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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2020

Schöne Geschichte, mit einem sehr ernstem Thema

Jetzt ist alles, was wir haben
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Erster Satz

Um mich herum wimmeln die Notfallsanitäter über den Hügel wie Ameisen auf der Jagd nach Verwertbarem.

Meinung

Egal wie gut Hadley in der Schule oder dem Sport ist, sie wird es ihrem Vater ...

Erster Satz

Um mich herum wimmeln die Notfallsanitäter über den Hügel wie Ameisen auf der Jagd nach Verwertbarem.

Meinung

Egal wie gut Hadley in der Schule oder dem Sport ist, sie wird es ihrem Vater nie recht machen können. Jedoch kann sie dafür sorgen, seine Wut im Zaum zu halten und nicht negativ aufzufallen oder noch besser: unsichtbar sein. Nicht für sich selbst, aber für ihre Schwester, die schutz- und ahnungslos ist und noch immer so lebenslustig und fröhlich ihre Kindheit genießt.

Hadley erzählt ihre Geschichte abwechselnd in zwei Abschnitten. Die Vergangenheit und die Gegenwart, in der etwas furchtbares passiert. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm.
Nach außen scheint ihr Vater nur sehr streng und um seine Tochter besorgt, doch hinter der Fassade liegt ein knallharter Drill und wenn Hadley nicht pariert wird er handgreiflich. Durch die Zeitsprünge wird die äußerlichen Wirkung der Familie auf andere genutzt. Lehrer und Freund deuten Verdacht an, andere wiederum bezeichnen die Familie als normale, betuchte Bürger an. Das gefiel mir sehr gut und wurde glaubwürdig herübergebracht. Blutergüsse und Verletzungen wurden jedoch wenig behandelt. So ist Hadley Kapitänin beim Lacrosse, oft in einer Umkleide und dennoch soll nie jemand etwas gesehen haben. Im Buch werden solche Situationen gar nicht behandelt, da fehlte mich etwas.

Charaktere

Protagonistin Hadley war mich schnell sympathisch, auch ihre Beweggründe alles geheim zuhalten sind glaubhaft und herzzerreißend.

Charlie wirkt zunächst wie der Draufgänger schlechthin, stellt sich dann aber als jemand mit einem weichen Kern heraus. Im Ganzen blieben er und seine Geschichte jedoch zu blass. Manchmal kam er sehr emotionslos und abweisend rüber.

Fazit

Schöne Geschichte, mit einem sehr ernstem Thema und einer tollen Protagonistin, Freund Charlie war aber etwas zu blass. 4 Sterne

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2020

Die Sache mit den Vorurteilen

Das Schicksal weiß schon, was es tut
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Erster Satz

Wie jeden Morgen frühstücke ich mit meinem Vater.

Meinung

Rob und Maegen haben nicht viel gemeinsam - sie eine Streberin ohne viele Freunde, er ein Sportler von allen gemocht und verehrt ...

Erster Satz

Wie jeden Morgen frühstücke ich mit meinem Vater.

Meinung

Rob und Maegen haben nicht viel gemeinsam - sie eine Streberin ohne viele Freunde, er ein Sportler von allen gemocht und verehrt - doch dann ändern zwei Geschehnisse alles. Plötzlich werden sie von allen gemieden und mit Vorurteilen konfrontiert, bis ein Matheprojekt die zwei Außenseiter zusammen bringt.

Abwechselnd erzählen Rob und Maegen die Geschichte, so bekommt der Leser reichlich Einblicke in beide Seiten. Der Schreibstil war jugendlich, angenehm und flüssig zu lesen.
Schon zu Beginn sind beide von der Gesellschaft ausgestoßen, die Situationen, die sie dazu machten werden ohne Umschweife von ihnen erläutert. Nur wie es dazu kam oder was dies mit ihnen anstellte, wird erst nach und nach gelüftet. So ist besonders bei Rob eine Wandlung zu merken, wie er mit der Tat seines Vaters umgeht. Er verarbeitet sie zunächst nicht, sondern geht dem Problem aus dem Weg. Maegen wiederum muss sich erst selbst eingestehen, weswegen sie bei den Tests schummelte, obwohl sie Bestnoten hat. Es waren so unterschiedliche Dinge, welche die zwei plagten und dennoch führten sie zu den gleichen Problemen und das war sehr gut nachvollziehbar.

Charaktere

Wir lernen nur dem Einzelgänger Rob kennen, der seinen Mitschülern und Mitmenschen aus dem Weg geht, seine Wochenenden mit Fantasyromanen verbringt und sich immer fragt ob der Gegenüber seinen Vater kannte und von ihm betrogen wurde. Er hat sich damit abgefunden und geht allem aus dem Weg, auch wenn er sich einsam fühlt. Mir war der Rob sehr schnell sympathisch und auch lieber als Maegen.

