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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.06.2020

Ein Regionalkrimi

Helga räumt auf
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Beschaulich die Gegend, Täler, kleine Dörfer, schön. Bis aus purer Boshaftigkeit ein Maisfeld angelegt wird und dieses der alten Huber auf ihrer abgelegenen Anhöhe die Aussicht verdirbt. Nicht nur die ...

Beschaulich die Gegend, Täler, kleine Dörfer, schön. Bis aus purer Boshaftigkeit ein Maisfeld angelegt wird und dieses der alten Huber auf ihrer abgelegenen Anhöhe die Aussicht verdirbt. Nicht nur die Aussicht. Wer ists gewesen? Die herrschsüchtigen, grantigen Grabmüller-Männer, eine „Traumpaarung der Niedertracht“. Die verwitwete Huber Hannelore mag eigentlich so gar nichts von den Dorfbewohnern und ihren Fehden hören, ist aber plötzlich und ungewollt mittendrin.
Das meist beschauliche Dorfleben wird durch mehrere Tote und Verletzte aufgemischt. Bis aufs Messer verfeindete Familien klären Probleme auf ihre Weise.
Thomas Raab beschreibt gemächlich, ausufernd und mit kreativer Wortwahl und abstrusen Vergleichen das Geschehen im Dorf. Ein Haufen unsympathischer Despoten, viele unterdrückte Frauen (tragen die dort wirklich noch Hauben?), einen minderschlauen Dorfpolizisten, ein herziges Mädchen und mehr lernt man kennen. Liebenswert der Schulbusfahrer Pepi Straubinger, grantig, aber das Herz am rechten Fleck. Er ist tatsächlich traurig, wenn Schulferien sind und er seine jungen Fahrgäste nicht mehr sieht.
Weitere Morde folgen. Eine Art sizilianische Blutrache? Über verschlungene Pfade naht das Ende, überraschend, aber es gefällt.
Ein Krimi mit mannigfaltigen regionaltypischen Redewendungen und Eigenheiten aus dem Kiepenheuer & Witsch Verlag.

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Veröffentlicht am 25.05.2020

Wenn Einer eine Auszeit will

Auszeit bei den Abendrots
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Josef ist anerkannter Arzt, sogar Professor, hat ein treu sorgendes Heimchen am Herd und eine junge attraktive Geliebte. Die verheimlicht er und zieht für eine „Selbstfindungspause“ in ein durchdesigntes ...

Josef ist anerkannter Arzt, sogar Professor, hat ein treu sorgendes Heimchen am Herd und eine junge attraktive Geliebte. Die verheimlicht er und zieht für eine „Selbstfindungspause“ in ein durchdesigntes Apartment. Heimchen am Herd namens Helene bekommt lange Zeit nichts mit, jammert ihrer Freundin Adrienne die Ohren voll und bekommt Avancen von einem Bekannten, dessen Frau sie dafür heftig beschimpft. Als Helene endlich die Fakten realisiert und vom bis jetzt maulfaulen Gatten gesagt bekommt, dass die Geliebte seine Herzensdame ist, rafft sie sich auf, eine eigene Zukunft zu planen. Sie malt gern, also soll ein Malkurs; sie schreibt gern, also soll ein Schreibkurs; sie kennt sich mit Wein nicht aus, also soll ein Weinseminar die spätere Zeit vorbereiten. Sie überrascht ihren Gatten damit, sich selbst einiges an Geld zuzugestehen, eigene Reisen zu unternehmen und nicht mehr zum Tee kochen und ähnlichem zur Verfügung zu stehen. Abenteuerliche und amouröse Zeiten folgen. Ist es das, was Josef und Helene wollen?
Alexandra Holenstein beschreibt Szenen einer Ehe, in der Liebe und Leidenschaft erkaltet sind. Helene sucht neue Möglichkeiten, zeigt unerwartete Eigenschaften ( stark, wie sie sich einen Schlafplatz im Hotel erobert), ändert sich. Josef erscheint mir teilweise sehr unrealistisch. Klar, die junge Geliebte passt, aber lässt sich ein Herr Professor, Halbgott in weiß, wirklich so behandeln? Die Ausgangssituation ist drastisch, die Konstellation kommt sicher öfter vor, Männer tauschen die langjährige Partnerin gegen ein jüngeres Modell aus. Wie das ablaufen kann, zeigen die Abendrots.
Ein unterhaltsamer Frauenroman aus dem S. Fischer Verlag.

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Veröffentlicht am 25.05.2020

Wer ist der Bombenleger?

Angst in deinen Augen
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Ein spektakulärer Beginn: die Braut wartet vor der Trauung auf ihren Verlobten, aber der versetzt sie! Ein lapidarer Entschuldigungszettel ist alles, was von ihm vor Ort ist. Und da war auch noch ... eine ...

