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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2020

Spannender Krimi mit viel Lokalkolorit und Humor

Nur tote Schwaben schweigen
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Inhalt übernommen:
Witzig, schräg, skurril – und durch und durch schwäbisch.

Unfassbar – ein Serienkiller im beschaulichen Ländle! Wer ist der Wahnsinnige, der seine Opfer mit Vogelnamen belegt, die Taten ...

Inhalt übernommen:
Witzig, schräg, skurril – und durch und durch schwäbisch.

Unfassbar – ein Serienkiller im beschaulichen Ländle! Wer ist der Wahnsinnige, der seine Opfer mit Vogelnamen belegt, die Taten mit infantilen Gedichten ankündigt und damit die Polizei foppt? Die bizarren Morde bringen den ehe- und stressgeplagten Kripo-Kommissar Eugen Querlinger an seine Grenzen. Und während der Mörder, der sich selbst »die Schwarze Henne« nennt, schon wieder den Schnabel wetzt, läuft der Polizei die Zeit davon ...

Meine Meinung:

Mit der Figur des Eugen Querlinger ist dem Autor in seinem Erstlingswerk der große Wurf gelungen.Er ist blitzgescheit,sehr humorvoll und tappt trotzdem in die eine oder andere Falle,was ihn so menschlich macht. Auch wenn es zwischen ihm und seinem Team manchmal kracht, stellt er sich im Ernstfall schützend vor seine Mitarbeiter, das gefällt mir.
Mit einer Reihe von Morden,die allesamt an die Verse eines bekannten Kinderliedes angelehnt sind,wird die Polizei vor eine knifflige Aufgabe gestellt und immer ist der Täter eine Nasenlänge, beziehungsweise einen Flügelschlag voraus.
Das Buch war durchgehend spannend und wartete zum Schluss mit einer Überraschung auf, so geht guter Krimi.
Was mir außerdem sehr gut gefiel, waren der Lokalkolorit und die Ausblicke ins Privatleben, hauptsächlich von Kommissar Querlinger.
Auch wenn es zwischendurch einmal im Gebälk krachte ,im Ernstfall halten Bärle und Mäusle fest zusammen.
Ich habe den sympathischen Kommissar und sein Team jedenfalls fest in mein Herz geschlossen und freue mich schon auf neue Fälle.

Veröffentlicht am 26.05.2020

Die wunderbare Welt der Düfte

Die Lilienbraut
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Inhalt übernommen:

Köln in den Vierzigerjahren. Die junge Nellie Voss hat gerade eine Stelle bei 4711 angetreten. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Ab und zu vergisst ...

Inhalt übernommen:

Köln in den Vierzigerjahren. Die junge Nellie Voss hat gerade eine Stelle bei 4711 angetreten. Schnell wird ihr klar, dass sie ein untrügliches Gespür für Düfte hat. Ab und zu vergisst sie darüber sogar, dass ein schrecklicher Krieg tobt. Doch noch mehr beschäftigt sie ihre aussichtslose Liebe zu einem Mann, den sie nicht haben darf ...

Köln in der Gegenwart: Nach ihrer schmerzhaften Trennung eröffnet Liv einen kleinen Laden für Seifen und Düfte im Stadtviertel Ehrenfeld. Eines Tages begegnet sie auf der Straße zufällig einer geheimnisvollen weißhaarigen Dame, die bei ihrem Anblick regelrecht erschüttert ist und sie beschimpft. Wer ist sie, und was verbindet sie mit Liv?


Meine Meinung::

Ich liebe Geschichten, die auf mehreren Zeitebenen spielen und bin ein großer Fan von Theresa Simon. Das sind zwei gute Gründe, um dieses Buch zu lesen.
Die Autorin schaffte es erneut,mich bereits nach wenigen Seiten in die Geschichte hineinzuziehen. Beide Protagonistinnen, Nellie in der Vergangenheit und Liv in der Gegenwart, waren mir auf Anhieb sehr sympathisch.
Die beiden Frauen eint unter anderem ihre Beziehung zur Welt der Düfte.Besonders Liv, die es schafft,den individuellen Duft für jede Frau zu finden ,hat mir sehr imponiert.
Besonders gut gefiel mir auch die Ausarbeitung der einzelnen Personen, mein Kopfkino sprang sofort an.
Interessant war außerdem die Geschichte der Stadt Köln zu unterschiedlichen Zeiten.
Als angenehme Abrundung empfand ich die typisch rheinischen Rezepte am Ende des Buches, von denen mir einige bekannt waren.

Fazit:

Erneut ein Buch der Autorin, was mich ohne Einschränkungen sehr begeistert hat. Deshalb von mir eine Leseempfehlung verbunden mit fünf Sternen.

