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Veröffentlicht am 10.08.2020

Anregende Lesestunden garantiert

Die Todesküsserin
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„Die Todesküsserin“ ist das sehr gelungene Erstlingswerk der Berliner Autorin Sandy Mercier.

Ein Mann wird tot aufgefunden. Er wurde brutal gefoltert, und auf seiner Stirn prangt der rote Lippenstiftabdruck ...

„Die Todesküsserin“ ist das sehr gelungene Erstlingswerk der Berliner Autorin Sandy Mercier.

Ein Mann wird tot aufgefunden. Er wurde brutal gefoltert, und auf seiner Stirn prangt der rote Lippenstiftabdruck eines Kusses. Kommissarin Tanja Müller soll sich dem Fall der "Todesküsserin" annehmen, der sie schnell an die Grenzen ihrer Belastbarkeit bringt. Denn ins Visier gerät ausgerechnet ihre beste Freundin, die psychisch kranke Emma - und weitere Morde folgen.

Und schon wieder hat sie es getan: Sandy Mercier hat mir den Schlaf geraubt. Nach einem knappen Drittel des Buches musste ich für mehrere Tage pausieren aber dann – ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Einmal drin in den ganzen Rachegelüsten hatte ich so manchen und manche in Verdacht. Die Story ist so geschickt geschrieben, dass immer wieder Zweifel aufkommen, obwohl ich doch ein paar Seiten vorher sicher war, wer jetzt diese Todesküsserin sein kann, sein wird, ja sein muss. Aber so nach und nach kristallisiert sich dann doch heraus, wer denn nun der Racheengel ist und auch, wer den letzen Todeskuss empfangen soll. Trotz alledem versteht es die Autorin, die Spannung hochzuhalten, das Geschehen langsam, aber kontinuierlich auf die Spitze zu treiben.

Sandy Mercier hat mir wieder sehr anregende, ja aufregende Lesestunden beschert.

Ich kann diesen KrimiThriller allen Fans dieses Genres wärmstens empfehlen und vergebe sehr gerne 5 von 5 möglichen Sternen.

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Veröffentlicht am 02.08.2020

Hommage an einen großen Künstler

Der letzte Satz
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„Der letzte Satz“ - Robert Seethaler nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers letzte Reise.

Der Schiffsjunge umsorgt in, auf einem abgetrennten Teil des Sonnendecks der Amerika. Eingehüllt in ...

„Der letzte Satz“ - Robert Seethaler nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers letzte Reise.

Der Schiffsjunge umsorgt in, auf einem abgetrennten Teil des Sonnendecks der Amerika. Eingehüllt in eine warme Decke blickt er hinaus aufs Meer, auf den weiten Horizont. Er blickt zurück auf sein Leben: Gustav Mahler - es ist seine letzte Reise.

Während seine Frau Alma mit Anna, ihrer Tochter, beim Frühstück sitzt, lässt Mahler sein Leben Revue passieren. Schwer krank, dem Tode nah, ist er in seinem Komponierhäuschen in Toblach, schwimmt hinaus mit seiner Tochter Maria, die er später loslassen muss. Er erinnert sich seiner tiefe Liebe zu Alma. Er will keine andere, sie aber hat sich einem anderen zugewandt. Er ist eine Legende, der größte Dirigent seiner Zeit, er reformiert dieses starre Operngebilde, macht es für das Publikum zu einem Erlebnis.

Robert Seethaler ist ein Meister seines Fachs. Er nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers Reise, erzählt sehr poetisch die Stationen seines Lebens, lässt ein wenig tiefer blicken und fesselt ungemein. Dieses schmale Buch ist eine Hommage an den großen Komponisten und Dirigenten, der leidenschaftlich in seinem Lebenswerk aufging, der für seine Arbeit brannte. Eine Reise ins Innerste, er spürt seinem Leben nach, lässt es noch einmal vorüberziehen. Bewegende, traurige, triumphale Momente. Genial und feinsinnig erzählt.

Das Buch klingt noch lange nach, es kann nicht gleich losgelassen werde. Danke, Robert Seethaler, für diesen letzten Satz. Ich lasse diese musikalische letze Reise, die letzen Töne langsam in mir verhallen.

Ein Buch, das gelesen werden sollte. Unbedingt gelesen werden muss, man nimmt viel mit. Fünf Sterne, natürlich.

