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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2020

Gerne volle Punktzahl.

Ein Sommer aus Stahl
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Die 13jährigen Mädchen Anna und Francesca leben in der italienischen Hafenstadt Piombino. Das Leben der heranwachsenden Mädchen spielt sich zwischen dem Strand und der Via Stalingrado ab, hier sind sie ...

Die 13jährigen Mädchen Anna und Francesca leben in der italienischen Hafenstadt Piombino. Das Leben der heranwachsenden Mädchen spielt sich zwischen dem Strand und der Via Stalingrado ab, hier sind sie umgeben von Stahlarbeitern, Staub und der Sommerhitze. Gerne kokettieren sie mit den älteren Jungs. Und obwohl sich die nur wenige Jahre älteren Mädchen abfällig über die provozierenden Freundinnen unterhalten, müssen Sie sich doch eingestehen, dass sie selbst wenige Jahre zuvor nicht anders waren. Die Väter der beiden Freundinnen sind bzw. waren in dem nahe gelegenen Stahlwerk beschäftigt. Sie sind alles andere als treuliebende Familienväter. Im Gegenteil, Alkohol und Prügel für die Ehefrau als auch für die Kinder stehen auf dem Fahrplan. Da wundert es nicht, dass sich der ältere Bruder von Anna um sie kümmert und auf sie aufpasst. Er hält ein waches Auge auf seine kleine Schwester, damit sie nicht von den Jungs angemacht oder gar geschmälert wird. Anna lässt sich davon trotzdem nicht abhalten, den Jungs schöne Augen zu machen.
Was mich an diesem Roman besonders fasziniert hat, ist die Atmosphäre, die durch die Schriftstellerin und deren Übersetzer Michael von Killisch-Horn, erzeugt wird. Da ist zunächst einmal die Stimmung von Sommer, Sonne, Strand und Ferien. Infolge des nahe befindlichen Stahlwerks kommt aber auch ein Hauch von Dortmund aus den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Vorschein. Die Atmosphäre in dem Mietshaus brachte bei mir ein Gefühl von Duisburg, Essen oder Köln-Kalk hervor. Die Brutalität in der Familie erinnert an das dümmliche Klischee von Hartz-IV-Familien. Diese dort herrschende drückende Enge belastet die heranwachsenden Freundinnen. Sie wollen ausbrechen aus diesem System. In noch während Maria keine großen Chancen sieht, jemals den Duft der großen weiten Welt einatmen zu können, ist Anna ganz anderer Meinung und möchte ihr Leben richtig anpacken. Während sie mit den Jungs auf dem Motorroller die Via Stalingrado auf- und abfahren, träumen sie von der Insel Elba, die sie in der Ferne am Horizont sehen können und die für sie schon ein Stück der großen weiten Welt bedeutet. Diese Atmosphäre wird durch unterschiedliche Erzählperspektiven geschaffen, mit denen die Autorin Sylvia Avalone experimentiert. Obwohl es im Wesentlichen um eine Liebesgeschichte geht, ist es weitaus mehr als eine solche. Ein ganz großes Thema sind schließlich die sozialen Spannungen die in dieser Region herrschen, welche von der Stahlindustrie geprägt ist. Dennoch scheint alles mit Leichtigkeit erzählt zu sein. Auch wenn das Leben trotz der blauen Flecke auf den Armen so sorglos scheint und der Leser das Gefühl hat, die Mädel würden einfach nur so in den Tag hinein leben.
Obwohl ich anfangs skeptisch war und das Buch in die Ecke der Jugendliteratur stellen wollte, wurde ich eines Besseren belehrt. Mich hat die Geschichte der Mädchen gepackt. Ich habe sie gerne auf dem Weg ins Erwachsensein begleitet und dabei Spaß gehabt. Ein weiteres Mal habe ich festgestellt, dass mich neben der Spannung der Geschichte auch die Atmosphäre einfangen kann. Wenn dann beides stimmt, um besser. Gerne volle Punktzahl.


© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Veröffentlicht am 16.08.2020

650 Seiten Spannung pur

Das Opfer
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In diesem Psychothriller geht es um die Liebe, die zu einem Albtraum wird. Es ist eine Liebe der extremsten Art. Die attraktive und nette Studentin Ashley hat eines Tages einen Fehler gemacht, der zunächst ...

In diesem Psychothriller geht es um die Liebe, die zu einem Albtraum wird. Es ist eine Liebe der extremsten Art. Die attraktive und nette Studentin Ashley hat eines Tages einen Fehler gemacht, der zunächst als solches nicht erkennbar ist. Auf einer Party hat sie Michael O’Connell kennen gelernt. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, ist, dass Michael ein Computerfreak und ein Hacker ist. Auf der Party kommt es zu einem One-Night-Stand. Das hätte Ashley lieber nicht zulassen sollen. Doch Ashley denkt sich nichts dabei, und für sie soll Michael auch nur ein nettes Erlebnis auf einer Party bleiben. Doch für Michael scheint es mehr zu sein. Er kann nicht nachlassen, Ashley anzurufen und ihr seine Liebe zu gestehen. Ashley wird dieser Typ lästig, doch so sehr beunruhigt ist sie nicht. Zunächst. Bei weiterer Gelegenheit lernt sie einen anderen netten Jungen kennen, mit dem Sie sich gerne erneut treffen würde. Es bleibt jedoch bei der Vereinbarung, in Kontakt zu bleiben. Doch Ashley wartet lange auf dessen nächsten Anruf. Zu lange. Dabei hatte er gar nicht den Eindruck gemacht, als würde die Begegnung mit ihr für ihn auch nur eine einmalige Angelegenheit sein. Doch, was Ashley nicht weiß, ist, dass dieser Junge nach dem ersten Treffen mit ihr so zusammengeprügelt wurde, dass er sein weiteres Leben nur noch in einem Rollstuhl verbringen kann. Während er zunächst viele Wochen in einer Klinik verbringt und gar keine Gelegenheit hat, sich mit Ashley in Verbindung zu setzen, so hat er anschließend jede Hoffnung aufgegeben, Ashley jemals als Krüppel wiederzusehen. Während Ashley weiterhin versucht, ihren lästigen Michael loszuwerden, geschehen merkwürdige Dinge an ihrer Uni und in dem Museum, in welchem sie jobbt. Sie wird von der Uni geworfen und verliert ihren Job. Völlig verständnislos muss sie diese Tatsachen hinnehmen. Diese Merkwürdigkeiten ziehen ihre Eltern auf dem Plan. Ashley hat im Prinzip drei Elternteile: ihren Vater und die von ihm getrennt lebende Mutter, sowie die lesbische Lebensgefährtin der Mutter. Ashley ist mit diesen dreien zusammen aufgewachsen und obwohl der Vater und die Lebensgefährtin der Mutter nicht gut miteinander können, raufen sich diese drei zusammen, um Ashley zu helfen.

Es beginnt ein perfides Katz- und Mausspiel, den der Psychopath Michael ins Leben gerufen hat. Das, was er als Liebe bezeichnet, ist nichts anderes als Macht ausüben und Besitz ergreifen wollen über Ashley. Er denkt sich immer wieder neue Scheußlichkeiten aus, um Ashley und ihre Helfer in die Schranken zu weisen. Aber er schreckt auch nicht vor Brutalität zurück.

