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Veröffentlicht am 20.08.2020

Ich, mein Vater und John Lennon

Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens
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Sein Vater war der bekannte Moderator der Buddy Winter Show, stürzte ab, legte ein Comeback hin.
Er war 23, bekam in seiner Peace-Corps-Zeit in Gabun Malaria, ging zurück zu seiner Familie in New York. ...

Sein Vater war der bekannte Moderator der Buddy Winter Show, stürzte ab, legte ein Comeback hin.
Er war 23, bekam in seiner Peace-Corps-Zeit in Gabun Malaria, ging zurück zu seiner Familie in New York. 1979/80, die wohlhabende Familie lebte im Hotel Dakota, einer Welt für sich. Und der Knaller: zwei Etagen entfernt von John Lennon. Auch dort wohnhaft: Leonhard Bernstein.
Um den Vater, John Lennon und Anton Winter dreht sich die gesamte Geschichte. Der Vater, erst erfolgreich (Gäste: Tennessee Williams, Lauren Bacall, Katharine Hepburn ....) bedarf nun wieder der Hilfe seines Sohnes. Der ist Gast im Studio 54 und trifft dort superheiße Models, Medienmogule, Rockstars, Schnösel und andere Größen.
Fährt mit Familie zu den Olympischen Winzerspielen in Lake Placid, sieht dort Woody Allen, Frank Sinatra, Norman Mailer, die er alle kennt.
Anton Winter ist eine Tratschtante. Er erzählt, welcher Promi versucht hat, seine Frau zu ermorden, dass John Lennon in einem Club ausgetickt ist und sich mit Drogen erwischen lassen hat, Yoko Ono ein T-Shirt mit tiefem Ausschnitt trug und, und, und. Weitere bekannte Personen unterzieht er einem wertenden Urteil wie ...gefühlsduselig, selbstgefällig, dürr, widerlich. Ach ja, er hat John Lennon den Umgang mit einem Boot beigebracht und wurde eingeladen, denselben in engstem Kreis auf einer Yacht zu den Bermudas zu begleiten. Dank dieser Bootstour durchbrach John seine Schreibblockade!
Papi Buddy kann auch nur mit Anton wieder durchstarten, aber das passt dem nicht so recht. Er möchte seine eigene Lebensgeschichte schreiben. Nämlich bei den US Open Leute wie Dustin Hoffman und Barbra Streisand, Lee Majors und Brooke Shields treffen. Das ist seins. Namen, Namen, Namen.....
Es hätte interessant sein können, ist es an wenigen Stellen auch, ein Hauch Zeitgeschichte kommt vor, aber konnte mich insgesamt nicht packen.
Verfasst von Tom Barbash, aus dem Englischen von Michael Schickenberg übersetzt.

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Veröffentlicht am 14.08.2020

Wunderbare Zukunft?

Paradise City
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Megacity Frankfurt. Die Luft ist sauber, alle Menschen sind gut genährt, verfügen über ein Grundeinkommen, können bei wöchentlicher 20-Stunden Arbeitszeit etwas hinzuverdienen und bekommen bei gesunder ...

Megacity Frankfurt. Die Luft ist sauber, alle Menschen sind gut genährt, verfügen über ein Grundeinkommen, können bei wöchentlicher 20-Stunden Arbeitszeit etwas hinzuverdienen und bekommen bei gesunder Lebensweise Sozialpunkte, das heißt, bessere Wohnungen oder andere Vergünstigungen. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert bestens und gesund sind alle, wird das doch regelmäßig überprüft und gegebenenfalls behandelt.
Alles schön, oder? Na, wenn man nichts Falsches macht, dann stört einen doch permanente Überwachung nicht, oder? Dann ist es doch egal, ob die Nachrichten immer der Wahrheit entsprechen, ob man glaubt, dass es keine schlimmen Krankheiten mehr gibt, ob Daten missbraucht werden und ob Genmanipulationen stattfinden? ODER?
Protagonistin Liina arbeitet in einer privaten Nachrichtenagentur, recherchiert Vorfälle, die in der Staatspresse nicht vorkommen oder anders dargestellt werden. Das ist gefährlich, nicht nur für sie.....
Wie sieht es überhaupt außerhalb aus? Überschwemmungen, veraltete Infrastruktur, dann gibt es auch noch die Parallelen, Menschen, die sich den Kontrollen entziehen, die anders sind.
Hätte eine packende Dystopie sein können, ist es aber nicht. Manches ist unlogisch, die Figuren sind irgendwie blutarm, undurchsichtige Regierungsgestalten sind stets nur verpixelte Schatten.
Eine Zukunftsvision von Zoe Beck, die nur bedingt mitnimmt.

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Veröffentlicht am 04.08.2020

Cait und das mysteriöse Irland

Burning Oceans: Reisende zwischen den Gezeiten
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Cait muss in ein abgelegenes Nest an der irischen Küste ziehen. Es beginnt skurril, sie verliert die Asche der Großmutter, die die Familie auf See verstreuen sollte. Sie ist weder davon begeistert noch ...

