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Veröffentlicht am 28.07.2020

Liebe ist Krieg

Requiem
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Lena und Julian sind in der Untergrundgruppe zurück, doch noch jemand ist wieder von den Toten auferstanden: Alex. Lena hat ihn für tot gehalten, doch das ist er nicht, zumindest körperlich. Er fühlt sich ...

Lena und Julian sind in der Untergrundgruppe zurück, doch noch jemand ist wieder von den Toten auferstanden: Alex. Lena hat ihn für tot gehalten, doch das ist er nicht, zumindest körperlich. Er fühlt sich von ihr verraten, als er sie mit Julian sieht. Doch das ist noch das Geringste aller Probleme, denn die Regierung macht jetzt auch in der Wildnis gezielt Jagd auf die "Infizierten", also diejenigen, die sich ihre Gefühle nicht haben nehmen lassen. Zur selben Zeit bereitet sich Hana, Lenas ehemalige beste Freundin, darauf vor, den zukünftigen Bürgermeister Fred Hargroves zu heiraten, doch sie merkt immer wieder, dass sie "fehlerhaft" ist, Gefühle besitzt, die eigentlich zerstört sein sollten. Alles endet an ihrem Hochzeitstag dort, wo es angefangen hat: in Portland.

Vielleicht ist es zu lange her, dass ich die ersten beiden Bände gelesen habe, doch ich konnte mich hier mit Lena nicht mehr anfreunden. Während sie zuvor eine wirklich coole, sympathische Protagonistin gewesen ist, entwickelt sie sich hier zu einer absoluten Zicke, aus der nur noch selten die alte Lena hervorblitzte. Mir ist klar, dass sie wahnsinnig viel Stress und Unsicherheit und das Gefühl hatte, sich zwischen ihrer ersten und zweiten Liebe entscheiden zu müssen, aber all ihren Frust an Julian auszulassen, hat mich selbst gefrustet. Dazu kommt, dass es eigentlich kein vernünftiges Ende gibt - eigentlich bräuchte es noch mindestens ein ganzes Buch, um einen Abschluss zu schaffen, der der Reihe würdig wäre. Trotzdem ist der Schreibstil wieder mitreißend und fesselnd und ich habe insgesamt diese Dystopie gern gelesen. 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 25.07.2020

Warum in die Ferne schweifen

HOLIDAY Reisebuch: Wo Deutschland am schönsten ist
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Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Wieder einmal habe ich mir einen Reiseführer für unsere Heimat vorgenommen, und das war eine gute Idee. Deutschland kann nämlich selbst mit wunderschönen ...

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Wieder einmal habe ich mir einen Reiseführer für unsere Heimat vorgenommen, und das war eine gute Idee. Deutschland kann nämlich selbst mit wunderschönen Ecken punkten, und so schön Italien, Frankreich, Spanien oder gar die Fernziele sein mögen, wir drücken mit jedem Flug unserer Erde einen ökologischen Fußabdruck auf, den wir nie wieder gutmachen können. Also, warum dann nicht einmal erst das eigene Land kennenlernen?

Dieses Buch hilft dabei. Es ist unterteilt in die einzelnen Bundesländer, und da wiederum in einzelne Gegenden/Städte. Was mich an der ganzen Aufteilung ein wenig gestört hat, waren die etwas durcheinander gestalteten Tipps und Ausflugsziele. So werden zum Beispiel erst ein Theater oder ähnliches in Stuttgart vorgestellt, dann geht's weiter zu irgendwas in Heidelberg, dann wieder ein Museum in Stuttgart. Was soll das? Warum kann man nicht erst alle interessanten Sachen in einer Stadt vorstellen, dann zur nächsten übergehen? Ähnlich läuft es mit den Restauranttipps, wo mir ziemlich gegen den Strich ging, dass mit extrem wenigen Ausnahmen immer die äußerst fleischlastigen erwähnt wurden. Noch mal der Verweis auf den ökologischen Fußabdruck - gerade im Urlaub könnte man doch mal was anderes probieren. Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn es mehr Bilder/Fotos von den unbekannten Sehenswürdigkeiten gegeben hätte. Dass man nicht alles in einem Buch unterbringen kann, ist klar, aber zum gefühlten Millionsten Mal Neuschwanstein zu sehen, ist auch nicht der Bringer.

Trotz der relativ vielen Kritik kann man aus dem Buch wirklich viel für zukünftige Urlaube mitnehmen, daher noch wacklige 3,5 Punkte.

Veröffentlicht am 24.07.2020

Auf nach Norden!

Die Hure und der Söldner
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Die ungleiche Gemeinschaft aus dem alten Söldner Brocken, Schmalhans und Bimsbirne hat sich auf gewisse Weise zusammengerauft. Oder doch nicht? Als Raffael und Wieland in Drachenbein, der Stadt der großen ...

Die ungleiche Gemeinschaft aus dem alten Söldner Brocken, Schmalhans und Bimsbirne hat sich auf gewisse Weise zusammengerauft. Oder doch nicht? Als Raffael und Wieland in Drachenbein, der Stadt der großen Bibliothek in Not geraten und im Käfig aufgehängt werden, sieht es so aus, als würde der Alte sie dort hängen lassen - im wahrsten Sinne des Wortes. Doch sie haben etwas herausgefunden, es gibt einen Gelehrten, der die alte Schrift auf Karte und Schwert lesen kann. Doch im Käfig aufgehängt zu werden, ist nicht das einzige Hindernis auf dem Weg und dass noch eine Hure zu ihnen stößt macht die Reise nicht etwa einfacher. Und dann ist da noch der geheimnisvolle "Schatten", der sich ihnen an die Fersen heftet und immer näher kommt.

