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Bisco

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2020

Die Stärke liegt nicht in den Charakteren

Niemalswelt
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Es gibt Bücher, da sterben Menschen und erhalten kurzfristig eine zweite Chance. Die Chance dem Tod zu entkommen und ihr Leben weiter zu leben. In dieser Geschichte sind es fünf junge Menschen, die in ...

Es gibt Bücher, da sterben Menschen und erhalten kurzfristig eine zweite Chance. Die Chance dem Tod zu entkommen und ihr Leben weiter zu leben. In dieser Geschichte sind es fünf junge Menschen, die in einer Nacht sterben, aber nur eine Person wird am Ende leben? Aber wer bloß?

Bee und Jim waren das Lieblingspaar in der Studienzeit gewesen. Bis eines Tages Jim tot im Steinbruch gefunden wurde. Die Polizei hat es als Selbstmord abgetan. Die jungen Leute haben damals keinen Grund für seinen Selbstmord gesehen. Aber was soll sonst passiert sein?

Fünf Jahre später treffen sich vier der fünf von damals zu einer Party. Bee entschließt sich diese zu crashen. Sie will die Leute von damals und vor allem ihre damals beste Freundin Whitley wiedersehen. Die Gruppe ist geschockt Bee zu sehen. Diese galt damals als labil nach Jims Tod und den getrennten Wegen von allen.

Sie überreden Bee über Nacht zu bleiben und dass sie mit zu einer Party mitkommt. Auf dem Weg dorthin geschieht ein Unfall und alle sind überrascht es überlebt zu haben. Sie gehen zurück ins Haus und bekommen dort Besuch von einem fremden, merkwürdigen Mann. Dieser erklärt ihnen, dass sie tot seien und in der Niemandswelt feststecken würden. Sie würden den Tag immer wieder bis zum Zeitpunkt ihres Todes erleben, wenn auch selbst gesteuert, und dann kommt die Wahl. Sie müssen entscheiden wer von ihnen leben darf, während der Rest endgültig stirbt.

Wo führt sowas natürlich erstmal hin: Unglaube, Verdrängung und ignorieren es. Nach dem es aber vier Stunden später wieder passiert, sie sterben wieder und kommen wieder im Haus an. Merken sie das der Alte die Wahrheit sprach. Sie feiern die Stunden, Tag für Tag, beobachten die Sterne. Manche Person verschwindet immer wieder für Stunden. Doch es bricht in sich zusammen. Sie merken das es nicht so viel Spaß macht, immer an den gleichen Stellen neu einzusteigen. Sie entscheiden sich also für was Sinnvolles, sie wollen herausfinden was mit Jim passiert ist. War es wirklich Selbstmord?

Bis hierhin ist Teil 1. Im zweiten Teil beginnt die Gruppe auf die Suche nach Hinweisen und Verdächtigen zu gehen. Dabei merken diese, dass die Welt nicht den normalen physischen Gesetzten entspricht, mal von den Tod und Auferstehen, abgesehen. Im dritten Teil erleben wir dann mehr aus der Zeit, wo Jim noch lebte und das Rätsel um seinen Tod wird aufgelöst sowie, das Geheimnis der Niemalswelt.

Alles in allem, war das Buch sehr schnell lesbar. Flüssig und einfach trotz der Thematik. Die Charaktere waren für mich alle durchweg blass und ungreifbar. Man bekommt am Anfang ein Bild dieser, aber das wird für mich nicht genügend vertieft. Zudem sie alle unsympathisch wirken. Wir wissen das Bee sich die Schuld am Tod gibt, aber dass sie damit nach fünf Jahren immer noch nicht abgeschlossen hat war schon was nervig. Klar erfahren wir, warum sie sich die Schuld gibt, aber sie konnte ja auch mit niemanden darüber reden.

Die Auflösung, naja, da war ich zwiegespalten. Alles in allem war das Buch in Ordnung gewesen, aber für den Neukaufwert dann doch nicht stark genug. Leider ist es einfach zu sehr gehypt gewesen.

