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Veröffentlicht am 28.09.2020

Hömma ... dat kann doch nicht waaahr sein ...

Und dann kam Ute
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Man muss ihn schon mögen, den Essener Lockenkopf Atze Schröder mit dem Ruhrpott Humor. Aber echte Fans kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten, in dem sie ihn mit „Und dann kam Ute“ und seinem großen ...

Man muss ihn schon mögen, den Essener Lockenkopf Atze Schröder mit dem Ruhrpott Humor. Aber echte Fans kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten, in dem sie ihn mit „Und dann kam Ute“ und seinem großen Dilemma begleiten. Wie konnte das passieren? Der coole Atze, der am liebsten an jedem Arm ein flottes Bienchen hat, gerne durch die Kneipen zieht und sich vor allem NIEMALS von seinen Cowboy Stiefeln trennen würde. Er und sich verlieben, unmöglich! Doch dann merkt er, wie er sie vermisst, wenn sie nicht da ist, wie er eifersüchtig wird, wenn andere Männer auftauchen … aber nicht, dass ihr nun denkt, er sei gezähmt, der gute Atze, mitnichten! Freut euch auf ein wildes Abenteuer nach dem nächsten und lasst euch entführen in die Welt des Atze Schröder. Wundert euch aber nicht, wenn euch der Fahrer im Auto neben dran an der Ampel komisch anschaut, weil ihr mal wieder einen Lachkrampf bekommen habt. Atze im Autoradio ist ein Garant für gute Unterhaltung, wenn man ihn halt mag den Humor … von mir gibt es viereinhalb von fünf Sternen …

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Veröffentlicht am 25.08.2020

Wenn Gewalt Gegengewalt erzeugt ...

Schmuddelkinder
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Das Thema Kinderheim/Jugendheim mit den entsprechend oft grausamen „Erziehungsmethoden“ ist an sich kein neues Thema. Immer mal wieder findet es zu Recht seinen Weg an die Öffentlichkeit, oft verbunden ...

Das Thema Kinderheim/Jugendheim mit den entsprechend oft grausamen „Erziehungsmethoden“ ist an sich kein neues Thema. Immer mal wieder findet es zu Recht seinen Weg an die Öffentlichkeit, oft verbunden mit einer Rachetat. So versteht es dann auch Matthias P. Gibert diese sensible Thematik geschickt in Szene zu setzen. Ein zunächst scheinbar sinnloser Mord an einem alten Mann ruft die beiden Kommissare Paul Lenz und Thilo Hain an einen schauderhaften Tatort. Bald schon müssen sie nach einem zweiten Mord erkennen, dass die Opfer eines gemeinsam haben: ihre Verbindung zum Karlshof, einem nicht ganz unumstrittenen Jugendheim. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Wird es weitere Opfer geben?

Diejenigen Leser, die diese großartige Krimireihe, deren Fälle stets in und um Kassel spielen, verfolgt haben, wissen, dass es Paul Lenz aber nicht ohne Maria, die Noch-Ehefrau des Kasseler Bürgermeisters „Schoppen-Erich“ Zeislinger, gibt. Auch diesmal spielt sie eine nicht unbedeutende Rolle am Rande des Geschehens. Wie wird es mit den beiden Turteltauben weitergehen? Wird Erich seine Frau für Kommissar Lenz freigeben?

Wie meistens bei Krimireihen, die auf viele Teile ausgelegt sind, gibt es stärkere und schwächere Kandidaten. „Schmuddelkinder“ gehört meines Erachtens nach in die erste Kategorie und macht Lust auf den siebten und somit nächsten Teil. Ich bleibe auf jeden Fall dran und vergebe solide 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 19.08.2020

Die Unberechenbarkeit des Lebens ...

Die gelben Augen der Krokodile
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Also ich muss sagen, von diesem Buch war ich ja mal mehr als positiv überrascht. Spritzig aber auch mit einer gehörigen Portion Boshaftigkeit kommt die Geschichte angerauscht. Im Vordergrund stehen eigentlich ...

Also ich muss sagen, von diesem Buch war ich ja mal mehr als positiv überrascht. Spritzig aber auch mit einer gehörigen Portion Boshaftigkeit kommt die Geschichte angerauscht. Im Vordergrund stehen eigentlich die beiden ungleichen Schwestern Joséphine und Iris, die unterschiedlicher kaum sein können. Während Iris das gelangweilte, bildhübsche Luxusweibchen mimt, kann man Jo nur immer wieder als naiv und lebensfremd bezeichnen. Sie ist Iris akademisch um Längen überlegen aber von den Gefahren des täglichen Lebens scheint sie keine Ahnung zu haben. So kommt es denn auch, wie es kommen muss: sie wird ausgenutzt! Oh, und nicht nur ihre Schwester hat da ein Händchen im Spiel, nein auch Ehemann Antoine, Tochter Hortense und sogar ihre eigene Mutter zögern nicht, ihr das Leben schwer zu machen. Doch dann scheint sich Joséphine plötzlich auf der Erfolgsspur zu befinden, nur schade, dass niemand davon wissen darf … ganz zauberhaft verpackt sind auch die vielen Nebencharaktere, wie der Stiefvater der beiden Schwestern, den alle nur Chef nennen und der eine Midlife Crisis der ganz besonderen Art durchlebt. Oder Shirley, die geheimnisvolle Nachbarin mit ihrem Sohn Gary, die ein mysteriöses Vorleben zu verbergen hat, und und und …
Wie gesagt, endlich mal was anderes auf dem zur Zeit historisch und kriminaltechnisch sehr beherrschten Büchermarkt. Als nun die Autorin Katherine Pancol auch noch gleich Teil zwei und drei zu dieser skurrilen Story anbot, musste ich natürlich zuschlagen. Band zwei liegt schon lesebereit und ich freue mich darauf. Was für eine schöne Neuentdeckung, die ich Dank einer „Gemeinsam Lesen Runde“ für mich verbuchen kann. Von mir bekommt das Buch wohlverdiente 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 09.08.2020

The girl who wrote in silk ...