Veröffentlicht am 24.05.2020

Wer will hier Gerächtigkeit?

Stumm vor Angst
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Inhalt übernommen:

Während eines Besuchs bei seinem alten Freund Frank Hasemann in Hechingen begegnet Kriminalkommissar Surendra Sinha auf der Burg Hohenzollern einem zehnjährigen Mädchen, das stumm und ...

Inhalt übernommen:

Während eines Besuchs bei seinem alten Freund Frank Hasemann in Hechingen begegnet Kriminalkommissar Surendra Sinha auf der Burg Hohenzollern einem zehnjährigen Mädchen, das stumm und schüchtern seine Freundschaft sucht. Er erfährt, dass die kleine Linnea aufgehört hat zu sprechen, seit sie vor drei Jahren mit ansehen musste, wie ihr Vater in den Flammen seiner Villa ums Leben kam. Der Mann, der den Brand gelegt hat, sitzt seitdem hinter Gittern; allerdings wurde Vanessa März, die Hauptbelastungszeugin gegen ihn, kurz nach dem Prozess in der Ruine der Villa tot aufgefunden mit Benzin übergossen und verbrannt. Der Fall wurde niemals aufgeklärt.



Sinha erinnert sich, dass er während seiner Zeit bei der K1 Friedrichshafen einmal mit einer Vanessa März zu tun gehabt hat. Er gräbt ein wenig in deren damaligem Bekanntenkreis und entdeckt dort zu seiner Überraschung eine Verbindung zu Linneas Mutter, der Bauunternehmerin Natalia Gruber. Hat sie mit den Ereignissen von damals zu tun? Sinha nutzt die neu gewonnene Freundschaft mit der kleinen Linnea, um das Umfeld der Familie Gruber unter die Lupe zu nehmen und gerät dabei prompt in den Verdacht des Kindesmissbrauchs. Als dann auch noch ein Mitarbeiter der Grubers ermordet wird, spitzt sich die Lage nicht nur für Sinha zu.

Meine Meinung:

Ich habe mich schon länger auf den nächsten Krimi mit dem sympathischen Kommissar Surendra Sinha gefreut und wurde erneut nicht enttäuscht. Surendra ,der wegen eines dienstlichen Vergehens zur Zeit suspendiert ist,nutzt die Gelegenheit ,um seinen Freund und Mentor Frank Hasemann zu besuchen. Doch auch hier lässt ihn das Verbrechen nicht in Ruhe .
Obwohl es sich, wie gewohnt, um keinen blutrünstigen Krimi handelt, ist von Anfang an eine große Spannung vorhanden. Geschickt legt die Autorin immer wieder falsche Fährten, denen ich mehr als einmal auf den Leim ging.
Neben den Morden geht es auch um Fremdenhass, welcher dem Kommissar mit indischen Wurzeln, immer wieder entgegen schlug. Außerdem werden die Themen Sterbehilfe und sexueller Missbrauch behandelt.
Die im Mittelpunkt stehenden Protagonisten sind allesamt gut ausgearbeitet, erneut hatte ich klare Bilder im Kopf.
Vor allen Dingen ist es Zenobia ,die Mutter des Kommissars,welche die Geschichte enorm bereichert. Einerseits ist sie ständig auf der Suche nach einer geeigneten Schwiegertochter, nicht immer zur Freude ihres Sohnes, andererseits ist sie jederzeit bereit ihren Sohn wie eine Löwenmutter gegen alle Widrigkeiten des Lebens zu verteidigen.
Ach ja, nicht zu vergessen das süße Kätzchen Saleti,welches inzwischen alle Herzen erobert hat.
Zum Schluss überrascht die Autorin mit einer Lösung, die wohl die wenigsten Leser so erwartet hätten, so soll ein guter Krimi sein.

Fazit:

Erneut große Spannung und sympathische Protagonisten.Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus und vergebe voll verdiente fünf Sterne.

Veröffentlicht am 22.05.2020

Gelungenes Debüt eines neuen Ermittlerpaars

Die Tote in der Sommerfrische
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Inhalt übernommen:

Norderney 1912: Im eleganten Seebad verbringt die feine Gesellschaft der Kaiserzeit die Sommerfrische. Auch die junge, unabhängige Viktoria Berg genießt die Zeit am Meer, bevor sie ...

