftet hat, sind ...

Die Geschichte knüpft nahtlos an die Ereignisse aus dem ersten Teil an. Nach ihrem Kuss müssen Sophia und Prinz Erik aus dem Palast fliehen. Denn obwohl der Zauber um Eriks Geist sich gelüftet hat, sind sie doch fast die einzigen, die sich nicht mehr von Cinopia blenden lassen. Zur Seite steht ihnen dabei die Cjunnie Charmy.

Wie auch im Vorgänger wird hier hauptsächlich aus Sophias Perspektive erzählt. Sie befindet sich in einem wahren Gefühlschaos. So ist sie sich nicht sicher, was sie bezüglich Erik empfinden soll oder darf, schließlich sind sie doch wie Geschwister aufgewachsen. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, in denen man vor allem noch mehr über Erik erfährt und ihn dadurch noch viel mehr in sein Herz schließt als sowieso schon.

In diesem Teil treten relativ wenig Charaktere auf und wenn dann auch eher kurz. Ich mochte allerdings die Konstellation Sophia, Erik und Charmy. Alle drei sind sehr liebenswürdig. Der Umgang untereinander ist einfach herrlich amüsant und von Neckereien geprägt. Wenn es aber drauf ankommt, stehen sie füreinander ein. Generell ist in diesem Band viel zwischenmenschliches passiert. Denn nachdem Erik lange Zeit durch den Zauber nicht mehr er selbst war, spielen jetzt natürlich auch Schuldgefühle, Vergebung und Vertrauen eine Rolle.

Es handelt sich bei Grimoria um eine Märchenadaption zu Cinderella. Das Szenario ist märchenhaft, humorvoll, aber auch ein wenig düster, teilweise bedrückend und ab und zu einen Hauch gruselig. Ich habe einige Gefühle durchleben dürfen und sogar so manch eine Träne geweint.

Im Vergleich zum ersten Band passiert nicht so besonders viel und auch ihre Flucht schreitet nicht so weit voran, wie man vielleicht denken könnte. Deswegen ist "Grimoria - Küsse niemals einen Prinzen" für mich eher eine Art Zwischenband, der vor allem am Ende nochmal an Fahrt aufnimmt, viele Fragen aufwirft und vor allem viel Action für den Folgeband verspricht!

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Veröffentlicht am 20.04.2020

Emotional, erschreckend, düster, grausam.. und dennoch so gut!

Too Late
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Für Sloan ist die Beziehung zu Drogenboss Asa die Hölle auf Erden. Würde er nicht ihren kranken Bruder finanziell unterstützen, würde sie niemals bei ihm bleiben. Asa hingegen vergöttert Sloan, denn sie ...

Für Sloan ist die Beziehung zu Drogenboss Asa die Hölle auf Erden. Würde er nicht ihren kranken Bruder finanziell unterstützen, würde sie niemals bei ihm bleiben. Asa hingegen vergöttert Sloan, denn sie ist das Beste, was ihm je passiert ist. Er ist davon überzeugt, dass dies auf Gegenseitigkeit beruht. Und dann tritt der Undercover-Cop Carter in das Leben der beiden...

Dieses Buch ist so viel mehr als ich erwartet habe. So viel emotionaler, erschreckender, düsterer und grausamer. Es hat mich aufgewühlt, aufgeregt und mitgerissen. Ich habe mit Sloan und Carter mitgefiebert, gelitten, geweint, geliebt, habe mich um sie gesorgt und hätte sie schütteln können! Viele Probleme, die sich ihnen stellen, haben sie selber mit ihrer Unüberlegtheit und Sorglosigkeit ausgelöst. Wie oft habe ich die Augen verdreht und mir gesagt, dass das ja wohl nicht deren verdammter Ernst sein kann! Daher auch nur 4/5 Sterne.

Denn der Rest des Buches hat für mich die volle Punktzahl verdient. Ja, es war teilweise kaum auszuhalten, was man dort lesen musste. Asa ist einfach völlig krank und bräuchte dringend Hilfe. Er ist unberechenbar, Angst einflößend und redet sich die Dinge gerne so, dass sie ihm in den Kram passen. Wie er Sloan behandelt ist widerlich. Man beginnt sehr schnell ihn zu hassen. Und dennoch schafft Colleen Hoover es, dass man Mitleid hat. Mitleid mit dem kleinen Jungen Asa, man versteht, warum aus ihm der Mensch wurde, der er heute ist. Die Abgründe der menschlichen Psyche sind hier so gut beschrieben. Die Kapitel aus seiner Sicht empfand ich schon fast als am spannendsten, weil ich die ganze Zeit nur den Kopf schütteln musste und zwischen Mitleid, Fassungslosigkeit, Verständnis und Unverständnis, Hass und Ekel geschwankt bin.