Die Seideninsel
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Dieser Roman führte mich in die Vereinigten Staaten von Amerika, ein Land, das auch ich einige Jahre meine Heimat nennen durfte. Er teilt sich in zwei Zeitebenen auf, die Gegenwart und die Zeit des späten ...

Dieser Roman führte mich in die Vereinigten Staaten von Amerika, ein Land, das auch ich einige Jahre meine Heimat nennen durfte. Er teilt sich in zwei Zeitebenen auf, die Gegenwart und die Zeit des späten zwanzigsten Jahrhunderts im hohen Nordwesten, besser gesagt Washington State, der zu Beginn der Reise in die Vergangenheit noch als Washington Territory bekannt ist. Es ist keine einfache Zeit damals im Jahr 1886, denn die junge Mei Lien, ihr Vater und ihre Großmutter gehören zur chinesischen Minderheit, die der weißen Bevölkerung verhasst ist. Man ist überzeugt, sie würden den Weißen die Jobs stehlen und so sollten sie schnellstmöglich verschwinden aus Seattle und Umgebung. Captain Duncan Campbell schmiedet einen ungeheuerlichen Plan …

Zurück in der Gegenwart begegnen wir Inara Erickson, die ihren Traum auf Orca Island verwirklichen will und in dem von ihrer Tante geerbten Haus ein Hotel eröffnen möchte. Ein Zufallsfund bei den Renovierungsarbeiten auf Rothesay, wie das Anwesen genannt wird, bringt jedoch nicht nur ihre Pläne, sondern ihr ganzes Leben ins Wanken …

Herrlich, mit „Die Seideninsel“ hatte ich ein Buch für mich entdeckt, das ich glatt in einem Rutsch durchlesen musste. Zu spannend war die Geschichte – in der Gegenwart wie auch in der Vergangenheit - dass ich sie nicht aus der Hand legen wollte. Die Autorin Kelli Estes hat mit ihrem Debutroman ein wunderbares Bild von Washington State und besonders von Orcas Island gezeichnet. Die Beschreibungen des Lebens, der Landschaft, der Häuser und auch der Menschen damals wie heute, lassen keine Wünsche offen. Doch trotz der schönen Landschaft war das Leben in den 1880er Jahren dort für die ansässigen Chinesen grausam. Man hatte sie ins Land geholt, da sie als Arbeiter gebraucht wurden um die schwere Arbeit an den neuen Eisenbahnlinien zu verrichten. Doch 1882 war diese beendet und man wollte sich der „minderwertigen“ Menschen entledigen. Der „Chinese Exclusion Act“ wurde deshalb von Präsident Chester A. Arthur ins Leben gerufen und sogenannte ethnische Säuberungen waren an der Tagesordnung. Beim Lesen dachte ich noch „mal wieder ein dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte, das an den meisten Schulen wohl nicht gelehrt wird …“. Dennoch las sich der Roman flüssig und entwickelte fast eine kleine Sogwirkung, so dass dieser heiße Samstag im August bei mir mit Lesen und nicht mit Hausarbeit ausgefüllt war. Ein halbes Sternchen Abzug gibt es lediglich für die Tatsache, dass meiner Meinung nach ein klitzekleines bisschen zu viele Zufälle darin vorkamen. Von mir gibt es für „Die Seideninsel“ viereinhalb von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 08.08.2020

Der traurige Werdegang des Anton Berg ...

Housesitter
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Nachdem ich von „Haus der Mädchen“ aus der Feder von Andreas Winkelmann vor einiger Zeit so enttäuscht war, ging ich ohne große Erwartungen an den „Housesitter“ heran. Zugegeben, der Klappentext verspricht ...

Nachdem ich von „Haus der Mädchen“ aus der Feder von Andreas Winkelmann vor einiger Zeit so enttäuscht war, ging ich ohne große Erwartungen an den „Housesitter“ heran. Zugegeben, der Klappentext verspricht eine spannende Handlung aber Papier ist ja bekannterweise geduldig. Doch ich wurde mehr als positiv überrascht! Dieses Buch hielt sein Versprechen und präsentierte mir eine Geschichte, die bis zum Schluss den Spannungsbogen aufrechterhielt. Mit exzellenter Vortragsweise entführt uns Andreas Winkelmann in die kranke Welt von Anton Berg, der sich schon sein ganzes Leben lang nichts mehr wünscht als eine Familie mit ein wenig Liebe und Geborgenheit. Dieser Wunsch blieb ihm lange verwehrt, nun nimmt er selbst das Zepter in die Hand und begibt sich auf die Suche nach der idealen Frau, mit der er diesen Wunschtraum verwirklichen kann. Er zögert dabei auch nicht, von seiner Spezialwaffe Gebrauch zu machen. Doch er hat die Rechnung ohne die taffe Kommissarin Priska Wagner gemacht, die ihm schließlich aufgrund genau dieser Waffe gemeinsam mit Thomas Bennett, Lebensgefährte eines der Opfer, auf den Pelz rückt …
Ich habe mich statt des Buchs für die ungekürzte Hörversion dieses Thrillers entschieden und habe es keine Minute bereut. Spannung pur gepaart mit einer gehörigen Dosis Kopfkino bereiteten mir über dreizehn Stunden Hörvergnügen vom Feinsten. Wie gut, dass ich dem Autor noch eine Chance gegeben habe. Ich vergebe wohlverdiente viereinhalb von fünf Sternen.

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