Platzhalter für Profilbild

Hainbuche

Lesejury-Mitglied
offline

Hainbuche ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hainbuche über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2021

Märchenhafte Beziehungsberatung

Die Berge, der Nebel, die Liebe und ich
0

Nettes, kleines Lebenshilfebüchlein im Stil von Brambaren und Strelecky. Die namenlose Ich-Erzählerin schenkt ihrem Mann ein gemeinsames Wochenende in den Bergen, bei dem sie mit ihm gemeinsame Zeit verbringen ...

Nettes, kleines Lebenshilfebüchlein im Stil von Brambaren und Strelecky. Die namenlose Ich-Erzählerin schenkt ihrem Mann ein gemeinsames Wochenende in den Bergen, bei dem sie mit ihm gemeinsame Zeit verbringen und ihre Beziehung kitten will. Er jedoch freut sich auf's Mountainbiken und so ist ein Streit vorprogrammiert.
Auf ihrer einsamen Wanderung trifft die Frau auf einen Steinkreis und begegnet dort einem freudlichen alten Mann, dem sie ihr Herz ausschüttet und der ihr als "Beziehungsmentor" mit gutem Rat und Selbstfindungstips zur Seite steht.
Er erzählt von Bergen im Nebel, von Schablonen, von Spiegelfallen, sowie von den vier Ohren und den fünf Sprachen der Liebe.
Und wie zu erwarten gibt es ein Happy End.

Das Buch ist ein flüchtiges Leseerlebnis für verregnete Nachmittage. Man kann durchaus tiefschürfende Gedanken daraus ziehen, für mich war es jedoch ein wenig seicht und plump gestrickt - aber darin steht es vergleichbaren anderen Büchern in nichts nach.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.06.2020

Schwarz - Weiß - Panda!

Pandatage
0

Das Buch kommt in einem schicken türkisfarbenen Cover mit schwarz-weiss-gelben Aufdrucken, die, zusätzlich zu dem gelben Buch, das sich unter dem Schutzumschlag versteckt, eine harmonische Einheit bilden. ...

Das Buch kommt in einem schicken türkisfarbenen Cover mit schwarz-weiss-gelben Aufdrucken, die, zusätzlich zu dem gelben Buch, das sich unter dem Schutzumschlag versteckt, eine harmonische Einheit bilden. Leider ist der Schutzumschlag sehr empfindlich und man muss schon aufpassen, wenn man bei Lesen keine Spuren erzeugen will. Oder besser gesagt, nicht noch mehr Spuren, als der häßliche Fleck, den der Aufkleber auf dem Umschlag zurückläßt.

Pandatage ist die Geschichte von Danny und seinen Sohn Will, von einer zerbrochenen Familie, in der der Tod der Mutter ein Loch hinterlassen hat. Vater und Sohn schaffen es nicht, sich gegenseitig Trotz zu spenden, stattdessen stürzt Danny sich in Arbeit und Will hört auf zu sprechen.
Es ist eine Geschichte in der ständig das Geld knapp ist, in der Danny seinen Job verliert und wegen der Mietrückstände von Reg, seinem Vermieter, und dessen Bodyguard bedroht wird.
Es ist aber auch die Geschichte von Vater und Sohn, die sich langsam näher kommen, und die ein oder andere Episode weckt ein Lächeln auf dem Gesicht des Lesers.

Während das Buch zu Beginn eine deprimierende Grundstimmung vermittelt, in der Geldnot, Arbeitslosigkeit, Bedrohung durch den Vermieter und seinen Schlägerkumpel, sowie, in Wills Fall, durch seine Mitschüler im Vordergrund stehen, wird schließlich alles besser, als Krystal die Dinge in die Hand nimmt. Nicht nur für Danny und später auch für Will, sondern insbesondere auch für den Leser, nimmt die Geschichte doch interessante Wendungen und bekommt etwas Witz - oder zumindest trockenen Humor.
Dem bedrückenden Anfang schließt sich ein warmherziger und berührender Fortgang an.

