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Veröffentlicht am 12.08.2020

"Ab in den Dschungel!"

Rille: Die Dschungelfreunde sind los!
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Rille, der Berggorilla aus dem Leipziger Zoo, soll eigentlich in seine neue Heimat nach Buenos Aires. In einer Kiste verfrachtet, landet er aber im brasilianischen Regenwald. Gemeinsam mit seinem Kuschelaffen ...

Rille, der Berggorilla aus dem Leipziger Zoo, soll eigentlich in seine neue Heimat nach Buenos Aires. In einer Kiste verfrachtet, landet er aber im brasilianischen Regenwald. Gemeinsam mit seinem Kuschelaffen Mr.Gibbs muss er sich mit seiner neuen Situation erstmal vertraut machen. Wieso leben hier alle Tiere in einem großen "Gehege" zusammen? Und wo sind die Tierpfleger, die pünktlich das Essen bringen? Pepe, der blaue Papagei, und Tante Tatu, der Gürteltierdame lassen Rille bei sich im Herzbaum wohnen und zeigen ihm, wie man im Dschungel überlebt, Essen findet und ganz viel Spaß hat.

Fee Krämer hat mit diesem Kinderbuch ein wunderschönes Werk für kleine Erstleser gezaubert. Die 8 Geschichten haben eine angenehme Länge, eine einfache, verständliche Sprache und viele schöne Illustrationen von Nikolai Renger. Nicht nur die Kinder lernen etwas über den Dschungel und dessen Einwohner - auch Themen wie Freundschaft, Mut und wie wichtig es ist, dass man Sachen teilt, werden hier liebevoll behandelt.

Frei nach dem Motto "Zusammen macht alles irgendwie mehr Spaß" begibt man sich auf eine abenteuerlustige Reise mit Rille und seinen Freunden. Auch ich als Mama hatte sehr viel Freude mit diesem Buch und die Illustrationen sind mit so viel Liebe gezeichnet worden.

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Veröffentlicht am 29.06.2020

Grandioser Auftakt in das Leben der Hoteliersfamilie von Plesow

Das Grand Hotel - Die nach den Sternen greifen
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Wir haben das Jahr 1924. Der Krieg ist seit 6 Jahren vorbei. Bernadette von Plesow führt zusammen mit ihrem ältesten Sohn Alexander das "Grand Hotel" in Binz - das wohl prächtigste Gebäude der ganzen Strandpromenade. ...

Wir haben das Jahr 1924. Der Krieg ist seit 6 Jahren vorbei. Bernadette von Plesow führt zusammen mit ihrem ältesten Sohn Alexander das "Grand Hotel" in Binz - das wohl prächtigste Gebäude der ganzen Strandpromenade. Es strahlt nicht nur Eleganz aus - der Gast erlebt puren Luxus, kann sich erholen und entspannen - und weiß dies auch zu schätzen. Bernadette ist eine starke Frau, vor der nicht nur ihre Angestellten Respekt haben. Nach dem Tod ihres Mannes Karl vor 13 Jahren hat sie sich alleine um das Hotel und ihre 4 gemeinsamen Kinder gekümmert. Und blickt jetzt auf ihren Erfolg - aber sie ist noch nicht am Ende angelangt.

Auch ihr Sohn Constantin führt das angesagte Hotel Astor mit angeschlossenem Varieté in Berlin. Anders als bei seiner Mutter in Binz erlebt der Gast hier das Nachtleben der 20er Jahre. Alkohol, wilde Partys, Drogen und Prostituierte. Und Constantin steckt mittendrin in den Geschäften.

Josephine, die jüngste Tochter im Bunde ist hin- und hergerissen. Nach ihrem erfolgreichen Kunststudium in Paris lebt sie jetzt von dem Geld ihrer Familie ohne festes Einkommen. Sie träumt von der großen weiten Welt - fühlt sich aber in Binz eingeengt. Wird sie zu ihrem Bruder nach Berlin ziehen? Und was strebt Bernadette alles noch an?