Veröffentlicht am 26.04.2020

Kämpfe für dich

Blueprint Blaupause
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Die Thematik Klonen war im Jahr 1999, wo das Buch erschienen ist, noch mehr oder weniger in den Kinderschuhen. Die Autorin hat eine Geschichte geschrieben, die so weit geht, dass man schon nicht mehr nur ...

Die Thematik Klonen war im Jahr 1999, wo das Buch erschienen ist, noch mehr oder weniger in den Kinderschuhen. Die Autorin hat eine Geschichte geschrieben, die so weit geht, dass man schon nicht mehr nur von der Frage der Ethik ausgeht, sondern der Freiheitsberaubung.

Wir erfahren aus der Sicht des Mädchens Siri, dass sie eine Mutter und zugleich Schwester hat. Denn ihre Mutter hat sich aus ihren Genen einen Klon machen lassen.

Aber warum macht man das? Wir erfahren von der Mutter selbst sehr wenig, da es aus der Sicht von Siri erzählt wird. Aber ihre Mutter ist schwer erkrankt an Multiple Sklerose. Diese Erkrankung führt dazu, dass sie in Zukunft ihrem Lebenssinn, der Musik nicht mehr nachkommen kann. Iris ist eine hochbegabte Pianistin und wird für ihr Talent gefeiert. Kinder oder einen Mann hat sie nicht in ihrem Leben. Da sie ihr Talent und ihr Lebenswerk nicht einfach so aufgeben will, hat sie sich dazu entschieden, einen Klon aus ihrer DNS erstellen zu lassen. Dieser Klon, soll sie später weiter vertreten, wenn sie nicht mehr da ist. Aber über die Optik und dem Talent hinaus, ist es auch ihr Denken, ihr Fühlen, sie als ganzer Mensch, den Siri übernehmen soll.

Wir wissen alle, dass wir Produkte unserer Erfahrungen, Erziehung und unserer Selbst sind. So beeinflusst uns alles was wir wahrnehmen. Siri nimmt ihre Mutter nicht so wahr, wie es normalerweise der Fall ist. Sie ist Mutter und Schwester zugleich und dennoch nicht wie bei anderen Kindern. So versteht sie recht schnell das bei ihr nichts normal ist.

So hält ihre Mutter sie aus dem Kindergarten raus, lehr sie recht schnell das Spielen des Pianos und hält sie daheim recht isoliert. Da Siri mit ihrer Karriere ständig auf Reisen ist, wird eine Kinderfrau und deren Sohn eingestellt. Der einzige Lichtblick im Leben von Siri.
Wir erfahren nun die ganze Geschichte von Siri, von Kinderzeit über die Pubertät bis zu dem Tag, wo ein niemals zurückführender Bruch in der Beziehung zur ihrer Mutter entsteht. Den der beginn des Reifen zum jungen Menschen ist nur der Anfang, wo Siri merkt das sie nicht das Produkt ihrer Mutter sein will, sondern ein individueller und einzigartiger Mensch.

Das Buch zeigt wie sehr ein Kind darunter leiden kann, anders als die anderen zu sein. Hier ist es nochmals eine Besonderheit, da Siri als Klon ihrer Mutter von vornerein eine zu hundert Prozent feste Rolle erhalten hat, in welche sie reinwachsen soll. Doch kein Mensch möchte sich formen und zwingen lassen.

Wir erleben die Wut und zugleich die Liebe, welche sie für ihre Mutter und zugleich Schwester erlebt. Das vieles anders verläuft, als es für sie geplant wurde und dass sie für sich kämpfen muss.

Das Buch ist, so alt es für die heutige Zeit ist, immer noch in sich sehr aktuell. Denn von der Komponente der Klonung abgesehen, gibt es heute immer noch genügend Eltern, die ihre Kinder in ein Schema pressen wollen. Dies ist hier sehr gut gelungen aufzuzeigen und wie sehr es diesen Menschen damit auch zerstören kann.

Veröffentlicht am 23.04.2020

Koontz und sein Ausflug Richtung King

Blindwütig
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Koontz ist sehr lange einer meiner Lieblingsautoren gewesen. Trotz Schwächen welche manche Bücher von ihm haben. So gehört auch dieses Buch für mich, zu den etwas Schwächeren.

