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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2020

Ich wurde positiv überrascht!

Boy Nobody (Boy Nobody 1)
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Er ist jung, er ist effizient, er ist kalt - er ist ein Auftragsmörder. Boy Nobody - so nennt er sich selbst, denn einen Namen hat er nicht - erledigt seine Aufträge stets schnell und ohne große Komplikationen, ...

Er ist jung, er ist effizient, er ist kalt - er ist ein Auftragsmörder. Boy Nobody - so nennt er sich selbst, denn einen Namen hat er nicht - erledigt seine Aufträge stets schnell und ohne große Komplikationen, er schleicht sich über die Kinder seiner Zielobjekte an diese heran und mordet ohne großes Aufsehen zu erregen - doch dieses mal soll alles anders kommen. Er beginnt sich zu verlieben, lernt Gefühle kennen die er so noch nicht kannte und die ihm auf seiner Mission so einige Probleme bereiten.

Das Cover von Boy Nobody hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt und war auch der Grund, weshalb ich das Buch gelesen habe. Dass es sich um ein Jugendbuch handelt, wusste ich vorher nicht und stelle im Nachhinein fest, dass es auch gut von Erwachsenen Thriller Fans gelesen werden kann. Boy Nobody ist wenig blutig, dafür umso spannender.

Allan Zadoffs Schreibstil liest sich angenehm und flüssig, die Kapitel sind kurz und man denkt sich nach jedem einzelnen "Ach, eins geht schon noch", was bei mir dazu geführt hat, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Über weite Strecken ist der Schreibstil eher distanziert, relativ kurze Sätzen prägen das Bild - nur an den Stellen, an denen Ben (so nennt er sich während seiner aktuellen Mission) langsam seine eigenen Gefühle kennen lernt wird Zadoff emotionaler, was ich als mehr als gelungen empfinde.

Der Protagonist ist perfekt entworfen, man kann seine inneren Konflikte mitfühlen und steht sofort auf seiner Seite - man will, dass Boy Nobody seinen Auftrag erfolgreich abschließt, auch wenn das bedeutet, dass unschuldige Menschen ihr Leben lassen, noch lieber natürlich, dass er einen Gewaltfreien Ausweg findet, aber keinesfalls dass er scheitert. Auch die anderen Handelnden sind liebevoll gezeichnet, kein Charakter wirkt zweidimensional und platt.

Am Ende von Teil eins bleiben einige Fragen offen, die hoffentlich in folgenden Teilen geklärt werden. Dafür gibt es auch das einzige Sternchen Abzug (eigentlich ist es nur ein halbes) - gegen offene Fragen habe ich prinzipiell nichts, hier waren es mir nur einen Tick zu viele. Ich hatte am Ende des Buches nicht wirklich das Gefühl, schlauer zu sein als am Anfang, was meiner Lesefreunde aber keinen Abbruch getan hat. Ich freue mich auf Teil 2 - und hoffentlich auf einige Antworten.

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Veröffentlicht am 19.04.2020

Auch für Romantikmuffel zu empfehlen!

Das Bildnis der Fortuna
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Das Leben verläuft selten in den Bahnen, in denen wir uns das ausmalen. Marie ist das nur Recht - je turbulenter und abwechslungsreicher, desto besser. Doch langsam fällt auch ihr auf, dass sie eigentlich ...

Das Leben verläuft selten in den Bahnen, in denen wir uns das ausmalen. Marie ist das nur Recht - je turbulenter und abwechslungsreicher, desto besser. Doch langsam fällt auch ihr auf, dass sie eigentlich etwas vermisst, die Menschen in ihrem Umfeld sind allesamt sesshaft geworden und haben ihr Glück gefunden. Sesshaft werden, das will Marie sicher nicht! Aber bietet das Leben nicht vielleicht doch mehr, als das, was sie bereits kennt?


Als bekennender Romantikmuffel lasse ich von typischer Frauenliteratur ja eher die Finger - weil ich meinen Horizont allerdings mal wieder etwas erweitern wollte, habe ich mich dennoch auf diesen Roman eingelassen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn ich normalerweise Blut und Hochspannung vorziehe hat mich Maries Geschichte schnell in ihren Bann gezogen.

