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Veröffentlicht am 29.06.2020

Berührend und einfach echt!

Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion
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Die junge Mia leidet an einer seltenen Krankheit: Sie kann keine physischen Schmerzen spüren. Ganz egal, wie schlimm sie auch sein mögen. Was sich auf den ersten Blick wirklich praktisch anhört, bringt ...

Die junge Mia leidet an einer seltenen Krankheit: Sie kann keine physischen Schmerzen spüren. Ganz egal, wie schlimm sie auch sein mögen. Was sich auf den ersten Blick wirklich praktisch anhört, bringt ungeahnte Probleme mit sich - und ist für Mia Schuld an einem schlimmen Schicksalsschlag, der ihr Leben einst vollkommen aus der Bahn warf.
Auch Jake hat sein Päckchen zu tragen. Was geschieht, wenn diese zwei völlig verschiedenen, aber dennoch irgendwo verbundenen Jugendlichen auf einander treffen? Kann Sicherheit doch mehr als nur eine Illusion sein?

Das Cover des Buches konnte mich direkt auf den ersten Blick überzeugen. Es passt einfach wunderbar zur Geschichte und ich liebe vor allem die Detailarbeit am Klappentext, welcher als eine Art Playlist präsentiert wird.
Der Innenteil des Buches ist ähnlich gestaltet, sodass beides hervorragend mit einander harmoniert.

Der Schreibstil der Autorin hat mir ebenso gut gefallen. Er ist angenehm locker und leicht und als Leser fliegt man nur so durch die Seiten. Vor allem aber Kyra Grohs Humor sowie der leichte Zynismus haben es mir angetan.
Anfangs hatte ich noch einige Probleme mit den häufigen Musikanspielungen, nach und nach hat mich dies jedoch immer weniger gestört, da sie einfach ein Teil der Protagonisten waren.

Diese sind mir binnen weniger Seiten ans Herz gewachsen. Durch zwei verschiedene, sich stets abwechselnde, Erzählperspektiven erhält man einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle und kann sich gut in sie hineinversetzen.
Sowohl Mia als auch Jake waren mir überaus sympathisch. Beide hatten ihre Stärken, Schwächen, Ecken und Kanten und waren ein wenig anders, als klassische Protagonisten. Genau dies machte sie so authentisch, real und einfach echt. Ihre Beziehung zu einander entwickelt sich im Laufe des Buches recht vorsichtig und zärtlich, wodurch man als Leser vollkommen in ihre Welt eintauchen und sich fallenlassen kann, ihre Vielschichtigkeit und bewundernswerte Tiefe wirklich auskosten kann.

Ähnlich begeistern konnte mich die Geschichte an sich.
Kyra Groh greift unheimlich wichtige und vor allem auch aktuelle Themen auf - die Bandbreite erstreckt sich von physischem und psychischem Schmerz bis hin zum Erwachsenwerden und dem Umgang damit - und verpackt diese berührend, emotional und sehr packend. All das geschieht jedoch ohne zu kitschig oder übertrieben, sondern angenehm bodenständig zu wirken.
Der Autorin gelingt der Sprung zwischen Lockerheit und Leichtigkeit sowie Tiefgründigkeit hervorragend und ich denke, dass sich nicht nur Jugendliche in ihre Geschichte verlieben werden.

Von mir gibt es eine dringende Leseempfehlung. Ich habe selten ein so bewegendes und ehrliches Jugendbuch gelesen und bin immer noch hin und weg von der emotionalen Achterbahnfahrt.
5/5 Sterne

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  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

Spannender und gleichzeitig ebenso erschreckender Jugendthriller

Wozu wir fähig sind
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Als plötzlich der reiche Alexander auf dem Campus auftaucht, ahnen weder Alina, noch ihr Freund Patrick, was diese Begegnung für Folgen mit sich bringen wird. Keiner der Studenten scheint zu wissen, woher ...

Als plötzlich der reiche Alexander auf dem Campus auftaucht, ahnen weder Alina, noch ihr Freund Patrick, was diese Begegnung für Folgen mit sich bringen wird. Keiner der Studenten scheint zu wissen, woher der Fremde kommt, was er will und vor allem nicht, wie seine Begleitung Leonora in das Bild passt.
Doch als Alina tiefer in Alexanders Welt eintaucht, ist es schon zu spät für sie...