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Veröffentlicht am 29.07.2020

Hommage an einen großen Künstler

Der letzte Satz
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„Der letzte Satz“ - Robert Seethaler nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers letzte Reise.

Der Schiffsjunge umsorgt in, auf einem abgetrennten Teil des Sonnendecks der Amerika. Eingehüllt in ...

„Der letzte Satz“ - Robert Seethaler nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers letzte Reise.

Der Schiffsjunge umsorgt in, auf einem abgetrennten Teil des Sonnendecks der Amerika. Eingehüllt in eine warme Decke blickt er hinaus aufs Meer, auf den weiten Horizont. Er blickt zurück auf sein Leben: Gustav Mahler - es ist seine letzte Reise.

Während seine Frau Alma mit Anna, ihrer Tochter, beim Frühstück sitzt, lässt Mahler sein Leben Revue passieren. Schwer krank, dem Tode nah, ist er in seinem Komponierhäuschen in Toblach, schwimmt hinaus mit seiner Tochter Maria, die er später loslassen muss. Er erinnert sich seiner tiefe Liebe zu Alma. Er will keine andere, sie aber hat sich einem anderen zugewandt. Er ist eine Legende, der größte Dirigent seiner Zeit, er reformiert dieses starre Operngebilde, macht es für das Publikum zu einem Erlebnis.

Robert Seethaler ist ein Meister seines Fachs. Er nimmt den Leser mit auf Gustav Mahlers Reise, erzählt sehr poetisch die Stationen seines Lebens, lässt ein wenig tiefer blicken und fesselt ungemein. Dieses schmale Buch ist eine Hommage an den großen Komponisten und Dirigenten, der leidenschaftlich in seinem Lebenswerk aufging, der für seine Arbeit brannte. Eine Reise ins Innerste, er spürt seinem Leben nach, lässt es noch einmal vorüberziehen. Bewegende, traurige, triumphale Momente. Genial und feinsinnig erzählt.

Das Buch klingt noch lange nach, es kann nicht gleich losgelassen werde. Danke, Robert Seethaler, für diesen letzten Satz. Ich lasse diese musikalische letze Reise, die letzen Töne langsam in mir verhallen.

Ein Buch, das gelesen werden sollte. Unbedingt gelesen werden muss, man nimmt viel mit. Fünf Sterne, natürlich.

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Veröffentlicht am 26.07.2020

Eine starke Persönlichkeit, eindrucksvoll erzählt

Die Dirigentin
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In „Die Dirigentin“ erzählt Maria Peters die ergreifende Geschichte der ersten Dirigentin auf den Bühnen der Welt.

New York 1926: Antonia, die zu diesem Zeitpunkt noch Willy ist, verdient ihr ...

In „Die Dirigentin“ erzählt Maria Peters die ergreifende Geschichte der ersten Dirigentin auf den Bühnen der Welt.

New York 1926: Antonia, die zu diesem Zeitpunkt noch Willy ist, verdient ihr Geld als Platzanweiserin, außerdem hat sie noch einen Sekretärinnen-Job. Ihr mühsam Verdientes muss sie daheim abliefern, nur hin und wieder kann sie heimlich ein wenig für sich zur Seite legen. Musik ist ihr Leben, sie möchte eines Tages Dirigentin sein. Als Frau in dieser männerdominanten Welt – kann ihr Traum jemals in Erfüllung gehen?

Antonia Brico war eine starke, bewundernswerte Frau. Sie wusste zu jedem Zeitpunkt dass ihr ein sehr steiniger Weg bevorsteht. Viele Männer, aber auch Frauen, wollten sie klein halten, konnten sich eine Dirigentin in ihrer Weltsicht nicht vorstellen. Was noch nie da war, darf es auch nicht geben.
Ihre große Liebe gab sie zugunsten ihres Lebenstraums auf.

Ein Roman vor und in der schillernden Kulisse großer Opernhäuser. Einfühlsam erzählt die Autorin den Kampf einer Frau, die niemals aufgibt. Das Buch habe ich angefangen zu lesen und sofort war ich verzaubert. Ich war zutiefst berührt, tauchte in die Welt der Musik ein, verfolgte gespannt den Werdegang dieser starken Frau, die sich trotz aller Widrigkeiten nicht abbringen ließ, ihrem Ziel näherzukommen. Es ist ein Buch voller Musik, sehr behutsam, ja poetisch geschrieben.

