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Veröffentlicht am 30.07.2020

Geheimnisvolle, spannende Familiengeschichte an der Amalfiküste

Die Gartenvilla
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In ihrem neuen Roman entführt uns die sardische Autorin Cristina Caboni in den italienischen Ort Positano an der Amalfiküste in Süditalien.
Die heute 20-jährige Milena hat viele Jahre ihrer Kindheit in ...

In ihrem neuen Roman entführt uns die sardische Autorin Cristina Caboni in den italienischen Ort Positano an der Amalfiküste in Süditalien.
Die heute 20-jährige Milena hat viele Jahre ihrer Kindheit in der Villa ihres Großvaters gelebt. Als ihre Mutter starb, holte ihr Vater sie zu sich nach Rom. Doch die Sehnsucht nach der Amalfiküste und ihrem Großvater hat Milena nie losgelassen. Ihre Großmutter Eva, die vor vielen Jahren von heute auf morgen spurlos verschwand und die Familie verlassen hat, lernte sie nie kennen.
Nun kehrt Milena zurück in die schöne Villa auf den Klippen zu ihrem Großvater, da dieser an einer beginnenden Demenz leidet und sie für ihn da sein möchte.
Bei Gartenarbeiten an einer Mauer werden Skelettteile entdeckt, die dort schon lange liegen müssen. Handelt es sich um Eva, die vielleicht doch nicht freiwillig gegangen ist?

In einem zweiten Handlungsstrang erleben wir Milenas Großmutter Eva, die in den 1950er Jahren als junge Schauspielerin russischer Herkunft in Amerika lebt. Doch ihre Karriere kommt nicht voran. Als sie den jungen Italiener Michele kennen und lieben lernt, folgt sie ihm in seine Heimat. Doch in Rom wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. So geht sie mit Michele in die schöne Villa nach Positano und die beiden gründen eine Familie. Eva kommt zur Ruhe und ist glücklich. Doch was geschah, das zu ihrem Verschwinden geführt hat?

Während in der Gegenwart die Polizei um den rätselhaften Skelettfund ermittelt, erfahren wir nach und nach auf der anderen Zeitebene Evas Geschichte. Die war sehr aufwühlend und berührend.
Aber auch die Gegenwart kommt spannend daher, denn die Polizei ermittelt in alle Richtungen und sogar Milenas Großvater Michele wird verdächtigt. Dennoch kann Milena zu dem leitenden Polizisten ein Vertrauensverhältnis aufbauen.
Das Ganze liest sich fast ein bisschen wie ein Krimi, denn es ist sehr spannend zu verfolgen. Aber ebenso spannend und fesselnd ist die eigentliche Familiengeschichte, um die es hier geht.
Milena will das Rätsel um das geheimnisvolle Skelett unbedingt gelöst wissen, denn sie erhofft sich dadurch auch etwas über das Verschwinden ihrer Großmutter zu erfahren. Es geht hier ja auch um ihrer eigene Geschichte bzw. ihre Wurzeln.

Milena hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, denn sie ist eine warmherzige Person, die sich liebevoll um ihren Großvater kümmert, der ihr sehr nahe steht. Aber sie ist auch zielstrebig, selbstbewusst und entschlossen.
Aber auch die Nebenfiguren sind gelungen und fügen sich gut in die Geschichte ein.

Cristina Caboni ist eine wunderbare Erzählerin, die diese spannende Geschichte sehr fesselnd aber doch mit einer angenehmen Leichtigkeit erzählt. Sie lässt auch etwas Zeitgeschichte einfließen, wie z. B. die McCarhy-Ära in den USA zu Beginn der Zeit des Kalten Krieges.
Aber auch dieses Thema verarbeitet sie mit einer gewissen Leichtigkeit, so dass es interessant zu lesen war.

Auch die Liebe hat ihren Anteil in dieser Geschichte, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Die Liebesgeschichte steht aber nicht im Vordergrund, ist herzerwärmend und kommt ohne Kitsch aus.

Diese wunderbare Geschichte vermittelt viel Sommergefühl durch das schöne Setting am Meer an der Amalfiküste, ist aber deutlich mehr als ein leichter Sommerroman.
Cristina Caboni hat mich erneut begeistert und diese geheimnisvolle Familiengeschichte hat mir spannende und unterhaltsame Lesestunden beschert!


