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Veröffentlicht am 29.04.2020

nicht mein Fall

Ein Haiku für die Leiche
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Manfred Eichhorn, unter anderem Buchhändler und Autor, erzählt in „Ein Haiku für die Leiche“, untertitelt als Schwaben-Krimi, von einer Tötungsserie, die mit einem Luchs beginnt, Schatten in die Vergangenheit ...

Manfred Eichhorn, unter anderem Buchhändler und Autor, erzählt in „Ein Haiku für die Leiche“, untertitelt als Schwaben-Krimi, von einer Tötungsserie, die mit einem Luchs beginnt, Schatten in die Vergangenheit wirft, sich bezüglich der Opfer steigert und jeweils als Signatur des Täters ein handgeschriebenes Haiku beim Opfer aufweist.

Kommissar Lott, der nicht nur ein Jahr vor seiner langersehnten Pensionierung steht, sondern zudem arge gesundheitliche Probleme mit seiner Hüfte hat, untersucht den oder die Fälle mit seiner neuen Kollegin Britta Zorn, die eigentlich als hochkarätige Profilerin tätig war und aus privaten Gründen die Karriereleiter hinabgestiegen ist. Die einzelnen zu untersuchenden Taten, die räumlich etwas auseinanderliegen, werden zudem in Kooperation mit dem Ulmer Team um Petra Mai geführt.



Ich hatte, schon alleine durch die Bezeichnung als Schwabenkrimi etwas Lokalkolorit und Ortsbeschreibungen erwartet, welche es aber, wenn überhaupt nur auf die Nennung beispielsweise eines Kirchennamens begrenzt waren. Vielleicht könnte man in diesem Zusammenhang noch einen Hauptdarsteller des Krimis sehen, ein Buchhändler, der eine viele Jahre bestehende Buchhandlung betreibt, bekannt und geachtet ist, sehr viele Bücher gelesen hat, sich mit Kunden austauscht und abends Vorträge hält; vielleicht ist es Zufall, dass der Autor selber auch als Buchhändler tätig war.

Der Krimi selber konnte mich leider überhaupt nicht fesseln; ich fand ihn ziemlich unspannend. Für mich standen die zu untersuchenden Fälle eher im Hintergrund, die Erklärungen bezüglich des Haikus, die sich gebetsmühlenartig durch die erste Hälfte des Buches ziehen, immer wieder wiederholt werden, waren mir beiweitem zuviel des Guten. Die erste Erklärung, dass es sich um einen japanischen Dreizeiler handelt, mit der Silbenzahl 5-7-5, war beim ersten Mal nett, aber bei jedem Weitererzählen an die Kollegen der beiden Kommissariate und auch während der Abhandlungen des Buchhändlers sowie die fast unzählbaren Zitate Michael de Montaignes, die auch noch häufig mehrfach wiederholt wurden, genau wie die an den Tatorten vorgefundenen Haikus oder die Strophe eines Kinderliedes, machten diesen Roman unglaublich zäh zu lesen. Zudem stört es mich, wenn Fehler nicht beachtet wurden: Bei einem Haiku, der am Tatort gefunden wurde, wird in der Teambesprechung von allen, die es bisher schon gelernt hatten, betont und den noch unwissenden Kollegen vermittelt, dass es sich um ein gerade klassisches Haiku handele, mit dem Silbenmaß 5-7-5 (S.59) – leider ist da niemandem aufgefallen, dass es sich tatsächlich um einen 6-7-6 Haiku handelt.

Der gesamte Krimi wurde gespickt mit Zitaten aus Dienstvorschriften, Handlungsstrategien, Auszügen zur Verwaltungsreform oder abgeschriebenen medizinischen Diagnosen, beispielsweise zu Lotts Hüftproblemen. Wie schon erwähnt, traten Ermittlungen und Taten bei diesen vielen Einschüben eher in den Hintergrund und ließen für mich nicht wirklich Spannung aufkommen. Vielmehr stand für mich die schulmäßige Auseinandersetzung mit dem Haiku sowie Texten von Montaigne und Dozieren darüber im Vordergrund.




Veröffentlicht am 28.01.2025

knappe 60 Taschenbuchseiten seichte Erzählung

Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst
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Die Diplompsychologin Tanja Köhler gab diesem dünnen Taschenbuch den Untertitel „Eine Erzählung über die Kraft der Veränderung“, beginnend auf Seite 7 und endend auf Seite 125, wobei 58 Seiten davon komplett ...

