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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2020

Tolle Geschichte, ungewöhnlicher Schreibstil

Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger (Die Fowl-Zwillinge 1)
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Die Familie Fowl war schon immer etwas außergewöhnlich. Die Zwillinge Myles und Beckett sind da keine Ausnahme. Der eine intelligenter als ihm gut tut, der andere zu leichtsinnig. Logisch, dass es nicht ...

Die Familie Fowl war schon immer etwas außergewöhnlich. Die Zwillinge Myles und Beckett sind da keine Ausnahme. Der eine intelligenter als ihm gut tut, der andere zu leichtsinnig. Logisch, dass es nicht lang dauert bis die beiden in ihr erstes Abenteuer rein gezogen werden. Als ein Troll auf ihrer Insel landet werden sie in eine gefährliche Verfolgungsjagd verwickelt - und begegnen dabei nicht nur einem viel zu alten Superschurken und einer Elfenagentin in Ausbildung sondern auch einer bewaffneten Nonne und allerhand anderem magischen und seltsamen..

Ich kenne die Artemis Fowl Reihe nicht und bin daher als absoluter Neuling in die Geschichte eingetaucht. Die Rahmenbedingungen haben mich aber einfach neugierig gemacht - eine Menge technische Gadgets, auf die selbst 007 mehr als neidisch werden würde, ein ganzer Haufen Magie und fantastische Gestalten und zwei Protagonisten, die auf ihre ganz eigene Art irgendwie gleichermaßen irre sind.

Die Geschichte ist auch gut konstruiert und spannend gestaltet. Man wird als Leser immer wieder überrascht und in neue, unvorhersehbare Situationen geworfen. Die Akteure machen einfach Spaß - alle Tassen hat hier wirklich niemand mehr im Schrank. Alles richtig gemacht könnte man also meinen. Nur leider bin ich mit dem Schreibstil bis zum Ende des Buches nicht wirklich warm geworden.

Der extrem präsente, auktoriale Erzähler hat mich immer wieder in den Wahnsinn getrieben. Er spoilert die Handlung, scheinbar um die Sache noch einen Ticken spannender zu machen, mich hat es nur zum Zähne knirschen gebracht. Erstens hat mich das Ganze immer wieder aus dem Erzählfluss gerissen und zweitens wurde mir dadurch eine Menge Spannung genommen, auch wenn der Autor versucht hat, die Kommentare irgendwie kryptisch zu verpacken.

Die Geschichte hätte großartig werden können, ich kann mich mit dem Erzählstil aber einfach nicht anfreunden. Wenn man das kennt und mag - ich schätze mal, das wird bei Artemis Fowl schon ähnlich gewesen sein - hat man hier ein Goldstück in der Hand. Für Jedermann ist das aber sicher nichts.

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Veröffentlicht am 10.05.2020

You can't judge a book by its cover.

Schräg verliebt
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Wussten sie, dass es einen Dating - Service für Haustiere gibt und dass man sein geliebtes Tierchen, sollte man für sich selbst und für den kleinen Fellball keinen anderen passenden Partner finden, auch ...

Wussten sie, dass es einen Dating - Service für Haustiere gibt und dass man sein geliebtes Tierchen, sollte man für sich selbst und für den kleinen Fellball keinen anderen passenden Partner finden, auch selbst heiraten kann? Wussten sie, dass es Menschen gibt, die sich in die Berliner Mauer verlieben oder mit Leichen zusammen leben? Wussten sie, dass der schönste Tag im Leben einer Frau gewaltig nach hinten losgehen und eskalieren kann? All das und noch viel mehr werden sie nach diesem Buch wissen - ob sie nun wollen oder nicht.

Der Titel meiner Rezension ist hier leider in einer sehr negativen Art zutreffend - lange schon habe ich kein Cover mehr gesehen, dass mich so sehr angesprochen hat, wie dieses hier. Auch der Klappentext hat mich begeistert. Allerdings musste ich schon nach den ersten paar Seiten einsehen, dass das Buch absolut nicht das ist, was ich erwartet habe.

