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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.06.2020

Sternenregen für Miss Elli

Miss Elli und die verschwundene Uhr (Miss Elli 3)
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Unser Erstklässler kann inzwischen schon richtig gut lesen und bei vielen der Erstlesebücher schlägt der einfache Satzbau und die Wortwahl auf die Handlung durch, ich finde es tatsächlich ziemlich schwierig, ...

Unser Erstklässler kann inzwischen schon richtig gut lesen und bei vielen der Erstlesebücher schlägt der einfache Satzbau und die Wortwahl auf die Handlung durch, ich finde es tatsächlich ziemlich schwierig, richtig gute Bücher für die Altersklasse zu finden, die auch den Spaß beim Lesen transportieren. Dementsprechend habe ich inzwischen auch großen Respekt vor Autor*innen, die für das ganz junge Zielpublikum schreiben.
Genug Vorgeplänkel, was ich eigentlich schreiben will: hier hat das perfekt geklappt!

Ein Detektivabenteuer um eine verschwundene Uhr mit einer zauberhaften magischen Babysitterin. Diese hat auch noch ein megacooles Flugmobil und ist supernett - und vor allem hilfsbereit. Klar, dass sie Ben und Mieke unterstützt, als diese für ihren Freund die verschwundene Uhr wiederfinden wollen.
Schön fand ich auch, dass eine Lösungssituation für Kinder aus einer doch verzwickten Lage aufgezeigt wird - auch wenn vermutlich nicht alle auf die Hilfe einer magischen Babysitterin zurückgreifen können...

Die leichten Sätze und die Kombination mit den vielen schönen Bildern machen das Buch ab dem zweiten Halbjahr für Erstklässler prima lesbar. Ab und an gibt es ein paar englische Ausdrücke, das war aber bei uns kein Problem, ist dem Erstleser nicht aufgefallen, kurz nachgefragt und gut war es.

Unser Fazit: Miss Elli und ihr Flugmobil - so eine coole Babysitterin hätten wir auch gerne; ein Erstlesebuch, das richtig Spaß macht oder wie es der Erstklässler auf den Punkt bringt:
"Ich gebe dem Buch die Note 1, es hat mir super gefallen, auch die Zeichnungen."

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Veröffentlicht am 31.05.2020

Ein anderer Blick auf Venedig - fernab der Romantikvorstellungen

Der freie Hund
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Commissario Antonio Morello braucht ständig einen Espresso und hasst Venedig, so wie seine neuen Kollegen ihn verabscheuen. Schließlich kommt er aus dem Süden, damit ist für die Bewohner Venedigs schon ...

Commissario Antonio Morello braucht ständig einen Espresso und hasst Venedig, so wie seine neuen Kollegen ihn verabscheuen. Schließlich kommt er aus dem Süden, damit ist für die Bewohner Venedigs schon alles gesagt. Dass mit seiner Besetzung für zwei Kolleg*innen Karrierehoffnungen zerstört wurden, macht den Start nicht leichter.

Das Coverbild deutet es schon an - die Kreuzfahrtindustrie, die Venedig nachhaltig schädigt, ist auch Thema des Krimis.
Der eigentliche Fall, den der Commissario gegen viel Widerstand aufklären will, gerät im Buch fast in den Hintergrund. Er ist präsent, ja, aber sehr viel geht es auch um das Leben in Venedig.
Um die Veränderungen, die der Massentourismus mit sich bringt. Ich fand den Einblick total spannend und habe ganz viel Neues erfahren. Etwa, dass Venedig eigentlich winzig ist, gerade einmal 56.000 Einwohner - und nicht die Stadt, sondern die Region das Schicksal der Stadt prägt. Diese hat ganz andere Interessen.

Auch das Lebensgefühl, Einkauf auf den Markt, aber auch das fürchterliche, sich im Alltag ständig durch Touri-Massen durchquetschen müssen wird überzeugend vermittelt. Hungrig sollte man jedenfalls das Buch nicht in die Hand nehmen, denn der Commissario kocht auch noch gut.

Die Vorurteile, die innerhalb der Landstriche Italiens vorherrschen, die Verflechtung von Mafia und Politik und die Charaktere, die alle menscheln - superspannend, für mich viel spannender als der eigentliche Fall.

Puristische Krimifans könnten vielleicht von dem Buch etwas enttäuscht sein - wenn man aber auch einen Einblick in das Venedig-Alltagsleben bekommen möchte und gerne auch "Drumherum" mag, dann ist es ein absolut empfehlenswertes Buch.

Und obwohl mit kritischem Blick geschrieben, schafft es das Autorenduo, dass man sich wie nach Venedig gebeamt fühlt, gerade jetzt ein kleiner gedanklicher Urlaub. Danke dafür.

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Veröffentlicht am 30.05.2020

Ich bin Miezbert...äh Miesbert

Miezbert
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Miezbert ist eigentlich ein total netter Kater...aber wehe, wenn er Hunger hat!