Die Diplompsychologin Tanja Köhler gab diesem dünnen Taschenbuch den Untertitel „Eine Erzählung über die Kraft der Veränderung“, beginnend auf Seite 7 und endend auf Seite 125, wobei 58 Seiten davon komplett bebildert oder mit wiederholtem Satz aus den Kapiteln sind – das macht also insgesamt 60 Seiten Text, die auch nicht immer voll geschrieben sind, sondern zum Teil auch noch einfache Bildchen enthalten. Die ganzseitigen Illustrationen zeigen Strichzeichnungen wie einen Einkaufswagen mit Herzen als Inhalt oder einen Teller mit Suppe.

Die Erzählung in mehreren Kapitel handelt von einer Frau, die sich in ihrem Leben „Veränderungen stellt“ und soll den Leser mitreißen und zum Nachdenken und eigenen Handeln motivieren. Das hat bei mir beides nicht geklappt; die Erzählung fand ich sehr oberflächig, unspektakulär, sogar eher langweilig und trivial. Wer hier zu irgendeiner Verhaltens-/Änderung gebracht wird, stellt vermutlich auch seine Ernährung um sobald er ein Plakat mit Werbung für Äpfel sieht.

Ich fand das Buch total enttäuschend, hätte etwas mehr Tiefgang erwartet, da es ja aus der Feder einer Diplompsychologin stammt. Als Sachbuch, Ratgeber und Lebenshilfe wird es auf Verkaufsseiten eingeordnet, was ich, ehrlich gesagt, nicht nachvollziehen kann.

Veröffentlicht am 01.01.2025

schade, nur triviales, bekanntes Allgemeinwissen

Die Anti-Schnarch-Formel
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Bislang hatte ich noch kein Buch über das Schnarchen gelesen und war neugierig, wie dieses, wie im Buchtitel versprochen, endlich aufhört. Immerhin: ein Professor und eine Dr. dent widmen sich dem Thema, ...

Bislang hatte ich noch kein Buch über das Schnarchen gelesen und war neugierig, wie dieses, wie im Buchtitel versprochen, endlich aufhört. Immerhin: ein Professor und eine Dr. dent widmen sich dem Thema, berufen sich auf langjährige Berufserfahrung und ihr eigens entwickeltes erfolgssicheres Konzept, dass sie die "Anti-Schnrch Formel" benennen; da darf der Leser schon einiges, vor allem Neues erwarten.

Schlaf- und Schnarchprobleme werden viele von uns haben und bereits wissen, dass dieses oft mit entspannter Zunge, Engstellungen oder leichten Fehlstellungen, mit Übergewicht, Rauchen, Alkohlkonsum in den letzten zwei Stunden vor dem Schlafengehen, auf dem Rücken schlafen, Stress und weiteren, bekannten Faktoren zusammenhängt und auch, dass es kleine Hilfsmittel gibt, die das ändern könnten, bis hin zu einer OP.

Auf nun ziemlich genau 150 Seiten schreiben die beiden Autoren über verschiedene Schnarchtypen, über das Ein- und Durchschlafen, gesundheitliche Risiken von zu wenig Schlaf, über Bewegung und Entspannung, Schlafhygiene wie die richtige Matratze oder das angemessene Kissen. Es werden Hilfsmittel wie Zahnschiene, Nasenpflaster, Nasenspreizer, Tennisballtrick, Diagnosestellung und wenn gar nichts mehr hilft, auch die Möglichkeit einer OP angerissen. Bei den Hilfsmittel erfährt man, dass sie helfen können, aber nicht müssen und, dass man es ja einfach mal ausprobieren kann. Die oben erwähnten Themen wie Übergewicht, Alkohlkonsum u.s.w. finden sich gebetmühlenartig alle paar Seiten wieder und machen den Hauptbestandteil dieses dünnen Buches aus. Im letzten Kapitel kommt dann endlich die Lösung: es wird nun die selbst entwickelte "Anti Schnarch Formel" vorgestellt. Stufe 1 (Lebensstilveränderung); auf dem Rücken schlafen, abnehmen (mit Empfehlung von Intervallfasten, weniger Alkohol... Stufe 2: medizinische Geräte, wie in der Kapiteln zuvor; Stufe 3: Operative Behandlung. Wer die vorherigen Kapitel noch nicht gelesen haben und direkt mit diesem eingestiegen sein sollte: Keine Angst, nichts verpasst; alles wird hier nochmals abgespult. Und es gibt sogar noch eine zusätzliche Lösung, die vorher nicht erwähnt wurde: einfach das Schnarchen akzeptieren, egal ob bei sich oder dem Mitschläfer. Tja, so einfach kann die Lösung sein, wenn man dazu ein Buch gelesen hat.