Diese war mir in einigen Situationen einfach zu nichtssagend, eine von vielen und manchmal auch noch echt nervig und anstrengend. Zwischendurch hatte sie jedoch auch Hochphasen, es war sehr durchwachsen mit ihr.
Die Beziehung zwischen den Beiden war super angenehm. Kein langes, großes Hin- und Her, sie finden einander nett und sympathisch und können sich beide mehr vorstellen. Es war angenehm und nicht nervig den beiden dabei zu folgen. Kein "Ich will, aber ich kann nicht" wie es häufig der Fall ist.

Fazit

Es ist eine Geschichte ohne große Wendungen und Überraschungen, aber dafür zeigt sie sehr deutlich wie schnelle Menschen andere ausgrenzen, ohne deren Gefühle und Geschichte zu kennen. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 04.06.2020

Mitreißendes Finale

Ocean City – Stunde der Wahrheit
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Erster Satz

Erwischt, aus und vorbei.

Meinung

Zurück in Ocean City müssen Jackson und Crockie feststellen, dass nicht alles so war, wie es scheint, Freunde und Feinde sich die Hand geben und die City ...

Erster Satz

Erwischt, aus und vorbei.

Meinung

Zurück in Ocean City müssen Jackson und Crockie feststellen, dass nicht alles so war, wie es scheint, Freunde und Feinde sich die Hand geben und die City droht zu sinken. Es bleibt nicht viel Zeit, um zu entscheiden was zu tun ist.

Zusammen mit dem personalen Erzähler folgt der Leser wieder hauptsächlich Jackson, zwischendurch auch mal seinen Gegenspielern. Der Schreibstil war wieder sehr angenehm.
Im dritten und finalen Band wird einiges aufgedeckt. So erfahren Jackson und Crockie endlich von Kellingtons Prüfung und ihrer Aufgabe darin, aber auch was mit Bezirk 404 passierte. Es wird spannend und spitzt sich am Ende in einem Rennen gegen die Zeit zu.

Charaktere

Zu Jackson und seinen Freunden gesellt sich dieses Mal ein Mädchen, Megan, zu. Ihre Mutter verschwindet auf dem Festland und arbeitet als Wissenschaftlerin am Bezirk 404. Ihre Rolle ist nicht weiter wichtig, als dass sie die Tochter ist und somit als Bindeglied fungiert.

Fazit

Gelungener Abschluss, der noch einmal zum Mitfiebern animierte und offene Rätsel löste. 4 Sterne

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 02.06.2020

Ein historischer Roman, der geschichtlich und erzählerisch begeistert

Der rote Milan - Paladin des Königs
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Erster Satz

Im ersten Drittel des zehnten Jahrhunderts loderten in vielen Ländern Europas die Brandfackeln des Krieges.

Meinung

Otto I. sieht sich in seiner Herrschaft so manchem Konflikt entgegen. ...

Erster Satz

Im ersten Drittel des zehnten Jahrhunderts loderten in vielen Ländern Europas die Brandfackeln des Krieges.

Meinung

Otto I. sieht sich in seiner Herrschaft so manchem Konflikt entgegen. Angefangen bei den Herrschern der umliegenden Ländern bis hin zu Mitgliedern seiner eigenen Familie. Viele wollen ihm seinen Titel streitig machen, doch es gibt auch einige wenige auf die er sich verlassen kann, so wie Heinrich, der rote Milan.

Zu Beginn gibt es ein Personenverzeichnis mit allen geschichtlichen und fiktiven, wichtigen Personen und einem Vorwort vom Autor. So erfährt der Leser gleich welche Personen der Fantasie entstanden und welche wirklich gelebt haben. Der Schreibstil war schön und flüssig zu lesen. Am Anfang hatte ich allerdings noch etwas Probleme damit, dass zwischendurch die gewählte Zeit manchmal wechselt. Aber dies legte sich nach und nach. Der personale Erzähler folgt, bis auf einige wenige Ausnahmen, Heinrich oder seiner Mutter Larissa.
Die Geschichte spielt im Reich von 932 bis 955 und macht dazwischen immer mal wieder kleine Sprünge. Im Vordergrund steht dabei der interne Zwist Ottos mit seinem Sohn und anschließend der Krieg gegen die Ungarn. Drumherum erfährt der Leser viel über Heinrich und dessen Aufgaben und Missionen, ebenso seine Begegnung und anschließende Beziehung mit der Heilerin Alette. Ihre Beziehung fühlte sich für mich irgendwie bis zum Schluss nicht richtig an. Vielleicht weil alles so schnell ging, Alette am Anfang so wirkte als wolle sie Heinrich nicht näher kennenlernen und er sie viel zu sehr, bevor es dann auf einmal hieß, die Zwei sind Geliebte.

