Wunderschöne Geschichte über Bücher, Liebe und Freundschaften
Animant Crumbs StaubchronikEngland im Jahr 1890. Animant ist mehr als genervt von ihrer Mutter, den Bällen und der Suche nach den „perfekten“ Ehemännern. Wenn es nach ihr ginge, würde sie den ganzen Tag in ihrem Lesesessel verbringen ...
England im Jahr 1890. Animant ist mehr als genervt von ihrer Mutter, den Bällen und der Suche nach den „perfekten“ Ehemännern. Wenn es nach ihr ginge, würde sie den ganzen Tag in ihrem Lesesessel verbringen und in die Welt der Bücher und Buchstaben abtauchen – und nie mehr wiederkommen. Doch ihre Mutter möchte sie lieber gestern als heute unter die Haube bringen. Zu Anis Glück taucht ihr Onkel Alfred auf und bevor sie sich versieht, ist sie in London und die Assistentin des griesgrämigen Bibliothekars Mr. Thomas Reed, der seine Assistenten regelmäßig vergrault. Es dauert nicht lange und ihr beider Leben wird gehörig auf den Kopf gestellt. Es folgen jede Menge Geheimnisse, Lügen, Tränen und auch verschmähte Liebesgefühle. Aber auch neue Freundschaften, innere Stärke und Wünsche werden Anis Leben bereichern. Eine wunderbare Reise zwischen Büchern, Liebe und den Wert der Freundschaft wartet auf den Leser.
Meine Meinung:
Ich liebe dieses Buch! Allein schon die Gestaltung und das Cover sind atemberaubend. Die Geschichte ist einfach unbeschreiblich und was mir besonders gut gefallen hat, sind die Kapitelüberschriften. Sie sind sehr gut dazu angeregt, die Neugierde zu wecken und zu spoilern. Der Inhalt ist witzig, träumerisch und reißt den Leser einfach nur mit. Besonders die (Streit-)Gespräche zwischen Thomas Reed und Ani habe ich mit größtem Vergnügen gelesen. Meine Befürchtung, dass es sich um eine „normale“ Liebesgeschichte handeln könnte, wurde sehr schnell zerstreut. Es geht natürlich um Liebe, aber auch um Selbstfindung und die Schwierigkeit im 18. Jahrhundert als Frau selbstständig denken und handeln zu können. Besonders gut gefallen hat mir Anis Entwicklung. Sie ist von einem jugendlichen und leicht naiven Mädchen zu einer selbstkritischen und ehrlichen Frau geworden. Sie ist stur, weiß was sie will, ist freundlich und stets bereit, anderen zu helfen. Oft habe ich mich dabei ertappt zu überprüfen, wie ich an Anis Stelle reagiert hätte. Ich denke niemand kann abstreiten, leicht neidisch auf sie geworden zu sein – wer hätte nicht gerne an ihrer Stelle in der Bibliothek gestanden und den Duft eingeatmet oder mit der Maschine gearbeitet?
Fazit: Wer es nicht gelesen hat, ist selber schuld – ihm entgeht eine wunderbare Erfahrung.