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Veröffentlicht am 22.05.2020

Düfte, Äpfel und Seifen

Ein Sommer im Alten Land
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Der Klappentext: „Alix ist Parfümeurin, aber nach einem Unfall kann sie ihren Beruf nicht mehr ausüben. Als auch noch ihre Beziehung kriselt, flieht sie in die Provence. Doch in Grasse, der Stadt der Düfte, ...

Der Klappentext: „Alix ist Parfümeurin, aber nach einem Unfall kann sie ihren Beruf nicht mehr ausüben. Als auch noch ihre Beziehung kriselt, flieht sie in die Provence. Doch in Grasse, der Stadt der Düfte, erinnert sie zu viel an das, was sie verloren hat. Da kommt die Einladung ihrer Tante auf den Apfelhof im Alte Land mehr als recht. Könnte sie hier nicht eine Seifenmanufaktur errichten, wie in Südfrankreich? Ihre Tante ist alles andere als begeistert, außerdem steht der Hof kurz vor dem Ruin. Nur der benachbarte Ökobauer Johann unterstützt ihre Idee. Oder hat er eigene Interessen?…“
Zum Inhalt: Was macht man wenn man plötzlich vor dem Nichts steht, wenn man das wichtigste in seinem Leben verliert? Genau das passiert Alix als sie bei einem Unfall ihren Geruchssinn verliert, für sie als Parfümeurin ein Desaster, die Katastrophe schlecht hin. Sie kann nicht mehr arbeiten, sie kann nichts mehr schmecken und merkt erst jetzt wie sehr sie von Gerüchen abhängig ist, um sich wohl zu fühlen. Ihre Familie und ihr Freund sind zwar für sie da, aber so richtig verstehen tut sie keiner. Sie beschließt nach Grasse zu fahren, aber dort wird ihr der Verlust erst so richtig klar, allerdings lernt sie Seife herzustellen, vielleicht könnte sie daraus etwas Neues machen? Als dann auch noch ihre Großtante Barbara mit ihrem Apfelhof im Alten Land Schwierigkeiten bekommt, nutzt Alix diese Gelegenheit um neu anzufangen, die Frage ist nur was oder wen sie aus ihrem alten Leben behält.
Der Stil: Der Autorin Julie Peters ist mit „Ein Sommer im Alten Land“ ein warmherziger und gemütlicher Wohlfühlroman gelungen. Sowohl von der Beschreibung der Örtlichkeiten, allen voran Grasse und der Apfelhof als auch von den Aktionen der Protagonisten untereinander strahlt alles eine Heile Welt aus, und das obwohl Alix in einer absoluten Krise steckt. Das ist vielleicht auch mein einziger Kritikpunkt, es ist fast alles zu leicht und heil. Aber dennoch ist es ein Roman der einen in eine schöne Gegend mit tollen Charakteren eintauchen lässt und durch einen flüssigen und angenehmen Schreibstil richtig hineinzieht.
Ich danke dem Rütten & Loening Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

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Veröffentlicht am 18.05.2020

Hier geben sich die Literaturklassiker die Klinke in die Hand

Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep
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Der Klappentext: „Schon sein ganzes Leben lang hat der ebenso liebenswerte wie chaotische Literaturdozent Charley Sutherland versucht, seine einzigartige Begabung vor der Welt zu verbergen: Er kann Figuren ...

