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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2020

Abtauchen in New York

Manhattan Transfer
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Dieses Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite fand ich die Beschreibungen von New York, der Sehnsuchtsstadt vieler Menschen, sehr gut und auch sehr lebendig. Die Charaktere waren ...

Dieses Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite fand ich die Beschreibungen von New York, der Sehnsuchtsstadt vieler Menschen, sehr gut und auch sehr lebendig. Die Charaktere waren vielfältig und aus allen Schichten. Sie haben alle versucht ihren Traum vom Leben in NY zu finden und zu erhalten. Die Lebensläufe waren so unterschiedlich und interessant, dass man sich gern die Zeit genommen hat, ihnen zu folgen.

Auf der anderen Seite waren die vielen Ein- und Ausstiege. Immer wieder sprang der Autor zwischen den Charakteren hin und her. Ich empfand es als anstrengend, immer wieder aus der aktuellen Geschichte herausgerissen und in die neue andere Geschichte gestoßen zu werden. Es erschwerte das Verständnis für die gesamte Geschichte.

Man muss sich Zeit nehmen für dieses Buch und man sollte sich auf die Zeit einlassen, denn das Buch wurde 1925 geschrieben. Es gibt einiges, was man aus der heutigen Zeit nicht mehr kennt, was aber die Geschichte umso interessanter und spannender macht. Der Autor hat einen schönen Schreibstil, der sich gut lesen lässt und so kann man mit dem Buch durchaus auch ein paar schöne Lesestunden verbringen.

Veröffentlicht am 17.08.2020

Dem Ende nah...

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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Der neunte und derzeit auch letzte Fall für das Ermittlerduo Pia Sander und Oliver von Bodenstein ist recht durchwachsen. Auch dieser Fall ist mit knapp 560 Seiten sehr umfangreich. Leider hat es die Autorin ...

Der neunte und derzeit auch letzte Fall für das Ermittlerduo Pia Sander und Oliver von Bodenstein ist recht durchwachsen. Auch dieser Fall ist mit knapp 560 Seiten sehr umfangreich. Leider hat es die Autorin nicht geschafft, diese vielen Seiten auf einem Spannungsniveau zu halten. Während die ersten 100 Seiten noch gut zu lesen waren, wurden die folgenden Seiten immer zäher und langatmiger. Die vielen Charaktere, die miteinander verbunden waren, waren, aus meiner Sicht, zu viel und dadurch zu oberflächlich. Die Befragungen zogen sich über die Seiten, so dass man das Gefühl bekam, auf der Stelle zu treten. Dies kann durchaus der Realität entsprechen, aber für einen spannenden Krimi ist es nicht förderlich.

Die Nebengeschichte über die Vergangenheit von Kim, der Schwester von Pia Sander, war für mich tatsächlich eher überflüssig. Die Charaktere der Ermittler und des Teams konnten sich kaum weiterentwickeln und besonders Oliver von Bodenstein war diesmal recht farblos unterwegs.

Die Geschichte an sich war spannender und besser erzählt als die Vorgängerfälle, aber nach wie vor glaube ich, ist die Krimireihe um das Ermittlerduo auserzählt.

Veröffentlicht am 03.08.2020

Neues Ermittlerduo mit Potential

Totenblass
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Eine neue Serie rund um einen Kommissar, der mit seiner jungen Kollegin grausame Morde rund um Frankfurt lösen muss. Joachim Fuchs und Lara Schuhmann sind das neue Duo am Thrillermarkt. Sie sind noch nicht ...

Eine neue Serie rund um einen Kommissar, der mit seiner jungen Kollegin grausame Morde rund um Frankfurt lösen muss. Joachim Fuchs und Lara Schuhmann sind das neue Duo am Thrillermarkt. Sie sind noch nicht so stark und ausgereift, wie erfahrene Ermittler, aber sie weisen Potential auf.Gerade Joachim Fuchs scheint schon einiges erlebt zu haben, dass man in den nachfolgenden Bänden noch einbauen könnte. Lara Schuhmann empfand ich noch als recht blass und wenig präsent.

Der Autor hat einen medizinischen Hintergrund, was man sehr schnell merkt, denn die medizinischen Abschnitte sind sehr detailliert und mit medizinischen Vokabular versehen. Es ist durchaus interessant zu lesen, wie so eine Obduktion stattfindet, aber für einen Krimi bzw. Thriller ist die Ermittlungsarbeit noch wichtiger. Und genau hier fehlt es der Geschichte noch etwas. Für mich war die Beschreibung der Ermittlungsarbeit zu oberflächlich, die Hürden, die genommen werden müssen zu wenig ausgearbeitet. Normalerweise gibt es bei solchen spektakulären Fällen noch eine dominante Presse, die nach Fakten und Daten und Bildern giert und die Ermittler zusätzlich unter Druck setzen. Wo war sie hier?

