Geschichte - aufwühlend
Roter Herbst in Chortitza
Inhalt:
Im Sturm der russischen Revolution
1919. Ein Bürgerkrieg fegt mit aller Gewalt über das zerfallende Zarenreich. Gefangen zwischen den Fronten, finden die beiden Freunde Willi und Maxim ein von ...
Inhalt:
Im Sturm der russischen Revolution
1919. Ein Bürgerkrieg fegt mit aller Gewalt über das zerfallende Zarenreich. Gefangen zwischen den Fronten, finden die beiden Freunde Willi und Maxim ein von Soldaten zurückgelassenes Maschinengewehr. Für Maxim ein Geschenk des Himmels, für Willi die größte Herausforderung seines Glaubens, denn als Sohn mennonitischer Siedler hat er gelernt, jede Form von Gewalt abzulehnen. Eine Zerreißprobe für die Freundschaft der beiden Jungs.
Während Willis Familie in der aufkommenden Sowjetdiktatur ums nackte Überleben und um ihren Glauben kämpft, schlägt sich Maxim ausgerechnet auf die Seite des Regimes. Beide wissen nicht, ob sich ihre Wege je noch einmal kreuzen werden.
Tim Tichatzki blickt in eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte, und erzählt zugleich ein Stück eigener Familiengeschichte. Ungemein packend und herzergreifend
Meine Meinung:
Der Autor Tim erzählt in seinem sehr intensiven Roman von den Umwälzungen der Russischen Revolution Anfang des 20. Jahrhunderts. Es ist heftige Kost, die dem Leser/Hörer hier serviert wird. Ich musste oft abbrechen und mir eine zu Pause gönnen. Für zartbesaitete Gemüter eine Herausforderung.
Die Geschichte um die zwei Freunde Willi und Maxim beruht ja tatsächlich auf wahre Begebenheiten, das macht sie besonders aufwühlend. Willi Bergen, der Junge aus der mennonitischen Gemeinde Osterwick in der Ukraine, mit deutschen Wurzeln und wird mit seiner Familie in einen Überlebenskampf geworfen, der unvorstellbar ist. Der mennonitische Glaube lehnt jegliche Gewalt ab. Auch sein Freund Maxim Orlow erfährt Leid durch das neue Regime, dennoch schlägt er sich irgendwann auf die Seite dessen Seite.
Mich hat das Hörbuch emotional stark mitgenommen. Einfach unvorstellbar, was diese Menschen erleiden mussten und wozu Menschen fähig sind, im Guten wie im Bösen. Wenn ich jetzt Russlanddeutschen begegne, frage ich mich, was haben deren Familie bzw. deren Vorfahren ertragen müssen? Ich hatte oft einen Kloß im Hals.
Das Hörbuch ist kein gefälliges Hörbuch, das man gerne lauscht. Es ist Aber es ist ein wichtiges Buch. Es sollte in Schulen Pflichtlektüre sein. Wir alle sollten erfahren, was sich zugetragen hat und alles daransetzten, dass solchen Gräueltaten nicht mehr geschehen.
Der Sprecher Makke Schneider hat hier wirklich einen äußerst guten Job gemacht. Seine Charaktere sind lebendig. Auch die Örtlichkeiten kann man sich gut vorstellen, besonders das kleine Dorf Osterwick stand mir deutlich vor Augen.
Fazit: Eine schonungslose von Schmerz und Trauer geprägte Geschichte.