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Veröffentlicht am 12.06.2020

Hier fehlt es an allem

Sommerliebe in New York
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Sommer in New York bedeutet flirrende Hitze und gestresste New Yorker, die hektisch durch die Fifth Avenue hetzen. Das möchte Cici ändern und hat das Candied Apple als Wohlfühloase mit ihren Freundinnen ...

Sommer in New York bedeutet flirrende Hitze und gestresste New Yorker, die hektisch durch die Fifth Avenue hetzen. Das möchte Cici ändern und hat das Candied Apple als Wohlfühloase mit ihren Freundinnen hergerichtet.. Über allem liegt der Duft von frisch gebackenen Köstlichkeiten und ein Hauch von Schokolade. Dem kann auch Jason nicht widerstehen und ist öfters in Café anzutreffen ,sehr zur Freude von Cici. Doch diese lässt sich auf eine aufregende Nacht mir einem Fremden ein, die nicht ohne Folgen bleibt..

"Sommerliebe in New York" ist der zweite Teil der Candied-Apple-Reihe und da fangen schon meine Probleme an. Denn der zweite Teil spielt zeitlich vor dem bereits veröffentlichten Buch "Das Weihnachtscafé in Manhattan". Wenn es also chronologisch sein soll, müsste man diesen Teile vorziehen, aber so viel zur Logik.
Während im ersten Band das Funkeln der Weihnachtslichter, die winterliche Stimmung und die Schmetterlinge im Bauch für heimelige Atmosphäre sorgen, kann ich hier im Buch leider keine Wohlfühlmomente finden.
Das ständige "Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln" von Cici sorgt schnell dafür, dass man als Leser die Lust an der Geschichte verliert und man rollt genervt mit den Augen. Allein die Tatsche, dass sie sich rächen will und deswegen einen ONS regelrecht provoziert, ist mehr als dumm und in ihrem Alter sollte sie sich doch eigentlich im Klaren darüber sein, welche Folgen solch ein Abenteuer haben kann. Die Strafe folgt ja auch auf den Fuß.
Die Figuren wirken alle miteinander nicht ausgereift bzw. zu Ende gedacht- sie schwirren teilweise recht kopflos in ihrer eigenen Geschichte umher und suchen den Sinn des Lebens.
Ich habe dann einfach irgendwann angefangen, nur noch quer zu lesen, um möglichst schnell zu Ende zu kommen. Schade, denn in der Idee des Romans steckt eigentlich so viel Potential, um mit Flair, Charme und Kribbeln im Bauch den Leser zu verzaubern.
Keine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 06.06.2020

Komplett am Thema vorbei

Die Mücke
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Zugegeben, wenn man den Titel liest „Die Mücke - Das gefährlichste Tier der Welt und die Geschichte der Menschheit“ geht man davon aus, das man hier einen sehr breit gefächerten Einblick auf diese Spezies ...

Zugegeben, wenn man den Titel liest „Die Mücke - Das gefährlichste Tier der Welt und die Geschichte der Menschheit“ geht man davon aus, das man hier einen sehr breit gefächerten Einblick auf diese Spezies erhält.
Doch weit gefehlt. Dieses Buch ist eher eine Abhandlung über militärische Schauplätze, Kriegsgeschichte und indigene Völker. Was hat das alles mit der Mücke zu tun, habe ich mich gefragt, aber im Verlauf der 618 Seiten keine wirkliche Antwort darauf gefunden. Zwar kommt das kleine Tierchen hin und wieder einmal vor, da es bei gewissen geschichtlichen Ereignissen eine Rolle gespielt haben soll, aber wie das alles im Kontext steht, erschließt sich mir leider nicht.
Vielmehr verliert sich der Autor in seitenlangen Ausführungen über die Kriege im Verlauf der letzten 3000 Jahre und genau so ist auch die Wahl seines stilistischen Mittels –militärische Formulierungen finden bei ihm großen Anklang, lassen mich aber eher skeptisch auf das Geschriebene schauen. Man merkt schon, dass dies das eigentliche Steckenpferd des Autors ist und er sich in diesem Metier durchaus pudelwohl fühlt. Auch nutzt er viele Metaphern, um seine Worte in Bilder umzuwandeln, aber diese Bilder möchte ich lieber nicht vor meinem inneren Auge sehe, gleichen sie doch eher einer Kriegsberichterstattung.
Mit einem Ausflug in die Natur und der näheren Betrachtung des kleinen Lebewesens hat das alles nicht viel gemein.
„Die Mücke“ ist eher ein prall gefülltes Geschichtsbuch, das den einen oder anderen Interessierten von historischen Ereignissen begeistern kann, aber für Liebhaber von Flora und Fauna überhaupt nicht geeignet.
Für mich komplett am Thema vorbei ☹

