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Veröffentlicht am 17.07.2020

Bär und Marlein retten wieder einmal das Christentum

Heiliger Bastard
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+ Emil Bär und Philipp Marlein kommen auf der Jagd nach Reliquiendieben zwischen die Fronten eines Glaubenskrieges - Wer war der Vater Jesu? +

Nachdem mir der erste Band des Autorenduos "Schwarze Madonna" ...

+ Emil Bär und Philipp Marlein kommen auf der Jagd nach Reliquiendieben zwischen die Fronten eines Glaubenskrieges - Wer war der Vater Jesu? +

Nachdem mir der erste Band des Autorenduos "Schwarze Madonna" sehr gut gefallen hat, war ich neugierig auf die Fortsetzung. Krimis mit religiösen Bezügen, die Fakten und Fiktion geschickt verbinden, lese ich grundsätzlich sehr gerne. Hier in diesem zweiten Band geht es um Reliquien und die Frage, nach der wahren Abstammung von Jesus.

Emil Bär und Philipp Marlein treffen sich nach zwei Jahren wieder und wollen im Kloster Andechs ihren Lastern abschwören. Der Klosteraufenthalt wird aber schnell abgebrochen, weil Diebe wertvolle Reliquien gestohlen haben.

Emil und Philipp fahren wieder heim und jeder für sich folgt aus unterschiedlichen Gründen, den Spuren der Reliquiendiebe. Im Verlauf der Handlung führen uns die Autoren zu bekannten Wallfahrtskirchen und wir erfahren einiges über Reliquien und ihre Verehrung. Das fand ich alles sehr interessant gut aufbereitet.

Da es um den Vater von Jesus geht, spielt Josef und die Josefsverehrung eine Rolle und die Autoren bringen noch eine andere historische Person ins Spiel.

Mich hat die Geschichte wieder bestens unterhalten und ich freu mich schon auf weitere Enthüllungen im nächsten gemeinsamen Fall von Emil und Philipp.

Für Neueinsteiger: Heiliger Bastard ist Band 2 des Autorenduos Gwaltinger / Rauch und Band 4 der Emil Bär-Reihe von Xaver. M. Gwaltinger. Im "Heiligen Bastard" wechseln sich die Autoren mit ihren Protagonisten in jedem Kapitel ab und erzählen jeweils in ihrem eigenen Stil und in der Ich-Form.

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Veröffentlicht am 16.06.2020

Max Heller hat in seinem 2. Fall mit menschlichen Dramen zu tun - - Tolle Geschichte

Tausend Teufel
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+ Dresden, 1947 -- Ein Leben zwischen Trümmern und ein täglicher Kampf ums Überleben -- Max Heller muss in seinem 2. Fall vorsichtig ermitteln +

Zwei Jahre nach dem Krieg ist in Dresden noch immer Notstand ...

+ Dresden, 1947 -- Ein Leben zwischen Trümmern und ein täglicher Kampf ums Überleben -- Max Heller muss in seinem 2. Fall vorsichtig ermitteln +

Zwei Jahre nach dem Krieg ist in Dresden noch immer Notstand und großes Elend an allen Ecken. Hunger und Kälte machen den Menschen im Februar 1947 schwer zu schaffen. Max Heller muss bei seiner polizeilichen Arbeit mit der russischen Besatzung kooperieren und zusammenarbeiten. In diesem Fall ist es besonders brenzlig, weil er den Tod von zwei Rotarmisten aufklären soll.
Frank Goldammer beschreibt auf sehr beeindruckende Weise das Leben und die Umstände der Nachkriegszeit. Es gibt ehemalige Nazis, die noch an eine Wende glauben, zerlumpte Gestalten in der ganzen Stadt und windige Geschäftsleute, die mit den Russen paktieren und für persönliche Vorteile, jegliche Moral vergessen.

Mir hat Band 1 „Der Angstmann“ schon recht gut gefallen, aber dieser zweite Band ist noch um Weiten besser. Die Mordfälle waren gut durchdacht und für mich auch nachvollziehbar. Das geschilderte Alltagsleben hat mich sehr betroffen gemacht und man kann und will sich gar nicht vorstellen, was die Menschen damals alles durchstehen mussten.

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Veröffentlicht am 13.06.2020

Der Henker stellt sich dem schwarzen Tod in den Weg [ Band 8 ]

Die Henkerstochter und der Fluch der Pest (Die Henkerstochter-Saga 8)
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+ 1679 kommt die Pest ins Allgäu - - Die Familie Kuisl hat wieder einige Herausforderungen zu meistern - - Geschichte wiederholt sich +

Ich bin ein großer Fan dieser Reihe und habe mich sehr auf diesen ...