Fazit: 5 von 5 Sternen


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Veröffentlicht am 29.07.2020

Fesselnde Fortsetzung - raffiniert und spannend

Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal (Golden Cage 2)
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Mit „Wings of Silver“ legt Camilla Läckberg die Fortsetzung zu „Golden Cage“ vor. Es empfiehlt sich, den ersten Teil zuvor zu lesen, damit man die Zusammenhänge besser erkennt, auch wenn es zu wesentlichen ...

Mit „Wings of Silver“ legt Camilla Läckberg die Fortsetzung zu „Golden Cage“ vor. Es empfiehlt sich, den ersten Teil zuvor zu lesen, damit man die Zusammenhänge besser erkennt, auch wenn es zu wesentlichen Dingen immer wieder Erläuterungen bzw. Anmerkungen gibt.

Faye ist glücklich, sie hat ein neues Leben fernab der Heimat und ihre Firma Revenge läuft gut und erfolgreich.
Doch plötzlich werden immer wieder Aktienpakete ihres Unternehmens von einer unbekannten Person aufgekauft. Plant da jemand die Übernahme der Firma?
Als dann auch noch die Nachricht kommt, dass ihr Exmann Jack aus dem Gefängnis fliehen konnte, muss Faye zurück nach Schweden, um zu retten was zu retten ist und alles zu beschützen, was sie liebt.
Mit Hilfe ihrer engsten Vertrauten macht Faye sich auf Spurensuche, um herauszufinden, wer ihr und ihrer Firma schaden will.

Ich war sehr gespannt auf die Fortsetzung und wie Faye den drohenden Gefahren begegnen wird.
Schnell war ich in der Geschichte gefangen und habe gebannt verfolgt, was Faye unternimmt.
Vorsichtig und sensibel versucht Faye zuerst mal mit Hilfe ihrer geschickten Freundin Informationen zu erhalten, wer da die Aktien kauft. Das gestaltet sich etwas schwierig und Faye nimmt mit einigen weiteren Aktionärinnen, die ihr seinerzeit geholfen haben, die Firma aufzubauen, Kontakt auf.
Aber wem kann sie trauen?
Schnell wird klar, dass Faye nichts von ihrer Cleverness verloren hat, denn sie agiert gezielt und vorsichtig. Und sie schmiedet Pläne.
Faye ist im Laufe der Zeit noch skrupelloser geworden und sie geht im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen.
Aber sie ist auch geschickt und man sollte sie nicht unterschätzen.
Der Untertitel „Die Rache einer Frau ist schön und brutal“ beschreibt Fayes Verhalten gut.

Die Autorin hat auch hier einen raffinierten Plot konstruiert, in dem es viele Überraschungen und Wendungen dem Leser schwer machen, zu erahnen, wie es ausgehen könnte. Faye kämpft und sieht sich ja auch ständig der Gefahr ausgesetzt, dass ihr Exmann sie finden könnte.
Aber sie zeigt auch Gefühle, denn es tritt ein neuer Mann in ihr Leben. Kann sie das Liebesglück noch einmal finden und kann sie ihm trauen?

Zwischendurch gibt es immer wieder einige Kapitel mit dem Titel „Fjällbacka – damals“, die über Ereignisse in Fayes Kindheit und Jugend erzählen und deutlich machen, warum Faye so geworden ist, wie sie sich heute zeigt.

Zum Ende gibt es einen kleinen Showdown, spektakulär und ereignisreich und ganz im Stil von Faye. Und auf der allerletzten Seite gibt es erneut einen Paukenschlag, der die Möglichkeit eröffnet, dass es noch eine weitere Fortsetzung geben könnte.

Dieser Spannungsroman, man könnte ihn auch als Psychothriller bezeichnen, hat mich gefesselt und völlig in seinen Bann gezogen. Ich bin begeistert und würde mich freuen, wenn Fayes Geschichte weitergeht!


Fazit: 5 von 5 Sternen


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Veröffentlicht am 21.07.2020

Fesselnde Familiengeschichte in der Modewelt in Rom

Die Modeschöpferin
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In ihrem Roman entführt uns Katja Maybach in die ewige Stadt Rom, in die 1960er Jahre und in die Welt der Mode und Designer.
Simonetta de Rosa ist eine berühmte Designerin für Haute Couture und arbeitet ...