Katzenbach hat diesen spannenden Psychothriller in eine besondere Erzählform gebracht. Die Handlung wird begleitet von den Recherchen des Autors. In jedem Kapitel befindet sich eine zweite Ebene des Erzählens. Am Ende stehen immer weniger Seiten manchmal auch nur eine halbe Seite, in welcher der Leser die Recherchen des Autors verfolgen kann. Während dieser Recherchen interviewt der Autor Zeugen und Angehörige des Dramas. Diese Abschnitte sind zwar optisch kenntlich gemacht, aber gerade zu Beginn hat der Leser Schwierigkeiten, diesen verwirrenden Strang in die Handlung einzubringen. Erst nach 3-5 Kapiteln kann man sich damit anfreunden und erkennt immer wieder die gleichlaufenden Passagen von der Recherche des Autors und der tatsächlichen Handlung. Die größten Teile des Buches verfolgt der Leser mit Spannung, wie Michael, der Psychopath, äußerst clever und präzise sein Opfer und deren Angehörige jagt. Es wird schnell klar, dass ihm die Opfer nicht viel entgegen setzen können. Erst als die Arroganz des Täters zunimmt, scheint sich das Blatt zu wenden.

650 Seiten Spannung pur und dank schlafloser Nächte rasant schnell durchgelesen. Volle Punktzahl!



© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Veröffentlicht am 16.08.2020

Spott und Witzeleien

Herzblut
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Da ist mir neulich doch glattweg der neue Krimi von Klüpfel und Kobr auf den Schreibtisch geflattert. Ich muss zugeben, bisher hatte ich mich geziert, einen Roman von diesen Krimi-Duo zu lesen. Irgendwie ...

Da ist mir neulich doch glattweg der neue Krimi von Klüpfel und Kobr auf den Schreibtisch geflattert. Ich muss zugeben, bisher hatte ich mich geziert, einen Roman von diesen Krimi-Duo zu lesen. Irgendwie hatte ich nie Bock auf bayerische Krimis. Doch man lernt nie aus. Gerne lasse ich mich zu einem guten Krimi überreden. Gerne lasse ich mich überhaupt auf einen neuen Roman ein. Das Genre ist mir dabei völlig egal, Hauptsache, es verbirgt sich eine interessante und unterhaltsame Geschichte dahinter. So ist es bei Kluftingers neuem Fall.

Kluftinger wird von einem Stechen am Herzen bzw. in der Brust geplagt. Nebenbei wird ein Taxifahrer ermordet. Der Mord an dem Taxifahrer scheint sehr schnell geklärt. Es gibt ein Geständnis. Noch während der Pressekonferenz zu der schnellen Aufklärung bekommt Kluftinger einen Anruf auf sein Handy. Zum Entsetzen aller Leute nimmt Kluftinger diesen Anruf entgegen. Peinlich genug für ihn, dass er sein Handy nicht auf Lautlos oder Vibrieren gestellt hatte. Doch nach der Pressekonferenz wird er den Gedanken nicht los, dass er während dieses Anrufes Hörerzeuge eines Mordes geworden ist. Seine Kollegen haben nichts als hämische Witze dafür übrig. Deshalb ermittelt Kluftinger zunächst auf eigene Faust und findet am vermeintlichen Tatort jede Menge Blut. Leider aber keine Leiche. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und gleich auf mehrere Mordfälle werden Kluftinger und seine Kollegen aufmerksam. Doch zunächst können Sie keine Zusammenhänge zwischen all diesen Morden herstellen. Neben dem Stress bei den Ermittlungen hat Kluftinger nach wie vor den privaten Stress aufgrund der Schmerzen in seiner Brust. Der Klufti sieht sich dem eigenen Sarg schon nahe. Selbst ein Testament schreibt er.

