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Veröffentlicht am 19.01.2021

Beziehungsgefüge voller sexueller Gewalt

Hingabe
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Die Autorin stellt uns in ihrem Buch Hingabe die Figur Tomás aus Galizien vor. Der reiche verschrobene Bauer lebt zurückgezogen in einem abgelegenen Dorf, in dem die Uhren scheinbar stehengeblieben sind. ...

Die Autorin stellt uns in ihrem Buch Hingabe die Figur Tomás aus Galizien vor. Der reiche verschrobene Bauer lebt zurückgezogen in einem abgelegenen Dorf, in dem die Uhren scheinbar stehengeblieben sind. Belpois erzählt aus Tomás Sicht und so hat der Leser an seinen Gedanken teil, als er eine Krebsdiagnose erhält und dies verarbeiten muss. In der Kneipe entdeckt er die junge Suiza, eine infantile junge Frau, die er begehrt. Anstatt um sie zu werben, verschleppt und vergewaltigt er sie, anschließend nimmt er sie mit auf seinen Hof, auf dem sie fortan mit ihm lebt. Über Suiza erfährt man fast nichts. Sie gilt als dumm, kommt aus dem Ausland, um das Meer zu sehen und ist es offenbar gewöhnt, dass Männer sie benutzen. Sie bleibt bei Tomás und führt mit ihm eher eine traurige Zweckgemeinschaft als eine Beziehung. Es kommt zu einigen Annäherungen und Weiterentwicklungen, aber insgesamt ist das Verhältnis zwischen den Beiden von Gewalt geprägt, die von Tomás ausgeht. Seine Besitz- und Gewaltfantasien enden nicht, Suiza nimmt diese Übergriffe immer hin, will nur was er will, ist froh, dass jemand für sie sorgt.
Das dramatische Ende, das ich hier nicht spoilern möchte, passt kosequenter Weise zu Tomás Charakter.
Die Gründe für Tomás Wesen werden über seine Vergangenheit erklärt, aber eine echte Weiterentwicklung erfährt der Charakter nicht. Das Buch wirkt polarisierend, bietet viel Anregung zu Diskussionen, sollte meiner Meinung nach aber mit einer Triggerwarnung wegen der sexuellen Gewalt versehen sein, die verstörend wirken kann.
Auf dem Buchrücken steht, dass die Autorin über eine ungewöhnliche Liebe erzählt, „die mit hemmungsloser Gier beginnt und in unendliche Hingabe mündet“. „Wenn aus purer sexueller Begierde bedingungslose Liebe wird.“
Eben diese Inhalte fand ich in dem Buch nicht vor. Die Gier war einseitig, die Hingabe nicht immer freiwillig und von Liebe mag ich erst gar nicht sprechen. Die missachteten Grenzen und die Besitzfantasien wirkten auf mich nicht erotisch. Mir fehlte hier die klare Position der Autorin rund um das Thema sexuelle Gewalt. Die beschriebenen Vergewaltigungen wurden scheinbar legitimiert, da sie hingenommen wurden. Das ist für mich ein No-Go, der nicht verhandelbar ist.

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Veröffentlicht am 27.12.2020

Unlogisch und Verworren

Hexenjäger
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In diesem Reihenauftakt um die Kommissarin Jessica Niemi fängt alles vielversprechend an. Ein Mord, der von einem Buch inspiriert wurde, verwirrt die Ermittler. Kurz darauf gibt es weitere Opfer. Die Polizei ...

In diesem Reihenauftakt um die Kommissarin Jessica Niemi fängt alles vielversprechend an. Ein Mord, der von einem Buch inspiriert wurde, verwirrt die Ermittler. Kurz darauf gibt es weitere Opfer. Die Polizei tappt im Dunkeln, die Hinweise und Indizien werden vom Täter manipuliert, so scheint die Lösung des Falls lange nicht in Sicht.
In einem zweiten Handlungsstrang erfährt man einiges über Erlebnisse der jungen Kommissarin. Wozu dieser Teil dient, wird bis zum Ende nicht offenbart, evtl. findet sich die Erklärung hierzu im geplanten Nachfolgeband. In diesem Buch waren sämtliche Einschübe aus der Vergangenheit überflüssig und dienten erst mal nicht dem Kriminalfall.
Der Fall an sich löste sich leider nicht auf, am plötzlichen Ende wurde kurz etwas dazu gesagt, dies war aber unbefriedigend, zahllose offenen Fragen blieben. Die Gründe für die Tat, einige Vorkommnisse und der Abschluss waren einfach nur unlogisch. Der Verweis auf Okkultismus entschuldigt nicht das Fehlen von Antworten, die der Autor hier in großer Zahl schuldig blieb. Es hatte den Anschein, dass man hier einfach nur zum Ende kommen wollte. Sehr schade, da konnte auch die kompetente angenehme Sprecherin nichts mehr retten.