+ 1679 kommt die Pest ins Allgäu - - Die Familie Kuisl hat wieder einige Herausforderungen zu meistern - - Geschichte wiederholt sich +

Ich bin ein großer Fan dieser Reihe und habe mich sehr auf diesen Band gefreut, weil er in meiner Region, dem Allgäu spielt. Die vorigen Bände habe ich mir als Hörbuch angehört, Band 8 ist der Erste, den ich gelesen habe.

Es gibt wieder mehrere Handlungsstränge, in denen die verschiedenen Mitglieder der Familie Kuisl, einige Herausforderungen meistern müssen.
Simon und Magdalena Fronwieser freuen sich, dass ihr Sorgenkind Paul beim Großvater die Lehre zum Scharfrichter/Henker antreten darf und fahren zum Familientreffen nach Schongau. Dort taucht auch der Kaufbeurer Henker schwer krank auf und spricht kurz vor seinem Tod in wirren Sätzen zu Jakob Kuisl. Da auch der älteste Sohn der Fronwiesers in Kaufbeuren sein soll, entschließen die Kuisls dort nach dem Rechten zu schauen. Da in Bayern strenge Auflagen wegen der Pest gelten, kommen die Kuisls nur mit einer Notlüge in die Reichsstadt Kaufbeuren. Dort gibt es eine mysteriöse Todesserie an hohen Würdenträgern. Sie erkranken an der Pest und sterben unter qualvollen Schmerzen. Das fand ich sehr interessant, weil der Autor den damaligen medizinisch-wissenschaftlichen Stand schön beschrieben hat. Wissenschaftliche Dogmen und altertümlicher Aberglauben bestimmten die Zeit.
Jakob Kuisls ältester Enkel Peter ist ein 'Freund' des Kurfürsten Max Emanuel von Bayern und erledigt für ihn einen Botengang, der ihn in höchste Gefahr bringt. Daheim in Schongau muss sich Georg ( der Sohn und Nachfolger vom Henker Kuisl ) mit dem eifrigen Schreiber Lechner und seinem Neffen Paul herumärgern.

Oliver Pötzsch hat mit seiner 'Pestgeschichte' den Zeitgeist perfekt getroffen. Die Parallelen zu heute sind nicht zu übersehen. Ausgangssperren, abgeriegelte Städte und ständige Angst vor Ansteckung, konnte man sich bis zum Corona-Ausbruch nicht mehr vorstellen.

Mir gefällt an dieser Reihe, dass wir die Familie Kuisl schon über viele Jahre begleiten dürfen und ich hoffe, dass Oliver Pötzsch den Jakob noch länger leben lässt.

Man kann diesen Band gut auch ohne Vorkenntnisse lesen, weil alle Figuren gut gezeichnet sind und die Handlung in sich geschlossen ist.

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Veröffentlicht am 28.05.2020

Nürnberg, September 1409 - - Durch eine Intrige schwebt Olivera in großer Gefahr

Die Salbenmacherin und der Engel des Todes
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+ Olivera hat sich mächtige Feinde gemacht und muss um ihr Leben fürchten - - gewohnt gute Unterhaltung - - Band 4 der Salbenmacherin-Reihe +

Ich kenne die ersten 3 Bände dieser Reihe und selbstverständlich ...

+ Olivera hat sich mächtige Feinde gemacht und muss um ihr Leben fürchten - - gewohnt gute Unterhaltung - - Band 4 der Salbenmacherin-Reihe +

Ich kenne die ersten 3 Bände dieser Reihe und selbstverständlich wollte ich wissen wie es mit Olivera weitergeht. Seit den Ereignissen mit dem "Werwolf" [ Band 3] sind 6-8 Wochen vergangen. Olivera kämpft mit der Trauer um ihre verstorbene Großmutter. Nur ihre Arbeit und die Sorge um ihr ungeborenes Kind hält sie noch aufrecht.

Im Spital sind ihre Heilkünste und Produkte sehr gefragt. Sehr zum Ärger vom Stadtmedicus. Als dort aber ein von Olivera betreuter Greis plötzlich stirbt und auffallend viele Wöchnerinnen aus unerklärten Gründen versterben, fällt ein schlimmer Verdacht auf die Salbenmacherin. Parallel strebt ihr Mann Götz einen Posten im Rat der Stadt Nürnberg an und kommt in die engere Auswahl. Das passt einigen Kreisen überhaupt nicht.