Der Stil der Autoren ist unterhaltsam und flüssig zu lesen. Auf tiefen bayerischen Dialekt wird weitgehend verzichtet. Dennoch sind leichte Anklänge des bayerischen immer wieder zu lesen und sollten auch für den Norddeutschen keine Probleme bereiten. Insgesamt lässt sich die Geschichte in drei große Teile untergliedern. Während des ersten Teils, der vielleicht bis zur Hälfte des Buches geht, spielen die Kriminalfälle gar keine so wesentliche Rolle. Doch dann nimmt deren Volumen ab der Hälfte des Romans wesentlich mehr Raum ein. In der ersten Hälfte ist der Kluftinger sehr viel mit seinem Herzen, seiner Familie und den Kollegen beschäftigt. Der erste Fall wird sehr schnell gelöst. Die anderen Fälle, da ziehen sich die Ermittlungen einfach hin. In diesem Teil lernt man als Leser den Kluftinger und sein privates wie auch dienstliches Umfeld umfassend kennen. Das bringt einen wesentlichen Vorteil, da es sich bei diesem Roman nicht um den ersten Kluftinger-Roman handelt. Als Leser muss man aber nicht bis an die Anfänge des Autorenduos zurück, sondern kann tatsächlich mit diesem Roman einsteigen, und findet sich dennoch sofort in der Szenerie zurecht und ist mit allen Figuren in der Handlung vertraut. Im zweiten Teil, der sich dann hauptsächlich um die Ermittlungen dreht, geht es spannend von einer Überraschung zur nächsten. Die Autoren scheinen jetzt die Familie von Kluftinger vergessen zu haben. Es dreht sich alles um die Ermittlungsarbeit. Einen dritten Teil gibt es dann etwa 40-50 Seiten vor dem Schluss. Dieser dritte Teil ist ein ägyptischer reicher Show-down. So viel Action hätte man dem gemütlichen Kluftinger gar nicht zugetraut. Eines haben alle von mir vorgenommenen Unterteilungen bzw. Teile gemeinsam: Sie stecken voller humorvoll. Der Spott und die Witzeleien kommen auch während der hektischen und harten Ermittlungen nicht zu kurz. Ich vergebe fünf Punkte, weil mir dieser Roman sehr viel Spaß und Unterhaltung geboten hat.



© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Veröffentlicht am 10.08.2020

Top aktuell! Spannend! Mitreißend!

Bluthölle (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 11)
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Die versierte Taschendiebin Angela hat den falschen Mann bestohlen. Das merkt sie erst, als sie ihr Diebesgut in Augenschein nimmt. Es handelt sich um ein Tagebuch, dessen Inhalt die abscheulichsten Verbrechen ...

Die versierte Taschendiebin Angela hat den falschen Mann bestohlen. Das merkt sie erst, als sie ihr Diebesgut in Augenschein nimmt. Es handelt sich um ein Tagebuch, dessen Inhalt die abscheulichsten Verbrechen beschreibt, die sich nur ein krankes Hirn ausdenken kann. Enthalten sind Skizzen und Fotos. Dieses Tagebuch gelangt in Hunters Hände. Doch noch bevor Hunter das erste Opfer des Tagebuchs identifizieren kann, meldet sich der Täter bei ihm. Er will seine Notizen zurück. Und jeder, der sie gelesen hat, wird sterben. Hunter und Garcia geraten sehr unter Druck, denn die Ereignisse überschlagen sich.

Die detailreichen Beschreibungen von Gewalt ist man bei Carter gewohnt. Sie kommen nicht häufig vor, gerade im richtigen Moment, aber dann sind sie heftig.

Sympathisch wird die Figur der Angela herausgearbeitet. Als trotzige, pubertäre Rotzgöre verfügt sie doch über einen weichen Kern, der sie liebenswert macht. Selbst Garcia kann sich ihr nicht komplett entziehen.

Natürlich ist die Spannung das tragende Element. Und Carter versieht sie mit einem hohen Tempo. Deshalb sind die Kapitel sehr kurz, von einer bis fünf Seiten ungefähr. Andererseits ist jedes Kapitelende mit einem Cliffhanger ausgestattet. Chris Carter ist der Meister der Cliffhanger. Es ist wahnsinnig, immer eine Behauptung am Ende stehen zu lassen, die den Leser antreibt weiterzulesen. Das ist spitze!

Ähnlich wie bei den Büchern von Michael Connelly bewegen sich hier die Leser im Los Angeles der heutigen Zeit. Straßen, Plätze, Parks, die diese Metropole am Pazifik mit Leben erfüllen, lassen den Leser auf eine Reise gehen.