Wie üblich ist das ein Sam-Feuerbach-Buch, das perfekt von Robert Frank gelesen wird. Und das ist auch notwendig, einen so guten Sprecher zu haben, denn im Vergleich zum Totengräbersohn fällt die Reihe hier um einiges ab. Es ist nicht so, dass Feuerbach der Wortwitz verloren geht oder die Leute nicht skurril genug sind, nur ist die Geschichte an sich nicht von derselben Qualität, weil sie an und für sich nicht so viel hergibt. So wird es zwischendurch nicht gerade langweilig, aber es passiert irgendwie immer dasselbe. Von daher werde ich mir zwar gern noch den dritten Teil anhören und hoffen, dass die Geschichte damit ihr Ende findet. Sie ist gut, aber von einem Feuerbach-Buch erwarte ich mittlerweile einfach mehr.

Veröffentlicht am 15.07.2020

Dunkelheit und Schattenjack

Immernacht
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Lara Fox ist eine dreizehnjährige Waise, die als Tosher, als Kanalsammlerin ihr Leben fristet. Das Einzige, was sie noch von ihrer Mutter besitzt, an die sie sich nicht erinnern kann, ist ein seltsames ...

Lara Fox ist eine dreizehnjährige Waise, die als Tosher, als Kanalsammlerin ihr Leben fristet. Das Einzige, was sie noch von ihrer Mutter besitzt, an die sie sich nicht erinnern kann, ist ein seltsames Medaillon. Sie lebt in einer Welt, in der ein König herrscht mit Hilfe der bösen Mrs Hesters und ihrer Armee von Weißen Magiern. Magie selbst ist für das normale Volk verboten und das gilt auch für die Hexen auf der anderen Seite des Meeres. Als Lara eines Tages in den Abwässern der Kanäle ein seltsames Kästchen mit einem mechanischen Vogel findet, gerät sie in die Aufmerksamkeit von Schattenjack, einem bösartigen Gesellen, der nur den Befehlen von Mrs. Hesters gehorcht. Doch nicht nur dadurch ändert sich Laras Leben und sie gerät in einen Strudel von Ereignissen, die vor allem eines sind: lebensgefährdend.

Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen bei dem Buch. Erwartet habe ich eine Lektüre mit viel Magie und eher kindgerecht/junge Jugendliche vom Klappentext her. Man bekommt auch tatsächlich eine originelle Art von Magie, die besonders Westernliebhabern passen dürfte, auch die Geschichte wirkt keinesfalls ausgelutscht. Was mich jedoch wirklich schnell gestört hat - weil eben nicht erwartet - war die Grausamkeit und Brutalität, die oftmals vorherrschte. Da werden Kehlen aufgeschlitzt, Leute für tot liegengelassen, nachdem man ihnen ein Messer in den Bauch gerammt hat, Augen ausgestochen, Menschen sterben fleißig an allen Ecken und Enden. Das war mir ehrlich gesagt way too much, schließlich wurde hier nicht das neue Panem vorgestellt. Von daher gibt's trotz interessanter Grundidee und sympathischer Protagonisten Abzüge: 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 10.06.2020

Explosiv

Schwarzer August
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In einem Olivenhain explodiert eine Bank (die mit schnödem Mammon, nicht die zum Hinsetzen). Es gibt keine Verletzten oder Toten, die Explosion passierte an einem Sonntag. Wenig später erwischt es die ...

In einem Olivenhain explodiert eine Bank (die mit schnödem Mammon, nicht die zum Hinsetzen). Es gibt keine Verletzten oder Toten, die Explosion passierte an einem Sonntag. Wenig später erwischt es die Trawler einer japanischen Firma. Wiederum gibt es keine Toten und Verletzten. Die Truppe um Graciana inklusive Lost erkennt schnell, dass da jemand ein Statement setzt - ein Idealist, der Forderungen hat, aber auch ein Gewissen. Doch als auf seine Forderungen nicht eingegangen wird, nimmt er auch Verletzungen in Kauf und ab da wird es hochgefährlich, zumal der Täter alle Schritte im Voraus zu berechnen weiß.

Lost in Fuseta ist eine meiner Lieblingskrimireihen. Es gibt immer interessante Fälle, dazu der kleine exotische Teil der Algarve und nicht zuletzt Lost selbst, der als Asperger oft genug der exotischen Landschaft den Rang abläuft. Aber in diesem Buch fehlte etwas. Ihm fehlte das Abgerundete, das alle Vorgänger auszeichnete, die Zusammenarbeit all der erwähnten Dinge. Hier schien es manchmal, als würden die Fragmente nur zusammengefügt und um ehrlich zu sein, war es mir auch zu viel Beziehungskasperei. Die freundschaftlichen und familiären Beziehungen untereinander sind das, was diese Bücher besonders machen, aber wenn jetzt hier jeder eine eigene und dazu relativ präsente Liebesgeschichte bekommt, wird's öde und driftet in 08/15-Krimi ab. Ein bisschen zu perfekt ist mir auch Soraia, die Freundin von Lost, die mit untrüglicher Sicherheit jeden Aspekt seines Aspergerdaseins versteht und geradezu rührend findet. Bei so viel Weichspülharmonie wird mir ganz anders. Okay, das klingt insgesamt nach viel Unzufriedenheit, aber trotzdem hebt sich dieses Buch noch immer aus der Menge ab. Es hat ein wichtiges politisches Thema, das mit dem Täter sympathisieren lässt, und Lost ist eben einfach Lost. 3,5/5 Punkten.