Am besten im gaanzen Buch gefallen mir die drei Seiten 116/117 sowie 138: hier wird in zwei Tabellen der gesamte Inhalt des Buches auf den Punkt gebracht, wobei ich den Eindruck habe, dass diese drei Seiten ursprünglich ein Faltblatt zum Thema gewaen sein könnten, dass alles, was man eigentlich schon aus dem Alltag kennt, sehr gut zusammenfasst.

Ich kann leider keine Empfehlung für dieses Buch aussprechen, fand es ausgesprochen enttäuschend.

Veröffentlicht am 18.07.2023

banal und nicht empfehlenswert

Wahrsagen
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Lilian Verner-Bonds ist laut Information auf der Buchrückseite "eine international anerkannte Hellseherin, Handleserin und Heilerin sowie Autorin, Dozentin und Lehrerin." In diesem Buch gibt sie auf 116 ...

Lilian Verner-Bonds ist laut Information auf der Buchrückseite "eine international anerkannte Hellseherin, Handleserin und Heilerin sowie Autorin, Dozentin und Lehrerin." In diesem Buch gibt sie auf 116 Seiten, von denen einige von ganzseitigen Bildern geziert werden, eine Einführung in die Wahrsagung, die Geschichte eben dieser und in insgesamt 40 verschiedene Möglichkeiten der Wahrsagung. Es versteht sich von selber, dass die Autorin hier keiner einzigen der dargestellten Möglichkeiten gerecht und alles nur im Schnelldurchgang angekratzt werden konnte.

Das ganze Buch wirkt auf mich so, als wäre die Zielgruppe von 8 - 12- Järigen gewesen, was aber nicht sein kann, denn die Autorin siezt ihre Leserschaft. Die Autorin möchte auf diesen wenigen Seiten möglichst viel anbieten, dass man ausprobieren sollte, um festzustellen, was bei einem selber wirken würde - und wenn nichts anspräche, wäre vieles aus dem Buch auch noch als Partyspaß gut geeignet. Das macht auf mich nicht den Eindruck, als würde die Autorin viel Herzblut in dieses, ihr neuestes Werk, legen zumal sie die Ernsthaftigkeit des Vermittelten auch noch durch eine Bastelseite in diesem Buch unterstreicht, auf dem Glücksbrigeramulette, unter anderem "der heilige ägyptische Skarabäus" immerhin mit Vorder- und Rückseite abgedruckt sind; die Papierseitenamulette soll man ausschneiden und erhält auch gleich eine Anleitung, wie man diese im nächsten Arbeitsschritt energetisieren kann.

Die gegebenen Infos finde ich banal, zum Teil gefährlich (wer beurteilt andere nach ihren Ohren?) und sehr fragwürdig. Ich kann dieses Buch nicht weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 16.10.2022

enttäuschend

Das Zuhause
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Emanuele Coccias will "Das Zuhause - Philosophie eines scheinbar vertrauten Ortes" auf knapp 150 Seiten des kleinformatigen Buches in 12 Kapiteln, meist nach Räumen des Hauses benannt, aufzeigen, wie das ...

Emanuele Coccias will "Das Zuhause - Philosophie eines scheinbar vertrauten Ortes" auf knapp 150 Seiten des kleinformatigen Buches in 12 Kapiteln, meist nach Räumen des Hauses benannt, aufzeigen, wie das Zuhause unsere Psyche beeinflusst.

Die Leseprobe hatte mich angesprochen und ich war neugierig auf dieses Werk. Der vielgereiste und mindestens 30mal umgezogene Philosophieprofessor fabuliert von seinen 30 Umzügen sowie den begleitenden Umständen, Wohnbedingungen und daraus resultierenden Erkenntnissen und das meist recht hochgestochen formuliert und leider nicht ganz so stark im Bezug auf philosophische Einsichten. Sehr persönlich und vielleicht auch ein wenig zu überheblich werden da “Tatsachen” dargestellt, die wohl nicht nur Frauen als zweifelhafteinstufen könnten; auch ich würde die Ausführungen zum Badezimmer als hanebüchen bezeichnen.

Für mich war der Inhalt dieses kleinen Büchleins sehr enttäuschend: viele Sprünge, kein roter Faden oder gar Erkenntnis. Als philosophisches Buch würde ich es nicht bezeichen und es auch nicht weiter empfehlen.

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