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Veröffentlicht am 14.10.2020

Starker Krimi

Schnee vom Gardasee
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Klappentext:

Stille liegt über dem See. Maurizio Bosco lauscht. Er späht in die Nacht, kann nichts Verdächtiges entdecken. Gut.
Er dreht sich um und blickt in die Mündung einer Pistole. Maurizio Bosco ...

Klappentext:

Stille liegt über dem See. Maurizio Bosco lauscht. Er späht in die Nacht, kann nichts Verdächtiges entdecken. Gut.
Er dreht sich um und blickt in die Mündung einer Pistole. Maurizio Bosco hat beste Espressobohnen geladen,
edle Naturkosmetik und feinstes weißes Pulver zur Stimmungsaufhellung.
Doch die Lieferung an eine Wohlfühloase am Chiemsee wird nicht ankommen. Greta van Holsten,
Spross einer Hamburger Kaffeeimporteur-Dynastie, ahnt Schlimmstes: Ist Maurizio, ihr Verlobter,
Opfer des eigenen Familienclans geworden? Und wer wird der nächste sein?

Fazit:

Der Schnee vom Gardasee ist eine bayerische/italienische Mischung.
Das Geschehen und die Ermittlungen sind Länderübergreifend.
Dieses Mal müssen sich die beiden Kommissare aus Traunstein und Verona mit der feinen Gesellschaft auseinandersetzen.
Der gute Schein muss gewahrt werden, aber die Handlungen sind an Skrupellosigkeit kaum zu überbieten.
Es geht um Drogenhandel, Mafiamethoden und um Rache. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, immer zu werden ihnen Steine in den Weg gelegt. Wem kann man trauen und wem nicht?
Atmosphärisch dicht und sehr authentisch werden die Ermittlungen geführt.
Der mitreißende Schreibstil nimmt einen gleich mitten rein in das Geschehen.
Fließend und spannungsreich wird hier das beginnende Unheil geschildert.

Die Kapitel Vignetten sind sehr hübsch gestaltet und machen es dem Leser leichter sich zurechtzufinden.
Jedes Land hat seine eigene Ermittlungsstrategie und die wird wunderbar zu Papier gebracht.
Es gibt sehr viel Lokalkolorit und die Geschichte an sich ist sehr authentisch.
Mit sehr starken und zu weil auch bösartigen Charakteren, bis in die Nebenrolle sehr gut beschrieben.
Am Anfang geht es noch recht ruhig zu. Viele Fährten werden gelegt. Die Spannung wächst langsam und stetig. Bis es dann so richtig zu Sache geht.
Der Spannungsbogen ist bis zum überraschenden Ende gekonnt gesetzt.
Ein wunderbarer Krimi zu mit raten und spekulieren.








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Veröffentlicht am 19.09.2020

Ein richtig guter Regio-Krimi

Rebenopfer
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Den Privatermittler Carlo Herb verschlägt es in das pfälzische Dorf Elwenfelsch. Hans Strobel, ein millionenschwerer Messe-Magnat ist spurlos verschwunden. Seine Frau wird unruhig denn, wenn ihr Mann nicht ...

Den Privatermittler Carlo Herb verschlägt es in das pfälzische Dorf Elwenfelsch. Hans Strobel, ein millionenschwerer Messe-Magnat ist spurlos verschwunden. Seine Frau wird unruhig denn, wenn ihr Mann nicht mehr unter den lebenden weilt, bekommt sie ein Vermögen ausgezahlt. Sie engagiert Carlo, das Hamburger Nordlicht. Der tut sich anfangs schwer mit der Pfälzer Lebensart und vor allem mit dem Dialekt. Doch Carlo gibt nicht auf und mit der Hamburger Hartnäckigkeit und dem guten Wein macht er sich dran den Fall zu lösen.

Dieser Regio-Krimi ist eine richtige Überraschung. Er entführt den Leser in das Pfälzer-Weinland in ein kleines Dorf namens Elwenfels.

