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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2020

Mein "erster Ritter", sicher nicht mein letzter

Dunkles Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 6)
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Diese gefühlt unzähligen "Lavendel-Cover-Krimis", die es auf dem Büchermarkt gibt, haben bislang überhaupt nicht angesprochen, ich kann gar nicht genau sagen, warum ich hier nun doch zugegriffen habe. ...

Diese gefühlt unzähligen "Lavendel-Cover-Krimis", die es auf dem Büchermarkt gibt, haben bislang überhaupt nicht angesprochen, ich kann gar nicht genau sagen, warum ich hier nun doch zugegriffen habe.

Nun denn, das Buch hat mir sehr gut gefallen.


Da ist zum einen Leon Ritter, ein aus Deutschland ausgewanderter Gerichtsmediziner, der eine andere Sicht als die Polizei hat, ein gelungener Perspektivenwechsel. Zudem entspricht er nicht dem Klischee des völlig verschrobenen Gerichtsmediziners, sondern ist rundum sympathisch. Auch einmal schön!

Dann natürlich der Ort: die Provence. Es macht Spaß, mit Ritter über einen Markt zu bummeln, Olivenpaste einzukaufen, auf einen Café Creme einzukehren und am Dorftratsch teilhaben zu können.


Der aktuelle, schon sechste Fall, ist auch ohne Vorkenntnisse zu lesen, gar kein Problem. Brutale Morde, die seltsame Parallelen aufweisen - ich fand es sehr spannend und ziemlich düster und brutal. So gar keine lila Lavendelromantik

Beste Unterhaltung - Leon Ritter, Isabelle & Le Lavandou werde ich bestimmt weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 24.06.2020

Lustig, engagiert, Jella ist toll

Jella hat genug!
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Jella ist elf Jahre alt und möchte etwas verändern. Nachdem es bei ihr am Ort keine Fridays for future Bewegung gibt, stellt sie sich kurzentschlossen selbst mit einem Schild vor das Rathaus. Ganz allein! ...

Jella ist elf Jahre alt und möchte etwas verändern. Nachdem es bei ihr am Ort keine Fridays for future Bewegung gibt, stellt sie sich kurzentschlossen selbst mit einem Schild vor das Rathaus. Ganz allein! Ganz schön mutig, finden wir.

Doch damit nicht genug: aus dem Nichts steht nun ein Umzug an, in ein ganz altes Haus, nur mit Plumpsklo und ohne Internet. Uff. Aber am neuen Wohnort trifft Jella engagierte Mitschüler*innen, die zu Freunden werden und plötzlich wird es viel leichter, sich für die Umwelt einzusetzen.

Jella ist super. Lustig, witzig, einfühlsam, dickköpfig und engagiert. Außerdem lässt sie sich nicht so schnell unterkriegen und ist immer optimistisch. Die Tochter mag sie und bewundert Jella für ihren Mut, sie würde sich wahrscheinlich nicht trauen, so ganz allein vor dem Rathaus zu protestieren.
Ein schönes Buch, das ohne erhobenen Zeigefinger eine gute Geschichte erzählt, unterhaltsam ist und eine Botschaft hat. Eine schöne Kombination.

Das Buch wurde bestimmt vor Corona geschrieben, deshalb fanden wir eine Passage, bei der Jella vom Homeschooling träumt, ziemlich abgefahren.
Nein, Jella, das ist nix! Wir haben es für Dich getestet.

Schön auch, dass ein Buch, das Umweltschutz als Thema hat, zumindest überwiegend aus Altpapier hergestellt wurde, das ist ja noch eine Seltenheit. Top!

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Veröffentlicht am 22.06.2020

"Von Menschen, die nicht nur meckern, sondern machen"

Storys für Kinder, die die Welt retten wollen
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Kinder- und Jugendbücher, die einen kurzen Einblick in das Leben berühmter Persönlichkeiten geben, die uns ein Vorbild sein können, gibt es inzwischen fast schon ein wenig inflationär.
Aber sie sind wichtig ...

Kinder- und Jugendbücher, die einen kurzen Einblick in das Leben berühmter Persönlichkeiten geben, die uns ein Vorbild sein können, gibt es inzwischen fast schon ein wenig inflationär.
Aber sie sind wichtig - und auch diese hier gefällt mir sehr gut.

Es startet mit einem Vorwort von Eckart von Hirschhausen (ach nö, Vorwort, dachte ich da zuerst) und das finde tatsächlich sehr gelungen. Es führt super zum Thema hin und motiviert auch gleich, selbst aktiv zu werden.
"Wer meint, ein Einzelner kann nichts ändern, hat nie eine Nacht im Zelt mit einer Mücke verbracht...".

Dann folgen kurze Geschichten über 16 Persönlichkeiten, die die Welt verbessern wollen. So um die 15 Seiten jeweils, also nicht nur ein ganz knappes Kurzporträt je Seite, sondern schon etwas ausführlicher und im Geschichtenstil, kein nüchterner Biographie-Stil. Dadurch sind die Geschichten sehr lebendig, sie sind auch aus Gute-Nacht-Geschichte oder generell zum Vorlesen sehr gut geeignet. Empfohlen wird das Buch ab neun Jahre, ich würde es aber auch schon deutlich früher vorlesen, ab der ersten Klasse hätte ich keine Bedenken.

