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Veröffentlicht am 19.07.2020

Anderer Fokus als erwartet

Pest und Corona
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Worum geht’s?
Die Corona – Krise ist nicht die erste Pandemie in der Geschichte der Menschheit und wird mit Sicherheit auch nicht die letzte sein. In Pest und Corona beleuchten die beiden Autoren und Mediziner ...

Worum geht’s?
Die Corona – Krise ist nicht die erste Pandemie in der Geschichte der Menschheit und wird mit Sicherheit auch nicht die letzte sein. In Pest und Corona beleuchten die beiden Autoren und Mediziner Heiner Fangerau und Alfons Labisch die Hintergründen und Folgen der Pandemie und beschäftigen sich mit den Auswirkungen auf das private und öffentliche Leben.


Meine Meinung
Der Klappentext hat in mir ehrlich gesagt Erwartungen zum Inhalt geweckt, die in der Art dann aber nicht erfüllt wurden. Besonders der Fokus dieses Buches lag schlussendlich auf anderen Punkten, als ich vermutet hätte.

Für mich wären eigentlich die historischen Aspekte sehr interessant gewesen, doch dieser Teil wurde meiner Meinung nach überraschend knapp gehalten. Stattdessen fand eine ziemlich detaillierte Auseinandersetzung mit den medizinischen Feinheiten statt, was für mich nicht so ganz das Wahre war.

Darüber hinaus wurden einige interdisziplinäre Teilbereiche angeschnitten, jedoch nicht ausführlich bearbeitet. Da hat es mir irgendwie ein wenig an Struktur und klarer Zielsetzung gemangelt, die es mir sonst sicherlich erleichtert hätten, die Absichten der Autoren zu entschlüsseln.


Fazit
Prinzipiell behandelt dieses Buch interessante Themen, die Umsetzung war in meinen Augen allerdings unnötig kompliziert und stellenweise nicht klar genug strukturiert, um mich begeistern zu können. Vielleicht bin ich aber auch einfach bloß die falsche Zielgruppe, denn welche das sein soll, ist mir bisher eher ein Rätsel.

Dafür vergebe ich drei Bücherstapel.

Veröffentlicht am 28.06.2020

Eine Achterbahn der Gefühle

Als du mich sahst
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Worum geht’s?
Solène ist fast vierzig, mehr oder weniger frisch geschieden und glaubt nicht, dass sich ihr Leben noch einmal zwischen etwas anderem als ihrer Kunstgalerie und ihrer Tochter abspielen wird. ...

Worum geht’s?
Solène ist fast vierzig, mehr oder weniger frisch geschieden und glaubt nicht, dass sich ihr Leben noch einmal zwischen etwas anderem als ihrer Kunstgalerie und ihrer Tochter abspielen wird. Bis sie auf einem Konzert der Band August Moon auf den Sänger Hayes trifft. Er ist ungefähr halb so alt wie sie, ihm liegen tausende junge Frauen und Mädchen zu Füßen – Und trotzdem bringt er ihr Herz zum stolpern. Aus einer anfänglich lockeren Affäre wird schon bald mehr, und es kommt, wie es kommen muss: Die Beziehung gerät an die Öffentlichkeit. Für Hayes scheint das kein Problem zu sein, aber kann Solène mit den daraus resultierenden Konsequenzen leben?


Meine Meinung
Ich bin mir ehrlich gesagt noch ein wenig unsicher, was ich von diesem Buch halten soll. Einerseits fand ich die Geschichte sehr berührend, andererseits erschließt sich mir die Message bisher absolut nicht.

Das Cover gefällt mir wirklich gut, die Farbkombination passt einfach und im Gegensatz zum Großteil der meisten Rockstargeschichten wirkt bei dieser hier schon die Aufmachung ein wenig erwachsener.

Auch im Schreibstil schlägt sich dieser Eindruck nieder. Der ist nämlich nicht nur sehr locker zu lesen, sondern fängt auch ziemlich treffend ein, wie unterschiedlich Solène und Hayes eigentlich sind und wie schnell er zwischen Albernheit und Reife wechseln kann.