Cynthia Ceilan bedient sich diverser Quellen - Zeitungsartikel, Internetrecherche, persönliche Erfahrung - für ihre Geschichten. War es anfangs noch eine humorvolle Erzählung über diverse seltsame Liebesgeschichten driftet das ganze Leider nach einigen Seiten in die Kategorie "Unnützes Wissen" ab. Man erfährt viel über diverse Fetische, Politikereskapaden, Hochzeiten und Traditionen. Der Großteil davon fiel für mich unter "Was sie noch nie über andere Menschen wissen wollten" und hat mich leider - größtenteils - gelangweilt.

Zwei Sternchen gibt es noch für den sehr gelungenen Anfang und den lockeren, angenehmen Schreibstil. Dieses Buch ist sicherlich was für "mal eben zwischendurch" mehr aber leider nicht - Schade, da hätte man mehr draus machen können!

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Veröffentlicht am 17.04.2020

Sheila Levine war für mich schon lange vor der letzten Seite tot.

Sheila Levine ist tot und lebt in New York
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New York in den 70ern - und Sheila Levine ist mittendrin. Ein kreativer Job, eine schicke, hippe Wohnung und ein attraktiver Mann zum heiraten - so ihr Plan. Ein Job als Lehrerin, eine sichere Wohnung ...

New York in den 70ern - und Sheila Levine ist mittendrin. Ein kreativer Job, eine schicke, hippe Wohnung und ein attraktiver Mann zum heiraten - so ihr Plan. Ein Job als Lehrerin, eine sichere Wohnung und ein bodenständiger, jüdischer Mann zum heiraten - so der Plan ihrer Mutter. Funktionieren will beides nicht so wirklich. So beschließt Sheila sich das Leben zu nehmen - sie plant ihren Tod und schreibt ihren Abschiedsbrief, in dem sie mit allem abrechnet.


Erwartet hatte ich so einiges - vor allen Dingen aber eine lustige Geschichte um eine emanzipierte Frau, die versucht, ihren eigenen Weg durchs Leben zu gehen. Einer Frau, die zunächst allen Hindernissen trotzt, immer wieder vor diversen Problemen steht und diese aber mit ihrer zynischen Art löst - oder zumindest übergeht.

Bekommen habe ich eine Frau, die auch mit 30 noch nicht erwachsen ist, naiv und voller Selbstmitleid. Sheila Levine drängt sich immer wieder selbst in eine Opferrolle - und ihren Stolz hatte sie in der Mitte des Buches bereits mehrmals in die Tonne geschmissen. Auf die Idee, in sich wieder zu beschaffen, kommt sie erst gar nicht. Sicher, es ist nicht leicht, wenn von allen Ecken und Enden Druck gemacht wird und sich der passende Mann zum heiraten einfach nicht finden lässt - ein bisschen mehr Selbstständigkeit, mehr Biss, hatte ich mir aber schon erwartet.

Die überspitzten Klischees, was alles jüdische betrifft waren anfangs noch lustig, nach 30 Seiten ist da allerdings die Luft raus und man kann es einfach nicht mehr hören. Jüdische Männer hier, ein jüdisches Mädchen tut sowas nicht da.. nein, auf Dauer ist das wirklich nichts.

Die ersten Seiten des Buches sind amüsant und viel versprechend. Bald kommt der Leser allerdings an einen Punkt, an dem er Sheila Levine nur noch schütteln möchte. Man hofft, dass sie endlich aufwacht und ihr Leben in die Hand nimmt - aber man hofft vergeblich. Die Geschichte plätschert dahin, immer wieder kommen neue Dinge, die Sheila das Leben schwer machen. Und sie lernt nicht dazu. Kein bisschen. Sie kriegt einfach nichts auf die Reihe - und mit nichts meine ich nichts.

Ich habe an diesem Buch schnell den Spaß verloren. Statt Lust gab es sehr schnell Frust - die beiden übrigen Sternchen gibt es für den gut gelungenen Start und den angenehmen Schreibstil.

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