Ich konnte mich sofort in der Protagonistin wiederfinden, ich konnte mit ihr fühlen, lachen und ab und an auch mal den Kopf schütteln. Aber auch die anderen Figuren dieses Romans sind liebevoll gestaltet, die Beweggründe der Handlung sind durchweg nachvollziehbar - selbst Maries Bruder, der an manchen Stellen etwas grob wirkt, kann der Leser irgendwie verstehen. Ursi Breidenbach besticht mit einem lockeren, angenehm zu lesenden Schreibstil. Auch wenn mich der Druck auf den ersten paar Seiten zunächst Irritiert hat, tat das meiner Lesefreude keinen Abbruch.


Dieses Buch bringt zum lachen, macht verregnete Tage etwas heller, regt den Leser zum Nachdenken an, ist tief berührend - und das, ohne auch nur einen einzigen Moment überzogen, gestellt oder kitschig zu wirken.

In Zukunft werde ich vielleicht sogar öfter zu Frauenliteratur greifen - dieses Buch hat mich erfolgreich von einigen Vorurteilen befreit. Definitiv lesenswert!

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Veröffentlicht am 24.05.2020

Nemti - Der Wanderer

Nemti
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Der Kommissaranwärter Lukas Dux darf bei der Polizei Im Team von Fritz Habermehl ein Praktikum absolvieren. Nichts hat er sich mehr gewünscht als eine spannende, ereignisreiche Zeit zu erleben - aber SO ...

Der Kommissaranwärter Lukas Dux darf bei der Polizei Im Team von Fritz Habermehl ein Praktikum absolvieren. Nichts hat er sich mehr gewünscht als eine spannende, ereignisreiche Zeit zu erleben - aber SO ereignisreich? Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in der Eifel. Er lässt seine Opfer grausam verbluten und ritzt ihnen danach ein seltsames Symbol in die Wange. Lange erkennt die Polizei kein Muster, keinen Hinweis. Sowohl die Opfer als auch die Orte der Morde scheinen völlig willkürlich gewählt. Nur Lukas Dux erkennt irgendwann ein System..

Die Charaktere, die Wloch geschaffen hat, sind mehr als nur sympathisch und authentisch. Habermehl und Dux als Ermittlerduo funktionieren vom ersten Augenblick an perfekt miteinander und auch Dux allein, der immer wieder seine Kompetenzen überschreitet, ist dem Leser sofort nahe.

Wenn mich ein Buch dazu bringt, parallel eigene Recherchen anzustellen, muss es definitiv gut sein und mich fesseln - und genau das ist hier passiert. Die Informationen über Astronomie und Mythologie treiben den Leser an, selbst ein wenig nach zu forschen und damit in der eigenen Ermittlung einen kleinen Schritt weiter zu kommen. Dennoch tappt man völlig im Dunkeln. Mein Bauchgefühl hat mich zwar nicht getäuscht, sicher war ich mir dennoch bis zur Auflösung nicht, so blieb die Spannung bis zum Finale aufrecht erhalten.

Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, das Buch lässt sich flüssig und zügig lesen und bald schon kommt man an den Punkt, an dem man es nur noch ungern aus den Händen legen möchte. Die Einblicke in das Handeln des Täters geben dem ganzen noch zusätzlichen Pfiff.

Ein kleines Sternchen Abzug - eigentlich ist es nur ein halbes - gibt es für das lange Nachgeplänkel. Sicher, auch nachdem der Täter bekannt ist muss in den meisten Krimis noch einiges klar gestellt werden, dieser Teil fiel mir hier aber etwas zu lang aus.

Alles in allem ein fantastischer Krimi, den ich jedem Krimi - Fan guten Gewissens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 21.05.2020

Schlag auf Schlag!

Achtzehn
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Nachdem Axel einen nicht genehmigten Podcast über die Verbindung diverser Morde online stellt ist er seinen Job los - und das soll noch sein kleinstes Problem sein. Denn die Menschen, denen er mit seinen ...

Nachdem Axel einen nicht genehmigten Podcast über die Verbindung diverser Morde online stellt ist er seinen Job los - und das soll noch sein kleinstes Problem sein. Denn die Menschen, denen er mit seinen Ermittlungen auf die Füße getreten ist, lassen sich gar nicht gern in ihren Machenschaften stören. Und ihre Kontakte reichen weit..



Ich hab oft so meine Probleme mit Skandinavischen Thriller. Unbestreitbar, sie sind immer spannend, atmosphärisch und gut. Aber durch die Fülle an ungewöhnlichen Namen und Orten verliere ich beim Lesen auch oft schnell die Orientierung und den roten Faden. Hier war das nicht der Fall. Dass unsere Protagonisten schlicht Axel und Stella heißen und das Personenregister überschaubar bleibt hat dabei sicherlich immens geholfen.