Was die Handlung angeht, ging es nach diesem ersten Eindruck dann leider relativ schnell bergab.

Solène hatte ich zunächst eigentlich als ziemlich interessante Protagonistin wahrgenommen. Nach der Scheidung von ihrem Mann spielt sich ihr Leben fast ausschließlich zwischen ihrer Kunstgalerie und den Freizeitaktivitäten ihrer zwölfjährigen Tochter ab. Zu dem Konzert von August Moon geht sie eigentlich nur zufällig mit, wo sie dann bei einem Meet and Greet Hayes kennen lernt. Die Affäre zwischen den beiden kam interessanterweise nicht sofort in Gang, was mich tatsächlich ein wenig überrascht hat. Genretypisch ist das ja eher nicht, was ich aber durchaus interessant gemacht fand.

Der Altersunterschied von knapp zwanzig Jahren zwischen den beiden war für mich ein ziemlich vielversprechender Fakt. Dass der dann allerdings verhältnismäßig wenig behandelt wurde, hat mich schon etwas enttäuscht. Solène flippt zwar immer mal wieder deswegen aus und versucht Hayes klar zu machen, dass er sie in ein paar Jahren vielleicht schon nicht mehr anziehend finden könnte, aber wirklich thematisiert wird diese Problematik dann irgendwie nicht mehr.

Die Beziehung der beiden besteht von Anfang an eigentlich hauptsächlich darin, dass sie beide irgendwie um die Welt reisen, sich selten sehen und dann meistens ohne viel Gerede im Bett landen. Auch tiefgründigere Gespräche als “Wie findest du dieses Bild“ und “Wann gehen wir wieder ins Bett“ finden leider nicht wirklich statt, was ich ebenfalls sehr schade fand. Klar, die beiden können sich nicht so häufig sehen und in einem so frühen Stadium der Beziehung hat der körperliche Aspekt vielleicht noch einen etwas höheren Stellenwert, aber trotzdem finde ich es beim lesen auf Dauer einfach nicht sehr zufriedenstellend, wenn darüber hinaus nicht wirklich mehr in der Geschichte passiert.

Die ständige Aufmerksamkeit der Fans und das stressige Leben unter den Augen der Weltöffentlichkeit wurde dann noch mal ganz gut beschrieben, und ich kann mir gut vorstellen, dass die Autorin als Schauspielerin sehr genau weiß, wovon sie da schreibt. Dass Solène darunter leidet und zwischen der Sicherheit ihrer Tochter und ihren eigenen Gefühlen entscheiden muss, ist sicherlich emotional sehr belastend, aber für mich ist diese Zerrissenheit irgendwie nicht so wirklich rüber gekommen. Daher kam das Ende in meinen Augen auch ein wenig plötzlich und hat mich doch ziemlich überrascht.

Insgesamt bleibe ich nach dem Lesen irgendwie mit gemischten Gefühlen zurück und bin mir einfach nicht sicher, was die Aussage hinter dieser Geschichte sein soll.


Fazit
Obwohl mir Cover, Schreibstil und Idee von Als du mich sahst sehr gut gefallen haben, konnte mich die Umsetzung dann nicht so ganz überzeugen.

Zwei eigentlich spannende Charaktere konnten das Potenzial ihrer Beziehung nicht so wirklich ausschöpfen und auch ihre Emotionen wurden nicht so überzeugend transportiert – Das war zumindest mein Eindruck beim Lesen.

Insgesamt vergebe ich dafür drei Bücherstapel und frage mich noch immer, was mir die Autorin mit dieser Geschichte zu sagen versucht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Figuren
Veröffentlicht am 14.06.2020

Interessanter Ansatz, die Umsetzung finde ich allerdings ein wenig fragwürdig

Altern wird heilbar
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Worum geht’s?
Der Prozess des menschlichen Alterns ist unaufhaltsam? Laut den beiden Autoren von Altern wird heilbar, Nina Ruge und Dominik Duscher, soll diese Aussage schon bald der Vergangenheit angehören. ...