Dies liegt einfach daran ...

Koontz ist sehr lange einer meiner Lieblingsautoren gewesen. Trotz Schwächen welche manche Bücher von ihm haben. So gehört auch dieses Buch für mich, zu den etwas Schwächeren.

Dies liegt einfach daran das die Geschichte zu sehr in die Horror-Fantasy-Sparte rutscht und die Charaktere für mich nicht alle authentisch sind.

Der Autor Cubby möchte natürlich wie alle Autoren, von den Kritikern gefeiert werden. Doch das Gegenteil passiert, der wichtigste Kritiker hat das Buch verrissen. So nimmt Cubby den Kontakt auf, als dieser den Kritiker beim Mittagessen in seinem Stammdiner auflauert. Dort muss der kleine Sohn von Cubby auf Toilette. Der 6-Jähirge ist hochbegabt im Bereich Mathematik und Physik, aber sonst ein klassisches Kind. Sein Vater steht mit ihm am Pissoir und hilft ihm. Dabei pinkelt der Kleine durch Verstehen dem Kritiker auf die Füße, welcher daraufhin sehr negativ reagiert.

Cubby bekommt noch in der gleichen Nacht Besuch von Waxx, der das Ehepaar mit einem Elektroschocker malträtiert. Der Horror für die Familie soll beginnen und der Versuch einer Flucht vor einem Psychopathen. Informationen von Ämtern und anderen Autoren bestätigt, das Cubby allen Grund zur Angst haben muss.

Das Buch hat schon eine merkwürdige Geschichte in sich, wäre aber nicht so schlimm, wenn die Charaktere so unmöglich wären. Cubby der unbedingt den Kritiker nerven musste, dass Kind was aus allem was er in die Finger bekommt Wunderwaffen baut und das ganze in einem für die Familie grundsätzlich schlecht verlaufenden Rennen um ihr Leben.

Ich mag den Autor und seine Bücher, aber hier war zu viel zu weit weg von der Realität und zu ambitioniert es mit anderen Autoren gleich zu tun.

Veröffentlicht am 23.04.2020

Inhalt weicht zu sehr vom Klappentext ab

Blind Walk
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„Blind Walk“ ist ein Buch, welches versucht viele verschiedene Ansätze in einem zu verbinden und dabei das Ziel aus dem Auge verloren hat.

Bei diesem Spiel wird eine Gruppe mit verbundenen Augen in der ...

„Blind Walk“ ist ein Buch, welches versucht viele verschiedene Ansätze in einem zu verbinden und dabei das Ziel aus dem Auge verloren hat.

Bei diesem Spiel wird eine Gruppe mit verbundenen Augen in der Wildnis ausgesetzt und nur mit den nötigsten Materialien und Hilfsmitteln müssen diese wieder Heim finden. Hin gekommen sind sie mit einem Busfahrer.

Die Gruppe aus jungen Leuten könnte nicht unterschiedlicher sein und somit wird recht schnell für den nötigen Streit gesorgt, um dem ganzen Pfeffer zu geben. Recht bald findet die Gruppe dann noch die Leiche des Busfahrers, welcher wohl ermordet wurde. Die Szenen spitzen sich zu und der Weg nach Hause ist fremd und gefährlich. Denn es scheint noch jemand Interesse daran zu haben das es weitere Tote gibt.

Die Geschichte im Wald wird aus der Sicht von Lida erzählt. Von ihr erfahren wir daher wie die Charaktere Jesper (Lida's Freund), Thore, Natascha, Joy, Birk und Isabel als Menschen einzuschätzen sind. Jeder hat dabei seine Stärke, z.B. der schlaue Naturbursche/Naturnerd, und soll mit diesen bei der schwierigen Situation helfen. Zudem die Gruppe schnell merkt, dass niemand so wirklich weiß wer der Organisator des Spiels ist.

Im Wechsel lesen wir von einem Komapatienten, welcher die Geschichte aus seiner Sicht der Dinge erzähl. Wir wissen nur das er männlich ist, aber erstmal nicht mehr.