Mir hat aber nicht nur der Inhalt des Romans gefallen, sondern auch die warmen Worte in der Widmung nach dem Verlust, den Chris Carter im Herbst 2019 erlitten hat und das Erscheinen dieses Romans ins Wanken brachte.

Top aktuell! Spannend! Mitreißend! Höchst empfehlenswert!


© Detlef Knut, Düsseldorf 2020

Veröffentlicht am 15.07.2020

Ein Detektivroman alter Schule auf höchstem Niveau.

Sherlock Holmes und der Fluch des grünen Diamanten
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Dieser neue Sherlock-Holmes-Roman von Franziska Franke führt den Leser zur Weltausstellung in Antwerpen zu Ende des 19. Jahrhunderts. Sherlock Holmes befindet sich in Paris und geht chemischen Experimenten ...

Dieser neue Sherlock-Holmes-Roman von Franziska Franke führt den Leser zur Weltausstellung in Antwerpen zu Ende des 19. Jahrhunderts. Sherlock Holmes befindet sich in Paris und geht chemischen Experimenten nach. Während dieser Zeit macht sich David Tristram, sein detektivischer Sparringspartner, Assistent und Azubi zugleich, auf den Weg nach Belgien, um die Weltausstellung zu besuchen. Bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof in Antwerpen stellt er fest, dass sein Koffer vertauscht wurde. Sofort begibt er sich auf die Suche nach seinem Gepäckstück. Dabei trifft er auf Jan Peters, der denselben Koffer wie er hatte. Jan Peters ist ein Brüsseler Juwelier. Wenige Tage später, sowohl Jan Peters als auch David Tristram sind im selben Hotel abgestiegen, wird der Juwelier tot aufgefunden. Er wird als Wasserleiche aus der Schelde gefischt. Da Zeugen bestätigen, dass sich Tristram mit Peters ein Wortgefecht geliefert hatte, befürchtet der Hobbydetektiv Tristram, dass er sehr schnell unter Tatverdacht geraten wird. Aus diesem Grund schreibt er ein dringendes Telegramm nach Paris und bittet seinen Freund Sherlock Holmes, nach Antwerpen zu kommen. Gemeinsam finden sie heraus, dass der Juwelier in Antwerpen weilte, um für einen Engländer den sagenumwogenen King-Diamanten zu begutachten. Hierbei handelt es sich um einen lupenreinen großen Diamanten, der angeblich großes Unheil über seinen Besitzer bringt.
Dieser vierte Sherlock-Holmes-Roman von Franziska Franke ist meines Erachtens der gelungenste Roman dieser Reihe. Die Autorin überzeugt mit ihrer Einfühlsamkeit in das Milieu. Sehr gute Kenntnisse des Umfelds von Sherlock Holmes, verknüpft mit Fakten aus der damaligen Zeit in Antwerpen generiert nahezu authentische Erlebnisse beim Lesen. Zusammen mit den Protagonisten Holmes oder Tristram ein Haus zu betreten, schafft ein Gefühl, als würde man es selbst betreten und die Düfte riechen, die die beiden riechen, genauso, wie man als Leser die Möbel sieht, wie diese beiden sie sehen. Das Detailwissen über das Umfeld des von Arthur Conan Doyle geschaffenen Privatdetektivs aus unzähligen Romanen und Geschichten hat Franziska Franke bereits in den drei zuvor erschienenen Romanen bewiesen. Natürlich hat sie auch in denen schon ihre Fähigkeit gezeigt, von ihr recherchiertes historisches Wissen in den neuen Romanen mit den Figuren geschickt zu verbinden. Aber noch nie ist es ihr so detailtreu, verknüpft mit der Weltausstellung in Antwerpen, gelungen. Der Roman liest sich flüssig und ruhig, ist spannend von vorne bis hinten, und schafft für die Fans dieses Detektivs ein nahezu berauschendes Erlebnis.
Ein Detektivroman alter Schule auf höchstem Niveau.


© Detlef Knut, Düsseldorf 2012