Charaktere

Heinrich wurde schon zu Beginn des Buches mit wichtigen Aufgaben betraut, war sich aber dennoch manchmal unsicher und suchte sich Rat bei seinen Vertrauten und Freunden. Er war jung und das spürte man beim Lesen. manchmal naiv und unbedacht, war er ein angenehmer Protagonist.
Seine Mutter Larissa war trotz ihres Standes und Geschichte eine starke Frau, stieß aber immer wieder Hindernisse und steckte ihre Nase gerne in Angelegenheiten, welche zu der Zeit hauptsächlich den Männern vorbehalten waren. Ich mochte es, auch wenn es wohl für damalige Verhältnisse zu "modern" war.

Fazit

Ein historischer Roman, der geschichtlich und erzählerisch begeistert, der mit schönen Charakteren kommt, die manchmal aber etwas zu "modern" agieren. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 19.05.2020

Bevor man andere findet, muss man erst sich selbst suchen

Mädchen aus Papier
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Erster Satz

Früher, als ich noch klein war, hatte ich Angst vor dem Spiegel.

Meinung

Maris Familie scheint auf den ersten Blick wie jede andere: Mutter, Vater, Tochter - wäre da nicht das leere Zimmer ...

Erster Satz

Früher, als ich noch klein war, hatte ich Angst vor dem Spiegel.

Meinung

Maris Familie scheint auf den ersten Blick wie jede andere: Mutter, Vater, Tochter - wäre da nicht das leere Zimmer im Haus, das andere Mädchen auf den Bildern und die oberflächlichen Gespräche, um ja keine alten Wunden aufzureißen. Maris Schwester verschwand als sie drei war und hinterließ eine Lücke, die nicht gefüllt werden kann, so sehr Mari es auch versucht. Doch dann steht Annika urplötzlich nach zwölf Jahren wieder vor der Tür und Mari weiß nicht, wie sie damit umgehen soll.

Vor jedem Kapitel gibt es einen kurzen Gedanken von Mari, über den Inhalt oder einem dazu passenden Gedanken oder Thema, ehe sie die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt. Der Schreibstil war sehr angenehm und für ein Jugendbuch passend.
Mari hat nicht viele Freunde, auch ihre Eltern scheinen sich von der Masse zurückgezogen zu haben. Von ihrer Schule und den Mitschülern spricht Mari überhaupt nicht, stattdessen nimmt sie uns mit zu einer Gruppentherapie für Kinder, dessen Geschwister weg sind. Sei es durch Tod oder Verschwinden. Sie besucht die Gruppe schon länger und lernte dort ihre beste Freundin Clementine kennen, dessen ältere Schwester starb. Kurz vor Annikas Auftauchen kommt Ole neu in die Gruppe, sein Bruder verschwand spurlos im Urlaub. Die drei werden mit der Zeit zu einem guten Team, wenn auch mit vielen Meinungsverschiedenheiten.
Als ihre Schwester wieder auftaucht, weiß Mari zunächst nicht wie sie sich fühlt. Einerseits froh, andererseits ändert sich gerade ihre ganze Familie und sie fühlt sich alleine und vernachlässigt. Ihre Eltern versuchen es Annika so recht wie nur möglich zu machen und fragen Mari nicht, wie sie sich dabei fühlt. Einige Aktionen haben mich auch wirklich sprachlos gemacht und mich gut in Marie hineinversetzten lassen. Die Geschichte braucht jedoch gerade am Anfang ihre Zeit, um Fahrt aufzunehmen und zieht sich dadurch etwas.

Charaktere

Mari unterscheidet sich selbst in Tag- und Nacht-Mari. Erstere übernimmt den Platz der vermissten Tochter und bereitet ihren Eltern nicht unnötig Sorgen, währenddessen bricht die Nacht-Mari aus und stromert des Nachts draußen herum, gegen alle Regeln. Sie ist es auch, die nicht erfreut ist, dass Annika wieder da ist. Doch im Verlauf der Geschichte muss Mari lernen, beide zu einer Person zu kombinieren und sich selbst zu sehen.

Über Ole hätte ich gerne noch etwas mehr erfahren. Ruhig und noch überhaupt nicht über das Verschwinden seines Bruders hinweg, war er ins sich gekehrt und geriet oft mit Mari aneinander. Clementine war das Gegenteil. Viel zu viel mitzuteilen und eine sehr offensichtliche Essstörung, die keiner der Erwachsenen wahrnahm. Obwohl alle drei doch sehr unterschiedlich waren, so war doch bei allen etwas gleich - sie wurden sich überlassen. Während ihre Eltern sich dem Verlust eines Kindes hingaben, vergaßen sie das andere.

Fazit

Am Anfang etwas zu viel Länge, schöner Schreibstil und eine Reise zu sich selbst und den eigenen Wünschen. 4 Sterne

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