Die Dorfbewohner sind ein lustiges Völkchen. Fröhlich, weinselig und auch etwas schrullig. Sie sind unkompliziert, sehr gastfreundlich und dem Wein nicht abgeneigt. Die Schreibweise ist wunderbar. Skurril, Temporeich und gespickt mit köstlich witzigen Dialogen und dem wunderbaren Pfälzer Dialekt wird der Leser in die Geschichte gezogen. Da ist die Pfälzer Landschaft, die man richtig vor Augen hat und die Dorfbewohner geben einem das Gefühl mit am Tisch zu sitzen. Da wird gewitzelt und genossen das sich die Tische biegen. Denn, wenn der Pfälzer feiert dann aber richtig. Ein ganzer Ort voller Pfälzer und jeder ist irgendwie in die Sache involviert und damit auch Verdächtig.

Das geheimnisvolle Elwenfels liegt mitten im Wald. Dort lebt die Elwetritsch, ein vogelähnliches Fabelwesen. Es weht etwas mythisches durch den Wald. Unheil droht. Der Spannungsbogen wächst und man hat das Gefühl dabei zu sein. Ein unblutiger Krimi, mit sehr viel Lokalkolorit und Selbstironie.

Zum Mitraten und schmunzeln. Ein wunderbarer Ausflug der große Lust auf die Pfalz macht.

Erwähnenswert ist auch die schöne Skizze von Elwenfelsch vorne im Buch.

Hinten im Buch gibt es ein Glossar für etho-linguistisch interessierte Leser/innen.

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Veröffentlicht am 11.09.2020

Packend und warmherzig

Kalmann
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Dieser Roman hat etwas Besonderes.
Man ist sofort drinnen in Kalmanns Welt und freut sich auf die all die kommenden Seiten.
Kalmann geht auf Haifischjagd und ist der selbsternannte Sheriff von Raufahöfn.
Ein ...

Dieser Roman hat etwas Besonderes.
Man ist sofort drinnen in Kalmanns Welt und freut sich auf die all die kommenden Seiten.
Kalmann geht auf Haifischjagd und ist der selbsternannte Sheriff von Raufahöfn.
Ein waschechter Isländer mit einem amerikanischen Vater der im Dorf mit Cowboyhut und Revolver herumläuft.
Er macht sich seinen Reim auf alles, was im Dorf so vor sich geht und er erzählt uns seine Geschichte.

Eine recht spannungsgeladene Geschichte aus der Sicht eines nicht so klugen Menschen der an Forrest Gump
erinnert. Ein Antiheld, der so liebenswürdig ehrlich ist, das man sich fragt was ist eigentlich normal?
Wunderbar geschrieben und die Gedankengänge und Empfindungen von Kalmann sind teilweise so berührend gutgläubig.
Und er hat sein Motto: kein Grund zur Sorge, Sheriff von Raufarhöfn bekommt das schon hin.
Man empfindet Sympathie für diesen jungen Mann, der eigentlich nur anerkannt und geliebt werden will.
Nimmt Anteil daran wie Kalmann unbedingt helfen will und sich doch dabei sehr oft total verhaspelt.
Nur, wenn er Gammelhai zubereitet ist er ganz in seinem Element. Am Ende wächst er über sich hinaus und zeigt was in ihm steckt.


So ganz nebenbei bekommt man noch einen sehr schönen Blick auf Island. Über die Natur und die Lebensbedingungen.
Über die Menschen dort und wie es sich so Lebt.
Die teilweise skurrilen Personen und die humorvollen oft lebensklugen Passagen machen diesen Roman zu einem Leseerlebnis.
Es ist nicht nur ein packendes Buch, sondern auch ein sehr warmherziges.
Ein bisschen zum Nachdenken und manches Mal auch zum Lachen.

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Veröffentlicht am 14.08.2020

Glaube, Liebe, Hoffnung

Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück
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Es war so schön, solange es anhielt.

Dieses wunderbare Buch beschreibt das außergewöhnliche Leben der Marguerite (Peggy) Guggenheim.