In ihrem Roman entführt uns Katja Maybach in die ewige Stadt Rom, in die 1960er Jahre und in die Welt der Mode und Designer.
Simonetta de Rosa ist eine berühmte Designerin für Haute Couture und arbeitet mit ihrem Team an der neuen Kollektion für den Herbst. Diese soll nicht nur auf einer eigenen großen Modenschau präsentiert werden sondern Teile daraus auch auf einer besonderen Modenschau, die alljährlich auf der Spanischen Treppe in Rom vorgeführt wird.
Simonettas Schwester Chiara kehrt nach einigen Jahren in Paris zurück nach Rom und macht sich dort ebenfalls als Designerin für Handtaschen selbständig.
Die beiden Schwestern haben seit Jahren keinen Kontakt aufgrund eines familiären Ereignisses.
Da erscheint in der Presse ein Foto, das Chiara in inniger Umarmung mit Simonettas Freund zeigt. Zerbricht Simonettas Liebesbeziehung daran?
Kurz vor Fertigstellung der Kollektion wird ein Kleid aus Simonettas Atelier entwendet, ist am nächsten Tag wieder da und dann taucht es als Kopie bei einer Billigmarke auf. Doch damit nicht genug, ausgerechnet das wertvollste Kleid wird kurz vor der Modenschau gestohlen.
Betreibt da jemand Modespionage und ist es evtl. sogar jemand aus ihrem Team?
Kann Simonettas Modenschau gerettet werden und kommen sich die beiden Schwestern wieder näher und können sich versöhnen?

Katja Maybachs Roman bietet interessante und vielfältige Einblicke in die Welt der Mode und Designer.
Diese Branche ist offenbar sehr hart umkämpft. Ständig muss etwas Neues und Besonderes geschaffen werden, das spektakulär ist, neue Trends setzt und vor allem einzigartig ist. Da ist Spionage sicher ständig ein Thema und eine Gefahr, denn der Konkurrenzkampf ist groß.
Aber auch die Kreativität der Designer und die Schönheit der Kleider und Stoffe wird schön dargestellt, so dass ich die Kleider fast vor mir sehen konnte.
Die Schilderungen zu diesem Thema sind interessant und wirken sehr authentisch, denn die Autorin war selbst in früheren Jahren Model in einem Couturehaus und später erfolgreiche Designerin.

Gleichzeitig erzählt Katja Maybach hier aber auch eine Familiengeschichte, die in den 1930er Jahren ihren Anfang hatte und die Entzweiung der Schwestern und der Familie zur Folge hatte.
Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Andeutungen aber was tatsächlich damals geschah bzw. der Hintergrund war, erfährt man erst ganz am Ende.

Kapitelweise Perspektivwechsel sorgen nicht nur für Abwechslung sondern auch für Spannung, denn es sind viele Personen an der Geschichte beteiligt, die ihre kleinen Nebengeschichten haben.
Wir erleben das gesellschaftliche Leben der damaligen Zeit, Schicksale einzelner Menschen und erhalten tiefe Einblicke in die Modewelt mit all ihren Facetten, wo sogar ein Mord geschieht.
Mitunter überschlagen sich die Ereignisse förmlich und man spürt den Zeitdruck, dem die Designer unterliegen.

Mit Simonetta und Chiara hat die Autorin zwei interessante Frauenfiguren geschaffen. Da die Kapitel immer aus der Sicht einer Person geschrieben sind, gibt es viele Kapitel jeweils auch aus Simonettas und Chiaras Sicht, die Einblicke in ihre Person und Gedankenwelt bieten, so dass ich beiden nahe war. Aber auch einzelne Nebenfiguren erhalten einzelne Kapitel, so dass man auch deren wichtige Momente hautnah mitverfolgen kann.

Katja Maybachs Schreibstil ist eingängig und lebendig und sie schildert diese ereignisreiche Geschichte einfühlsam und mitreißend. Die Hektik und Turbulenz der Modewelt und die Emotionen der Familiengeschichte sind gut bei mir angekommen.

Mich hat dieser Ausflug nach Rom und in die Modewelt der 1960er Jahre begeistert und bestens unterhalten. Sicher werde ich weitere Bücher der Autorin lesen!


Fazit: 5 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 17.07.2020

Geheimnisvolles Familiendrama über mehrere Generationen

Die verlorene Frau
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Die 13-jährige Rebecca lebt mit ihren Eltern in den 1960er Jahren in einem abgelegenen Cottage. Mutter und Tochter leiden unter der häuslichen Gewalt des Vaters, der unter einem Kriegstrauma leidet.
In ...