Das Bilderbuch über Miezbert, der zu Miesbert mutiert, ist hinreißend.
Das arme Kerlchen wird zunehmend schlechter gelaunt, ...

Miezbert ist eigentlich ein total netter Kater...aber wehe, wenn er Hunger hat!

Das Bilderbuch über Miezbert, der zu Miesbert mutiert, ist hinreißend.
Das arme Kerlchen wird zunehmend schlechter gelaunt, bis irgendwann klar wird, warum. Zum Glück hat er einen tollen Freund, so dass er für künftige Hunger-Attacken gewappnet ist.

Ganz ehrlich: ich habe mich in Miezbert so etwas von wiedererkannt. Auch ich werde unausstehlich, wenn ich Hunger habe. Auch meine Familie hat mich sofort als Miezbert identifiziert.

Neben der für Außenstehenden lustigen Geschichte versteht man nun auch viel besser, dass es sich lohnt hinzusehen, warum jemand so miesepetrig ist.

Und das absolute Highlight sind die Bilder - Miesbert ist so treffend gezeichnet, seine Stimmung ist so wunderbar am Gesichtsausdruck abzulesen - ganz, ganz wunderbar.

Wir lieben das Buch, das übrigens mit Materialien aus nachhaltiger Forstwirtschaft produziert wurde und mit lösungsmittelfreier Farbe gedruckt wurde.

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Veröffentlicht am 27.05.2020

Elfen waren gestern, hier kommen die Zwölfen, hurra!

Lilly und die Zwölfen, 1, Elfen verboten
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Lilly spielt total gerne mit ihren Elfenfiguren, kein Wunder, schließlich hat ihr ihre Oma früher immer ganz viele Elfengeschichten erzählt.
Aber eines Tages trifft Lilly die Zwölfen - und die können Elfen ...

Lilly spielt total gerne mit ihren Elfenfiguren, kein Wunder, schließlich hat ihr ihre Oma früher immer ganz viele Elfengeschichten erzählt.
Aber eines Tages trifft Lilly die Zwölfen - und die können Elfen gar nicht leiden! Immer nur schlank, grazil, funkeln und voll Glitzer, phhhh, nein danke!

Von den Zwölfen lernt Lilly so einiges, denn trotz ihres jungen Alters hat Lilly muss sie schon ganz schön viel ertragen.
Es gibt also auch eine Wertevermittlung im Buch, aber ganz ehrlich: am allerbesten kam bei uns die phantasievolle Welt der Zwölfen mit den vielen witzigen Details an. Alleine die Namen der Zwölfen: Viola Viertelvorzwölf, Zinobius Zwölfuhrzwei,... - einfach herrlich. Man möchte sofort mit Lilly tauschen und auch einmal kleingeschrumpft in die Zwölfenwelt eintauchen. Und endlich mal keine feinen rosa Glitzerkleider wie bei den Elfen, Zwölfen sind viel cooler! Sie haben Strubbelhaare und tragen auch mal einen Froschpulli. Und vor allem sind sie die großzügigsten und hilfsbereitesten Freunde, die man sich nur vorstellen kann.

Eine magische Reise mit vielen Lachern und einem schönen Happy End. Klar, dass wir Band 2 lesen wollen, wir müssen schließlich noch herausfinden, warum Elfen und Zwölfen nichts mehr miteinander zu tun haben wollen.

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Veröffentlicht am 24.05.2020

Gelungene Mischung aus Heiterkeit, Witz und Ernst

City of Girls
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Vivian kommt aus sog. gutem Hause, versagt am College und wird von ihren Eltern zu ihrer Tante nach New York verfrachtet.
Dort lernt sie das unkonventionelle Leben in der Künstlerszene der 40er Jahre kennen ...

Vivian kommt aus sog. gutem Hause, versagt am College und wird von ihren Eltern zu ihrer Tante nach New York verfrachtet.
Dort lernt sie das unkonventionelle Leben in der Künstlerszene der 40er Jahre kennen und stürzt sich in das Nachtleben der aufregenden Großstadt.
Der Teil der Handlung ist aufregend und witzig, man kann richtig in das damalige Leben Vivians eintauchen, die Seiten sind nur so dahingeflogen.

Doch dann passiert etwas und es wird klar: auch im hipster New York wird mit zweierlei Maß gemessen, was Männer machen, können Frauen aus sogenanntem guten Hause auf keinen Fall. Hier wandelt sich der bis dahin leichte Stil des Buches und es bekommt eine andere Unternote.
Das hat mir auch gut gefallen, die Handlung hat dadurch an Substanz gewonnen.

Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen, der leichte und lockere Stil, der Witz, aber auch das Aufzeigen der himmelschreienden Ungerechtigkeiten, sei es Mann/Frau, Arm/Reich und die ganzen Rollenzuweisungen (nicht nur aus weiblicher Sicht, auch wie Männer im Krieg zu sein haben beispielsweise).

Eine spannende Zeitreise und ein abwechslungsreicher Unterhaltungsroman - ich habe mich an jeder Seite erfreut.

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