Der Klappentext: „Schon sein ganzes Leben lang hat der ebenso liebenswerte wie chaotische Literaturdozent Charley Sutherland versucht, seine einzigartige Begabung vor der Welt zu verbergen: Er kann Figuren aus Büchern zum Leben erwecken! Das ist toll, wenn es sich dabei um Pu den Bären handelt, und kompliziert, wenn plötzlich der Hund der Baskervilles in deinem Vorgarten sitzt. Nur Charleys Bruder Rob weiß von seiner Gabe. Deshalb läuten bei dem etwas biederen Anwalt auch sämtliche Alarmglocken, als er eines Nachts einen Anruf von Charley erhält und dieser ihm gesteht, er habe Uriah Heep, den Schurken aus Charles Dickens’ Meisterwerk »David Copperfield«, freigelassen. Und der hat nichts Geringeres im Sinn als das Ende der Welt. Gemeinsam versuchen Charley und Rob, Uriah zurück in den Roman zu verbannen, bevor er größeres Unheil anrichten kann. Doch dabei stoßen sie auf ein dunkles Geheimnis...“
Zum Inhalt: Robert Sutherland ist Anwalt und eigentlich mit beiden Beinen voll in der Realität, ganz anders sein jüngerer Bruder Charley, Dozent für englische Literatur und seit seinem 4. Lebensjahr in der Lage Figuren aus Büchern heraus zu lesen. Klar dass sein älterer Bruder ihm immer wieder helfen muss alles zu vertuschen und die umtriebigen Figuren wieder einzufangen. So auch an diesem Abend, als Charley versehentlich den Dickens Bösewicht Uriah Heep herausliest. Doch dieses Mal ist etwas anders, nicht nur dass sich Uriah mit allen Mitteln wehrt, er warnt die beiden auch. Eine neue Welt wird kommen. Charley und Robert rätseln was damit gemeint ist und die ganze Sache wird noch rätselhafter, als immer mehr Literaturgestalten auftauchen. Es ist schnell klar dass Charley nicht der einzige mit dieser ungewöhnlichen Begabung ist.
Zum Stil: Erzählt wird diese fantastische Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, den Hauptteil erzählt Robert als Ich-Erzähler, es werden einige Tagebucheintragungen von Charley dazwischen geschoben und teilweise begleitet man auch, nun in der 3. Person, die weiblichen Protagonisten Millie, eine herausgelesene Literaturfigur und Lydia, Roberts reale Freundin. Wie Robert und Charley setzt der Leser so die Geschehnisse Stück für Stück zusammen und erfährt wer hinter der neuen Welt steckt. Einen besonderen Reiz bei dieser Geschichte machen natürlich die literarischen Figuren aus und schadet ganz bestimmt nicht, sich bei den englischen Klassikern des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts etwas auszukennen, so kann man dann die herausgelesenen Figuren besser einschätzen und die Anspielungen besser verstehen. Die Geschichte gipfelt in einem absolut fulminanten Showdown, von dem ich persönlich doch etwas enttäuscht wurde, vielleicht einfach weil ich etwas ganz anderes erwartet habe.
Mein Fazit: Es handelt sich bei „Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep“ nicht um ein Kinder-/Jugendbuch, auch wenn das Thema an die wohl bekannte Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke erinnert. Die Autorin H.G. Parry setzt ihre ganz eigene Idee, auf eindrucksvolle und spannende Weise um und liefert dem Leser einiges zum Nachdenken.

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Veröffentlicht am 12.05.2020

Die Memoiren von Madame Nan

Wie uns die Liebe fand
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Das Cover zeigt auf einem cremefarbenen Hintergrund verschiedene bunte Blütenblätter, die zum Teil mit Lack überzogen sind und so reliefiert wirken. Angeordnet sind die Blätter strahlenförmig um den Schriftzug ...

