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EstherStu

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2025

Heranwachsen in einer anderen Welt

Furye
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Die Hauptfigur, die wir nur unter ihrem Alter Ego der Furien "Alec" kennen lernen, wächst als Tochter von Migranten in einem nicht weiter erwähnten Ort auf und lernt in ihrer Schulzeit (sie hat ein Stipendium ...

Die Hauptfigur, die wir nur unter ihrem Alter Ego der Furien "Alec" kennen lernen, wächst als Tochter von Migranten in einem nicht weiter erwähnten Ort auf und lernt in ihrer Schulzeit (sie hat ein Stipendium für eine Eliteschule) ihre Freundinnen Meg und Tess kennen. Zusammen nennen sie sich die Furien und erleben die Probleme von reichen Teenagermädchen und auch darüber hinaus.
Auf einer zweiten Erzählebene wird Alecs Leben in der Gegenwart erzählt. Sie ist inzwischen erfolgreiche Musikmanagerin, hat aber kürzlich ihren Vater verloren, wünscht sich erfolglos ein Kind und scheint auch sonst mit ihrem Leben unzufrieden zu sein. Ein überraschender Anruf lässt sie sofort ihr Leben stehen und liegen lassen und reist zurück an den Ort ihrer Jugend. Dort stellt sie sich bisher nicht aufgearbeiteten Traumata.
Insgesamt hat ich das Buch leider nicht überzeugen können. Es erzählt das Leben reicher Kids, die Gefühlswelt von Teenagern und wenn es dann mal darüber hinaus geht, wird es aus meiner Sicht nicht auserzählt. Das habe ich als großen Mangel an de Buch empfunden, dass so viele interessante Handlungsstränge einfach verpufften.
Auch war mir die Protagonistin leider unsympathisch, obwohl ihre Gefühlswelt aus einer Sicht gut erzählt wurde.
Insgesamt eher mittelmäßig, aber eine nette sommerliche Lektüre.

Veröffentlicht am 18.03.2024

Escape Game des Grauens

Die Burg
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In "Die Burg" begleiten wir eine gemischte Gruppe "ExpertInnen", einen noch nicht eröffneten innovativen Escape Room zu testen. Gründer ist der Milliardär Nevio, der Mithilfe einer KI auf einer alten Burg ...

In "Die Burg" begleiten wir eine gemischte Gruppe "ExpertInnen", einen noch nicht eröffneten innovativen Escape Room zu testen. Gründer ist der Milliardär Nevio, der Mithilfe einer KI auf einer alten Burg individuell angepasste Escape Games anbieten will.
Zunächst noch beeindruckt von den technischen Möglichkeiten, wird der Gruppe schnell klar, dass die KI andere Ziele verfolgt als ihren Spaß am Rätseln. Schon bald kreist sich ihr Aufenthalt in den Kellerlabyrinthen der Burg nur noch um ihr Überleben und die Frage, was die KI mit ihnen vorhat.
Insgesamt fand ich die Idee stark, da ich auch gerne Exit Rooms spiele und außerdem die Bücher von Ursula Poznanski toll finde. Leider hatte das Buch aber dann über die Mitte hinweg deutliche Längen und auch das Erzählte wiederholte sich gerne immer wieder. Die Figuren fand ich etwas austauschbar und wenig tiefgründig, bis auf die Figur der Yvonne, die ich mochte.
Zu empfehlen ist das Buch aber Escape Game versierten LeserInnen (ich glaube viele Rätsel versteht man sonst eher langsamer, denn ja, man kann mitraten...).

Veröffentlicht am 03.07.2023

Cafe der kleinen Leute

Das Café ohne Namen
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Das "Cafe ohne Namen" entführt den Leser in das Wien der Sechziger Jahre, eine Stadt, die man sonst eher aus anderen Epochen beschrieben kennt. Diese Jahre Wiens waren mir neu und damit habe ich die Stadt ...