Das Ende war dann doch ganz anders als erwartet. Leider kann ich nicht sagen, dass es wirklich besser war, denn schon die Beschreibung des großen Tages konnte mich dann doch nicht so mitreißen. Das Endergebnis war enttäuschend, wenn auch sicherlich realistischer als das erhoffte Happy-End. Alles in allem war das Buch für mich eine nette Lektüre.

Veröffentlicht am 12.05.2020

Vollständig unvollständig

Das Reich der Grasländer 1
0

Die Nornenkönigin Utuk'ku erstarkt und dem Reich droht ein neuer Krieg. Noch herrscht Frieden, aber an allen Ecken gewinnt der Feind an Boden und bereitet den Angriff vor.

Dies ist die erste Hälfte des ...

Die Nornenkönigin Utuk'ku erstarkt und dem Reich droht ein neuer Krieg. Noch herrscht Frieden, aber an allen Ecken gewinnt der Feind an Boden und bereitet den Angriff vor.

Dies ist die erste Hälfte des 2. Bandes des Originals, im deutschen wurden die Bände halbiert und es ist somit der 3. Band. Leider liest es sich auch so: nichts Halbes und nichts Ganzes; keine einzige der dargestellten Episoden ist am Ende des Buches irgendwie abgeschlossen und so bleibt das Lesevergnügen letztendlich auf der Strecke. So viele Cliffhänger sollte man keinem Buch zumuten, auch nicht, wenn es ein mittlerer Band ist.

Zunächst einmal ist es gut, wenn man sich in Osten Ard bereits ein wenig auskennt. Ich kenne den ersten Band der neuen Serie nicht (bzw. die ersten beiden der deutschen Übersetzung), aber ich habe den Drachenbeinthron und die drei Folgebände gelesen und so sind mir nicht nur die Welt, sondern auch viele der Hauptpersonen bereits bekannt.

Zu Beginn werden die vorangegangenen Ereignisse zusammmengefasst. Dieser Abschnitt ist sehr komplex, war anstrengend zu lesen, und hat mich schlicht überfordert. Aber es ist gar nicht nötig, sich alles zu merken, man kommt als Kenner von Land und Leuten auch ohne der Zusammenfassung mit dem Buch klar oder kann bei Bedarf später noch einmal nachlesen.

Das Buch besteht aus vielen einzelnen Erzählsträngen, die überwiegend unabhängig von den anderen sind und nur in das große Ganze eingebettet.
Am besten gefallen haben mir die (eher unspannenden) Abschnitte mit dem verlorenen Prinzen: Prinz Morgan verirrt sich zu Beginn des Buches im Wald. Er scheint ein etwas naiver Charakter zu sein, aber vielleicht fehlen im auch nur ein paar Lebensjahre; er trägt zwar Schwert und Kettenhemd, kommt einem aber doch recht kindlich vor. Außerderm ist er ein Säufer, Partyvogel und Jammerlappen, also nicht gerade eine sympathische Erscheinung.
Der Grund, warum ich den verlorenen Prinzen am liebsten mochte, ist die Tatsache, dass es hier nicht, wie in fast allen anderen Erzählsträngen, nur so von Gewalt und Intrigen, von widerwärtigen Personen und grausamen Völkern wimmelt.

Fazit: Ich kann das Buch niemandem empfehlen, der sich nicht in Osten Ard bereits auskennt. Auch den Kennern kann ich es nicht empfehlen, wenn sie nicht bereit sind, die ganze Serie zu lesen. Ob die Serie in Gänze, wenn sie denn mal erschienen ist, empfehlenswert ist, vermag ich anhand eines halben mittleren Bandes nicht zu beurteilen. Spannung ist jedenfalls reichlich vorhanden, aber die Unzulänglichkeiten abgebrochener Handlungsstränge überwiegen leider.