Aufmerksam geworden auf dieses Buch bin ich vor allem durch den vielversprechend klingenden Titel, aber auch durch das besondere Cover. Es überzeugt vor allem durch die einfache Schlichtheit, die hervorragend zur eigentlichen Geschichte passt, sowie die außergewöhnliche Haptik.

Ebenso besonders war der Schreibstil der Autorin Laila El Omari. Sie schreibt sprachlich verdichtet, fast ein wenig distanziert aber zugleich emotional und lässt den Leser häufig selber miträtseln und -raten.

Der Einstieg in die Geschichte gelingt ihr sehr gut. Durch eben beschriebene Selbstständigkeit des Lesers scheint die Handlung zunächst ein wenig verwirrend wie auch unklar, aber nach und nach setzen sich die einzelnen Puzzleteile zu einem ganzen Bild zusammen und verschaffen Klarheit. Voll und ganz aufgelöst werden alle Rätsel aber erst zu Schluss des Romanes.
Begleitet wird dieser Prozess durch eine stetig steigende Spannungskurve, die mich dazu verleitet hat, das Buch in einem Rutsch durchzulesen und mich fast ein wenig fassungslos zurückgelassen hat. An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel vorweg nehmen und verweise auf den Titel des Buches - es regt tatsächlich stark zum Nachdenken an.

Die Charaktere selbst machen in meinen Augen nicht die größte Entwicklung durch. Natürlich gewinnen sie im Verlauf der Geschichte einige neue Erkenntnisse hinzu, stark in die Tiefe geht dies allerdings nicht. Mich persönlich hat das jedoch nicht gestört, ich mochte ihre Ecken und Kanten und finde die einzelnen Figuren genau dadurch so interessant und spannend.

Zusammenfassend kann ich also sagen, dass Laila El Omari mit "Wozu wir fähig sind" einen sehr gelungenen Jugendthriller geschaffen hat, der vor allem durch Spannung, Verwirrung und Authentizität überzeugen kann.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 23.06.2020

Ein wunderbarer Auftakt - nicht nur für Götterliebhaber!

Zane gegen die Götter, Band 1: Sturmläufer (Rick Riordan Presents: abenteuerliche Götter-Fantasy ab 12 Jahre)
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Der junge Zane Obispo lebt gemeinsam mit seiner Mutter, seinem Onkel Honda sowie seiner dreibeinigen Hündin Rosie in der Wüste von New Mexico. Seitdem er von seiner Mutter zu Hause unterrichtet wird, führt ...

Der junge Zane Obispo lebt gemeinsam mit seiner Mutter, seinem Onkel Honda sowie seiner dreibeinigen Hündin Rosie in der Wüste von New Mexico. Seitdem er von seiner Mutter zu Hause unterrichtet wird, führt er ein recht entspanntes und angenehmes Leben, es gibt - auf Grund seines Humpelns - keinen Ärger mehr mit anderen Kindern. Aber all das ändert sich, als er auf Brooks trifft, die ihm erklärt, dass er ein Gottgeborener sein und er eines Tages den Gott des Todes, der Finsternis und der Zerstörung freilassen solle...

Die Idee hinter der Geschichte, ein Jugendlicher, welcher sich gegen die Götter stellt, ist sicherlich nicht komplett neu - begeistern konnte sie mich trotzdem. Gerade durch Rick Riordans ausführliches Vorwort zu Beginn des Buches liegt der Vergleich mit seiner Reihe rund um Percy Jackson nahe. Da ich sie jedoch nicht gelesen habe, kann ich dies nicht ausführlich beurteilen.

Der Schreibstil von J.C. Cervantes ist sehr angenehm zu lesen. Gerade für jugendliche Leser ganz gemäß der Altersempfehlung sollte der Stil der Autorin optimal sein. Ich persönlich schnell in den Lesefluss gekommen und konnte schon bald nicht mehr mit dem Lesen aufhören.

Das liegt, neben dem tollen Schreibstil, auch an der spannenden Geschichte, welche sich hinter dem Buch versteckt: Der Weltenaufbau wirkte sehr authentisch, die einzelnen Götter wurden gut herausgearbeitet und einzelne magische Elemente kamen wunderbar zur Geltung. Ganz besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle jedoch die phänomenale Spannungskurve. Seite für Seite steigt diese rasant an und hält den Leser förmlich gefangen, sodass ich die knapp 500 Seiten binnen weniger Tage ausgelesen habe.