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Veröffentlicht am 30.05.2020

Hier werden nicht nur die Kalorien im Buch reduziert, sondern auch der Lesespaß

Sylt oder Sahne
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Nele ist der Meinung, dass so sowieso keine Chance auf Mr. Right hat, wen man so aussieht wie sie. Statt praller Gefühle einfach nur ein praller Körper, das ist sicherlich nicht das, was ein Mann von einer ...

Nele ist der Meinung, dass so sowieso keine Chance auf Mr. Right hat, wen man so aussieht wie sie. Statt praller Gefühle einfach nur ein praller Körper, das ist sicherlich nicht das, was ein Mann von einer Frau erwartet. Sie beschließt, ihrer Körperfülle den Garaus zu machen und meldet sich zu einer Fastenkur auf Sylt an. Doch ist die Reduzierung von Genuss wirklich das, was sie sich vom Leben vorstellt ? Kommt dadurch der Traummann schneller um die Ecke ? Nele beginnt auf Sylt ihr Leben und ihre Lebenseinstellung zu überdenken und merkt schnell, dass perfektes Aussehen auch nicht mehr ist als reines Blendwerk...

Claudia Thesenfitz hat mit ihrem ersten Buch "Mit James auf Sylt" schon Begehrlichkeiten geweckt, denn in diesem Roman war Spaß, Wellenglitzern und Inselzauber an der Tagesordnung. Also habe ich neugierig ihren neuen Roman "Sylt oder Sahne" aufgeschlagen und ….einen herben Bauchplatscher erlebt. Denn das, was mich hier erwartet, ist nicht nur die Reduktion von Kalorien, sondern ein absolutes Minimum an Lesespaß.
Das fängt leider schon bei der Figur Nele an...ok, es gibt Menschen, die sich in ihrem Körper aufgrund ihres Gesichts nicht wohlfühlen und daran etwas ändern wollen. Dieses Thema kann man auch gerne in einem Roman verarbeiten, dann aber bitte mit Verve und Wortwitz. Hier wird einfach nur eine Protagonistin an den Strand gestellt, die von Heißhungerattacken geplagt wird, von übermäßigem Essen die Nase voll hat und sich, dank eines Finderschnippens, innerhalb weniger Tage in einen Menschen verwandelt, der mit Genuss durchs Leben geht. Ihre Erkenntnis, dass das Glück nicht an der Zahl auf der Waage abzumessen ist für den Leser überhaupt nicht nachvollziehbar und in meinen Augen wenig glaubwürdig dargestellt.
Überhaupt wird der Stellenwert von Speis und Trank hier überaus groß bemessen und das Thema Diät geht auf wie ein Hefeteig. Mir fehlt hier die Ausgewogenheit an Themen, die sich die sprichwörtliche Waage halten .Die Geschichte zieht sich wie Kaugummi und ist daher in großen Teilen langweilig, weil das Thema Diät regelrecht ausgeschlachtet wird.
Dazu kommen noch Klischees en masse, Figuren, die mit der heißen Nadel gestrickt sind und mich nicht von sich überzeugen können und unendlich viele Markennamen, sodass ich fast das Gefühl habe, in einer Dauerwerbeschleife gefangen zu sein. Ich habe dann irgendwann einfach angefangen, die Seiten quer zu lesen, denn ich wollte nur noch, dass das Buch zu Ende ist.
Lediglich der Inselzauber, das Wellenrauschen und der Charme der Landschaft können hier punkten - aber das ist einfach zu wenig.