Der Thriller ist für ein Debüt in Ordnung und gut zu lesen, aber die Ermittler müssen sich noch etwas mehr entwickeln, um mit den gestandenen Kollegen anderer Autoren mithalten zu können.

Veröffentlicht am 12.07.2020

Geschichte pur

Im Kernschatten des Mondes - Die unbekannten Heldinnen der NASA
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Als ich den Covertext gelesen hatte, war ich über meine eigene Wissenslücke entsetzt und wusste, das Buch musst du lesen. Das Buch aufgeschlagen, ließ es mich kurz schmunzeln. Das Inhaltsverzeichnis hat ...

Als ich den Covertext gelesen hatte, war ich über meine eigene Wissenslücke entsetzt und wusste, das Buch musst du lesen. Das Buch aufgeschlagen, ließ es mich kurz schmunzeln. Das Inhaltsverzeichnis hat mich stark an eine Bachelor- und Masterarbeiten erinnert. Doch schon beim Lesen wurde mir klar, hier schreibt keine klassische Schriftstellerin.

Ich hatte etwas anderes erwartet, dachte, dass hier die Geschichte der Frauen innerhalb einer literarischen Geschichte erzählt wird. Aber es liest sich wie ein Geschichtsbuch. Es ist interessant und mit vielen (für mich) neuen Fakten und Daten. Das Schließen der Wissenslücke hat sehr gut funktioniert, nur der Lesegenuss (wie bei einem klassischen Roman) war nicht so groß. Man benötigt für dieses Buch Ruhe, Zeit und etwas Muße. Die Geschichte schließt mit einer 67seitigen Anmerkung ab. Ich musste immer wieder hin und her blättern, was den Lesefluss etwas gestört hat.

Der Inhalt war gut und interessant. Ich wusste viele Punkte nicht, war mir nicht bewusst, dass so viele Frauen für die NASA gearbeitet haben und als "menschliche Computer" angesehen wurden. Obwohl es, aus meiner Sicht, kein wirkliches Kompliment ist, wird dem Leser bei der Lektüre bewusst, dass man hier von den klügsten Frauen des Landes spricht. Doch leider wurden sie nicht entsprechend behandelt, da in den USA zu dieser Zeit noch eine starke Rassentrennung stattfand. Denn die Frauen, von denen die Autorin schreibt, waren Afroamerikanerinnen. Beim Lesen musste ich schon mehrfach mit dem Kopf schütteln, weil manches einfach nur schwer nachvollziehbar war.

Insgesamt fand ich den geschichtlichen Teil sehr gut, nur war eben dieser nicht ganz so flüssig zu lesen.

Veröffentlicht am 25.06.2020

Langsames Tempo, viele Handlungsstränge und wenig Spannung

Im Wald
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Manchmal können 560 Seiten wirklich lang werden. Für diesen Krimi waren sie zu lang. Leider. Oliver von Bodenstein und Pia Sander (geb. Kirchhoff) hatten es diesmal mit mehreren Morden zu tun. Sie stocherten ...

Manchmal können 560 Seiten wirklich lang werden. Für diesen Krimi waren sie zu lang. Leider. Oliver von Bodenstein und Pia Sander (geb. Kirchhoff) hatten es diesmal mit mehreren Morden zu tun. Sie stocherten eine ganze Weile im Dunkeln bis sie auf eine Spur kamen, die jedoch tief in die Vergangenheit von Oliver von Bodenstein vordrang.

Ich hatte schon beim letzten Fall meine Probleme mit der Glaubwürdigkeit und den vielen Handlungssträngen. Diesmal ist es leider nicht viel anders. Es werden viele Handlungsstränge parallel beschrieben und dies auch sehr ausführlich. Manchmal verliert sich die Autorin in Details, die nicht wirklich für die Geschichte von Bedeutung sind (oder ich habe es nicht erkannt). Dadurch zieht sich aber die Geschichte und zwischendurch verliert sie sogar an Spannung. Die langatmigen Passagen tauchten immer wieder auf und so musste ich manchmal kämpfen, um bei der Geschichte zu bleiben. Ab und an wurde das Tempo jedoch angezogen und auf einmal war man in einem Sog und die Spannung stieg wieder. Dann blitzte die "alte" Nele Neuhaus hervor und ich wurde an die ersten Fälle erinnert, die mich damals gefesselt haben. In diesem Buch hielt diese Spannung leider nicht lang und man sackte wieder in die langsame Erzählweise ab.

Es gibt noch den "Muttertag" von Nele Neuhaus und auch diesen habe ich schon auf meinem Stapel liegen. Ich werde ihn noch lesen, aber danach ist für mich mit Oliver von Bodenstein und Pia Sander Schluss. Manchmal ist eine Geschichte, ein Kriminalduo auch auserzählt und sollte in "Rente" gehen dürfen.