Dazu beigetragen haben auch die interessanten Charaktere, allen voran natürlich der Protagonist Zane. Er war mir von Anfang an sympathisch und er ist mir binnen weniger Momente wirklich ans Herz gewachsen. Für seine 14 Jahre erschien diese Figur mir sehr authentisch gezeichnet und ich mochte die Mischung aus Naivität, Humor aber auch Mut sehr gerne.
Ebenso mutig war aber auch Zanes Hündin Rosie. Sie stand ihrem Freund stets zur Seite und auch sie hat sich in mein Herz geschlichen.

Ein nettes Extra waren für mich übrigens sowohl das Glossar am Schluss, in dem noch einmal alle Götter aufgelistet und zusammengefasst wurden, sowie die Leseprobe zum folgenden Band, die definitiv Lust auf mehr gemacht hat.

Ich freue mich schon sehr darauf - gerade weil der erste Band mich so begeistern konnte. Eine große Leseempfehlung, gerade für Jugendliche, die viel Wert auf Spannung legen!
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 18.06.2020

Romantasy vom Feinsten!

Lioness
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Nachdem die junge Borka bei einem verheerendem Feuer ihre Familie verliert, wächst sie in einem kleinen Löwenrudel auf. Der Wald schenkt ihr Kraft und der Zusammenhalt mit der Löwenfamilie könnte größer ...

Nachdem die junge Borka bei einem verheerendem Feuer ihre Familie verliert, wächst sie in einem kleinen Löwenrudel auf. Der Wald schenkt ihr Kraft und der Zusammenhalt mit der Löwenfamilie könnte größer nicht sein. Doch diese trügerische Idylle wird unterbrochen, als Menschen ihre neuen Eltern gefangen nehmen. Am Königshof sollen diese in einem Kampf um Leben und Tod mit dem Prinzen antreten und nur Borka kann sie noch retten. Indem sie in die Leibgarde des Mannes eintritt, der ihr ihre Liebsten genommen hat...

Aufmerksam geworden auf dieses Buch bin ich vor allem durch das phänomenale Cover. Obwohl ich es normalerweise nicht so gerne habe, wenn Gesichter darauf zu sehen sind - ich bin der Meinung, dass dieser Umstand dem Leser oftmals schnell die Vorstellungskraft nehmen kann - finde ich es hier jedoch sehr passend.

Und auch die ersten Seiten der Geschichte konnten diesen durch und durch positiven Eindruck aufrechterhalten. Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr locker und flüssig und ich denke, dass vor allem etwas jüngere Leser Gefallen daran finden werden. Besonders beeindruckt hat mich jedoch die Art und Weise, wie sie ihren Figuren Leben einhaucht.

Durch diese Lebendigkeit macht es unheimlich viel Spaß, die Handlungen der einzelnen Charaktere mitzuverfolgen. Sie wirken real und authentisch, allen voran die Protagonistin Borka.
Mit ihrer starken und unnahbaren Art macht sie die Geschichte zu etwas ganz Besonderem. Es ist herzzerreißend, wie sie für ihre Geliebten einsteht und wie ihr kein Weg zu lang oder schwer ist, um ihnen zu helfen. Was mich ein wenig an ihr gestört hat, war ihre wilde Seite. Dafür, dass sie viele viele Jahre fernab jeglicher Zivilisation in mitten eines Löwenrudels verbracht hat, erschien sie mir an einigen Stellen zu domestiziert und an die Gepflogenheiten der Menschen gewöhnt. Ich hätte sie mir ein wenig rauer und löwenhafter gewünscht.
Das haben aber die zahlreichen Nebencharaktere wiedergut gemacht. Ich finde, dass sie wunderbar ausgearbeitet wurden und mochte es, wie jeder einzelne seine ganz eigene, außergewöhnliche Art hatte. Besonders gerne mochte ich die Löwen. Diese Tiere faszinierten mich durch eine herzzerreißende Menschlichkeit und ich habe mich über jede einzelne Szene gefreut, in denen ihnen eine wichtige Rolle zukommt.