Dies war der Auftakt einer wundervollen Familiensaga um das "Grand Hotel" und die Familie von Plesow. Und ich muss gestehen, ich kann es kaum abwarten, bis ich wieder in nach Binz reisen darf. Das Buch ist wie eine Reise in eine andere Zeit, bei der in den Clubs noch geraucht, getanzt und im Nebenraum die Nutten vernascht wurden. Überall riecht es nach Alkohol, Schweiß und Autoabgasen von den Straßen Berlins. Und dann findet man sich im nächsten Kapitel schon wieder an der Seebrücke von Binz und lauscht den sanften Klängen des Akkordeonspielers. All das findet der Leser in diesem Buch. Viele Charaktere, die mir allesamt auf ihre Art ans Herz gewachsen sind - sei es das Zimmermädchen Marie oder Nolte, die rechte Hand von Constantin. Alle haben ihre eigene Geschichte und trotz der vielen Erzählstränge wird es keinesfalls chaotisch oder verworren - im Gegenteil, alles fügt sich doch wieder an der ein oder anderen Stelle zusammen. Ein Roman fürs Herz, der auch den ein oder anderen blutigen Schauplatz bereithält. Man muss dieses Buch einfach lesen!

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Veröffentlicht am 09.06.2020

Wenn ein Hilferuf schlimme Dinge ans Tageslicht befördert ...

Die Frequenz des Todes
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"Hilfe, mein Baby ist verschwunden und hier ist alles voller Blut!" Dieser Hilferuf einer verzweifelten Mama geht bei der Berliner Feuerwehr ein - einer, wie Tag täglich 100 andere auch. Nur etwas ist ...

"Hilfe, mein Baby ist verschwunden und hier ist alles voller Blut!" Dieser Hilferuf einer verzweifelten Mama geht bei der Berliner Feuerwehr ein - einer, wie Tag täglich 100 andere auch. Nur etwas ist an diesem Anruf merkwürdig, denn schnell wird Hegel, der wieder in U-Haft sitzt, von der Polizei aufgesucht. Er soll dank seines absoluten Gehörs den Anruf analysieren - nur irgendwie traut er der ganzen Sache nicht und bittet die Podcasterin Jula Ansorge um Hilfe. Sie soll für ihn verdeckt an dem Fall arbeiten - nur tut sie dies nicht ohne endlich an Informationen über ihren todgeglaubten Bruder zu gelangen. Jula fördert peu à peu neue Informationen ans Tageslicht - und steckt plötzlich mittendrin in einer riesengroßen Sache. Nicht nur ihr Leben steht auf dem Spiel - ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Bei diesem Thriller "AURIS - Die Frequenz des Todes" handelt es sich um den 2.Teil der Jula Ansorge und Matthias Hegel Reihe. Vincent Kliesch hat auch hier wieder einmal bewiesen, dass er es schafft, uns Leser ab der 1.Seite zu fesselnd. Mit wenigen Worten wird eine Atmosphäre geschaffen, bei der man sich einfach fühlt, als wäre man live mit im Geschehen und würde ermitteln. Anders als im 1.Teil wird hier aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt - auch Nebenfiguren wie Julas Bruder Elyas bekommt hier ein Kapitel. Das sorgt dafür, dass die Spannung von Seite zu Seite immer mehr steigt - leider werden wir wieder mit einem Cliffhanger zurückgelassen und müssen uns bis zum 3.Band gedulden, um endlich mehr über den Fall von Jula's Bruder zu erfahren. Einziges Manko bei diesem Buch - die Hauptprotagonisten kommen hier eindeutig zu kurz bzw. sind sie kaum auf der Bildfläche. Der Fall der kleinen Selma steht eindeutig im Vordergrund und mit ihr der Rattenschwanz an düsteren Geheimnissen. Jetzt heißt es "Warten" ...

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Veröffentlicht am 02.06.2020

"Wer nicht hören will, muss fühlen!"

Auris
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Matthias Hegel, akustischer Profiler, wird zu einer Geiselnahme gerufen. Zwei kleine Kinder werden in ihrem eigenen Elternhaus gefangen gehalten. Anhand eines Telefonats soll Hegel den Täter auf die Schliche ...

Matthias Hegel, akustischer Profiler, wird zu einer Geiselnahme gerufen. Zwei kleine Kinder werden in ihrem eigenen Elternhaus gefangen gehalten. Anhand eines Telefonats soll Hegel den Täter auf die Schliche kommen und das Geschwisterpaar befreien. Alles geht glimpflich aus - bis Matthias selbst einen Mord an einer Obdachlosen gesteht - und dafür lebenslänglich hinter Gittern wandern soll.