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Veröffentlicht am 04.05.2020

Enttäuschung auf der ganzen Linie

Die verlorene Tochter der Sternbergs
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Berlin 1939 ist nicht mehr das Berlin, was man als sicheres Zuhause für Familie Sternberg bezeichnen kann. Amanda Sternberg beschließt, ihre Kinder zu retten und auf dem Seeweg nach Kuba zu schicken. Doch ...

Berlin 1939 ist nicht mehr das Berlin, was man als sicheres Zuhause für Familie Sternberg bezeichnen kann. Amanda Sternberg beschließt, ihre Kinder zu retten und auf dem Seeweg nach Kuba zu schicken. Doch das Mutterherz kann nicht loslassen und so beschließt Amanda schweren Herzens, nur ihre Tochter Viera in die Obhut eines allein reisenden Ehepaares zu geben und sich selbst mit der kleine Lina nach Frankreich zu retten. Aber auch in Frankreich holt sie bald der braune Alltag ein und die Nazis machen nicht Halt vor weiteren Gräueltaten…

„Die verlorene Tochter der Sternbergs“ beginnt in der Gegenwart und lässt uns daran teilhaben, wie eine betagte Dame beim Lesen von alten Briefen einen Herzstillstand erleidet. Diese Tatsache ist der Auslöser für die Rückkehr von lang verdrängten Erinnerungen, die Elise nun wieder zulässt.
Die Zeit wird zurückgedreht und man wird Zeuge, wie der braune Sumpf an die Macht kommt, sieht hilflos mit zu, wie die Bücherverbrennungen und Judenhetze stattfinden und lebt mit Familie Sternberg in Angst und Schrecken. Leider wir im Buch diese Zeit und die schrecklichen Ereignisse nur angerissen und man galoppiert förmlich durch dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte. Hier hätte ich mir mehr Tiefe und Aufmerksamkeit durch den Autor gewünscht.
Leider kann ich manche Handlungen von Amanda Sternberg überhaupt nicht nachvollziehen und so ist es mir schleierhaft, wie man sich als Mutter dafür entscheidet, nur ein Kind wegzugeben und mit dem anderen an der Hand quasi durchzubrennen. Hier drängt sich mir die Frage auf, ob Amanda die eine Tochter lieber hat als die andere. Beide Kinder verhalten sich seltsam ruhig und bei Viera auf dem Schiff ist von Panik, Trennungsschmerz und Tränen nichts zu spüren. Sie lässt das alles irgendwie stoisch über sich ergehen…kein Kind würde sich so verhalten. Diese Szenen sind in meinen Augen wenig glaubhaft.
Wer „Das Erbe der Rosenthals „ gelesen hat, wird in diesem Roman viele Parallelen finden und manchmal erschient es mir so, als habe der Autor die Ideen, die er im vorherigen Buch für gut befunden hat, einfach nochmal in seinem aktuellen Buch verwendet und ein wenig abgewandelt.
In den Episoden in Frankreich dreht sich vieles um Nichtigkeiten, die aber vom Autor sehr ausschweifend erzählt werden und damit das Buch künstlich aufbauschen. Hingegen werden wichtige Sachverhalte und Ereignisse, wie z. Bsp. Pater Marcels Zugehörigkeit zum Widerstand, eher stiefmütterlich behandelt und mit einigen belanglosen Sätzen abgespeist.
Die Handlung spult sich mehr oder weniger spannend ab, weil ich Amandas Tun und Wirken überhaupt nicht verstehe – auf der einen Seite soll sie kämpferisch wirken und fährt die Ellenbogen aus, aber im gleichen Atemzug ergibt sie sich scheinbar willenlos ihrem Schicksal, welches nebulös und ungeklärt bleibt.
Ich hatte mir die Geschichte anders vorgestellt. Spannender, aufwühlender, mitreißender, mehr das Gefühl, dass sie unter die Haut geht und mich berührt - aber nichts von alledem passiert.
Ich lese die Seiten weg, aber ich könnte jetzt nicht sagen, dass es mich gefühlsmäßig mitreißt und vom Hocker haut.
Dazu kommt noch der wenig überzeugende Schluss….Elise erhält die Briefe, die Erinnerungen kommen zurück, ein Wiedersehen der Schwestern wird es nicht geben. Alles bleibt irgendwie im Raum stehen und findet keinen richtigen Zusammenhang.
Mir stellt sich die ganze Zeit die Frage, warum man eine Geschichte so ausufernd erzählt, wenn sie dann doch nichtssagend und ohne Emotionen bleibt.
Wenn ich meine Enttäuschung bewerten dürfte, dann würde ich 5 Sterne geben – meine Begeisterung schafft es gerade mal auf 1 Stern.