Cait muss in ein abgelegenes Nest an der irischen Küste ziehen. Es beginnt skurril, sie verliert die Asche der Großmutter, die die Familie auf See verstreuen sollte. Sie ist weder davon begeistert noch vom Haus der Großmutter, dass die Mutter geerbt hat. Ach ja, die Mutter: auf Paris-Ausstellungen, auf Therapie-Sitzungen, Rotwein trinkend und wenn zuhause, dann verhasstes Essen kochend oder rummeckernd. Zutiefst unsympathisch. Cait jedenfalls ist fasziniert vom geheimnisvollen Blake. In seiner Nähe riecht sie salzige Meeresluft. Allerdings verschwindet Blake immer mal wieder. Dafür taucht dann die ihm sehr ähnliche Bay auf. Mit ihr verbringt sie gern Zeit. Auch hilft sie ihrem Vater in seiner Tierarztpraxis, möchte sie später doch selbst Veterinärin werden.
Oft hört sie Geschichten über das alte irische Volk und die Insel der ewigen Jugend. Vor beidem sollte man sich hüten. So richtig glaubt sie nicht daran. Eines nachts verschwindet ihre Schwester Rose...
Bis hierhin gut zu lesen, eine romantische Jugendgeschichte. Ab dann ergeht sich Linda Schirmer nur noch in Andeutungen, steuert eindeutig auf eine Fortsetzung der Story zu, vermag mich aber nicht mehr zu unterhalten. Selbst der Titel erschließt sich nicht.
Fantasy von Piper digital.

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Veröffentlicht am 15.07.2020

Weben überall

Stolen 1: Verwoben in Liebe
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Abigail Wood soll eine Diebin sein. Zweimal hat sie Dinge entwendet, um anderen zu helfen: einen Karussellchip und Prüfungsunterlagen. Damit sie dafür (!) nicht ins Jugendgefängnis kommt, gibt die letzte ...

Abigail Wood soll eine Diebin sein. Zweimal hat sie Dinge entwendet, um anderen zu helfen: einen Karussellchip und Prüfungsunterlagen. Damit sie dafür (!) nicht ins Jugendgefängnis kommt, gibt die letzte ihrer verschiedenen Pflegemütter sie in ein besonderes Internat. Dort fällt sie den beiden attraktiven Schattenspringerjungs sofort wegen ihrer starken Weben auf. Weben? Linien unter der Haut, die unangepasstes Benehmen verursachen und Bastians Hunger stillen. Wenn er seine Mitschüler - ohne ihr Wissen allerdings - davon erlöst, fühlen sie sich besser und verhalten sich nicht mehr auffällig. Fragwürdige Manipulation in meinen Augen. Bastian selbst ist zudem einer von drei Ringhütern. Ist man im Besitz aller drei Ringe, kann damit Ungeheures initiiert werden. Klar, dass einige Leute auf die Ringe scharf sind.
Um Abby, Tristan und Bastian dreht sich alles, die Weben sind ermüdendes Buchthema Nummer 1. Unklar bleibt, warum Abby so oft aus verschiedenen Pflegefamilien abgeschoben wird, warum sie diese Weben hat und warum diese dermaßen überzogen die Handlung bestimmen. Eine nette, aber stark aufgeblähte Teenie-Liebesgeschichte ohne wirkliche Handlung von Emily Bold aus dem Planet! Verlag.

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Veröffentlicht am 08.07.2020

Blödelei ohne Ende

Der Gemüseflüsterer von Mainhattan
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Wie in einem schlechten schwarz-weiß Krimi oder Groschenroman kommt McBride daher. Filterlose Camel, Billig-Bier, Junkfood. Er soll ein geheimnisvolles, Rezept, das Keltische, finden. Wer es hat, dem garantiert ...

Wie in einem schlechten schwarz-weiß Krimi oder Groschenroman kommt McBride daher. Filterlose Camel, Billig-Bier, Junkfood. Er soll ein geheimnisvolles, Rezept, das Keltische, finden. Wer es hat, dem garantiert es Jugend und Schönheit für fünfzig Jahre. Leider wird ein potenzieller Tippgeber, zufällig sein alter Lateinlehrer, vor seinen Augen erschossen. Nun ja. Weitere Spuren vermutet er in den Nation Of The Beautiful. Dort ehrt man Bruder Tier und Schwester Pflanze. Als Seelengemüse wird McBride Sellerie zugeordnet. Die bewunderte Michelle bekommt blaue Blümchen und das Angebot, mit dem Sektenguru intim zu werden. Zwischendurch versucht ein anderer Interessent, Konsul Hofgeier, ihn für sich zu gewinnen. Sogar umwerfender Sex mit der göttlichen Sophie wird ihm gewährt. Aber McBride, der alle Besiegende, der Sexgott, ist unbestechlich. Auch Kommissar Erik Odecker kann ihm nichts anhängen.
Ob aber die Gespräche mit Blumenkohl Claudia, Grashalmen oder roten Zwiebeln weiterhelfen? Oder deftige Prügeleien?
Leo Heller hat durchaus unterhaltsame Ideen, mir aber war die Handlung zu klischeehaft, zu hanebüchen, zu vorhersehbar und konnte mich nicht wirklich begeistern.

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