WOW zuckrig süß gefühlvoll - und voller Tiefe
When We Dream
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Sprache bildreich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die Geschichte wird aus Ellas Sichtweise erzählt, sodass ich ihre Gedanken Gefühle und ...
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Sprache bildreich, sodass ich mir alles gut vorstellen konnte. Die Geschichte wird aus Ellas Sichtweise erzählt, sodass ich ihre Gedanken Gefühle und Handlungsweisen sehr gut nachempfinden konnte.
Die Charaktere - allen voran Ella und Jae-Yong waren sehr sympathisch. Ihre Gespräche – insbesondere die Chatverläufe – einfach nur WOW. Voller Witz und Gefühl. Mit einer flirtenden Leichtigkeit die immer wieder von tieferen bedeutungsschwereren Gedankengängen unterbrochen wurde. Und so der Geschichte immer wieder eine besondere angedeutete Tiefe gaben und im Verlaufe der Geschichte eine Entwicklung Ellas andeuteten und anbahnten.
Ellas introvertierte Art, ihre Liebe zu Büchern und zur Kunst – wurden mir als Leser eindringlich vermittelt. Gleichzeitig vermittelt sie auf einfühlsame Weise, die Macht und Kraft, die sowohl Bücher, als auch Kunst haben können – die Möglichkeit in fremde Welten abzutauchen, Gefühle einzufangen zu transportieren und auszudrücken.
Mit der gleichen Eindringlich- und Leichtigkeit wird die Liebe, die Faszination die Ausdruckskraft der Musik aber vor allem die Möglichkeit Gefühle über die Musik zu transportieren bei ihrer Schwester im Tanz und Jae-yong in der Erschaffung neuer Lieder deutlich.
Der Einblick in die K-Pop Szene (die mir bis zu diesem Buch überhaupt nichts sagte), insbesondere ihre vollkommen anderen und wesentlich strengeren Regeln und der Aufbau eines Künstlers fand ich sehr interessant.
Jae-yong sympathisch einfühlsam – auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Was sicherlich auch der koreanischen Mentalität entspricht. Sein Bedürfnis sich in und mit Musik auszudrücken spürbar – auch wenn er mit vielen damit verbundenen Restriktionen und Auswirkungen seines Bekanntheitsgrades nicht glücklich ist.
Ellas familiäre Situation, ihre beiden charakterlich so ganz anderen Schwestern geben der Geschichte nochmal einen ganz anderen Focus. Da hier ein Konflikt schwelt, der sich recht schnell andeutete – und zum Ende hin immer mehr zu Tage tritt. Und für Ellas weitere Entwicklung eine wichtige Bedeutung hat.
Die Handlung selbst – süß, leicht – zum dahinschmelzen einerseits. Ellas und Jay-yongs Gespräche, ihr langsames Kennenlernen via Chats – voller Leichtigkeit und gleichzeitig voller Tiefe.
Ellas Leben. Ihr Studium der Wirtschaft – das die aus nachvollziehbaren Gründen begonnen hat. Dem Gegenüber ihre Leidenschaft fürs Zeichnen. Welchen Weg soll sie gehen?
Ihre ältere Schwester, die sich seit dem Tod ihrer Eltern um sie gekümmert hat – mit all den damit verbundenen Einschränkungen. Trauerarbeit – den jeder geht mit dem Tod anders um – trauert auf seine eigene Weise – die nicht immer gut ist für den Gegenüber – die so zu Konflikten führen kann.
All diese Themen wurden für mein Gefühl sehr gut miteinander verwoben. Machten die Charaktere und die Handlung für mich nachvollziehbar und verständlich. Ließen mich als Leser mitfühlen und miterleben und zum Ende hin mitfiebern.
Um dann in einem fiesen Gefühlschaos zurückzubleibend –dem nächsten Band entgegenfiebern zu müssen.
Fazit:
Einfach WoW- und schwer in Worte zu fassen.
Locker leicht gefühlsintensiv – und gleichzeitig voller Tiefe
Eine sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte.
Eine Geschichte die mir als Leser die vollkommen unterschiedliche und fremde K-Pop Szene aber auch die koreanische Mentalität ein Stück weit näherbringt.
Eine Geschichte die zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit Trauer umgehen. Wie unterschiedlich sie ihre Lebensziele umsetzten. Wie wichtig aber auch schwierig es ist, sich selbst dabei nicht zu verlieren – seinen eigenen Weg zu finden.
Für mich ein LesesHighlight.