Die 13-jährige Rebecca lebt mit ihren Eltern in den 1960er Jahren in einem abgelegenen Cottage. Mutter und Tochter leiden unter der häuslichen Gewalt des Vaters, der unter einem Kriegstrauma leidet.
In einer verhängnisvollen Nacht kommt es zum Streit zwischen den Eltern, dann klopft jemand an die Tür und kurz darauf sind beide Eltern tot. Die Polizei geht davon aus, dass der Vater zuerst die Mutter und dann sich selbst getötet hat. Wer an der Tür war, konnte nie geklärt werden.

Rebecca, die dieses schreckliche Erlebnis nie verarbeitet hat, heiratet später Harvey und sie bekommen die Tochter Jessie. Nach der Geburt bricht bei Rebecca eine Psychose aus.
Rebecca und Harvey trennen sich und haben später beide neue Partner. Jessie aber wächst beim Vater und der neuen Partnerin auf und hat kaum Kontakt zu ihrer Mutter.
Rebecca bekommt mit ihrem zweiten Mann erneut ein Kind, ihre zweite Tochter Iris.

Im Jahr 2014 erwartet Jessie ihr erstes Kind. Das kleine Mädchen wird krank geboren und auch Jessie erleidet nach der Geburt eine Psychose. Sie verschwindet mit ihrem Kind aus dem Krankenhaus und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Die gesamte Geschichte wird aus einigen unterschiedlichen Perspektiven und auf mehreren Zeitebenen erzählt. Dazu kommen noch Tagebucheinträge von Rebeccas Mutter Harriet.
Das klingt jetzt sehr verwirrend und am Anfang lernt der Leser auch viele Personen kennen, die man in Verbindung bringen muss. Das klappt aber schnell und so wird die Handlung auch schnell fesselnd und spannend.
Iris, die Halbschwester der verschwundenen Jessie, wird von der Mutter Rebecca gebeten, bei der Suche nach Jessie zu helfen. Die Polizei und Vater Harvey tun bereits alles Mögliche aber Iris hofft als Journalistin andere Quellen nutzen zu können. Iris wird schnell klar, dass Jessies Psychose mit der Vergangenheit von Rebecca zusammenhängen muss. Bei der Suche nach Jessies möglichem Aufenthaltsort versucht Iris immer wieder von Rebecca zu erfahren, was in der tragischen Nacht geschah, als Rebeccas Eltern starben. Aber Rebecca schweigt.

Durch die häufigen Perspektiv- und Zeitwechsel steigert sich die Spannung immer mehr, da die Autorin nur häppchenweise kleine Informationen preisgibt, aus denen man Schlüsse ziehen kann. Das Buch entwickelt sich zum Pageturner!
Wie Iris den Informationen nachjagt bin ich förmlich durch die Seiten geflogen und war unglaublich gespannt, auf die Auflösung und die Offenbarung des großen Geheimnisses und natürlich auf Jessies Aufenthaltsort und ob sie rechtzeitig gefunden werden kann.
Das große Ganze bzw. das Gesamtbild offenbart sich dann aber tatsächlich erst ganz am Ende des Romans.

Emily Gunnis thematisiert in diesem Roman häusliche Gewalt, Kriegstraumata, Psychosen und zeigt auch ansatzweise auf, wie psychische Störungen in früheren Zeiten behandelt wurden und wie die Gesellschaft damit umging.
Das war alles sehr bewegend und dramatisch, teilweise sogar erschreckend, aber dennoch einfühlsam erzählt.

Dreh- und Angelpunkt sind die Frauen der Familie, die von der Autorin alle wunderbar gezeichnet wurden. So unterschiedlich sie auch wirken, man erkennt nach einer Weile, dass sie verwandt sind und Gemeinsamkeiten haben. Ich konnte mit allen mitfühlen und habe auch mit ihnen gelitten.

„Die verlorene Frau“ erzählt vom tragischen und dramatischen Schicksal einer Familie und Ereignissen in der Vergangenheit, die ungeahnte Auswirkungen bis in die Gegenwart haben.
Mich hat diese tiefgründige Geschichte berührt, gefesselt und in spannenden Lesestunden begeistert!