Ein spektakulärer Beginn: die Braut wartet vor der Trauung auf ihren Verlobten, aber der versetzt sie! Ein lapidarer Entschuldigungszettel ist alles, was von ihm vor Ort ist. Und da war auch noch ... eine Bombe, die die Kirche in Schutt und Asche legt. Glücklicherweise war Keiner mehr im Inneren, Niemand wurde verletzt. Wer legte die Bombe und warum? Hinzu kommt, dass es nicht der erste Bombenanschlag war. Bestimmte Merkmale deuten auf ein und denselben Täter hin. Den zu entlarven, ist Aufgabe von Sam Navarro, Police Detective in Portland.
Die Ex-Braut empfindet ihn als eiskalt und gefühllos, das ist der erfolgreiche Cop aber bei Weitem nicht.
Ein zweiter Handlungsstrang lässt einen Verdacht aufkommen, was der Bombenleger erreichen will. Das muss verhindert werden. Sams Vorgesetzte sind nicht immer hilfreich, zum Glück hat er engagierte und kluge Kollegen.
Wie schon oft, schreibt Tess Gerritsen spannend. Wieder ist ihr ein solider Thriller, verlegt von Harper Collins, gelungen. Immer wieder gut zu lesen.

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Veröffentlicht am 24.05.2020

Selbstmord oder Mord?

Dunkles Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 6)
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Rechtsmediziner Leon Ritter nimmt seinen Job ernst, sehr ernst. Als eine junge Frau von einem LKW überfahren wird, sieht er mehr als einen Verkehrsunfall. Sehr zum Missmut des Polizeichefs, der den Tod ...

Rechtsmediziner Leon Ritter nimmt seinen Job ernst, sehr ernst. Als eine junge Frau von einem LKW überfahren wird, sieht er mehr als einen Verkehrsunfall. Sehr zum Missmut des Polizeichefs, der den Tod der jungen Frau schnell zu den Akten legen möchte. Aber Ritter erkennt Parallelen zu einem länger zurückliegenden Fall, der als Selbstmord abgehakt wurde. Und dann verschwinden zwei junge Frauen, eine davon die Tochter des Kulturministers. Jetzt gerät der ganze Polizeiapparat in Aufregung.
Ritter recherchiert in unterschiedlichen Milieus, unterstützt von seiner Partnerin Capitaine Isabelle Morrell. Weniger hilfreich erweist sich Lieutnant Masclou, gern etwas kaltschnäuzig und grob. Aber ganz und gar nicht tauglich erscheint Commandant Bertin, Sonderermittler aus Paris. Karrieresüchtig und arrogant, wie er auftritt, ist ihm so manche Peinlichkeit vergönnt.
Warum werden die jungen Frauen entführt und bestialisch gefoltert? Langsam vertieft sich ein Verdacht, aber erfolgversprechende Spuren bringen keine Lösung. Ihr Martyrium geht weiter. Die Figur des Täters bleibt blass, die Hintergründe seiner Motive werden leider nicht erwähnt. Wieso wurde er so, wie er ist?
Spannende Szenen und Gedankenspiele, sich wiederholende Landschaftsbeschreibungen und Augenblicke im Privatleben der Ermittler wechseln sich ab. Gut zu lesen, streckenweise ziemlich gruselig.
Ein solider Kriminalroman von Remy Eyssen, herausgegeben vom Ullstein Verlag.

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Veröffentlicht am 22.05.2020

Wehe, wenn Miezbert schlechte Laune hat

Miezbert
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Miezbert ist ein überaus liebenswerter blauer Kater. Er hat viele Freunde, zum Beispiel den Vogel Piep, Freund Bär oder Freundin Huhn. Sie mögen ihn sehr. Aber wehe, wenn er schlechte Laune hat! Dann faucht ...

Miezbert ist ein überaus liebenswerter blauer Kater. Er hat viele Freunde, zum Beispiel den Vogel Piep, Freund Bär oder Freundin Huhn. Sie mögen ihn sehr. Aber wehe, wenn er schlechte Laune hat! Dann faucht er und rennt weg. Oder brüllt die anderen an. Endlich stellt er fest, dass ihm nicht kalt ist, nichts weh tut sondern... er einfach Hunger hat. Die anderen Tiere wollen helfen, ihm etwas zu fressen geben, aber er mag weder Nüsse noch Honig. Schade, dass er seine Freunde so vor den Kopf stößt. Er brummt, poltert und knurrt. Später frisst er sich satt und ist ein glücklicher Kater. Ich finde, eine Entschuldigung für die hilfsbereiten Kumpel wäre für Miezbert (oder andere schlecht gelaunte Wesen) nicht verkehrt gewesen.
Die Zeichnungen sind toll und gut verständlich, die Druckqualität ist ausgezeichnet. Gut getroffen die erstaunten und verwunderten Gesichter der anderen Tiere. Miezbert in seiner Not bekommt eine ganze, sehr ausdrucksstarke Seite. Die Farben sind wunderbar kräftig. Die Textmenge auf den einzelnen Seiten ist altersgerecht.
Obwohl der Kater sich nicht entschuldigt, ist es insgesamt ein ansprechendes Buch für die Kleinen.

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