Worum geht’s?
Der Prozess des menschlichen Alterns ist unaufhaltsam? Laut den beiden Autoren von Altern wird heilbar, Nina Ruge und Dominik Duscher, soll diese Aussage schon bald der Vergangenheit angehören. In ihrem Buch beschreiben sie Mittel und Wege, die das Altern zumindest verlangsamen und wesentlich angenehmer machen sollen – Bis es irgendwann vielleicht tatsächlich heilbar ist.


Meine Meinung
Wie man selbst zum Thema Altern steht, soll ja nun wirklich jeder für sich entscheiden. Für mich persönlich ist es ein ganz normaler Prozess, der eben zum Leben dazugehört, auch wenn die Idee, länger fit zu bleiben durchaus etwas Verlockendes hat und sicherlich auch erstrebenswert ist.

Der Schreibstil ist ganz gut zu lesen, was mich aufgrund der vielen biologischen Fakten fast ein wenig überrascht hat. Dahingehend lernt man tatsächlich eine ganze Menge und kann so einige Tipps bezüglich einer gesünderen Ernährung oder dem richtigen Maß an Bewegung sicherlich umsetzen.

Was ich insgesamt ein wenig schwieriger fand, waren die Abschnitte, die Medikamente als Heilmittel gegen das Altern beschrieben. Irgendwo ist es natürlich einleuchtend, dass bestimmte Wirkstoffe bestimmte Symptome bekämpfen können, einfach weil das nun mal ihr Zweck ist. In meinen Augen sind Langzeit- und Nebenwirkungen aber Nichts, was man einfach so ignorieren kann, und deshalb wäre ich gerade in diesem Bereich einfach ein wenig vorsichtig, was die Empfehlung solcher Mittel angeht.


Fazit
Auch wenn dieses Buch einige interessante Ansätze bietet, würde ich den Fokus auf die Medikation so nicht unhinterfragt stehen lassen wollen. Die Hinweise zu einer gesünderen Lebensweise kann man aber sicherlich anwenden, und das definitiv nicht nur, wenn man das eigene Altern noch ein wenig hinauszögern möchte.

Dafür gibt es von mir drei Bücherstapel

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 14.06.2020

Nett für zwischendurch, wirkliche Spannung kommt allerdings nicht auf

Dunkles Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 6)
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Worum geht’s?
Der Leichenfund unter einer Brücke trübt die Stimmung in Le Lavandou. Während es Leon Ritter in seinem sechsten Fall mit einem Ritualmord zu tun bekommt, scheint die Polizei in seeligem Nichtstun ...

Worum geht’s?
Der Leichenfund unter einer Brücke trübt die Stimmung in Le Lavandou. Während es Leon Ritter in seinem sechsten Fall mit einem Ritualmord zu tun bekommt, scheint die Polizei in seeligem Nichtstun zu versinken. Erst als die Tochter des französischen Kultusministers mit einer Freundin verschwindet, kommt Bewegung in die Ermittlungen und die Behörden setzen alles daran, dass die beiden jungen Frauen nicht die nächsten Opfer werden.


Meine Meinung
So schön wie ich das Setting der Provence auch finde, wirklich spannend war diese Geschichte ehrlich gesagt nicht.

Der Schreibstil ist sehr detailliert und hängt sich häufig an Kleinigkeiten auf. Ich fand das schon nach kurzer Zeit relativ anstrengend und konnte das Lesen nicht so wirklich genießen, zumal neben den endlosen Landschaftsbeschreibungen einfach kaum Spannung aufkommen konnte.

Was die Geschichte außerdem ein wenig unspektakulär gemacht hat war die Tatsache, dass mir schon nach knapp der Hälfte des Buches klar war, wer der Täter war. Ab diesem Zeitpunkt haben sich nämlich die Hinweise so stark verdichtet, dass mich die schlussendliche Auflösung einfach nicht mehr überraschen konnte.