Mir gefällt auch die Mischung sehr gut - sowohl bekannte Namen wie Emma Watson und Greta Thunberg als auch uns völlig unbekannte Namen wie Yvon Chouinard, bei dem dann das "Aha" Erlebnis bei uns Großen dann beim Lesen kam.
Genauso vielfältig ist der jeweilige Einsatz, sei es für Gewässerschutz, für das Leben der Berg-Gorillas oder nachhaltigen Konsum, es gibt so viel zu tun.

Ein gelungenes Buch, das sich durch seine große Schrift, einem angenehmen Zeilenabstand und einer schönen Illustration der jeweiligen vorgestellten Persönlichkeit auch noch sehr schön lesen lässt.

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Veröffentlicht am 11.06.2020

Ein "Geben wir nicht mehr her-Buch"

Sammy - Die unglaublichen Abenteuer einer kleinen Maus
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Sammy ist eine kleine Maus, die sehr zufrieden mit ihrem Leben ist. Denn Sammy lebt bei Hank, einem sehr netten kleinen Jungen in einem Schuhkarton mit Sägespäne und bekommt so herrlich leckere Erdnüsse. ...

Sammy ist eine kleine Maus, die sehr zufrieden mit ihrem Leben ist. Denn Sammy lebt bei Hank, einem sehr netten kleinen Jungen in einem Schuhkarton mit Sägespäne und bekommt so herrlich leckere Erdnüsse. Hach! Das Leben ist schön!
Bis Hanks Bruder ein Flugzeug baut und befindet, Sammy wäre der perfekte Pilot. Schlagartig ändert sich Sammys beschauliches Leben und nicht nur kulinarisch wird alles anders...

Das Buch wird für 6-8 Jahre empfohlen, das passt, aber auch größere Kinder haben an der abenteuerlichen Geschichte noch viel Freude. Und ganz große Kinder (=Erwachsene) auch! Denn Sammy findet Freunde, die mit ihm durch dick und dünn gehen - das liest sich so wunderbar, das uns richtig das Herz aufging. Einen großen Anteil haben auch die wunderschönen Bleistiftzeichnungen - an dem Buch sieht man, dass es gar nicht unbedingt Farbe braucht, um die perfekte Illustration zu schaffen.

Was uns auch sehr gut gefällt: das Buch ist relativ dick und hat ein schönes Format - man kann also richtig viele und lange Vorleseabende damit verbringen oder - falls man schon selbst lesen kann: richtig in die Geschichte eintauchen. Dazu ist sie noch lustig, spannend und sowohl für Jungs als auch Mädchen geeignet.
Ein Buch, das man mit einem glücklichen Seufzen beendet.

Obwohl wir gerade eine relativ strenge "Wir können nicht mehr so viele Bücher aufbewahren-Politik" fahren, hier waren wir uns sofort einig: Sammy muss bleiben, ihn geben wir nicht mehr her.

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Veröffentlicht am 09.06.2020

Sternenregen für Miss Elli

Miss Elli und die verschwundene Uhr (Miss Elli 3)
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Unser Erstklässler kann inzwischen schon richtig gut lesen und bei vielen der Erstlesebücher schlägt der einfache Satzbau und die Wortwahl auf die Handlung durch, ich finde es tatsächlich ziemlich schwierig, ...

Unser Erstklässler kann inzwischen schon richtig gut lesen und bei vielen der Erstlesebücher schlägt der einfache Satzbau und die Wortwahl auf die Handlung durch, ich finde es tatsächlich ziemlich schwierig, richtig gute Bücher für die Altersklasse zu finden, die auch den Spaß beim Lesen transportieren. Dementsprechend habe ich inzwischen auch großen Respekt vor Autor*innen, die für das ganz junge Zielpublikum schreiben.
Genug Vorgeplänkel, was ich eigentlich schreiben will: hier hat das perfekt geklappt!

Ein Detektivabenteuer um eine verschwundene Uhr mit einer zauberhaften magischen Babysitterin. Diese hat auch noch ein megacooles Flugmobil und ist supernett - und vor allem hilfsbereit. Klar, dass sie Ben und Mieke unterstützt, als diese für ihren Freund die verschwundene Uhr wiederfinden wollen.
Schön fand ich auch, dass eine Lösungssituation für Kinder aus einer doch verzwickten Lage aufgezeigt wird - auch wenn vermutlich nicht alle auf die Hilfe einer magischen Babysitterin zurückgreifen können...

Die leichten Sätze und die Kombination mit den vielen schönen Bildern machen das Buch ab dem zweiten Halbjahr für Erstklässler prima lesbar. Ab und an gibt es ein paar englische Ausdrücke, das war aber bei uns kein Problem, ist dem Erstleser nicht aufgefallen, kurz nachgefragt und gut war es.

Unser Fazit: Miss Elli und ihr Flugmobil - so eine coole Babysitterin hätten wir auch gerne; ein Erstlesebuch, das richtig Spaß macht oder wie es der Erstklässler auf den Punkt bringt:
"Ich gebe dem Buch die Note 1, es hat mir super gefallen, auch die Zeichnungen."

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