Das "Cafe ohne Namen" entführt den Leser in das Wien der Sechziger Jahre, eine Stadt, die man sonst eher aus anderen Epochen beschrieben kennt. Diese Jahre Wiens waren mir neu und damit habe ich die Stadt und ihre Menschen sozusagen aus einer anderen Sicht gesehen.
Der Protagonist Robert eröffnet ein Cafe, und auch das ist alles andere als das typische Wiener Kaffeehaus, viel mehr ist es eine Zusammenkunft der kleinen Leute. Nach und nach blickt der Leser dann in ihre Schicksale, ist Zeuge der Unterhaltungen und nimmt Teil am Leben einiger gescheiterter Existenzen. So weit, so gut. Grundsätzlich gefällt mir der Gedanke des Buchs, leider aber kam der Stein für mich nicht so Recht ins Rollen. Eine Handlung gibt es praktisch nicht. Die Geschichten hinter den Figuren werden angerissen, aber aus meiner Sicht nicht zuende erzählt. Insgesamt habe ich mich beim Lesen gelangweilt. Schade, andere Bücher von Seethaler wie den "Trafikanten" habe ich verschlungen, aber dieses Buch ist keine Empfehlung.

Veröffentlicht am 20.07.2021

Philosophie pur

Das Buch eines Sommers
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Den Autor Bas Kast kannte ich bis dato nur als Verfasser des "Ernährungskompasses" und war daher umso neugieriger, ob ihm auch ein Roman gelingen könnte.
Beim Lesen von "Das Buch eines Sommers" wurde ich ...

Den Autor Bas Kast kannte ich bis dato nur als Verfasser des "Ernährungskompasses" und war daher umso neugieriger, ob ihm auch ein Roman gelingen könnte.
Beim Lesen von "Das Buch eines Sommers" wurde ich aber nicht enttäuscht. Auch hier gelingt es Kast, pointiert und fokussiert zu erzählen. Der Sprachstil ist akkurat, aber ebenso amüsant und enspricht meinem Geschmack.
Auch inhaltlich gefiel mir das Buch zumeist, allerdings war ich mit dem Werk Sloterdijks nicht vertraut und habe ich deshalb nebenbei ein bisschen eingelesen. Allein die Figur des Nicolas hat mich nicht immer restlos überzeugen können, ihm geht es eindeutig zu gut und daher keine Identifikationsfigur. Aus meiner Sicht ist das Buch aber ebenso für Philosophie-Anfänger geeignet, sowie als leichte Sommerlektüre mit nicht allzu großen Erwartungen. Bas Kast kann Sachbuch und Roman.

Veröffentlicht am 17.08.2020

sehr berührend

Die Unruhigen
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Das Buch behandelt die Beziehung zwischen Vater und Tochter und ist an vielen Stellen autobiografisch. Es geht im Buch um den Versuch, dass Vater und Tochter das Altern in einem gemeinsamen Buch festhalten. ...

Das Buch behandelt die Beziehung zwischen Vater und Tochter und ist an vielen Stellen autobiografisch. Es geht im Buch um den Versuch, dass Vater und Tochter das Altern in einem gemeinsamen Buch festhalten. Die Autorin ist die Tochter von zwei Berühmtheiten, was ein Aufwachsen nicht unbedingt einfacher macht. Das Cover zeigt ein Foto der beiden, das fand ich sehr schön.
Das Buch an sich hat mich aber vor einige Herausforderungen gestellt: Man erfährt zwar viel über die Lebensgeschichte, auch spannende Banalitäten sind darunter, an den Schreibstil muss man sich aber gewiss gewöhnen. Die Autorin springt in ihren Methoden hin und her, sie schwelgt in festgehaltenen Erinnerungen und dann transkribiert sie Tonaufnahmen. Ein nettes Buch, aber für mich kein überaus großes Lesevergnügen, leider.