Darüber hinaus hätte ich mir gewünscht, dass der Ritualaspekt noch ein wenig näher beleuchtet worden wäre. Das Thema ist nämlich eigentlich ziemlich spannend, in der Umsetzung hier konnte es meine Gesamtmeinung zu Dunkles Lavandou nicht signifikant verbessern.


Fazit
Wer lieber in der schönen französischen Landschaft schwelgen möchte und auf Nervenkitzel und Spannung verzichten kann, der wird dieses Buch definitiv lieben. Ich hätte mir aber ein wenig mehr Krimi gewünscht als diese durchaus solide Geschichte zu bieten hatte.

Dafür gibt es von mir drei Bücherstapel

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2020

Ein ziemlich abgedrehter Kriminalroman

SoKo Heidefieber
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Worum geht’s?
Nach einer Lesung wird der erfolgreiche Krimiautor Armin Breddeloh tot aufgefunden. Der Clou dabei: Er wurde genauso ermordet wie das Opfer aus einem seiner Romane. Die beiden herbeigerufenen ...

Worum geht’s?
Nach einer Lesung wird der erfolgreiche Krimiautor Armin Breddeloh tot aufgefunden. Der Clou dabei: Er wurde genauso ermordet wie das Opfer aus einem seiner Romane. Die beiden herbeigerufenen Kommissare Gerold und Fischer haben noch nicht einmal richtig mit den Ermittlungen angefangen, als schon ein neues Mordopfer auftaucht. Wieder ist es ein Krimiautor, und wieder wurde er genau so ermordet wie eines seiner fiktiven Opfer. Schnell wird klar – Hier ist ein Serientäter am Werk. Bald schon beginnt die Jagd auf einen durchaus gewieften Mörder, der es sich zum Ziel gemacht zu haben scheint, sämtliche Lokalkrimiautoren in Deutschland und dem näheren Umland zu töten.


Meine Meinung
Ganz ehrlich, ich habe selten eine Geschichte mit so vielen verschiedenen und verrückten Charakteren gelesen. Von griechischen Auftragskillern bis hin zum deutschen Innenminister ist gefühlt so ziemlich jeder dabei, der irgendwie auch nur ansatzweise den Anschein erweckt, in diese Geschichte zu passen. Auch die Anzahl der Leichen lässt einen Tatort mit Till Schweiger ziemlich alt aussehen, wirkt hier allerdings nicht weniger überzogen.

Mit den Protagonisten konnte ich ehrlich gesagt nicht so viel anfangen, denn insgesamt bleiben sie alle ziemlich blass und bieten kaum Identifikationsfläche. Kommissar Gerold Gerold – was ein Name – und die Beziehung zu seiner Kollegin Fischer habe ich nicht wirklich verstanden, auch wenn sein Song über das Computerspiel Fortnite eigentlich ganz witzig war.

Der Großteil der Handlung ist wirklich überregional unterwegs, doch im Gesamtbild war mir diese absurde Weltreise ein wenig zu viel des Guten. Da man außerdem nicht nur einen, sondern gefühlt zwanzig Mordfälle zu beobachten hatte, wusste ich teilweise gar nicht, worauf ich mich zuerst konzentrieren sollte. Auf den Mord in Bad Bevensen, oder doch lieber auf die Verfolgungsjagd in Griechenland? Für mich war das alles ein wenig zu viel des Guten, und dazu kam dann noch diese völlig absurde Masse an extravaganten Arten, auf die man zu Tode kommen kann.

Unterhaltsam war dabei besonders, wie selbstverständlich der Mörder vorging. Während des Lesens musste ich darüber immer wieder schmunzeln, was angesichts der Ratlosigkeit der Ermittler und den seltsamen Nebenfiguren eine etwas seltsame Mischung abgegeben hat.


Fazit
Auch wenn das Gesamtpaket von SOKO Heidefieber ein wenig zu viel des Guten für mich war, war die Lektüre dieses Buches doch ganz unterhaltsam. Ein typischer Krimi war das auf jeden Fall nicht, so viel steht fest.

Dafür gibt es von mir drei Bücherstapel

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