unspannend
Das ManuskriptLiteraturagentin Isabel Reed erhält von einen anonymen Autor ein dickes Manuskript auf den Tisch. Es wurde per Boten abgegeben und nicht wie sonst üblich per Mail zugestellt. Nach dem Lesen wird ihr die ...
Literaturagentin Isabel Reed erhält von einen anonymen Autor ein dickes Manuskript auf den Tisch. Es wurde per Boten abgegeben und nicht wie sonst üblich per Mail zugestellt. Nach dem Lesen wird ihr die Brisanz des Inhaltes klar. Jemand hat eine Biographie über den Medienmogul Charlie Wolfe geschrieben und offenbart Details eines Unfalls und über Charlies Verstrickungen in ungenehmigte CIA-Machenschaften und mehr. Der Autor ist untergetaucht, Charlies CIA-Mittelsmann macht Jagd auf das Manuskript. Nachdem Isabels Assistentin ermordet wurde, flieht sie zusammen mit einem befreundeten Lektor.
Ich hatte mir nach dem Klappentext mehr vorgestellt und so war ich dann auch enttäuscht vom Stil und dem Spannungsbogen
Als 'rasend spannend" wird das Buch beworben, doch mich konnte die Handlung nicht fesseln. Mich hat zum einen der Schreibstil genervt. Der Autor verliert sich in epischen Detailbeschreibungen, schweift sehr oft ab und erzählt z.B. von für die Handlung unwichtigen Personen die halbe Lebensgeschichte. Oder: auf Seite 134/135 ergeht sich der Autor in sage und schreibe 31 Zeilen über die wippende Frisur von Isabels Chefin, und dass Isabel ja auch mal so eine hatte und heute nicht mehr, weil' Augenroll. Solch Füllmaterial findet sich leider viel zu oft, wogegen Informationen, die es dem Leser leichter machen würden, der Handlung zu folgen, verschwiegen und erst auf den letzten Seiten herausgeholt werden. Dieses Verschweigen sollte wohl die Spannung schüren, ich fand es nur verwirrend. Manch einem Autor gelingt es mühelos, über weite Teil der Handlung eine latente Spannung aufrecht zu erhalten, doch das ist hier leider nicht der Fall. Ich las eigentlich nur weiter, um das Buch rezensieren zu können, und in der Hoffnung, dass es doch noch ein wenig Spannung im hinteren Teil des Buches geben würde, wenn Stephen King das Buch als das bisher beste des Jahres bezeichnet. Sehr mühsam zu lesen waren auch die eingestreuten Auszüge aus dem Manuskript, da sie in hauchdünner blasser Schrift gedruckt waren, was für die Augen recht anstrengend war. Ach ja, und dass der Autor zwischendurch unerwartet in die Vergangenheit springt, fand ich ebenfalls anstrengend, da es eine Weile dauerte, bis man das als solches erkannte und danach dann wieder den Anschluss an die laufende Handlung zu finden.
Ich war ganz erleichtert, als ich das Buch aus der Hand legen konnte. Ich fand es so gar nicht 'thrilling', auch wenn es eine Reihe von Toten gibt. Es wird mir nicht lange im Gedächtnis bleiben, schon gar nicht als das beste des Jahres, wie S.King ja unverständlicher Weise meinte.