Im Laufe von Borkas Reise an der Seite des Prinzen treten sie teilweise ein wenig in den Hintergrund, was mich persönlich aber nicht weiter gestört hat. Zu einnehmend dafür waren die tollen Umgebungsbeschreibungen und natürlich spannende und überraschende Wendungen. Als Leser fiebert man bis zum Schluss mit Borka mit und hofft, dass sie und ihre Löweneltern alles unbeschadet überstehen. Getoppt wird all das noch einmal von einigen erschütternden Geheimnissen und Intrigen sowie einer sanften und berührenden Liebesgeschichte.

Ich bin begeistert von "Lioness" und kann es jedem Romantasy-Liebhaber nur empfehlen! Das Buch konnte meinen hohen Erwartungen definitiv standhalten und ich habe während des Lesens stets gehofft, dass es nicht so schnell zu Ende geht.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.06.2020

Eine überaus gelungene Fortsetzung

Gladiatorin - Verrat oder Triumph
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Nach Fallons Sieg steht ihre Schwester Sorcha kurz davor, den Ludus der Gladiatorinnen vollständig zu übernehmen und den Frauen somit die Freiheit zu schenken. Doch der Zwist mit der rivalisierenden Gladiatorinnenschule ...

Nach Fallons Sieg steht ihre Schwester Sorcha kurz davor, den Ludus der Gladiatorinnen vollständig zu übernehmen und den Frauen somit die Freiheit zu schenken. Doch der Zwist mit der rivalisierenden Gladiatorinnenschule bedroht ihren innigsten Wunsch und plötzlich werden aus Freunden erbitterte Feinde. Schaffen es Fallon und ihre Mitstreiterinnen, den Ludus zu retten?

Kurz vorab: "Gladiatorin - Verrat oder Triumph" ist der zweite Band der Reihe, ich denke aber, dass man zumindest diesen Band unabhängig vom Vorgänger lesen und verstehen kann. Nichtsdestotrotz ist das Leserlebnis natürlich besser, wenn man die vorangegangene Handlung bereits kennengelernt hat.

Die Handlung in diesem Teil knüpft einige Wochen später an jene im Vorgänger an, ist dabei aber mindestens genauso spannungsgeladen und actionreich. Im ersten Band kurz angedeutete Ereignisse werden aufgegriffen und weitergesponnen, aber auch einige neue Entwicklungen und Wendungen kommen hinzu. Das alles geschieht vor einem historischen, römisch angehauchten Setting, welches sehr stimmig und äußerst gut ausgearbeitet erscheint. Durch kleine aber feine Details wird diesem Leben eingehaucht, sodass der Leser voll und ganz in die vergangene Zeit eintauchen kann.
Was mich jedoch am meisten faszinieren konnte, war die außergewöhnliche und innovative Idee hinter dem Buch. Starke und eigenständige Frauen werden hier großgeschrieben - und mit stark meine ich nicht nur die physische, sondern auch die mentale Bandweite, aber dazu später mehr. Gepaart mit einem stetig steigendem Spannungsbogen und ebenso überraschenden wie plötzlichen Wendungen wird das Lesen zu einem echten Highlight.

Dazu trägt auch der tolle Schreibstil der Autorin bei. Flüssig, abwechslungsreich und sehr angenehm zu lesen weiß diese den Leser zu fesseln. Ganz besonders hervorheben möchte ich aber die faszinierende Beschreibung der verschiedenen Kampfszenen. Sie hauchen dem Buch Charakter ein und sind oftmals erschreckend bildhaft und real.

Diese Wirkung übten auch die verschiedenen Charaktere auf mich aus: Allesamt authentisch und besonders, jeder Einzelne vor dem Hintergrund einer eigenen, weitreichenden Geschichte und jeder stark auf seine eigene Weise haben sie sich im Nu in mein Herz geschlichen.
Allen voran die Protagonistin Fallon, die so viele herbe Schicksalsschläge einstecken muss, aber dennoch nie aufgibt, stets für ihre Freunde einsteht und sich selbst dabei immer treu bleibt. Ich ziehe den Hut vor dieser Figur und bewundere die Weise, wie facettenreich Lesley Livingston sie geschaffen hat.

Alles in einem kann ich festhalten, dass mich die Fortsetzung von "Gladiatorin" mehr als nur überzeugen konnte und dabei definitiv meine Erwartungen übertroffen hat. Ich bin mir sicher, dass sich dieses Buch gut neben meinen Jahreshighlights einreihen wird und fiebere bereits dem nächsten Band entgegen.
5/5 Sterne

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