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Norbert_H

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2020

Ein ganz bezauberndes Buch

Die verborgenen Stimmen der Bücher
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Der Buchtitel lässt etwas anderes vermuten, als es dann tatsächlich ist. Es ist die Geschichte von Emmet, einem Bauernburschen, der Buchbinder wird. Aber nicht im herkömmlichen Sinn. Eine ganz bezaubernde ...

Der Buchtitel lässt etwas anderes vermuten, als es dann tatsächlich ist. Es ist die Geschichte von Emmet, einem Bauernburschen, der Buchbinder wird. Aber nicht im herkömmlichen Sinn. Eine ganz bezaubernde Geschichte, die mich mitfiebern, mitleiden und mitlachen lies. Was wäre die Welt ohne Erinnerungen? Und wären Erinnerungen noch so schlecht, sind es doch die Erinnerungen an Gestern, die Heute unser Handeln von Morgen bestimmen. Ein Leben ohne Erinnerungen? Wie grausam. Ein großartiges, poetisches Werk, dass mich in seinen Bann gezogen hat.

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Veröffentlicht am 12.05.2020

So eine märchenhafte Geschichte zum Versinken schön und ein unglaublich schöner Schreibstil!

Der Schatten des Windes
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Ein ganz bezauberndes, wenngleich für mich recht düsteres Buch, dass mich dennoch in seinen Bann zog und ich Seite für Seite verschlang. Fasziniert hat mich vor allem, mit welch einer gewaltigen Sprache ...

Ein ganz bezauberndes, wenngleich für mich recht düsteres Buch, dass mich dennoch in seinen Bann zog und ich Seite für Seite verschlang. Fasziniert hat mich vor allem, mit welch einer gewaltigen Sprache das Buch geschrieben ist. Dieser starke Ausdruck in der Beschreibung des Hauptprotagonisten ist einfach überwältigend. Ein Buch, dass ich so leicht nicht aus der Hand legen konnte. Für mich definitiv eins der besten Bücher, das ich gelesen habe.

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Veröffentlicht am 12.05.2020

Eine schreckliche, gefühlvolle und ganz wunderbare Geschichte

Ein wenig Leben
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Willem, Malcom, JB und Jude werden schon in jungen Jahren enge Freunde, mit Höhen und Tiefen. Bekannt waren sie als < Boys in the hood Bist du glücklich? < hatte er Jude einmal gefragt ( sie mussten betrunken ...

Willem, Malcom, JB und Jude werden schon in jungen Jahren enge Freunde, mit Höhen und Tiefen. Bekannt waren sie als < Boys in the hood<.

Willem ist das einzigste, überlebende Kind seiner Eltern. Er fühlt sich für Jude auf gewisse Weise verantwortlich und hinterfragt nicht das Tun und Handeln von Jude.

Malcom, kommt aus gut situiertem Hause ohne jegliche Geldsorgen. Er ist Architekt und möchte endlich aus dem Schatten seines Vaters treten.

JB, ist ein innerlich zerrissener Mensch. Er wird von seiner Kunst aufgerieben und auch aufgetrieben.

Jude, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, betört mit seiner charismatischen Art und verschleiert so etwas seine Gehbehinderung.

Vier Leben zu einem großen Ganzen innigst verbunden. Jude, die gequälte Seele, keiner seiner Freunde weiß von seiner Vergangenheit. Er hält die furchtbaren Erlebnisse ganz tief unten in seinem gebeutelten Herz verborgen. Nur manchmal reagiert sein geschundener Körper und dann hat Jude sehr große Mühe seine Emotionen in Zaum zu halten.



> Bist du glücklich? < hatte er Jude einmal gefragt ( sie mussten betrunken gewesen sein).

> Ich glaube, Glücklichsein ist nichts für mich<, hatte Jude nach einem kurzen Zögern geantwortet, so als hätte Willem ihm etwas zu essen angeboten, auf das er keinen Appetit hatte.

> Aber für dich schon, Willem.< ( Seite 311)



JB fügt, durch eine sehr unverschämte Aktion, dem starken Vierblättrigen – Freundschafts – Kleeblatt, empfindliche Risse zu.

Mein Fazit: Es fällt mir schwer diesem Buch wohl wirklich gerecht zu werden. Diese Männergemeinschaft ist eine Ode an die Freundschaft. Eine Freundschaft mit gegenseitiger Zuneigung und Fürsorge. Sie wird gebeutelt und schwer geprüft. Diese miteinander verwobenen Leben, sind faszinierend beschrieben und vermögen so ein leichtes Abtauchen in diesen Roman. Ein Roman der mit gewaltigen Gefühlen randvoll gefüllt ist. Hanya Yanagihara hat in ihrem Buch > Ein wenig Leben< einen ganz besonderen Epos geschaffen. Alle Charaktere sind detailreich coloriert und in sieben Kapiteln zu finden. Die Stimmungen und Schwingungen vortrefflich herausgearbeitet. Da finden wir innigste Glückseligkeit aber auch den heftigsten, ja sogar brutalsten Schmerz. Und dennoch, oder gerade weil dieses Buch so konzipiert ist, ist es ein Buch zum verschlingen und abtauchen. Ein wahrlich schrecklicher und sehr schöner Roman. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.05.2020

Ein starkes Buch

BECOMING
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Ein starkes Buch, das mir zunächst den Blick hinter die Kulissen einer ganz normalen und durchschnittlichen afroamerikanischen Familie gewährt mit all ihren Facetten. Sei es dem kranken Vater, der besorgten ...