Das Cover zeigt auf einem cremefarbenen Hintergrund verschiedene bunte Blütenblätter, die zum Teil mit Lack überzogen sind und so reliefiert wirken. Angeordnet sind die Blätter strahlenförmig um den Schriftzug des Titels und den Autorennamen. Das Cover wirkt so sehr interessant und bunt und ebenso vielseitig war das Leben der Madame Nan.
Der Klappentext: „…Bois-des-Val am Fuß des Sonnenbergs im Elsass: Madame Nanon, 92 Jahre alt und von allen liebevoll Madame Nan genannt, hat so manches erlebt in dem kleinen Dorf mit der guten Luft. Frankreich, Deutschland, Frankreich – schon immer ist ihre Region Spielball politischer Interessen und Machtansprüche gewesen. Dann kehrt endlich Ruhe ein - bis Madame Nans älteste Tochter Marie plötzlich mit einer Erfindung daherkommt, die der Familie nicht nur Ansehen und Geld, sondern den Dorfbewohnern auch jede Menge Liebestaumel beschert. Das Glück scheint perfekt zu sein, gäbe es da nicht die Geschichte mit ihrem Nachbarn Monsieur Boberschram, in den sich Madame Nan verliebt, ohne zu wissen, dass sie eine gemeinsame Vergangenheit haben, die alles andere als verbindet…“
Zum Inhalt: Marie-Anne Nanon beschreibt sich selbst als 92 und so krumm, dass ihr Kopf zu Boden zeigt, aber ihr Geist ist noch auf der Höhe und ihr Gedächtnis ein Phänomen. Und an ihren Erinnerungen lässt Madame Nan die Leser teilhaben. Sie erzählt die wechselhafte Geschichte des Elsass und ihrer Familie. Ein geschenkter Dorfladen und die Erfindung der Liebesbomben wirbeln das Leben von Madame Nan und ihren vier Töchtern nämlich gehörig durcheinander. Als besonderes Schmankerl finden sich am Ende des Buches ca. 20 Rezepte aus Madame Nans elsässische Rezepteküche, in der Regel jeweils für 4 Personen und einfachen Anweisungen.
Der Stil: Die Autorin Claire Stihlé hat einen sehr angenehmen und leicht lesbaren Schreibstil, der wirklich sehr flüssig ist. Erzählt wird natürlich von Madame Nan als Ich-Erzählerin, es ist ein gleichmäßiger Erzählfluss, der ohne Kapitel auskommt, sondern nur mit Absätzen auf neue Abschnitte oder Abschweifungen hinweist, anfangs fand ich das etwas irritierend, allerdings unterbricht so nichts die Erzählung, allerdings muss man auch aufpassen um den Gedanken- und Zeitsprüngen der Erzählerin folgen zu können. Nan mischt gekonnt Alltäglichkeiten und Banalitäten mit Geschichte und Fakten und knüpft dieses an die Liebesbomben, den Wendepunkt für ihre Familie und das Dorf.
„Wie die Liebe uns fand“ ist kein gängiger Liebesroman, was man bei dem Titel wohl zuerst vermutet, es sind die Memoiren einer charmanten Dame, ihre Familiengeschichte und die Geschichte einer besonderen Region.
Ich danke dem Droemer Knaur Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

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Veröffentlicht am 08.05.2020

Oma-Kuchen und Heile Welt

Dünentraumsommer
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Der Klappentext: „Marieke zieht mit ihrem Sohn von der Großstadt ans friesische Meer. Für beide ist es eine Wohltat, einmal tief durchzuatmen. Die gemütliche Einliegerwohnung im Reetdachhaus von Berta ...

Der Klappentext: „Marieke zieht mit ihrem Sohn von der Großstadt ans friesische Meer. Für beide ist es eine Wohltat, einmal tief durchzuatmen. Die gemütliche Einliegerwohnung im Reetdachhaus von Berta Tetens wird ihnen bald ein neues Zuhause. Seit sie bei ihr wohnen, verwöhnt die alte Frau sie mit Backwerken aus ihrer kleinen Friesenküche. Die anderen Senioren von St. Peter-Ording, denen Marieke im Alltag hilft, schließen sie ebenfalls sofort ins Herz. Spontan kommt ihr eine Idee: Sie gründet einen Kuchen-Club und bringt alle in Bertas Backstube zusammen. Bald werden die »Oma-Kuchen« zum Kassenschlager, was dem Besitzer der hiesigen Cafébar gar nicht gefällt. Marieke will den Kopf schon in den Sand stecken. Dabei ahnt sie noch nicht, wohin ihr kulinarischer Wettbewerb führt …“
Zum Inhalt: Marieke ist mit Anfang 40 Witwe und Mutter eines neunjährigen Sohnes. Ihr Alltag dreht sich ganz um den kleinen Emil, dessen Asthma einen Umzug ans Meer notwendig macht. Durch Zufall bekommt Marieke einen Job in der Seniorenbetreuung und findet bei Berta Tetens eine günstige Einliegerwohnung und in ihrer neuen Vermieterin auch gleich eine „Ersatzoma“ für Emil. Mit ihrer Chefin Jule versteht sie sich auch gut und die Arbeit mit den Senioren macht ihr Spaß. Als sie die Einsamkeit der meisten erkennt gründet sie spontan mit Bertas und Jules Hilfe einen Oma-Kuchen-Club und die Oma-Kuchen werden der Renner, leider schmälern sie damit die Einnahmen des Cafébesitzers Marc.
Der Stil: Die Autorin Tanja Janz hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Erzählt wird in der 3. Person und ich fand vor allem die kurzen Hinweise am Kapitelanfang, zu Ort, Wetter und besondere Umstände sehr angenehm, da dadurch auch Ortswechsel und der Zeitverlauf gut verdeutlicht wurden. Die wichtigsten Personen in dieser Geschichte sind Berta, die quasi erkennt wie einsam sie im Alter geworden ist und Marieke mit Emil, die trotz Eltern und Jugendfreundin eigentlich genauso einsam ist. Obwohl sie etwas Angst vor der Veränderung hat, zieht Marieke für ihren Sohn um und wagt einen Neuanfang, der sich für beide sehr positiv auswirkt und vor allem auch auf die Senioren von St.-Peter-Ording Auswirkungen hat.
Mein Fazit: Dünentraumsommer ist ein richtiger Wohlfühlroman, auch es fast ein bisschen zu viel Heile Welt ist und einige Steine des wirklichen Lebens ausgeblendet werden.
Ich danke dem HarperCollins Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

