Toll recherchierter und bildhaft erzählter Roman über die Kinderkreuzzüge
Unter dem Banner des Kreuzes"Unter dem Banner des Kreuzes“ von Astrid Fritz führt uns ins Freiburg des 13. Jahrhunderts. Die Menschen sind stark geprägt von ihrem Glauben, so auch die junge Anna. Als sie davon hört, dass sich Scharen ...
"Unter dem Banner des Kreuzes“ von Astrid Fritz führt uns ins Freiburg des 13. Jahrhunderts. Die Menschen sind stark geprägt von ihrem Glauben, so auch die junge Anna. Als sie davon hört, dass sich Scharen von Kindern aufmachen, um Jerusalem zu befreien, angeführt vom Hirtenknaben Nikolaus, ergreift sie die Gelegenheit um von ihrem brutalen Vater zu fliehen. Überzeugt von den vielversprechenden Worten der Junker schließen sich wie Anna noch weitere Freiburger dem Zug an, und später auch der zukünftige Priester Konrad. Sind die Bewohner der Dörfer, die sie auf ihrem Zug passieren, zunächst noch begeistert und gastfreundlich, werden sie später argwöhnisch betrachtet und vertrieben, denn niemand will mehr die magere Ernte teilen. So leiden die Kinder auf ihrem Weg unter Hunger, Durst, Entbehrungen und Angst. Immer weiter führt sie ihr steiniger Weg, angetrieben vom Glauben. Doch werden sie es bis ans Meer schaffen, um von dort nach Jerusalem zu gelangen?
Astrid Fritz beschreibt mit einer bildhaften, flüssig lesbaren Sprache den Weg des sogenannten Kinderkreuzzuges. Man fühlt sich, als wäre man wirklich mit Anna, Konrad und der kleinen Freiburger Schar unter den Wanderern. Die Kinder machten sich auf, getrieben von ihrem Glauben, überzeugt von den Worten von Nikolaus, häufig mit nichts als den Lumpen, die sie trugen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Immer wieder lauern Gefahren auf ihrem Weg und nicht alle sind stark genug, die Anstrengungen zu bewältigen. Die kleine Freiburger Schar wächst immer mehr zusammen, wie eine kleine Familie mit Konrad ihrem Beschützer und seinem treuen Pferd. Der Leser kann mitfiebern und hofft, dass sie jeden Abend wohlbehalten ein Obdach finden. Man befindet sich mittendrin im Geschehen, spürt förmlich, wie die Stimmungen schwanken. Auch wenn der Roman den größten Teil von der Wanderung handelt, so bleibt es durchweg spannend.
Der Roman ist in sich rund und sehr spannend erzählt. Ausgeschmückt mit historischen Fakten erfährt man so über die Kinderkreuzzüge und die Kraft des Glaubens zur damaligen Zeit. Auch wird einem bewusst, mit welchen Entbehrungen die Kinder leben mussten, die teilweise ohne Schuhe hunderte Kilometer bei Wind und Wetter in die ihnen unbekannte Ferne zogen. Die Charaktere wachsen einem sehr ans Herz und man hofft, dass alles gut für sie ausgeht.
Fazit: Großartig recherchiert, bildhaft aufbereitet und spannend erzählt. Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung!