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Veröffentlicht am 04.10.2020

Das Leben ist nicht immer golden

Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung
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!3,5 Sterne!



Klappentext:

„Die Wanderfotografin Mimi Reventlow lebt seit einiger Zeit in der kleinen Leinenweberstadt Laichingen und kümmert sich um ihren kranken Onkel Josef. Durch ihre offene Art ...

!3,5 Sterne!



Klappentext:

„Die Wanderfotografin Mimi Reventlow lebt seit einiger Zeit in der kleinen Leinenweberstadt Laichingen und kümmert sich um ihren kranken Onkel Josef. Durch ihre offene Art ist es ihr gelungen, die Herzen der Dorfbewohner zu erobern und Freundschaften zu knüpfen. Als eine Katastrophe das Dorf erschüttert, wird sie mit ihren wunderschönen Fotografien für viele der Bewohner gar zum einzigen Rettungsanker. Doch nach einer schweren menschlichen Enttäuschung muss Mimi erkennen, dass sie sich nicht nur in ihrem Foto-Atelier dem schönen Schein hingegeben hat, sondern auch im wahren Leben. Für Mimi ist die Zeit der Entscheidung gekommen.“



Der zweite Teil mit Mimis Geschichte zeigt deutlich, das Mimi etwas reifer (so ganz kommt sie von ihrer Naivität noch nicht weg) und noch mutiger geworden ist, jedenfalls äußerlich ist dies der Fall. Mit ihrer Fürsorge um ihren Onkel, zeigt sie dem Dorf, das ihr die Familie wichtiger ist als ihre fixe Idee mit der Wanderfotografie....nur haben die Bewohner des Dorfes sich da ein wenig verschätzt. Mimis Traum gerät dabei nie aus dem Blickfeld, auch wenn sich ihre Prioritäten etwas

geändert haben. Interessant war zu erleben, wie die Menschen nach der Katastrophe im Dorf, sich an den Fotos von Mimi erfreuen und es den Menschen gut tut. Dennoch ist auch bei Mimi nicht alles Gold was glänzt und auch sie muss eine Niederlage erleben und hinnehmen.

Ein Pluspunkt wieder bei dieser Geschichte ist die Entwicklung der Fotografie zur damaligen Zeit und selbstverständlich der Lokalkolorit um das Dorf Laichingen und deren Bewohner. Wir dürfen wieder abtauchen und ein wenig genießen. Hier und da fehlt mir nur immer wieder Emotionen und Gefühl. Einige Parts wirken mir persönlich etwas zu steril, zu verkitscht, zu klischeehaft. Schlussendlich konnte man immer wieder die Geschichte vorhersehen. Manchmal passt das ganz gut, hier wirkte es überhaupt nicht bzw. wirkt langweilig und plump. Hierfür gibt es wieder 3,5 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.10.2020

3,5 Sterne für Mimi‘ s Start als Wanderfotografin

Die Fotografin - Am Anfang des Weges
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!3,5 Sterne!



Klappentext:

„Mimi Reventlow war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen ...

!3,5 Sterne!



Klappentext:

„Mimi Reventlow war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen Traum wahr gemacht. Sie bereist als Fotografin das ganze Land und liebt es, den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit zu schenken, genau wie ihr Onkel Josef, der ihr großes Vorbild ist. Als dieser erkrankt, zieht sie in das kleine Leinenweberdorf Laichingen, um ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier zu übernehmen. Ihm zuliebe verzichtet sie nicht nur auf ihre Unabhängigkeit, sondern sieht sich in Laichingen zunächst auch den misstrauischen Blicken der Dorfbewohner ausgesetzt, da sie mehr als einmal mit ihrem Freigeist aneckt. Und als bald ein Mann Mimis Herz höher schlagen lässt, muss sie eine Entscheidung treffen …“



Petra Durst-Benning startet mit ihrer Geschichte um Mimi ihre „Saga“ der Wanderfotografin. Wir erleben eine völlig andere Zeit und dürfen dabei sehr gut abtauchen. Dennoch merken wir Leser schnell, dass das Jahr 1911 noch nicht gemacht ist für starke Frauen mit Durchsetzungsvermögen. Mimi zeigt Zähne und nimmt all ihren Mut zusammen um ihren Traum ein wenig wahr werden zu lassen. Ein wirklich schönes Highlight ist der Lokalkolorit um Laichingen. Wir erleben Dorfbewohner, die natürlich sich fürchterlich über Mimi echauffieren aber auch die, die sich hinter vorgehaltener Hand eingestehen müssen, das es mutig ist, was sie tut.

Durst-Benning hat einen schönen flüssigen Schreibstil und demzufolge ein ruhiges Lesegefüge bei dem der rote Faden immer da ist. Dennoch muss ich gestehen, ist der Verlauf der Geschichte eher ruhig und seicht. Wir kennen solche Geschichten bereits zu genüge aber es ist eine angenehme Unterhaltung und mal ein anderes Spektrum wird angesprochen.

Nett aber mehr auch nicht - 3,5 Sterne hierfür.

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Veröffentlicht am 06.09.2020

Jeder ist seines Glückes Schmied

Ich habe mich entschieden und sage vielleicht
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!3,5 Sterne!

Klappentext:

„Eigentlich ist Maxine ganz zufrieden mit ihrem Leben. Aber eben nur eigentlich … Denn Maxine fragt sich ständig: Was wäre, wenn? Was, wenn sie damals ihrem Herzen gefolgt wäre ...

!3,5 Sterne!

Klappentext:

„Eigentlich ist Maxine ganz zufrieden mit ihrem Leben. Aber eben nur eigentlich … Denn Maxine fragt sich ständig: Was wäre, wenn? Was, wenn sie damals ihrem Herzen gefolgt wäre und ihren Traumberuf ergriffen hätte, anstatt Lehrerin zu werden? Was, wenn ihre Großmutter noch leben würde? Was, wenn sie ihrem Traummann längst begegnet ist, es jedoch nicht bemerkt hat? Doch dann wacht Maxine eines Morgens auf und findet sich in exakt dem Leben wieder, das sie sich immer erträumt hat – charmanter Ehemann inklusive. Aber hat tatsächlich eine einzige Entscheidung ihr ganzes Leben verändert – oder sind manche Dinge am Ende doch vom Schicksal bestimmt?“



Carène Ponte hat „Ich habe mich entschieden und sage vielleicht“ verfasst. Maxine ist auf gewisser Weise ja ganz putzig und so manche Leserin wird sich in ihr wiederfinden. Uns ging es doch allen schon Mal so, das wir uns gefragt haben: „Was wäre denn passiert, wenn alles anders gekommen wäre und wir unseren Träumen gefolgt wären?“. Maxine erfährt dieses große Glück und kann so beide Seiten der Medaille sehen und sich ihre Meinung bilden. Im wahren Leben natürlich eine Wunschvorstellung, außer wir flüchten aus dem bisherigen Leben und gehen unseren ganz persönlichen Weg. Allein durch diese Fragestellung haben wir einen gewissen Draht zu Maxine und folgen ihr ganz entspannt durch diese Seiten. Dennoch nervte mich dieses ständigen Fragen an sich selbst (ich rede hier von Maxine) und die damit verbundene Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben. Man liest das Buch, klappt es zu und fragt sich, warum hat Maxine es überhaupt so weit kommen lassen? Sie scheint in einem Strudel gefangen zu sein, aber es ist doch an ihr, sich daraus zu befreien! Gerade in ihrem Alter sollte sie doch ihre eigenen Standpunkte vertreten und sich nicht ständig nur anpassen wollen. Naja, jeder ist anders und Ponte nimmt uns mit Maxine mit, mal hinter den Spiegel zu schauen und endlich mal Antworten auf Fragen zu erhalten, die uns verborgen bleiben. Ponte hat einen herrlichen und erfrischenden Schreibstil. Der französische Charme kommt dabei kein bisschen zu kurz und man erlebt einen angenehmen Lesefluss.

Dieses Buch ist eine nette Abwechslung, sollte aber nur von Menschen gelesen werden, die fest im Leben stehen. Wer hier generell zweifelnd durchs Leben geht, wird in Maxine etwas finden, was er immer gesucht hat, nur ist das eben hier alles Fiktion....Das wahre Leben muss man schon selbst in die Hand nehmen!

Hierfür gibt es 3,5 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 23.08.2020

Dünensommer

Der Dünensommer
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!3,5 Sterne!



Klappentext:

„Norderney 1959. Ulla führt ein scheinbar sorgloses Leben. Sie ist jung und gutaussehend, mit einem wohlhabenden Hamburger Verleger verheiratet und verbringt die Sommermonate ...

!3,5 Sterne!



Klappentext:

„Norderney 1959. Ulla führt ein scheinbar sorgloses Leben. Sie ist jung und gutaussehend, mit einem wohlhabenden Hamburger Verleger verheiratet und verbringt die Sommermonate im schicken Nordseeheilbad. Doch ihr Aufenthalt dort hat einen ernsten Hintergrund: nach drei Jahren Ehe sind Ulla und ihr Mann noch immer kinderlos, das maritime Klima soll Ullas Gesundheit stärken. Fernab vom stickigen Hamburg flaniert sie auf der Strandpromenade, badet, feiert und genießt das ungewöhnlich heiße Wetter. Man spricht von einem Jahrhundertsommer, und alle spielen ein bisschen verrückt. Ulla lernt den mittellosen jungen Fotografen Hans kennen, der so anders ist als ihr Gatte. Bald entstehen zarte Gefühle zwischen den beiden und als das Ende des Sommers näher rückt, muss Ulla eine schwierige Entscheidung treffen …“



Silvia Lott habe ich zuletzt gelesen mit ihrem Buch „Die Inselgärtnerin“ und nun dachte ich mir, wäre es mal wieder an der Zeit und dann kam „Der Dünensommer“.

Wie Sie anhand vom Klappentext lesen können, geht es um Ulla, aber eigentlich auch um Kim und ihren Julian...Ich denke, Sie sehen was ich meine...Die Geschichte spielt auf zwei Handlungssträngen, was erst gar nicht so ersichtlich war. Kims Geschichte ist zwar interessant aber haute mich als Leser auch nicht vom Hocker. Kim lernt Julian über ein spezielles Bild kennen und dann tauchen sie auf ein Bild von Ulla, Kims Großmutter. Endlich kommt Ulla ins Spiel! Dieser Teil des Buches war wiederum wirklich spannend und interessant geschrieben. Ulla und Hans über Norderney zu folgen, brachte schon Kopfkino. Lott hat eben auch eine große Gabe, sehr bildhaft zu beschreiben und somit tauchen wir in eine andere, längst vergangene Zeit.

Die Geschichte um Kim ist wie ein Rahmen und das Bild ist eindeutig Ullas Geschichte. Manchmal brauchen Bilder nur gar keinen Rahmen und genau so ging es mir hier. Ullas Geschichte hätte gern komplett das Buch füllen dürfen, ohne Kim und Co.. Lott hätte das große Zeug dazu, auch historische Romane zu schreiben! Warum also immer mit zwei Zeitebenen arbeiten?

Ein guter Roman, der aber etwas zentrierter hätte sein dürfen. Dafür gibt es 3,5 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 11.06.2020

Hier piepts!

Die siehst du!
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Früher nannte man es Vogelbeobachtung, heute sagt man neumodisch „Birdwatching“ dazu. Beides ist das Selbe und Autor Michael Schmolz zeigt uns in seinem Buch „Die siehst du!“ wo wir auf jeden Fall Vögel ...

Früher nannte man es Vogelbeobachtung, heute sagt man neumodisch „Birdwatching“ dazu. Beides ist das Selbe und Autor Michael Schmolz zeigt uns in seinem Buch „Die siehst du!“ wo wir auf jeden Fall Vögel zu Gesicht bekommen. Egal ob in Dörfern oder Straßenschluchten, in Parks, auf Wiesen und Weiden oder auf Friedhöfen - sie sind überall, unsere kleinen gefiederten Freunde!

Dieses Buch ist ein ganz moderner Naturführer. Schmolz erläutert zu Beginn was Vogelbeobachtung für eine Lust sein kann und das daraus ganz schnell auch eine Sucht werden kann. Weiter geht es mit dem richtigen Equipment. Ein gutes Fernglas macht da wirklich Sinn! Als nächstes folgen Vogelstimmen. Ich bin da immer etwas schwerfällig mir das Schriftliche dann musikalisch vorzustellen....jeder hat da so seine eigene Interpretationsart. Hier ist die kostenlose App vom Verlag wirklich top!Und dann geht es los mit Innenstadt, Wohngebieten, Park und Wälder und Teich, Fluss, See.

So einfach wie es im Buch klingt, ist es natürlich nicht. Je nach Wohnlage bzw. Örtlichkeit wird jeder etwas anderes entdecken was so nicht im Buch steht. Im Gebirge wird man auch schon mal den Schwarzstorch sehen und an der Küste eben auch den Austernfischer....alles ist sehr weit gefächert und man sollte sich nicht zu stark auf das Buch versteifen - es ist eine Unterstützung und mehr nicht! Zudem ist es witzig wie Schmolz beschreibt Eulen und Uhus zu betrachten. So einfach ist es nun wirklich nicht! Ich kenne das selbst aus meinem Garten. Unsere Waldohreulen kennen uns aber sie wissen genau sich zu verstecken und zeigen sich nur wenn sie Lust dazu haben. Und eine Schleiereule zu sehen, da brauch man schon mehr Glück als Verstand. Sie sind extrem scheu und es ist wirklich selten sie zu Gesicht zu bekommen. Da macht Schmolz den Leser ein wenig die Nase lang. Gut, er sagt klar aus, das dazu viel Glück gehört sie zu sehen aber man muss schon wirklich einen geübten Blick dafür haben. ....Unsere Schleiereule ist ebenfalls ein scheues Wesen der Nacht und will lieber ihre Ruhe als mich mit dem Nachtsicht-Fernglas in der Nähe zu haben.

Alles in allem ist es aber ein lesenswertes Buch für Anfänger im Bereich „Birdwatching“. Die Erläuterungen sind kurz und knapp und Schmolz weiß genau was den Leser interessiert und was nicht. Die Erläuterungen von „die siehst du ganz bestimmt“ bis hin zu „Respekt, wenn du sie siehst“, ist wirklich gut gelöst. Dennoch sind Vögel wild durcheinander gewürfelt und man muss schon ganz schon suchen...Auch das Thema Artenvielfalt kommt mir zu kurz. Gerade bei Kiebitz und Co. hätte da noch mehr dazu gesagt werden können.

Dieses Buch erhält 3,5 von 5 Sterne!

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