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Veröffentlicht am 04.05.2020

Santo, der Höhlenmensch

Vampir & Vorurteil
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Der Klappentext: „Seit mehr als dreitausend Jahren hat Santo Notte überall auf der Welt gekämpft. Er hat viel gesehen, erlebt und noch mehr erdulden müssen. Doch als er in New York auf Petronella Stone ...

Der Klappentext: „Seit mehr als dreitausend Jahren hat Santo Notte überall auf der Welt gekämpft. Er hat viel gesehen, erlebt und noch mehr erdulden müssen. Doch als er in New York auf Petronella Stone trifft, weiß er, dass diese Frau seine Seelengefährtin und gleichsam sein größtes Abenteuer ist. Aber ihrer beider Anziehung wird auf eine harte Probe gestellt, als Santo erkennen muss, dass seine inneren Dämonen Pet in Gefahr bringen. Und um eine gemeinsame Zukunft zu haben, muss er seine Vergangenheit hinter sich lassen. Für immer ...“
Zum Inhalt: Bei dem Titel Vampir & Vorurteil denkt man unweigerlich an einen Romanklassiker, ich habe jetzt hier keine Parallelen gefunden, allerdings einige Voruteile. Petronella erkennt was ihre neuen Übergangs-Nachbarn sind und sie weiß dass es gute und böse Unsterbliche gibt, doch kann sie sich sicher sein, dass diese wirklich zu den guten gehören? Und ist die Anziehung die Santos auf sie ausübt echt oder wird sie kontrolliert? Santos hingegen erkennt seine Seelengefährtin in Petronella, ist aber mit seinen 3.000 Jahren etwas eingerostet, was das Zwischenmenschliche angeht.
Es handelt sich um den 29. Band der Serie rund um die Familie Argeneau, ihren Verwandten und Freunde. Natürlich kommt es immer wieder zu Begegnungen mit alten Bekannten – so auch hier – aber ansonsten können die Bände gut unabhängig voneinander gelesen werden, da die wichtigsten Details und Personen immer erklärt bzw. vorgestellt werden. Ich selbst kenne auch nicht die komplette Reihe und komme immer wieder problemlos in die Geschichte hinein, auch wenn hier die Geschichte eng mit dem Vorgängerband „Und ewig lockt der Vampir“ verbunden ist.
Zum Stil: Der Stil von Lynsay Sands ist wie immer modern, locker und flüssig zu lesen. Ihre verschiedenen Charaktere sind grundsätzlich sehr vielschichtig und lebendig und haben, gerade in dieser Geschichte alle so ihre Päckchen zu tragen. Ich finde es faszinierend, wie es die Autorin immer wieder schafft die Paar zusammen zu führen und sich dabei immer etwas Neues einfallen zu lassen und dabei Humor und Spannung in die Geschichte einfließen zu lassen. Ich muss allerdings gestehen, dass mir das Ende der Geschichte etwas zu schnell kam, hier wurde in meinen Augen das Tempo zu sehr erhöht.
Mein Fazit: es fasziniert mich immer wieder, wie die Argeneaus in mittlerweile 29 Büchern für gute Unterhaltung und Lesevergnügen sorgen können, Lynsay Sands hat immer wieder neue Ideen rund um ihre ungewöhnlichen Unsterblichen.

Ich danke dem Lyx Verlag und NatGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon natürlich nicht beeinflusst.

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