Ein starkes Buch, das mir zunächst den Blick hinter die Kulissen einer ganz normalen und durchschnittlichen afroamerikanischen Familie gewährt mit all ihren Facetten. Sei es dem kranken Vater, der besorgten Mutter oder aber auch den beiden Geschwistern Michelle und ihrem Bruder. Für mich ein sehr ehrlicher Einblick in die Privatberson Michelle Obama, die sehr menschlich, mitfühlend und immer an das Gute im Menschen glauben, agiert. Sehr authentisch und offen geschrieben. Schulzeit, Ausbildung, etc. nichts wird ausgelassen. Auch später als First Lady lässt uns Michelle Obama an einem Leben im Weißen Haus teilhaben mit all ihren Vor- und wahrscheinlich mehr Nachteilen für ein bürgerliches Leben, welches aufgrund der Stellung des Präsidentein der Vereinigten Staaten so geführt werden muss.
Mir gefällt das Buch und es gibt mir ein Gefühl, dass Frau Obama, die nette Nachbarin von Nebenan ist, die trotz ihrer Stellung als Firs Lady ehrlich, freundlich aber vor allem aber menschlich geblieben ist. Chapeau!

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Veröffentlicht am 07.05.2020

Traurig schön

Die Optimisten
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Das Buch wurde mir wieder einmal empfohlen und ich muss sagen, es hat sich für mich gelohnt. Rebecca Makkai beschreibt das Chicago in den 1985er Jahren, als HIV aufkam, AIDS in aller Munde war und die ...

Das Buch wurde mir wieder einmal empfohlen und ich muss sagen, es hat sich für mich gelohnt. Rebecca Makkai beschreibt das Chicago in den 1985er Jahren, als HIV aufkam, AIDS in aller Munde war und die Menschen deshalb diskriminiert wurden. Und die zweite Zeitachse spielt in 2015 in Paris.

Beide Zeitachsen sind miteinander verbunden. Die Kapitel sind immer im Wechsel zwischen diesen Jahrzehnten aufgeteilt, was mir richtig gut gefällt. Rebecca Makkais Schreibstil liegt mit. Auch die Thematik finde ich phantastisch, da ich ein Kind der 80er Jahre bin und selbst homosexuell bin. Leider sind mit die Charaktere der 80er Jahre, altem voran Yale, etwas zu spärlich ausgearbeitet, zu wenig tiefgründig und leider zu oberflächlich abgehandelt. Dennoch gefällt mir das Buch, da es die Probleme der 80er Jahre mit dem Virus sehr gut beschreibt. Und dies war nich nur ein Problem in den USA, erinnert man sich doch noch in Deutschland an Aussagen von Herrn Gauweiler zusammen mit der Bildzeitung. Erschreckende Aussagen- auch hier in Deutschland. Und noch immer ist die Gleichstellung nicht in allen Köpfen angekommen.

Es ist ein gewaltiger Roman, der mit den Ängsten der Menschen behutsam umgeht und doch die ehrliche Realität aufzeigt, ohne Scheu, die Dinge beim Namen zu nennen. Und auch hier, hätte der Roman noch mehr Ehrlichkeit und Offenheit nötig gehabt und verdient.

Es ist ein einfühlsames Buch, dass einen hier und da schlucken lässt und nachdenken lässt, was brillant ist. Auf der anderen Seite gibt es viele humorvolle Passagen, die dem Buch gut tun. Abwechslungsreich ist es allemal. Es erinnert mich zunächst an den Roman „ein wenig Leben“, der allerdings an Genialität nicht zu überbieten ist.

„Die Optimisten“ nimmt mich mit auf eine Reise zurück in meine eigene Vergangenheit und lässt mich teilhaben am Leben der Protagonisten in Chicago und Paris. Die ersten Seiten waren nichtwirklich einfach für mich zu lesen und es dauerte etwas, bis ich in der Geschichte drin gewesen bin. Danach konnte ich es allerdings, sehr zum Leidwesen meines Partners, nicht mehr aus der Hand legen. Auch gibt es Handlungsstränge im Buch, die so vorhersehbar erscheinen und die dann doch eine komplett andere Wendung im Verlauf des Buches bekommen, sodass, was zunächst ja so klar erschien, plötzlich überraschend anders und generell als Überraschung daher kommt.

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