Fazit: 5 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 15.07.2020

Wunderschöner Roman über ein Familiengeheimnis, Schicksale und die Liebe

Träume in Meeresgrün
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Mit „Träume in Meeresgrün“ entführt Miriam Covi ihre Leser ins malerische Nova Scotia, genauer in den Ort Lunenburg, nach Kanada.
Amelie Ludwig reist mit ihrem Vater, ihrer Schwester Nele und deren Freund ...

Mit „Träume in Meeresgrün“ entführt Miriam Covi ihre Leser ins malerische Nova Scotia, genauer in den Ort Lunenburg, nach Kanada.
Amelie Ludwig reist mit ihrem Vater, ihrer Schwester Nele und deren Freund Lars zu einem Familienurlaub dorthin, was ihr nicht leicht fällt.
Sie und Lars waren einige Zeit Arbeitskollegen und seitdem ist Amelie heimlich in ihn verliebt, was aber weder er noch ihre Schwester weiß. Aber der Urlaub stellt auch die Beziehung zwischen Nele und Lars auf den Prüfstand.
Kurz nach ihrer Ankunft begegnet Amelie dem Bootsbauer und Musiker Callum und seinem verrückten Hund Skipper. Herrchen und Hund finden Gefallen an Amelie und auch Amelie hegt Sympathien.
Und dann begegnet Amelie ein Mann, der ihrem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Ein Doppelgänger oder bahnt sich hier die Aufdeckung eines Familiengeheimnisses an?
Der Urlaub in Nova Scotia scheint für die ganze Familie recht turbulent zu werden und auch so einiges zu verändern.

Gerne bin ich mit der Familie Ludwig nach Lunenburg gereist.
Die Beschreibungen dieses zauberhaften Ortes mit seinen bunten Häusern, dem Hafen, warmherzigen Bewohnern und seiner Schiffbaukultur hat mich begeistert. Ich habe im Internet viele Fotos diesen schönen Ortes, der seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, gefunden, die Reiselust in mir geweckt haben.

Amelie erzählt die Geschichte in der Ich-Form und sie ist auch die Hauptprotagonistin. Nur langsam lernen wir Amelie kennen und es wird klar, dass sie eine ganze Menge gefühlsmäßigen Ballast mit sich herumschleppt. Ein trauriges Ereignis der Vergangenheit hängt ihr bis heute nach und deshalb übt sie ihren Beruf als Goldschmiedin nicht aus, arbeitet in einem langweiligen Job und wohnt im Dachgeschoss ihres Elternhauses.
Anfangs hat Amelie auf mich einen sehr unsicheren Eindruck gemacht. Sie zweifelt an allem und auch an sich selbst. Um sich herum hat sie einen Schutzwall aufgebaut, um sich zu schützen aber der verhindert auch echte Beziehungen und Nähe.
Als sich dann das Familiengeheimnis offenbart beginnt Amelie, sich damit auseinander zu setzen und gleichzeitig klärt sich auch für sie so einiges. Sie beginnt sich zu verändern und die Vergangenheit endlich aufzuarbeiten. Dazu trägt auch Callum bei, der ebenfalls ein traumatisches Erlebnis in seiner Vergangenheit verarbeiten musste und es jetzt schafft, dass Amelie sich öffnet. Das war wirklich schön zu erleben und ich fühlte mich Amelie sehr nahe.

Die Geschichte hat mich in mehrfacher Hinsicht überzeugt. Zum einen lässt die Autorin die Geschichte dieses besonderen Ortes in Kanada einfließen und zum anderen erzählt sie die Familien- und Liebesgeschichte sehr einfühlsam und warmherzig.
Es geschieht durch die vielfältigen Themen so einiges, so dass die Handlung sehr lebendig und unterhaltsam ist. Es gibt Wendungen und Überraschungen aber eben auch ernstere Themen. Das ergibt eine schöne Mischung, die trotz der Ernsthaftigkeit nichts von ihrer Leichtigkeit einbüßt.
Der Schreibstil ist eingängig, angenehm und erzeugt eine wirklich schöne Atmosphäre, die auch Urlaubsstimmung vermittelt.

„Träume in Meeresgrün“ ist ein wunderschöner Roman mit etwas Tiefgang, viel Unterhaltung und Sommerfeeling, gut gezeichneten Charakteren und bietet beste Unterhaltung!


Fazit: 5 von 5 Sternen



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