"Too late" liest sich wie ein Thriller und ist damit mal etwas komplett anderes, als die bekannten und geliebten romantischen Geschichten, die man von der Autorin kennt. Liebe spielt natürlich eine Rolle, aber sie wird von Asa, Leid, Gewalt und Angst überschattet. Das Buch ist definitiv nichts für schwache Nerven und wahrscheinlich besser erst ab 18 Jahren zu lesen. Es beinhaltet explizite und äußerst detaillierte Sexszenen sowie psychische und physische Gewalt gegenüber Frauen. Hier also eine unbedingte Triggerwarnung!

Trotzdem und obwohl ich über solche Thematiken auch nicht "gerne" lese, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Es war so dermaßen spannend, aufregend und schrecklich, dass ich die ganze Zeit einen gefühlten Puls von 180 hatte.

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Veröffentlicht am 16.04.2020

Ein sehr besonderes Buch

Fuchs 8
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Fuchs 8 hat sich schon immer für die Menschen und ihre Geschichten interessiert. Deshalb hat er auch viel Zeit damit verbracht sie heimlich zu belauschen. Dabei hat er sich sogar ihre Sprache aneignen ...

Fuchs 8 hat sich schon immer für die Menschen und ihre Geschichten interessiert. Deshalb hat er auch viel Zeit damit verbracht sie heimlich zu belauschen. Dabei hat er sich sogar ihre Sprache aneignen können. Als plötzlich der Wald für ein Einkaufszentrum gerodet wird und seine Familie alles zu verlieren droht, beschließt er etwas dagegen zu unternehmen.

Fuchs 8 berichtet wie er die Menschen sieht und vermittelt damit eine wichtige Botschaft. Vielleicht sollten die Menschen nicht immer nur an sich selbst und ihren Profit denken, sondern auch auf ihre Umwelt, die Natur und die Tierwelt achten. Die Menschen können sehr grausam sein, ohne einen Gedanken an die Folgen zu verschwenden.

Das Besondere an diesem Buch ist definitiv der Schreibstil. Fuchs 8 selber erzählt die Geschichte und das merkt man. Denn die Wörter sind so geschrieben, wie sie eben klingen. Ein Fuchs ist eben ein Fuchs und kein Genie der Rechtschreibung. Ich fand diese Art und Weise ziemlich gut, auch wenn sie teilweise vielleicht ein bisschen anstrengend war. Es ist definitiv mal was anderes.

Für mich ist dieses dünne Büchlein sehr gelungen und überzeugt neben der schonungslosen Erzählung von Fuchs 8 auch durch zahlreiche Illustrationen und ist dennoch irgendwie „süß“ gemacht.

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Veröffentlicht am 15.04.2020

Das perfekte Sommerbuch

Indie.Pop.Liebe
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Nachdem Jana ihren Freund inflagranti mit einer anderen Frau erwischt, flüchtet sie sich zu ihrer Tante nach Schleswig Holstein. Diese betreibt eine Ferienanlage, die ihre besten Tage schon hinter sich ...

Nachdem Jana ihren Freund inflagranti mit einer anderen Frau erwischt, flüchtet sie sich zu ihrer Tante nach Schleswig Holstein. Diese betreibt eine Ferienanlage, die ihre besten Tage schon hinter sich hat. Jana stürzt sich in die aufwendigen Umbaumaßnahmen, um sich von ihrem Herzschmerz abzulenken. Als sie dann auf den Musiker Finn trifft, wird ihre Gefühlswelt noch zusätzlich durcheinander gewirbelt.

Für mich ist "Indie.Pop.Liebe" das perfekte Sommerbuch. Es spielt in einer malerischen Umgebung direkt am See, eben dort wo man gerne seinen Urlaub verbringen würde. Leider ist es ein nicht so schönes Ereignis, welches Jana in diese Gegend verschlägt. Sie versucht dort erstmal ihre Gedanken, Emotionen sowie Wünsche und Ziele für die Zukunft zu sortieren. Ihr wird klar, dass sie sich selber in den letzten Jahren ein wenig vernachlässigt hat. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und mit ihr identifizieren, auch weil das Buch aus ihrer Sicht geschrieben ist.

Durch Finn lernt Jana einige neue Leute kennen. Auf mich haben sämtliche Charaktere sehr sympathisch gewirkt. Besonders ihn habe ich direkt in mein Herz geschlossen. Seine humorvolle, offene und hilfsbereite Art ist einfach sehr erfrischend. Obwohl er der Frauenschwarm schlechthin ist, lässt er dies nicht raushängen und ist stets zur Stelle, wenn Jana ihn braucht.

