Ein starkes Mädchen ohne Wurzeln sucht ihren Platz im Leben.
Louisianas Weg nach HauseDie Geschichte um "Louisianas Weg nach Hause" von Kate DiCamillo ist einfach und unaufgeregt, dabei aber auch sehr tiefgründig. Die auftretenden Charaktere und auch die Gedankenweise des Mädchens sind ...
Die Geschichte um "Louisianas Weg nach Hause" von Kate DiCamillo ist einfach und unaufgeregt, dabei aber auch sehr tiefgründig. Die auftretenden Charaktere und auch die Gedankenweise des Mädchens sind hin und wieder etwas skurril, geben der Geschichte aber eine besondere Dynamik. Die Autorin legt hier ein stilles Büchlein vor, welches eine Tiefe hat, die sich erst im Lauf der Geschichte entfaltet.
Die Autorin:
Kate DiCamillo (geboren 1964) wuchs in Florida auf und studierte englische Literatur. Inzwischen ist sie freie Autorin und lebt in Minneapolis / Minnesota. Den internationalen Durchbruch erlangte sie mit ihren Kinderbüchern Winn-Dixie und Kentucky Star . Auch ihr Roman Despereaux – Von einem der auszog, das Fürchten zu verlernen war sehr erfolgreich und wurde zudem verfilmt. Sie erhielt außerdem zwei Mal die Newbery Medal. Louisianas Weg nach Hause ist nach Little Miss Florida der zweite Teil der gleichnamigen Reihe. Little Miss Florida erschien bereits 2016 und wurde nun neu aufgelegt.
Inhalt:
„Louisiana Elefante wird mitten in der Nacht von ihrer Granny geweckt und muss alles zurücklassen, was ihr lieb ist: ihre beste Freundinnen Raymie und Beverly, ihren Kater und ihren Hund. Bei einer Rast in irgendeiner Kleinstadt verschwindet Granny plötzlich. Alles, was sie Louisiana zurücklässt, ist ein Brief. Zum Glück gibt es noch Burke Allen, den Jungen mit der Krähe auf der Schulter, und seine verrückte Familie. Vielleicht kann dieser Abschied doch der Anfang von etwas Gutem werden…!“ (Klappentext)
Kritik und Fazit:
Das Cover zeigt Louisiana im Profil. Die hat einen aufmerksamen und gleichzeitig verträumten Blick. Ihr Mund wirkt streng verschlossen. In ihrem Haar sitzt eine kleine Haarspange mit einem Hasen drauf. Der Hintergrund ist in einem frischen Blau gehalten. Schon hier lässt sich erahnen, dass wir viel aus dem Seelenleben der Protagonistin erfahren werden, denn sie scheint ein aufmerksamer und alles beobachtender Mensch zu sein, dem nichts entgeht.
Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und passt zu dem jungen Mädchen, welches ihre Geschichte zu Papier bringt. Ein wenig skurril ist sie, das Mädchen und die Geschichte. Louisiana hat nur ihre Granny, sonst keine weiteren Familienmitglieder und so stand Granny immer im Mittelpunkt von allem und hat ihre Weisheiten an Louisiane weitergegeben, welche diese nie in Frage gestellt hat. Erst als Louisiana von ihrer Granny verlassen wird, beginnt sie zu hinterfragen, was ihre Großmutter ihr alles so mitgeteilt hat.
Während ihrer Reise mit der Großmutter trifft das Mädchen auf einige eher unsympathische Menschen, wie die Sprechstundenhilfe beim Zahnarzt, die eine Notfallbehandlung ablehnen will oder die Besitzerin des kleinen, aber übersauberen Hotels, die keine Almosen verteilen will. Erst in Burke Allen findet Louisiana einen Freund, der ihr zur Seite steht, zu Essen gibt und helfen will. So landet Louisiana irgend wann am Esstisch jener Familie, die gar nicht so verrückt ist, wie es im Klappentext Erwähnung findet. Vielmehr sind sie hilfsbereit, mitfühlend und überaus aufmerksam.
Nicht alle Fragen werden in diesem Roman beantwortet. Außerdem sind manche Szenen (wie zum Beispiel beim Zahnarzt) etwas übertrieben und gar martialisch geschildert. Aber es geht eben nicht darum, die Geschichte der Großmutter zu erklären, sondern vielmehr um Louisiana, die ihren Weg gehen und eine wichtige Entscheidung treffen muss.
"Louisianas Weg nach Hause" liest sich unheimlich schnell, hat wenige spannende Elemente, ist dabei aber dennoch nicht langweilig. Lange Zeit fragt man sich, wo diese Geschichte hinführen wird und wird dabei in das Leben dieses starken und auch stillen Mädchens geführt, welches den Weg der eigenen Selbstfindung geht und am Ende ihren Platz in der Welt findet.