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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2017

Ein gutes Buch kann man nur lesen, nicht darüber sprechen

Das Buch der Spiegel
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1987 wird der renommierte Professor Wieder ermordet aufgefunden. Er beschäftigte sich mit dem Phänomen Erinnerung, insbesondere der Analyse verdrängter Erinnerungen. Demnach wären Erinnerungen „eine Art ...

1987 wird der renommierte Professor Wieder ermordet aufgefunden. Er beschäftigte sich mit dem Phänomen Erinnerung, insbesondere der Analyse verdrängter Erinnerungen. Demnach wären Erinnerungen „eine Art Gelatine, die sich in jede beliebige Form bringen lässt“ (Zitat). Und genau darum geht es in dem Buch, die Aufklärung des Mordes ist dabei eher zweitrangig. Hauptsächlich drei Personen begeben sich auf Spurensuche und berichten jeweils aus ihrer Sicht: der Literaturagent mit dem Fragment eines Manuskriptes, ein engagierter Journalist und der damals zuständige Polizist. Jeder bietet nicht nur persönlich Einblicke, sondern auch neue Blickwinkel auf das mögliche Motiv und den möglichen Täter. „Alle hatten sich geirrt und durch die Fenster, in die sie zu spähen versuchten und die sich am Ende alle als Spiegel herausstellten, nur immer sich selbst und ihre eigenen Obsessionen gesehen.“ (Zitat). Dem Autor gelingt es gekonnt die Puzzlestücke zu verteilen, das Interesse durchweg aufrecht zu erhalten und brilliert mit seinem Schreibstil. Fazit: „Ein gutes Buch kann man nur lesen, nicht darüber sprechen.“ (Zitat)

Veröffentlicht am 20.03.2017

Das fehlte mir noch

The Great Outdoors
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Als praktizierende Outdoor-Fans sind wir nicht nur viel mit dem Wohnmobil unterwegs, sondern auch auf Fahrradtouren und Wanderungen. Natürlich hat man sich im Laufe der Jahre eine gewisse Rezeptsammlung ...

Als praktizierende Outdoor-Fans sind wir nicht nur viel mit dem Wohnmobil unterwegs, sondern auch auf Fahrradtouren und Wanderungen. Natürlich hat man sich im Laufe der Jahre eine gewisse Rezeptsammlung angelegt, aber nun kommt doch endlich wieder einmal etwas Abwechslung. Schon das Durchblättern des Buches macht Lust auf die nächste Tour und schließlich gibt es Rezepte, die zu Hause bereits vorbereitet werden können. Vom Frühstück, der Zwischenmahlzeit, Hautgericht, Süßes bis hin zu Getränken und vegetarischen Gerichten, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Auch Symbole ob das Rezept gut zu transportierende Zutaten enthält, gar auf kochen verzichtet oder ein / zwei Kochfeuer / Platten benötigt hat mir sehr gut gefallen. Der Clou jedoch ist das Mini-Kochbuch für die Hosentasche mit allen Rezepten zum mitnehmen. Ansprechend aufgemacht, hätte ich mir als einzigen kleinen Kritikpunkt eine größere Schrift gewünscht.

Veröffentlicht am 13.01.2017

Vom Leben mit Kindern

Eltern haften an ihren Kindern
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Man sollte sich reproduziert haben und vorzugsweise sollte diese Vermehrung der häuslichen Gemeinschaft schon ein wenig zurückliegen um dieses Buch in vollen Zügen genießen zu können. Sollte man noch Endorphin ...

Man sollte sich reproduziert haben und vorzugsweise sollte diese Vermehrung der häuslichen Gemeinschaft schon ein wenig zurückliegen um dieses Buch in vollen Zügen genießen zu können. Sollte man noch Endorphin geladen auf die Ankunft des neuen Mitbewohners warten oder diesen, noch nass hinter den Ohren, im Arm halten, wird man noch denken, das hier mit dem stilistischen Mittel der Übertreibung gearbeitet wird und es bestimmt alles ganz anders wird. Dieses Buch ist zwar ausdrücklich kein Ratgeber, bietet aber einige Anregungen und Überlegungs.- und Überlebensansätze. Mit viel Esprit geschrieben, hat der Autor sehr gut hingeguckt und weiß wovon er hier schreibt. Mich hat das Buch absolut überzeugt und es war ein wahrer Lesegenuss.

Veröffentlicht am 25.12.2016

Eine ganze Menge Leben

Im Sommer wieder Fahrrad
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Gleich vorweg, dieses Buch hat mich begeistert. Mit gerade 30 Jahren erhält Lea ihre Krebsdiagnose. Ihre Welt scheint zusammenzubrechen und die Angst wird ihr ständiger Begleiter. Um sich abzulenken beschäftigt ...

Gleich vorweg, dieses Buch hat mich begeistert. Mit gerade 30 Jahren erhält Lea ihre Krebsdiagnose. Ihre Welt scheint zusammenzubrechen und die Angst wird ihr ständiger Begleiter. Um sich abzulenken beschäftigt sie sich mit dem sehr bewegten und eigenwilligen Leben ihrer Großmutter, die über 90 wurde und eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielte. Kindheitserinnerungen und ein Koffer voller Hinterlassenschaften der Oma helfen ihr auf ihrem schweren Weg. Ohne Kitsch und Pathos geschrieben, realistisch, empathisch und sogar mit einer Portion Humor. Die Verknüpfung der beiden Lebensgeschichten in seinem ansprechenden Schreibstil macht das Buch zu einem besonderen Lesevergnügen. Ein Buch über das Leben, die Liebe und die Vergänglichkeit, das nicht schwermütig macht.

Veröffentlicht am 04.11.2016

Familiengeschichte vom Flügge werden

Das Nest
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Auf dem Cover vier verschiedene Vögel. Und so verschieden sind auch die vier Plumb- Geschwister aus New York. Was sie verbindet ist die Aussicht auf ihr Erbe, das sie in ihren 40igern erhalten werden, ...

Auf dem Cover vier verschiedene Vögel. Und so verschieden sind auch die vier Plumb- Geschwister aus New York. Was sie verbindet ist die Aussicht auf ihr Erbe, das sie in ihren 40igern erhalten werden, liebevoll von allen das Nest genannt, der vermeintlich sichere Rückzugsort auf den alle so sehnsüchtig warten. Doch von dem erhofften und fest eingeplanten Geld ist nach einem Unfall von einem der Geschwister kaum noch etwas übrig. Notgedrungen müssen sich die Geschwister nicht nur miteinander, sondern auch mit ihrer eigenen Lebensplanung auseinandersetzen. Eine spannende, gut erzählte Tragikomödie mit unerwarteten Wendungen und tiefen Einblicken, atmosphärisch dicht und mit authentischen Charakteren in einem flüssig, angenehmen Schreibstil. Eine mal etwas anders erzählte Familiengeschichte, die mich überzeugt hat.