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Veröffentlicht am 26.04.2020

Dieses Eis schmeckt mir nicht

Das kleine Eiscafé
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Das war es wohl mit all den Liebesschwüren, die Sophie irgendwann einmal von ihrem Freund Angelo zu hören bekommen hat. Der Kerl hat sich einfach aus dem Staub gemacht und alles mitgenommen, was ansatzweise ...

Das war es wohl mit all den Liebesschwüren, die Sophie irgendwann einmal von ihrem Freund Angelo zu hören bekommen hat. Der Kerl hat sich einfach aus dem Staub gemacht und alles mitgenommen, was ansatzweise nach Geld aussieht. Sophie steht vor dem Nichts, lediglich Angelos alte Eismaschine ist ihr geblieben. Sophie fährt nach Langeoog, um ihr zersprungenes Herz wieder zu flicken und sich im Nordseewind den Kopf freipusten zu lassen. Doch satt Traurigkeit im Strandkorb wartet auf sie eine Aufgabe: sie soll Tante Fredas Kiosk hüten. Der läuft alles andere als rosig und Sophie hat eine Idee. Sie will mit Angelos alter Eismaschine ihre eigenen Eiskreationen an die Insulaner bringen. Und dann gibt es da noch Matteo, der Besitzer des Eiswagens von nebenan...Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft

Ich lasse mich gerne von Inselromanen und Wellenglitzern zum Lesen verführen und haben mir wieder einmal die Finger verbrannt, obwohl ich mir geschworen habe, nie mehr ein Buch anzufassen, das in seinem Titel das Adjektiv "klein" oder sonstige verniedlichenden Wörter trägt.
"Das kleine Eiscafé" ist nämlich gar kein Eiscafé, sondern schlichtweg und einfach ein Kiosk, der jemanden braucht, um frischen Wind in die angestaubten Bretter zu bringen. Auch sonst ist einiges irreführend, denn Sophie verwandelt nicht wirklich den Kiosk in ein Eiscafé, sie probiert ein wenig mit der Eismaschine herum und tüftelt, aber nicht an Speiseeis, sondern an ihren Backwaren, denn sie ist eigentlich Bäckerin.
Damit der irrwitzigen Geschichte aber noch nicht genug. Wenn Sophie schon die Möglichkeit hat, das erlernte Bäckerhandwerk in die Tat umzusetzen und die Menschen auf der Insel mit leckeren Backwaren glücklich zu machen, so nutzt sie diese Gabe nicht wirklich, sondern sie verkauft ….abgepackte Fertigware. Was soll das ?
Ihr ständiges Wehklagen und sich Selbstbemitleiden zerrt ganz schön an meinen Nerven und ich frage mich, wie diese Frau bisher in ihrem Leben überhaupt einen Fuß vor den anderen setzen konnte, wenn sie noch nicht einmal in der Lage ist, aus den ihr gebotenen Möglichkeiten eine Chance zu ergreifen, um endlich ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Ich habe dann einfach angefangen, die Seiten quer zu lesen, weil sich durch die ständig wiederholenden Zusammenfassungen der vorhergehenden Ereignisse nicht Neues ergeben hat.
Lediglich die Insel kann mit Charme und viel Flair punkten, aber das ist mir für einen Sommerroman einfach zu wenig. Schade, dieses Eis schmeckt mir wirklich nicht und ich lasse ein für allemal die Finger von Buchtiteln mit verniedlichenden Wörtern im Titel.

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