Der Thriller tritt quasi von Anfang an aufs Gas - man bekommt wenig Zeit sich einzugewöhnen bevor die Handlung Fahrt aufnimmt, die Spannung bleibt Konstant hoch und ein Ereignis folgt direkt auf ein anderes. Anton Berg hat es geschafft, die Spannungskurve konstant hochzuhalten, Langeweile kommt beim Lesen sicherlich nicht auf, im Gegenteil - es ist ziemlich schwer, eine passende Stelle zu finden um das Buch mal aus den Händen zu legen.

Auch die Charakterzeichnungen sind gut gelungen. Stella, Axels treue Freundin un Mitstreiterin, war von Anfang an mein Favorit und ist das auch geblieben. Sie ist tough, lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen und wuppt neben ihrem Anspruchsvollen Job auch noch die Rolle der Alleinerziehenden Mutter mit Bravour. Starke Frauen sprechen mich immer an und diese ist hervorragend gelungen! Axel war mir stellenweise ein bisschen zu naiv und blauäugig, wie er da planlos durch seine Ermittlungen stolpert - trotzdem. Er war durchweg authentisch und es hat mir Spaß gemacht, ihn auf seinem Weg zu begleiten.

Einzig das Ende hat mich nicht zufriedengestellt. Der Showdown war dramatisch und actionreich - da kann man diskutieren ob das nicht vielleicht schon ein bisschen drüber war, bleibt wohl Geschmackssache. Gestört hat mich aber wirklich, dass so viele Fragen am Ende offen bleiben. Im Endeffekt hat Axel nichts gewonnen. Vielleicht ist hier ein zweiter Teil geplant, ich weiß es nicht. Ich hatte nach dem Ende auf jeden Fall ein ordentlich unbefriedigtes Gefühl.

Alles in allem ist Achtzehn ein toller, spannungsgeladener Politthriller, der mir viel Freude bereitet hat. Das Ende hinterlässt einen leicht Faden Beigeschmack, aber alles andere ist fast perfekt gelungen!

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Veröffentlicht am 15.05.2020

Nimm mich wie ich spinn!

Er nannte mich Fräulein Gaga
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Sandra hat schon die eine oder andere, kleinere oder größere Macke - aber eigentlich lebt sie ganz gut damit. Ihr Umfeld hat damit auch keine Probleme - dachte sie. Bis ihr Freund sie in einer SMS darum ...

Sandra hat schon die eine oder andere, kleinere oder größere Macke - aber eigentlich lebt sie ganz gut damit. Ihr Umfeld hat damit auch keine Probleme - dachte sie. Bis ihr Freund sie in einer SMS darum bittet, ihre Macken doch bitte in den Griff zu bekommen. Macken oder er - so startet also das Projekt "Mackenfrei in 3 Monaten".

Sandra Winkler beschreibt auf eine sympathische und sehr humorvolle Art und Weise ihre Macken - und die sind zahlreich. Die Fußmatten müssen im rechten Winkel liegen (auch die der Nachbarn), Lärm ist für sie nicht auszuhalten, sie ist immer unpünktlich und hat Angst vor dem Autofahren. Sie führt den Leser durch einen spannenden Abschnitt ihres Lebens. Sie versucht es mit Meditation, einer Angsthasenfahrschule, einem Coach, besucht eine Selbsthilfegruppe und sogar eine Schamanin.

Als Leser kommt man nicht umhin sich an der einen oder anderen Stelle ein Schmunzeln zu verbeißen. Auch das Nachdenken kam - zumindest bei mir - nicht zu kurz. Haben wir nicht alle unsere kleinen Macken und Ticks? Ist mein Umfeld genau so gestresst von mir wie Sandras Umfeld von ihr? Man nimmt aus diesem lustigen Werk also durchaus mehr mit als nur ein wenig Unterhaltung. Man lernt neues kennen - ich wusste nicht, dass es eine spezielle Fahrschule für Angsthasen gibt - oder beginnt vielleicht sogar, über das eigene Leben nach zu denken.

Die offene, mutig Art der Autorin mit ihren eigenen Eigenheiten umzugehen gibt diesem Buch einen zusätzlichen Pluspunkt.

Ein Sternchen Abzug gibt es dafür, dass die Lösungsmöglichkeiten nur sehr kurz angeschnitten werden. Bei einigen Behandlungsmethoden hätte ich es mir gewünscht, mehr darüber lesen zu können!

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