Der Klappentext verrät schon, dass Olivera verhaftet wird und, nur dank ihrer Freundschaft zum Henker, fliehen kann. Olivera versteckt sich hochschwanger im Wald und muss um ihr Leben und das ihres ungeborenen Kindes fürchten.

Die Geschichte hat mir wieder hervorragend gefallen. Frau Stolzenburg treibt die Leser wie gewohnt, mit hohem Tempo durchs Buch und lässt uns in die Folterkeller und Siechenstuben der Stadt Nürnberg blicken.

Man kann das Buch auch unabhängig von den anderen Bänden lesen, weil auf wichtige Details aus den ersten drei Bänden eingegangen wird. Empfehlenswert ist aber natürlich die Reihe nacheinander zu lesen. Gerade Jona, der Betteljunge aus Band 2, spielt eine größere Rolle und ohne Vorkenntnis versteht man sein Handeln wahrscheinlich nicht.

Es wäre schön, wenn die Reihe fortgesetzt würde, weil ich glaube, dass Olivera in der Nürnberger Oberschicht noch nachtragende Gegner hat, die nichts unversucht lassen, die Salbenmacherin und den Apothecarius doch noch irgendwie aus der Stadt zu vertreiben.

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Veröffentlicht am 24.05.2020

Ein geläuterter Mensch, der offen über seinen kriminellen Werdegang berichtet

Hass. Macht. Gewalt.
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+ „Vom Saulus zum Paulus“ - - Der Autor lässt uns in seine kriminelle Geschichte blicken - - Sehr gut geschrieben, fast wie ein Krimi +

Cover und Thema haben mich bei diesem Buch sehr angesprochen. ...

+ „Vom Saulus zum Paulus“ - - Der Autor lässt uns in seine kriminelle Geschichte blicken - - Sehr gut geschrieben, fast wie ein Krimi +

Cover und Thema haben mich bei diesem Buch sehr angesprochen. Ich war neugierig was dieser Philip Schlaffer zu erzählen hat. Er war mir bis zu diesem Buch völlig unbekannt.

Bis zu seinem 10. Lebensjahr war für ihn die Welt in Ordnung. 1988 zog seine Familie, berufsbedingt nach Newcastle/GB. Dort wurde er zum ersten Mal mit dem Begriff Nazi konfrontiert. Er war ein Fremder und noch dazu ein Deutscher. Wie es bei Kindern aber so ist, hat er sich schnell angepasst und hat das britische Leben lieben gelernt und nur noch englisch, auch zu Hause, gesprochen. Vier Jahre später zog die Familie wieder zurück nach Deutschland. Das war nach der Wiedervereinigung, darauf ist er leider gar nicht eingegangen. In dieser Zeit fand ein gesellschaftlicher Umbruch statt und der pubertäre Philip war ein Fremder in seinem Heimatland. In dieser Zeit war Fremdenhass ein beginnendes gesellschaftliches Problem. Anfangs hatte er sogar Probleme mit der deutschen Sprache.

Er war ein Außenseiter und hat durch die Musik ( Rechtsrock: Böhse Onkelz,... ) Halt gefunden. Über die Musik ist er in die Hooligan- und Skinhead-Szene gekommen. Dort fand er ein Ventil seinen angestauten Hass in Form von Gewalt auszuleben. Dank der NS-Ideologie fand er genügend Feindbilder, die er für seinen Zustand verantwortlich machen konnte.

Auf Wunsch seiner damaligen Freundin zog er mit Anfang 20 nach Wismar in den Osten. Dort fand er sehr schnell Gleichgesinnte und gründete die Kameradschaft "Werwölfe Wismar" mit ihm als „Leitwolf“. Nach mehreren Jahren Kameradschaft, wechselte er in die organisierte Kriminalität unter dem Deckmantel Rocker-Club „Schwarze Schar“. In diesem Rocker-Club war auch wieder er die Führungsfigur.

Im Verlauf des Buches bekommt man ein Gefühl für den Menschen Philip Schlaffer. Er war immer auf der Suche nach Halt im Leben. Erst fand er das in der Musik und NS-Ideologie, später dann in Macht und Geld.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es für mich authentisch war und sehr gut geschrieben ist. Manche Kapitel haben sich wie ein Krimi gelesen.

Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, dem kann ich das youtube-Interview „Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Philip Schlaffer (Rechte, Rotlicht & Rocker)“ empfehlen.

Mit dem Verein Extremislos e.V. klärt Philip Schlaffer heute über Gewalt-Prävention und Deradikalisierung ( rechts – links – religiös ) auf.

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