Die Geschichte und der Schreibstil sind locker und leicht. Als Leser fühlt man sich in dieser sommerlichen und freundschaftlichen Atmosphäre sehr wohl. Obwohl alles irgendwie so einfach und unbeschwert rüber kommt, merkt man doch, dass nicht immer alles so ist wie es scheint. Deshalb kommt es auch zu einigen unerwarteten Wendungen. Zudem kämpft Jana natürlich nach wie vor mit der Enttäuschung sowie dem Verrat bezüglich ihres Ex-Freundes und ist sich ihrer aktuellen Gefühle relativ unsicher.

„Indie.Pop.Liebe“ ist ein tolles Wohlfühl-Buch mit liebenswerten Charakteren und einer sehr lesenswerten Story. Es ist bestimmt nicht die letzte Geschichte von Erin J. Steen, die ich lesen werde.

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Veröffentlicht am 05.04.2020

Anders als erwartet, aber für mich die perfekte Urlaubs- und/ oder Strandlektüre

Unsere glücklichen Tage
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Die Freundinnen Elsa, Lenica, Fanny und Marie haben früher all ihre Sommer in einem Ferienhaus an der französischen Atlantikküste verbracht. Doch dann bringt Lenica eines Abends ihren Jugendfreund Sean ...

Die Freundinnen Elsa, Lenica, Fanny und Marie haben früher all ihre Sommer in einem Ferienhaus an der französischen Atlantikküste verbracht. Doch dann bringt Lenica eines Abends ihren Jugendfreund Sean mit und plötzlich ist alles anders. Seit diesem einen Sommer haben sich die fünf nicht mehr gesehen. Jahre später treffen sie durch Zufall aufeinander und beschließen die alten Zeiten wieder aufleben zulassen und nochmal ein paar Tage in ihrem früheren Domizil zu verbringen.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen und aus Elsas Sicht beschrieben. So erfährt der Leser sowohl die Ereignisse des vergangenen als auch des jetzigen Sommers. Elsa erzählt, was damals passiert ist, was die Freundschaft der Mädchen ausgemacht hat, aber auch wie besonders Lenica für sie war. Man merkt, dass irgendetwas vorgefallen sein muss, das die Clique auseinander gerissen hat, allerdings kommt es erst relativ am Ende zur Auflösung. Diese ist jetzt nicht wirklich überraschend, man kann sie sich im Verlauf vielleicht schon denken. Dennoch kommt es aber zu der ein oder anderen unerwarteten Wendung. Denn obwohl alle sich vor Jahren sehr nah waren, haben sie sich nach dem Sommer schnell voneinander entfernt, zu viel Zeit ins Land gehen lassen und dadurch alle wichtigen Ereignisse im Leben der anderen verpasst. Dadurch hat jeder so seine kleinen oder großen Geheimnisse, die es aufzudecken gilt.

Ich mochte die Charaktere eigentlich ganz gerne. Vor allem Elsa, von ihr erfährt man einfach am meisten. Auch über Lenica berichtet sie einiges, denn die beiden jungen Frauen hatten eine besondere Bindung. Dennoch bleibt sie für mich ein Rätsel und so richtig verstehe ich Lenica wohl trotzdem nicht. Sean gegenüber bin ich ein bisschen zwiegespalten. Von Anfang an kam er mir komisch, distanziert und nicht so richtig sympathisch vor. Das wird teilweise im Verlauf bestätigt, teilweise auch nicht.

Der Schreibstil ist locker und leicht. Mir haben die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart gefallen. Durch die Unwissenheit darüber, was wirklich vorgefallen ist, wirkt die Stimmung auf mich ab und zu ein wenig bedrückend. Zum Ende hin wird es auch nochmal richtig emotional.

"Unsere glücklichen Tage" löst in mir jedoch hauptsächlich Lust auf Urlaub aus. Julia Holbe erschafft ein sehr schönes Sommerfeeling und eine entspannte Atmosphäre. Dadurch, dass die Handlung im Sommer, am Strand und am Meer spielt, kann man sich so richtig in dieses französische Dorf hinein träumen. Die Tage damals waren leicht, die Jugendlichen fühlten sich frei, genossen die Umgebung, das Leben, ihre Freundschaft und lebten in den Tag hinein. Sie stellten sich eine rosige Zukunft vor, in der sie ihre Ziele erreichen, immer in Kontakt sein und die große Liebe finden würden. Alles wäre möglich. Jahre später zeigt sich dann in wie weit diese Phantasien in Erfüllung gegangen sind.

Es ist ein Roman über Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Verrat, zweite Chancen und einen Sommer, die für die Fünf alles veränderte. Für mich die perfekte Urlaubs- und/ oder Strandlektüre.

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