1 Jahr später ermittelt die 28-jährige Jula Ansorge im Fall Hegel. Sie betreibt einen True-Crime-Podcast und ist sich sicher, dass Matthias unschuldig im Gefängnis sitzt. Jedoch möchten weder er, noch der beste Strafverteidiger Berlins, Dr.Gunnar Varbelow, dass der Fall neu aufgerollt wird. Jula soll ihre Ermittlungen auf Eis legen - nur leider steckt sie schon viel zu sehr drin und durch anonyme Hinweise, Videos und Drohanrufen, ist ihr Interesse geweckt. Eine spannende Suche nach der Unschuld beginnt.

Dieser Thriller "Auris" von Vincent Kliesch, lag schon seit einem Jahr unangetastet in meinem Bücherschrank. Durch das Erscheinen des 2.Bandes, musste ich ihn jetzt einfach befreien und lesen. Und ich wurde auf nicht einer Seite enttäuscht. Ein packender Thriller, nach einer Idee von Sebastian Fitzek. Ich habe früher schon die Bücher von Vincent gelesen und war von seinem angenehm flüssigen Schreibstil und der Art, mit einfachen Sätzen solch eine Spannung zu zaubern, begeistert. Auch detaillierte Beschreibungen (hier im Buch "Das Trinken von Urin!") haben mir Gänsehaut verursacht. Durch die kurzen Kapitel liest man diesen Thriller in einem Rutsch weg. Ich bin schon sehr gespannt, wie es bei Jula und Hegel im 2.Band weitergeht.

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Veröffentlicht am 18.05.2020

"Bücher sind Lebensmittel"

Meine Inselbuchhandlung
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Petra Dittrich schreibt auf den knapp 150 Seiten über ihr Leben und die Erschaffung ihre kleinen Wohlfühloase in Gingst.

Als Inselkind im Haus mit Reetdach zwischen Schweinen, Enten und Ziegen und fünf ...

Petra Dittrich schreibt auf den knapp 150 Seiten über ihr Leben und die Erschaffung ihre kleinen Wohlfühloase in Gingst.

Als Inselkind im Haus mit Reetdach zwischen Schweinen, Enten und Ziegen und fünf Geschwistern großgeworden - als Pippi Langstrumpf von Samtens früh die Liebe zu Pferden und Büchern entdeckt. Die lustigen Abenteuer hat sie nicht nur in den Büchern erlebt, sondern auch draußen zwischen Ställen und Ostsee. Mit 16 Jahren treibt es sie nach Schwerin zur Ausbildung - und 2 Jahre später in die Hauptstadt Berlin - ohne Wohnung und mit ein paar "Kröten" in der Tasche, genießt Petra in vollen Zügen ihr Leben. Bis sie Ende 1990er - Jahre krank wird und für sich beschließt, wieder in die Heimat zu ziehen - den die Anonymität in der Großstadt hat sie krank gemacht.

Durch einen Zufall bekommt sie eine Anstellung in ihrer ersten Buchhandlung in Gingst - und immer mehr wird Petra klar, dass sie ihr Hobby gerne zum Beruf machen möchte.

Gemeinsam dürfen wir Teil in Petras Leben haben - offen und ehrlich erzählt sie von ihrer Kindheit und Jugend - das sie nichts ausgelassen hat, ihr Herz aber immer für die Küste geschlagen hat. Und welche Etappen sie nehmen musste, um endlich ihren eigenen kleinen Buchladen in Gingst eröffnen zu können.

Sehr hat mir gefallen, dass die Autorin zwischenzeitlich ihre Hitliste niedergeschrieben hat, Beispiel von ihren "Lieblingsplätzen auf Rügen", "den Lieblingsbüchern über Rügen" bis hin zu ihren persönlichen Bestsellern. Das lockerte die ganze Geschichte etwas auf und wurde gekrönt mit Fotos auf den letzten 10 Seiten.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit jeder Seite mehr Lust bekommen habe, nach Rügen zu fahren, um ihrer kleinen Buchhandlung einen Besuch abzustatten. Auch die Veranstaltungen oder Lesungen in der Kulturscheune klingen interessant. Man merkt, dass Petra von Kopf bis Fuß Buchhändlerin ist - und leider ist es traurig, dass es hiervon heutzutage nur noch sehr wenige gibt. Wie gerne hätte ich in meiner Nähe eine kleine Buchhandlung, in der ich einmal die Woche vor dem Alltag flüchten könnte?

Dieser Roman bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung für all diejenigen, die Bücher lieben :)

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