Inhalt übernommen:

Norderney 1912: Im eleganten Seebad verbringt die feine Gesellschaft der Kaiserzeit die Sommerfrische. Auch die junge, unabhängige Viktoria Berg genießt die Zeit am Meer, bevor sie ihre Stellung als Lehrerin antritt. Doch dann wird sie Zeugin, wie der Hamburger Journalist Christian Hinrichs, der eine Reportage über den Sommer der Reichen und Schönen schreibt, eine ertrunkene junge Frau aus den Wellen zieht. Viktoria kannte die Tote und glaubt nicht eine Sekunde daran, sie habe den Freitod gewählt. Gemeinsam mit Christian stellt sie Nachforschungen an und stößt in der adeligen Seebadgesellschaft der Belle Époque bald auf dunkle Geheimnisse Gesellschaft der Kaiserzeit Viktoria kannte die Tote und glaubt nicht eine Sekunde daran, sie habe den Freitod gewählt. Gemeinsam mit Christian stellt sie Nachforschungen an und stößt in der adeligen Seebadgesellschaft der Belle Époque bald auf dunkle Geheimnisse …

Meine Meinung:

Der erste Kontakt, mit der für mich neuen Autorin, ist auf Anhieb gelungen. Der angenehme Schreibstil,die gut ausgearbeiteten Personen,geschickt gesetzte Cliffhanger und ein durchgehend hoher Spannungsbogen, trugen dazu bei, dass ich mich von Anfang an in der Geschichte sehr wohl gefühlt habe.
Der Adel und die übrige feine Gesellschaft, welche ihre Sommerfrische auf Norderney genoss,wurden sehr genau skizziert. Wenn man bedenkt, dass die Ereignisse erst gut 100 Jahre zurückliegen, hat sich zum Glück sehr viel geändert. Was damals alles als unschicklich galt, entlockte mir so manches Schmunzeln. Ein Satz hat sich mir besonders eingeprägt „Denken ist für die weibliche Gesundheit sehr schädlich“.
Viktoria Berg, die weibliche Protagonistin weiß sich gekonnt der Fesseln zu erwehren ,welche der Frau in der damaligen Zeit auferlegt wurden.
Zusammen mit dem Journalisten Christian Hinrichs ermittelt sie in zwei Mordfällen,bei welchen die Polizei sich nicht genötigt sieht, einzugreifen.
Ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Fälle mit diesem sympathischen Ermittlerpaar und sehe dem nächsten Buch mit Spannung entgegen.

Veröffentlicht am 20.05.2020

Eine Liebe über den Tod hinaus

Wo du nicht bist
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Inhalt :


Im Mittelpunkt der Geschichte steht Irma Weckmüller, die den sympathischen Arzt Erich Bragenheim kennen und lieben.Durch ihn erhält sie Eintritt in höhere gesellschaftliche Kreise. Sie beschließen, ...

Inhalt :


Im Mittelpunkt der Geschichte steht Irma Weckmüller, die den sympathischen Arzt Erich Bragenheim kennen und lieben.Durch ihn erhält sie Eintritt in höhere gesellschaftliche Kreise. Sie beschließen, ihre Liebe durch die Ehe zu besiegeln, doch das Schicksal will es anders. Die dunkelste Zeit Deutschlands mit ihren Auswirkungen schlägt erbarmungslos zu und Erich ist fortan geächtet, da er Jude ist. Irma hält aber unverbrüchlich zu ihm, dadurch gerät sie auch in die Fänge des braunen Mobs.
Als Irma nach dem Krieg erfährt, dass Erich ermordet wurde, hält sie das nicht davon ab, das Eheversprechen einzulösen.

Meine Meinung:

Die im Mittelpunkt stehende Irma, hatte ich von Beginn an ganz fest in mein Herz geschlossen. Sie ist eine ganz starke Frau mit einem großen Herzen, die sich aufopfernd um ihre Schwester kümmert, die nach einer Vergewaltigung durch ihren Dienstherrn,ein uneheheliches Kind bekommen hatte.
Dann die Beharrlichkeit,mit welcher sie um die Einlösung ihres Eheversprechens kämpfte,nötigten mir den größten Respekt ab. Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, dass man einen Toten heiraten kann, es scheint sich ja auch wohl um eine große Seltenheit zu handeln. Die einzelnen Personen und die Entwicklung, leider bei keinem zum Vorteil,welche sie im Lauf der Geschichte gemacht haben, wurde sehr gut herausgearbeitet. Besonders deutlich fand ich das bei Irmas Chef,der sie zuvor immer unterstützt hatte. Dass selbst ihre Schwester, die ihr soviel zu verdanken hatte, sich von ihr abgewendet hatte, macht mich fassungslos.
Besonders schön fand ich, dass einzelne Zeilen aus dem Lied „Dein ist mein ganzes Herz“ meiner absoluten Lieblingsoperette, als Überschriften dienten.
Was das Buch außerdem zu etwas Besonderem machte,war,dass es sich um eine wahre Begebenheit handelt.
Ich bin immer noch tief beeindruckt, das Buch wird definitiv zu meinen Lesehighlights des Jahres gehören.
Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus und vergebe fünf Sterne.