Die wilde Katz-und-Mausjagd durch den Wald hat mich leider nicht so wirklich überzeugen können. Das Cover und der Klappentext haben es mir damals angetan, war dann aber am Ende doch sehr enttäuscht. Zu viel Klitsche bei den Kids, zu viel Liebesgeschichte, wo es nicht passt und dann Szenen, die zu sehr von der Realität weggegangen sind und Richtung Mystik.

Alles in allem ist es mehr für Leser, die keine allzu hohen und realistischen Erwartungen haben und sich auf „Alternativen“ in der Geschichte einlassen können.

Veröffentlicht am 12.04.2020

Die Tücken der Schönheit

The Belles 1: Schönheit regiert
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Wir haben hier eine Geschichte, welche fast fünfhundert Seiten umfasst. Davon waren die ersten hundert echt schön für den Einstieg und dann zog es sich leider im Folgenden Mittelteil bis kurz vor Ende.

Camelia ...

Wir haben hier eine Geschichte, welche fast fünfhundert Seiten umfasst. Davon waren die ersten hundert echt schön für den Einstieg und dann zog es sich leider im Folgenden Mittelteil bis kurz vor Ende.

Camelia ist eine der seltenen Belles. Sie besitzen die magische Eigenschaft, die Optik der Menschen zu verändern. Denn alle Menschen sind dazu verflucht graue Haare, grau Haut und rote Augen zu haben. Für sehr viel Geld lassen sich die Menschen von den Belles behandeln und regelmäßig in ihrer Optik verändern. Von der Hautfarbe, über die Augenfarbe, kleinere Nasen, größere Brüste. Das Regelwerk lässt sehr viel Freiheit zu in der Kreativität der Belles.

Die 16-jährige Camelia hat dabei das Glück im zweiten Anlauf ins Königshaus zu kommen und dort die Favoritin der Belles zu sein. Sie soll der Königin und der Prinzessin Sophia regelmäßig dienen wie auch anderen die für die Dienste zahlen.

Ihre Zeit dort wird aber nicht so sein wie sie es sich vorstellt. Der Kontakt zur ihren Schwestern ist schwerlich, die Rangfolge zeigt ihr wie wenig Selbstbestimmung sie hat und nur eine Puppe am Hof ist.

Dann sind da noch Charaktere wie ihr Bodyguard Rémy und der Sohn des Meeresministers Auguste, welche bei den Kontakt zu ihr suchen.

Dabei merkt sie, wie wichtig es ist, dass sie den Wunsch der Königin nachkommt, denn die Prinzessin ist nicht das liebe Mädchen was man sich erhofft.

Die Geschichte beginnt interessant, hat dann aber im weiteren Verlauf seine Längen. Es ist gut, dass man immer mehr über die Belles erfährt und die Hintergründe der Menschen und der Geschichte, in der alles geschieht. Aber leider hat es einfach immense Längen mit viel Puffermaterial was nicht benötigt war. So muss nicht alle paar Seiten lang erwähnt werden, dass Camelia ihre Haare im Bell-Dutt trägt. Immer wieder die Paste, die zum Bearbeiten gebraucht wurde und immer wieder der Tee, der aufgesetzt wird gegen die Schmerzen. Der Prozess ist recht schnell eingeprägt, so dass man hier an diesen Wiederholungen sparen hätte können.

Die Charaktere waren alle interessant, auch wenn mir persönlich zu viele waren. Bei all den Frauennamen habe ich hier und da mal den Überblick verloren, wer von dem wem die Dienerin ist. Wer eine ehemalige Bell ist usw.

Die Schreibweise fand ich nicht immer flüssig. Es erinnerte mich weniger an die schönen Blumen, sondern oft an eine Hecke mit Dornen. Wahrscheinlich ist die englische Originalausgabe besser gelungen.

Alles in allem war das Buch ok gewesen, aber kein Bestseller. Kürzer wäre besser gewesen. Das Ende vom Buch hat dann die langen und überzogenen Kapitel wieder gut gemacht.