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Veröffentlicht am 21.11.2020

überzogene Komödie

Die Liebe Geld
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Die neue Komödie von Daniel Glattauer ist wie ein Theaterstück geschrieben. Die 110 Seiten hat man schnell gelesen, dass ist auch schon alles, was ich hier positiv anmerken kann. Schade, nach den vielversprechenden ...

Die neue Komödie von Daniel Glattauer ist wie ein Theaterstück geschrieben. Die 110 Seiten hat man schnell gelesen, dass ist auch schon alles, was ich hier positiv anmerken kann. Schade, nach den vielversprechenden Ankündigungen über Sprachwitz, boulevardeske Situationen und komödiantische Dialoge hatte ich auch erwartet so etwas zu bekommen.

Es geht um einen Kunden, der nicht an sein Geld kommt, obwohl es auf seinem Konto eingebucht ist. Die Betreuerin erklärt ihm, dass es auf Geschäftsreise sei, für ihn arbeitet und ihm gut gehe. Da könnte man nichts machen. Für den notwendigen Einkauf bekommt er eine kleine Hilfe, die anderen größeren Anschaffungen, die anstehen, werden ihm als unwichtig ausgeredet oder vertagt. Um dies durchzusetzen, geht man sogar soweit und mischt sich in das Privatleben des Kunden ein. Die Ehefrau, die von all dem nichts ahnt, findet unterdessen Geld im Haus und geht damit ohne jegliche Absprache auf eine Art und Weise um, die sich mir nicht erschließt.

Mir gefiel es leider gar nicht, zu überzogen und platt waren mir diese konstruierte Handlung und die Dialoge. Manche Leser haben angemerkt, dass dies die Realität in der deutschen Bankenwelt ist, ich habe es so zum Glück noch nie erlebt und hoffe auch, dass der Tag nie eintreffen wird.

Schade, diesmal hat Glattauer meinen Humor so gar nicht getroffen.

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Veröffentlicht am 16.05.2020

Naja

Der Wald, vier Fragen, das Leben und ich Von einer Begegnung, die alles veränderte
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Das kleine Büchlein ist niedlich und liebevoll gestaltet, die 120 Seiten hat man fix gelesen. Leider habe ich den Inhalt auch fix ad acta gelegt. Das Buch ist ein Dialog zwischen zwei Frauen, wobei die ...

Das kleine Büchlein ist niedlich und liebevoll gestaltet, die 120 Seiten hat man fix gelesen. Leider habe ich den Inhalt auch fix ad acta gelegt. Das Buch ist ein Dialog zwischen zwei Frauen, wobei die ältere Frau der Jüngeren Denkanstöße liefert und ihr Fragen stellt, damit diese an ihrem Leben und ihrer Einstellung arbeiten kann. Das Ganze kommt mir sehr konstruiert und flach vor. Hier bekommt man keine neuen Impulse, um im Alltag achtsamer zu werden, die Anregungen sind flach und nichtsagend. Jeder normale Mensch kommt von selber auf solche Ideen, vor allem sollte man das von einer jungen privilegierten Frau wie hier beschrieben erwarten. Da das Buch beim dtv erschienen ist und optisch zu den Büchern von John Strelecky passt und diese Autorin als Stress und Burnout Beraterin arbeitet hatte ich hier wohl zu viel erwartet. Schade

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Veröffentlicht am 21.03.2020

Eher mittelprächtige als gute Schwingungen

Kim Lianne: Good Vibes
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Good Vibes kommt als Kreativbuch zum Glücklichsein daher. Optisch wirkt es auf den ersten Blick ganz nett, schon beim Hineinstöbern lässt der Eindruck aber stark nach. Für ein Buch dieser Art, in das ...

Good Vibes kommt als Kreativbuch zum Glücklichsein daher. Optisch wirkt es auf den ersten Blick ganz nett, schon beim Hineinstöbern lässt der Eindruck aber stark nach. Für ein Buch dieser Art, in das man auch Fotos einkleben und hineinmachen und -schreiben soll, hätte ich mir eine wertigere Ausführung gewünscht. Kann mir nicht vorstellen, dass das Buch eine intensive Bearbeitung lange aushält und dabei schön bleibt. Die Inhalte sind durchwachsen. Manche Ideen sind gut und auch kreativ, aber vieles ist sehr bekannt und wirkt eher wie Füllmaterial für die Seiten (z.B. Der Geburtstagskalender, meine 5 Top Shops, die Ankreuzliste von 99 Dingen, die man mal gemacht haben sollte...). In meinen Augen wirklich nur was für die zahlreichen Teeniefans der Autorin. Den Preis von 15€ empfinde ich als unangemessen hoch für das was man geboten bekommt.

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