Erzählt wird in drei Abschnitten. Die Handlung spannt sich von 1937 ...

Es war so schön, solange es anhielt.

Dieses wunderbare Buch beschreibt das außergewöhnliche Leben der Marguerite (Peggy) Guggenheim.

Erzählt wird in drei Abschnitten. Die Handlung spannt sich von 1937 bis 1942.

Peggy hatte zwei großen Leidenschaften. Kunst und Männer. Das wird so wunderbar beschrieben. Wie Peggy allen Widerständen zum Trotz sich ihren Traum erfüllt.

Man spürt förmlich die Kraft, die Peggy ausstrahlt. Ihre Leidenschaft, ihren Willen sich gegen eine Männerwelt und sogar auch gegen die eigene Familie zu behaupten. Der unbedingte Wille zur Unabhängigkeit und der Auffassung, dass Kunst für jeden da war und nicht nur für einen kleinen abgeschlossenen Kunstzirkel.

Die Leidenschaft zur Kunst und die Anfänge ihrer Sammlerleidenschaft ist so mitreißend beschrieben. Ihre ganze Persönlichkeit wird greifbar. Mit ihrem Geld tut sie auch viel Gutes. Viele Freunde werden von ihr monatlich finanziell unterstützt. Auch in schlechten Zeiten denkt sie ganz zuletzt an sich. Durch ihre finanziellen Zuwendungen gelingt zahlreichen Künstlern die Flucht aus Europa.

Die Charaktere dieser Zeit werden brillant zum Leben erweckt. Das Lebensgefühl der 1930 Jahre kommt auch so wunderbar auf die Seiten. Die Ortsbeschreibungen lassen eine längst vergangene Zeit wieder auferstehen und laden in eine Reise in die Vergangenheit ein.

Ein sehr gut recherchiertes Buch über eine kämpferische und starke Frau die ihren Weg gegangen ist.

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Veröffentlicht am 24.07.2020

Die Suche nach der Wahrheit

Zwei fremde Leben
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Dieser Roman spielt in der ehemaligen DDR und zeigt auf sehr realistische und vor allem spannende Art wie es dort damals zugegangen sein kann.

Zwangsadoption in der DDR ist ein Thema das noch nicht richtig ...

Dieser Roman spielt in der ehemaligen DDR und zeigt auf sehr realistische und vor allem spannende Art wie es dort damals zugegangen sein kann.

Zwangsadoption in der DDR ist ein Thema das noch nicht richtig aufgearbeitet wurde.

In diesem Roman wird ein Baby kurz nach der Geburt für Tod erklärt. Der Albtraum jeder Mutter. Ihre Zweifel, Ängste und die Hoffnung nach Aufklärung. Das alles wird sehr real und auf gespenstische Art und Weise erzählt. Der Alltag, das Leben im grauen Dresden. Vor allem auch das Leben mit der Stasi.Alles wirkt so Echt und das Entsetzen wird nahezu greifbar. Der Spannungsbogen ist sehr gekonnt gesetzt. Das liegt auch an den verschiedenen Erzählsträngen. Dadurch wird diese Geschichte sehr lebendig. Die Charaktere und der Aufbau sind sehr überzeugend und authentisch. Der Autor schafft es aus jeden der Charaktere das Geheimnisvolle und auch Befremdliche klar herauszustellen. Keiner von Ihnen kommt besonders sympathisch rüber und sie bleiben einem die ganze Zeit über fremd. Das Misstrauen, die Umstände, die Verzweiflung und der unbedingte Wille der Aufklärung sind sehr gekonnt in Szene gesetzt. Wem kann man trauen und wem nicht? Ist es Realität oder doch nur Einbildung? Die Schreibweise ist wunderbar fließend und mitreißend. Man kann dieses Buch kaum aus der Hand legen. Ein Buch, das dem Leser eine Gänsehaut verschafft und in die menschlichen Abgründe zieht. Düster und geheimnisvoll. Ein Lesehighlight!

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