Die jeweiligen Kapitel werden aus den Sichtweisen von Antonia, Robin und Frank erzählt. Der Leser begleitet Antonia zu ihrer Arbeit als Platzanweiserin und geht mit auf die Suche nach ihren Wurzeln, erlebt mit ihr ihre große Liebe, die sie schließlich der Musik opfert, durchleidet ihre Niederlagen und feiert ihre triumphalen Erfolge.

Maria Peters ist Rex Brico, dem Cousin von Antonia Brico, bei der Arbeit an einem Spielfilm über sie begegnet und seine detaillierten Nachforschungen haben dieses Buch enorm bereichert. Er hat seine Cousine gut gekannt, sie teilten die Leidenschaft für klassische Musik. So hatte die Autorin neben der eigenen Recherche genug detailreiches Material an der Hand und hat es genutzt für diese wundervoll erzählte Geschichte. Das wahre Leben hat sie geschickt mit fiktivem vermengt und entstanden ist dieses bezaubernde Stück Zeitgeschichte. Das Nachwort enthält nochmal ihr Leben in Kurzform – sehr informativ und äußerst interessant. Sie ließ sich nie vom Kurs abbringen, war immer sie selbst. Eine großartige Frau.

Eine hinreißend erzählte Lebensgeschichte einer starken Frau. Das Buch verdient es, gelesen zu werden, ich kann nur sagen: Lesen – es lohnt sich. Dafür gebe ich 5 von 5 möglichen Sternen.

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Veröffentlicht am 24.07.2020

Finstere Zeiten

Die Festung (Finsterzeit 2)
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„Die Festung“ von Sandra Toth ist nach „Das Dorf“ der zweite Teil der Finsterzeit-Trilogie

Kurz zusammengefasst handelt „Das Dorf“ aufgrund der verordneten Energiewende vom Zusammenbruch des Stromnetzes. ...

„Die Festung“ von Sandra Toth ist nach „Das Dorf“ der zweite Teil der Finsterzeit-Trilogie

Kurz zusammengefasst handelt „Das Dorf“ aufgrund der verordneten Energiewende vom Zusammenbruch des Stromnetzes. Es wird alles unerschwinglich, Gewalt ist an der Tagesordnung. Die Menschen sind auf der Flucht – aber wohin?

Mit dem Plan, Friedrich zu entmachten, machen sich Thomas, Lara und Viktor auf Richtung der Festung. Dort angelangt, werden sie zunächst gefangen genommen. Friedrich, Thomas Großvater und hier Alleinherrscher lässt sie jedoch flugs zu sich kommen und schnell sind alle drei Mitglieder der Obrigkeit. In der Festung herrscht eine strenge Trennung zwischen oben und unten. Es passiert viel, sie müssen sich so manches Mal zurücknehmen, um ans Ziel zu kommen.

Da ich „Das Dorf“ schon verschlungen habe, musste ich natürlich dieses Nachfolgebuch lesen. Es knüpft direkt an die Story an und geht beklemmend, aber auch mal hoffnungsvoll, auf jeden Fall spannungsreich weiter. Endlich – habe ich mir gedacht, als ich angefangen habe zu lesen. Viel passiert, ich habe oft mitgelitten mit unseren drei Protagonisten. Aber auch alle anderen sind so gut und nachvollziehbar beschrieben und so mancher ist mir ans Herz gewachsen ist. Es gibt Gut und Böse, wie es halt so ist, wenn ganz verschiedene Charaktere plötzlich zusammenleben müssen, miteinander auskommen sollten. Friedrich habe ich gehasst und von Anfang an gehofft, dass er – auf welche Weise auch immer – verschwinden mag. Der Familie von Thomas dagegen wünschte ich ein harmonisches Miteinander.

Das Cover ist unverwechselbar – diese zwei Gestalten, die düstere Atmosphäre - passt perfekt zur Story.

Viel ist wieder passiert, ich war zu jeder Zeit im Geschehen, habe der Aura, der Stimmung nachgespürt und mich gut unterhalten gefühlt. Und nun fiebere ich dem dritten Teil entgegen.

Gerne empfehle ich dieses spannungsgeladene Buch weiter und vergebe natürlich 5 Sterne.

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